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Samhain

Halloween, abgeleitet von „All Hallow’s Eve“, Allerheiligen, entstammt der keltischen Kultur. Die Kelten, beheimatet im heutigen Großbritannien, waren mitunter ihrer Zeit weit voraus, verstanden sie es doch schon, ergiebige Sternkunden auszuführen. Darüber hinaus waren grausame Traditionen, die oftmals mit Menschenopfer einhergingen, bei den Kelten Gang und Gebe. Ein schreckliches Beispiel ist der Menschenturm, hölzerne Riesenfiguren, in denen Menschen gefangen waren. Diese wurden angezündet und aus der Art, wie die Menschen verbrannten, glaubten die Druiden Omen der Zukunft vorhersehen zu können.

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Das Halloween-Fest beendete zu jener Zeit den keltischen Sommer, der am 31. Oktober sein Ende fand. Daraufhin kam Samhain, das keltische Neujahr.

Da die Kelten glaubten, dass sich an diesem Tag Geister und Dämonen aus der Unterwelt befreien und auf Erden wandeln würden, immer auf der Suche nach Lebenden, deren Körper sie in Besitz nehmen können, ging man dazu über, Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Die Menschen verkleideten sich als schreckliche Gestalten, um so das Böse zu täuschen und es abzuwenden. Der Brauch von Halloween wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von auswandernden Iren nach Amerika gebracht, wo er sich langsam zum heutigen Bild veränderte.

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Das „Trick or Treat“ – die Jagd nach den Süßigkeiten – wiederum stammte nicht aus der keltischen Kultur, sondern war im Christentum des Mittelalters verwurzelt. An Allerseelen zogen die Christen seinerzeit los und gingen von Tür zu Tür, um um Gaben zu bitten. Erhielten sie diese, nahmen sie den wohltätigen Spender in ihre Gebete auf.

Der Fluch des Samhain

Ich habe schon einmal ein bisschen über Filmromane geschrieben. Ich möchte heute einen herauspicken: Curtis Richards’ HALLOWEEN. Der Roman erschien 1979 bei Bantam Books in den USA und 1985 bei Heyne in deutscher Übersetzung. Er hält sich sehr geradlinig an die Vorlage von John Carpenter. Aber er schmückt sie auch aus.

Der Roman beginnt mit einem Prolog, der in Nordirland vor gut 2.000 Jahren stattfindet. Am Vorabend des Samhain-Fests bittet der verkrüppelte Enda den Stammeshäuptling um die Hand seiner Tochter Deirdre. Der Häuptling verlacht ihn, weswegen Enda plant, Deirdre selbst seine Liebe zu gestehen. Doch diese ist von der grotesken Gestalt des Jünglings angewidert. Enda wird zum Gespött des Stamms. Und seine Seele erstirbt, wird ergriffen vom Fluch des Samhain, der nach Blut giert. Als alle um das Feuer tanzen, stürzt sich Enda auf Deirdre und ihren Freund und tötet beide, nur um daraufhin selbst gerichtet zu werden. Und seine Seele wird verflucht.

Sollte man meinen, die eigentliche Handlung des Romans würde mit dem Mord an Judith Meyers beginnen, so irrt man sich. Denn es gibt noch ein Kapitel, das dem zuvorkommt. Edith Myers besucht mit ihrem Sohn Michael seine Großmutter, die beginnt, vom wahren Halloween und den Schrecken des Schwarzen Mannes zu berichten. Edith ist das unangenehm, da sie glaubt, dass es Michaels Probleme noch verschlimmert. Da wird ihre Mutter hellhörig und Edith berichtet, dass Michael wieder mit Bettnässen begonnen hat, sich mit anderen Kindern prügelt und Stimmen hört, die ihn beschwören, den Menschen um ihn herum zu sagen, dass er sie hasst.

Im weiteren Verlauf des Romans erzählt Ediths Mutter ihr von ihrem Großvater, bei dem es zum Ende des 19. Jahrhunderts genauso begonnen hatte. Auch er hörte Stimmen. Und in einer Halloween-Nacht ermordete er ein junges, tanzendes Pärhen bei einer Veranstaltung. Für dieses Verbrechen wurde er später gehenkt.

Dann kommt der Beginn der eigentlichen Geschichte mit dem Mord an Judith Meyers und ihrem Freund. Vor Gericht wird die Familiengeschichte nicht weiter betrachtet, aber Edith Meyers ist sicher, dass der Fluch zurückgekehrt ist und verlässt mit ihrem Mann Haddonfield.

Interessant ist an diesen Passagen, dass ein Hintergrund für die Taten von Michael Meyers erschaffen wird. Gerade der Prolog fügt sich dabei auch sehr gut in den erst Jahre später entstandenen sechsten Teil der Filmserie ein. Darüber hinaus ist der Roman für Fans interessant, weil er in Michaels Kopf eindringt. Seine Gedanken werden offenbar. Und sie drehen sich fast ausschließlich um das Erlegen seiner Beute, wobei sexueller Druck ebenfalls impliziert wird. Dass man Michael als kleines Kind auch redend erlebt, verleiht dem Ganzen weitere Dimension.

Ob man es nun mag, dass Richards einen Erklärungsversuch für das Böse in Menschengestalt unternimmt, ist sicherlich Geschmackssache. Gerade bei einem Filmroman ist es aber gerne gesehen, da die Grundstory des Films bekannt ist und diese neuen Elemente das Ganze darum deutlich bereichern.