Beiträge verschlagwortet mit ‘Wolverine’

Was, wenn Wolverine singen will?

Ein sehr amüsanter Kurzfilm, der zeigt, wie die Dreharbeiten des WOLVERINE-Films mit Broadway-Star Hugh Jackman auch hätten verlaufen können. Und wenn’s schon ein SPIDER-MAN-Musical für die Bühne geben soll, warum sollte dann nicht auch Wolverine sein Herz bei Tanz und Gesang ausschütten?

YouTube Preview Image

Niemand ist eine Insel

Den Arbeiten von Bruce Jones merkt man immer an, dass er sich für mehr denn nur schnödes Superheldengekloppe interessiert. Aus dem Grund gibt es bei seinen Hulk-Geschichten auch so erfreulich selten den grünen Giganten zu sehen. Und aus demselben Grund verzichtet „Xisle“ auf einen gängigen Schurken für Wolverine. Viel mehr versteht sich diese Geschichte als innerer Kampf, den Logan mit sich selbst austragen muss.

Alles beginnt auf einem Rummelplatz, auf dem Logan mit der jungen Amiko einen schönen Tag verbringen will. Doch sein Jähzorn steht dem im Weg, als er fieberhaft versucht, der Kleinen einen Teddybär zu besorgen. Und dann gibt es dort auch noch das Freakhaus, das ihn zwingt, einen tiefen Blick in sich selbst zu werfen. Schon findet er sich auf einer einsamen Insel wieder, bereit, für sein Überleben zu kämpfen. „Xisle“ funktioniert sowohl als actionreicher Mysteryreißer als auch als ausgeklügeltes Gedankenspiel, bei dem der Leser angehalten wird, in Logans Psyche abzutauchen.

An den Anfang seiner Geschichte setzt Jones das Gemälde „Ausgesetzt“ von Howard Pyle, das mit seinem gestrandeten Piraten als Sinnbild für das steht, was Logan auf den nachfolgenden Seiten erleben und durchmachen wird. Am Ende steht das Verlassen eben jener Insel. Ein Beispiel perfekter Symmetrie.

Hugh Jackman singt OKLAHOMA!

Die Uraufführung von Richard Rodgers und Oscar Hammersteins Musical OKLAHOMA! fand 1943 am St. James Theatre am New Yorker Broadway statt. Es ist ein Meilenstein des Muscials, weil bis dato die Tanz- und Gesangseinlagen nie ein homogener Teil der Handlung waren. Rodgers und Hammerstein machten sie jedoch zu einem essenziellen Bestandteil der Geschichte.

40228748

Es geht um die Liebe zwischen Laurie und Curly, die beide eigentlich schon lange ein Paar sind, sich aber stets necken und ihrer Sturheit wegen noch nicht offiziell zusammen sind. Als ein Fest ansteht, beschließt Laurie, mit dem einfältigen Jud Fry dorthin zu gehen. Der ist seit langer Zeit heimlich in Laurie verliebt und ist auch bereit, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um seinen Konkurrenten Curly auszuschalten.

a

Inszenierungen des Stücks gab es viele, verfilmt wurde es auch, und zwar 1955 von Fred Zinneman. Von 1998 bis 1999 wurde es am Royal National Theatre in London, einem äußerlich hässlichem Zweckbau nahe der Waterloo-Station, aufgeführt. Die Inszenierung übernahm der renommierte Trevor Nunn, in der Hauptrolle des Curly findet sich ein junger Hugh Jackman, noch bevor er als Wolverine in X-MEN international bekannt geworden ist.

499w

Optimal ist es natürlich, eine solche Show live zu sehen. Aber ohne Zeitmaschine ist das wohl nicht so leicht zu bewerkstelligen. Gleich nach der Zeitmaschine kommt jedoch eine DVD-Veröffentlichung, die in Großbritannien von Universal auf den Markt gebracht wurde. Man darf sich eine solche Stage-to-Film-Variante nicht als streng abgefilmtes Theater vorstellen. Die Kamera ist durchaus beweglich, die Perspektive wechselt, Nahaufnahmen sind ebenfalls vorhanden und alles erinnert schon sehr an echten einen echten Film – von den Kulissen natürlich abgesehen.

510fESmqPDL__SL500_AA240_hugh_jackman3_180_135

OKLAHOMA! hat eine Laufzeit von zwei Stunden und 50 Minuten. Die Zeit vergeht nicht immer wie im Flug. Die Geschichte ist etwas mager für fast drei Stunden Lauflänge, weswegen Rodgers und Hammerstein auch ein paar Nebenschauplätze eröffnen, so die humorige Geschichte um Ado Annie, die „Frau, die nicht nein sagen“ kann, und den fahrenden Händler Ali Hakim, den Annies Vater in die Ehe mit seiner Tochter pressen will.

untitledf

Die Musik ist erwartungsgemäß gut. Es gibt einige eingängige Songs wie „Oh, What a Beautiful Morning“ oder natürlich den Titelsong „Oklahoma“. Und selbst die Passagen, die jetzt keine Ohrwurmqualität haben, überzeugen einerseits durch gelungene Interpretationen, andererseits durch viel Gefühl. Interessant am Stück ist am Ende des ersten Akts die Traumsequenz, die über mehrere Minuten lang quasi ein Ballett der Hauptfiguren zeigt. Musikalisch sehr griffig unterlegt, wird hier nicht gesungen, sondern nur getanzt. Das Highlight von OKLAHOMA! stellt ohne Frage Hugh Jackman dar. Bei der Oscar-Verleihung 2009 konnten sich viele Filmfans einen Eindruck von seiner Sangesstimme machen. Und auch zehn Jahre zuvor hatte er schon denselben Ausdruck und die gleiche Kraft parat.

Oklahoma3

Die DVD von OKLAHOMA! hat ordentliche Bildqualität. Angesichts eines Making Ofs und Interviews, die zusammen knapp eine Stunde Laufzeit haben, wird die Kompression aber schon ausgereizt, was sich an teils unschönen Treppchenrändern zeigt. Der Ton liegt leider nur in Stereo 2.0 vor. Dennoch: Ein schönes Musical in einer tollen Umsetzung und mit einem hervorragenden Ensemble. Denn nicht nur Hugh Jackman, auch seine Co-Stars, allen voran Shuler Hensley und Josefina Gabrielle, sind hervorragend.

YouTube Preview Image