Die zwölfte Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND trägt den Namen “Revelations”. Und eine Folge vor dem Staffelfinale ist der Titel Programm – für mehr als nur eine Figur.

Die Story: Spartacus tötet Solonius in der Arena. Seit einer Woche versucht er, eine Audienz bei Batiatus zu bekommen. Dieser schickt schließlich Mira zu ihm, damit sie ihn ablenkt. Spartacus vertraut ihr an, dass er weiß, dass Sura auf Batiatus’ Befehl hin starb. Er will Rache. Mira beschwört ihn, davon abzulassen, denn nach römischem Recht werden alle Sklaven getötet, wenn ein Sklave seinen Herrn ermordet. Tags darauf erhält Spartacus seine Audienz. Er ist bereit, Batiatus zu töten, doch dann sieht er plötzlich Varros Frau Aurelia. Sie verdingt sich bei Batiatus, um Varros Schulden zu begleichen. Das wollte eigentlich Spartacus mit seinen Gewinnen tun, doch sie ist zu stolz, dies anzunehmen. So lässt Spartacus von seinem Plan ab. Batiatus befördert Ashur zu seiner rechten Hand. Dieser wird nun in der Villa leben. Und Batiatus erfüllt ihm einen Wunsch: Er überlässt ihm Naevia. Batiatus hat alles dafür vorbereitet, dass Glaber sich zum Patron des Hauses Batiatus ernennt. Er braucht dessen Unterstützung, um politisch voranzukommen. Glaber ist nicht besonders gewillt und möchte Spartacus kämpfen sehen. Dieser muss sich mit einem Holzschwert gegen römische Soldaten verteidigen und gewinnt. In dem Moment berührt Ashur Naevia und Crixus wird klar, dass er es ist, dem sie sich hingeben musste. Er greift Ashur an. Diesen Aufstand im eigenen Haus nutzt Glaber, um die Patenschaft abzulehnen. Da spielt Batiatus seinen letzten Trumpf aus: Er erzählt Glaber, dass seine Frau Lykenia getötet hat. Und dass er deren Leiche im Erdboden seiner Villa vergraben wird, wenn er nicht der Patron des Hauses wird. Glaber willigt ein, verlässt Capua und gleichzeitig Ilythia zurück. Crixus wird zur Strafe ausgepeitscht und Naevia von Lucretia verprügelt. Naevia erzählt Doctore, dass Batiatus Barca töten ließ. Und Spartacus erzählt den Gladiator-Zwillingen, dass es nur einen Weg zur Flucht gibt: Indem sie alle töten!
Praktisch jede Figur in dieser Folge hat eine Erkenntnis. Hier gibt es ein paar Momente, die essenziell sind. Man kann fast die exakte Sekunde bestimmen, in dem Crixus aufhört, ein Gladiator zu sein, der nur nach Ruhm und Glorie strebt, und zum Mann wird, der frei sein will. Es ist diese Folge, es ist die Erkenntnis, dass die Frau, die er liebt, einem anderen gehört, in der er die Seiten wechselt. Wenn der Sklavenaufstand kommt – und ob er wirklich schon im Finale der ersten Staffel stattfinden wird, bleibt abzuwarten – wird Crixus an Spartacus’ Seite stehen.
Es gibt viele große Momente in dieser Folge, aber es sind auch und gerade die kleinen, auf die man achten sollte. Bemerkenswert ist die Szene, als Spartacus den abgeschlagenen Kopf von Solonius in der Arena hochhält. Der Reaktions-Shot darauf ist Batiatus gewidmet. Und hier spielt John Hannah hervorragend, denn seine Mimik bietet eine Vielzahl von Gefühlen innerhalb eines Sekundenbruchteils. Am Meisten jedoch prägt sich beim Zuschauer das Gefühl ein, dass er eine Ahnung hat, was Spartacus von ihm will. Dass darum Aurelia im Hause Batiatus dient, erscheint weniger ein Zufall, als vielmehr ein geschickter Schachzug des Dominus. Unterstützt wird diese These auch dadurch, dass das Messer bei der Fruchtschale dem Anschein nach nicht zufällig dort liegt – und Batiatus wohl bewusst ist. Batiatus ist ein Mann, den man leicht unterschätzen kann, aber wie er schon Solonius sagte: Viele, die ihn unterschätzten, sind nun tot.
Einige Zuschauer mögen Bedenken haben, dass Glaber nach der Enthüllung seine Frau sei die Mörderin von Lykenia zu schnell nachgibt. Denn natürliclh kann Batiatus nichts beweisen. Aber da Glaber selbst Ambitionen in der höheren Politik hat, würde der Skandal an sich schon reichen, um diese zu vernichten. Vermutlich glaubt er, dass seine Frau dazu fähig wäre, aber selbst, wenn dem nicht so wäre, bliebe ihm aufgrund der bloßen Verdächtigung keine Wahl, da diese alles zerstören würde.
Diese Folge erinnert mehr an ROM, da die Action hier deutlich in den Hintergrund rückt. Es gibt am Anfang einen Kampf und natürlich Spartacus’ Verteidigung gegen die Römer, bei einer Laufzeit von 55 Minuten nehmen diese beiden Sequenzen aber nur wenig Raum ein. Weit wichtiger ist das Ränkeschmieden. Und die Erkenntnis, dass in einem Haus wie diesen mit derart vielen Menschen und Sklaven, die immer mithören, nichts auf ewig ein Geheimnis bleibt: Batiatus wusste davon, dass Lucretia ihn mit Crixus betrügt. Ashur weiß um Crixus’ Liebe zu Naevia. Doctore weiß nun um den Verrat an Barca. Ilythia weiß um den Verrat Lucretias.
Nächste Woche steht das Staffelfinale an. Brot und Spiele, auf die ich mich freue.