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Der Comedian in mannigfaltiger Gestalt

Die Firma WizKids/NECA bringt schon seit Jahren so genannte HeroClix-Figuren heraus. Das sind etwa 5 cm hohe Figuren für ein Spielsystem, bei dem man die unterschiedlichsten Helden und Schurken gegeneinander antreten lassen kann. Nun wurden Figuren für WATCHMEN angekündigt, wobei diese auf der Filmversion basieren (hat wohl rechtliche Gründe, da bei den Comic-Versionen Alan Moore sein Okay geben müsste und der hat schon mal Actionfiguren zu den WATCHMEN gestoppt). Herauskommen werden übrigens 25 verschiedene, die es wohl auch alle in einem Set geben soll. Unter ihnen natürlich auch der Comedian, von dem es seit dem Film ein paar Figuren gegeben hat.

HeroClix:

DC Direct Actionfigur:

DC Direct 1/6 Figur

Mini-Büste:

So richtig vom Hocker hat mich bisher noch keine Figur gerissen. Die 1/6-Figur sieht auf dem Bild ganz gut aus, ich habe sie aber im Forbidden Planet in London mal aus der Nähe gesehen und da fand ich sie nicht mehr so toll. Andernfalls wäre sie mein gewesen.

Im April kommt aber eine neue 1/6-Figur von Hot Toys. Und die sieht wirklich sehr cool aus. Die ist zwar mit ca. 150 Dollar Preis auch nicht ganz günstig, aber dafür sieht sie besser aus als jede andere Comedian-Figur. Und da ich mich nicht entscheiden kann, welches Bild ich hier einbinde, gibt’s gleich zwei.

Watchmen 2?

Nein, kein zweiter Film. Den könnte Warner aufgrund verschiedener Vertragsklauseln machen, aber mit dem Einspielergebnis des Films war man so glücklich nicht. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass WATCHMEN in Comic-Form eine Fortsetzung erleben wird. Bis dato war es so, dass der DC-Chef Paul Levitz trotz seiner Differenzen mit Alan Moore stets vehement dagegen war, ein Sequel zu dieser erfolgreichen Graphic Novel zu produzieren, obwohl DC die theoretische Möglichkeit dazu hätte. Nun ist aber Paul Levitz nicht mehr der Vorsitzende von DC. Und Dan DiDio, seines Zeichens Senior Vice President und Executive Editor, will die Gunst der Stunde nutzen, um seinen Bossen zu imponieren. Denn im Zuge des Films wurde die Graphic Novel zum erfolgreichsten Titel, den DC imPortfolio hat. WATCHMEN, das seit mehr als 20 Jahren in Print gehalten wird, war auch so schon immer erfolgreich und generierte etwa eine Million Dollar Umsatz pro Jahr. Doch der Film hat das Interesse noch einmal immens angefacht.

Und für DiDio ist es nun ein Lieblingsprojekt, WATCHMEN neu zu beleben. Schon vor über einem Jahr gab es Anzeichen, dass sich bei DC etwas tun würde. Ein Artikel im Fachmagazin WIZARD, der sich mit der Serie 52 und den 52 Welten des DC-Multiversums befasste, war so illustriert, dass Batman gegen Rorschach kämpft. Die Aussage war klar: Die Welt von WATCHMEN könnte eine der 52 Welten sein. Letzten Endes zog man es damals nicht durch, dies zu etablieren, allerdings wurden erstens nicht alle 52 Welten vorgestellt und zweitens gab es eine Welt, die der der WATCHMEN recht ähnlich war.

Nun mehren sich die Gerüchte, dass es mit WATCHMEN weitergehen könnte. Dass Alan Moore ein Sequel schreiben wird, ist so gut wie ausgeschlossen. Ob Dave Gibbons sich an einem solchen Projekt beteiligen würde, steht auch in den Sternen, wäre aber zumindest möglich. Die Gerüchteküche berichtet davon, dass es eine Reihe von One-Shots geben könnte, die einzelne WATCHMEN-Figuren in Prequel-Abenteuern zeigt. Sollte sich DC darauf einlassen, dann hätte es damit zumindest die Möglichkeit, zu testen, wie die Comic-Welt darauf reagiert. Denn vier oder fünf One-Shots würden auf den Schultern ebenso vieler Autoren ruhen. Das würde den zu erwartenden Aufruhr der Comic-Fans vielleicht etwas dämpfen, da nicht nur ein “Schuldiger” für das “Sakrileg” geradestehen müsste. Und ausgehend von diesen One-Shots und dem Testen, wie groß der Widerstand hierauf wirklich wäre, könnte sich ein echtes Sequel einstellen, für das man dann einen Top-Autoren vom Schlage eines Grant Morrison verpflichten könnte.

Die Idee einer Ausweitung des WATCHMEN-Universums finde ich per se nicht uninteressant. Ich würde schon gerne sehen, wie es um die WATCHMEN-Welt bestellt ist, jetzt, 25 Jahre nach der Graphic Novel. Wie hat sich die Welt entwickelt und hat Ozymandias’ Plan letzten Endes gefruchtet? Was ist aus Dr. Manhattan geworden? Ist er wahrlich in das All hinausgegangen und hat dort auf einem Planeten Leben erschaffen? Und wenn dem so ist, wie ist es darum bestellt? Vielleicht könnte ein Sequel auch gar nicht auf der Erde spielen, sondern auf Manhattans neu erschaffener Welt mit von ihm erschaffenen Menschen. Es könnte eine Geschichte sein, die Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende später spielt. Die Möglichkeiten einer wie auch immer gearteten Fortsetzung von WATCHMEN sind zahlreich, aber es gibt sicherlich auch Fallstricke.

Beispielsweise kann ich es mir nur schwerlich vorstellen, Ongoing-Serien wie “Nite-Owl and Rorschach” oder “Comedian” oder “Ozymandias” zu lesen. Ich glaube, dass dabei die Figuren zu sehr verflachen, wenn kein definitives Ende in Sicht ist und man einfach so lange weitermacht, bis kein Dollar mehr aus einer Serie herauszupressen ist. Die Gefahr ist aber auch, dass eine einzige Miniserie, die WATCHMEN nachfolgt und vielleicht erzählt, was ein Viertel Jahrhundert später geschehen ist, nie und nimmer die Erwartungen der Leser erfüllen kann. Es ist ähnlich Frank Millers grandioser Miniserie THE DARK KNIGHT RETURNS, der er mehr als ein Jahrzehnt später THE DARK KNIGHT STRIKES AGAIN folgen ließ – und es war eine Enttäuschung ohnegleichen. Beide Geschichten sind wie Tag und Nacht. Ich möchte gar nicht ausschließen, dass THE DARK KNIGHT STRIKES AGAIN für sich gesehen ganz gut ist, aber für mich galt, dass meine Erwartungen nach dem Original immens waren. Und praktisch nicht erfüllt werden konnten.

Finanziell macht das alles natürlich absolut Sinn, denn unabhängig davon, ob die Fan-Gemeinde im Vorfeld eine Fortsetzung zu WATCHMEN verfluchen mag, wird sich doch kaum einer die Hefte entgehen lassen. Schon allein, um selbst beurteilen zu können, ob das Unterfangen erfolgreich oder peinlich ist. Im Comic-Gewerbe ist es eigentlich üblich, heilige Kühe zu schlachten. Darum bin ich mir auch ziemlich sicher, dass die WATCHMEN-Fortsetzung kommt. Es werden spannende Zeiten nach der Ankündigung, denn das ist dann wirklich eine News, die – Zitat Brian Michael Bendis – das Internet in zwei brechen wird.

Watchmen: Portraits

Ich bin ein Fan von WATCHMEN, seit ich die Graphic Novel das erste Mal in sechs Bänden 1989 und 1990 in der Carlsen-Ausgabe gelesen habe. Auf den Film habe ich lange gewartet und enttäuscht wurde ich wahrlich nicht. Fetischist, der ich bin, hab ich mir auch alle Bücher rund ums Thema gegönnt: “Portraits”, “The Official Film Companion” und “The Art of the Film (und außerdem noch das auf den Comic bezogene “Watching the Watchmen”). Nach und nach möchte ich euch diese Bände näherbringen. Den Anfang macht WATCHMEN: PORTRAITS.

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Hierbei handelt es sich um ein richtig schweres Buch im Überformat, für das man die Regalhöhe verstellen muss (ich musste es zumindest). Es ist von allen Begleitbüchern zu WATCHMEN das Ungewöhnlichste. Denn es enthält keine großen erklärenden Texte, sondern bietet, wie es der Name schon sagt, nur Schwarzweißportraits der im Film auftauchenden Figuren. Und das nicht nur der Hauptfiguren, sondern auch von allerhand Typen, die nur mal kurz im Hintergrund aktiv werden. Jedes Portrait ist seitengroß und gestochen scharf. Bei manchen der Schauspieler kann man noch Teile des Make-ups erkennen, so zum Beispiel bei Matthew Goode als Ozymandias.

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Dieses Buch ist ein echtes Prachtstück. Aber: Es ist wirklich nur etwas für ganz hartgesottene Fans, denn jeder nur peripher am Thema Interessierte wird sich beim Durchblättern des Buches wohl mächtig langweilen. Für Interessierte, die auch Details wissen wollen, ist das Buch hingegen ein kleiner Schatz, eben gerade darum, weil es hier prächtige Portraits von Figuren gibt, die im Film kaum zu sehen sind, z.B. Hollis Mason in seiner Nite Owl-Kluft, Mothman, Moloch in seinem Kostüm und vieles mehr. Sicher, die Bilder von ganz, ganz normalen Leuten wie dem Psychiater oder der jungen Frau in Vietnam, die des Comedians Opfer wird, sind vielleicht nicht umwerfend, aber perfekter Kontrast. Darum gilt: Eine tolle Buchidee mit hervorragenden Bildern des Fotographen Clay Enos.

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