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Galerie des Grauens: Die letzten Sieben

“Was für eine unheimliche Macht die Atomkraft ist”, sagt Louise zum Ende des Films. Jawohl, fürwahr, es gibt nichts Besseres als 50er-Jahre-Sci-Fi, um die großen Wahrheiten des Lebens unters Volk zu tragen. Die Atomkraft ist gewaltig. Sie tötet nämlich nicht nur per Verstrahlung, sondern lässt Menschen gar in grauslige Monster mutieren.

Die Story: Nachdem ein Großteil der Erde durch einen Atomkrieg unbewohnbar ist, hat sich der Farmer Maddison mit seiner Tochter Louise in seinem Haus verschanzt. Wie durch ein Wunder ist das Tal, in dem die Maddisons leben, von der Radioaktivität verschont geblieben und nach und nach erreichen weitere Überlebende – darunter der Gangster Tony mit seiner Braut Ruby und der Geologe Rick – den Zufluchtsort. Doch schon bald kommt es zu Spannungen in der Gruppe, die das Zusammensein gefährden. Und als sei dies nicht genug, nähert sich über die Hügel eine schreckliche Mutantenkreatur, die eine schier unüberwindliche Bedrohung darstellt.

Roger Corman inszenierte DAY THE WORLD ENDED (DIE LETZTEN SIEBEN) im Jahre 1955 mit verhältnismäßig kleinem Budget – man spricht von 96.000 Dollar – innerhalb von neun Tagen. Auch diesem Umstand ist es geschuldet, dass sich ein großer Teil der Handlung in einem Haus abspielt und andere Sequenzen praktisch im Vorgarten gefilmt wurden. Das hilft dem Film jedoch, da es gelingt, eine klaustrophobische Stimmung aufzubauen, die dadurch verstärkt wird, dass relativ viele Menschen auf relativ wenig Raum zusammenleben. Was die Figurenkonstellation betrifft, so ergeht sich der Film natürlich in übelsten Klischees und bringt mit Tony einen Vorzeige-Verbrecher ins Spiel, der die Bedrohung von innen darstellt.

DAY THE WORLD ENDED ist natürlich ein B-Film. Dementsprechend sind ein paar der Figuren mehr als schablonenhaft, ebenso wie Sprünge in der Handlung – es dauert, bis jemand mal fragt, was mit Ruby geschehen ist – gegeben sind, aber sieht man davon ab, ergibt sich ein kleines, gar nicht mal dummes Kammerspiel, das den Atommutanten eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte. Aber man brauchte ihn freilich, um das Publikum ins Kino zu locken. Zumindest in USA, denn hierzulande beschied man, das Monster nicht zu zeigen. Ob man die von Paul Blaisdell gestaltete Kreatur als zu schäbig erachtete?

“Greatness comes at a price. It always has.”

Nicht nur The Asylum kann’s krachen lassen. Ein Joint Venture aus Syfy Channel und B-Film-Mogul Roger Corman verspricht Großes. Wo die einen noch den Megashark auf den Giant Octopus losließen, kredenzen die anderen gleich den SHARKTOPUS, ein Wesen halb Hai, halb Oktopus, aber ganz und gar tödlich. Spielt sogar Eric Roberts mit. Ob der Film so geil ist wie der Trailer verspricht, wird sich noch zeigen. Aber es sieht nach echt knackigem Monster-Trash aus.

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William Henry Pratt

Unter seinem echten Namen ist William Henry Pratt nur wenigen bekannt. Als Boris Karloff hat er einen Platz im Pantheon des Horros eingenommen. Seinen Künstlernamen legte er sich bereits 1909 zu. Karloff wurde heute, am 23. November, vor 122 Jahren in London geboren. Schon zur Stummfilmzeit war Karloff aktiv, doch er lebte mehr schlecht als recht von seiner Profession. Mehr als ein Jahrzehnt verging, bevor Karloff den Durchbruch schaffte. Und das hatte er kurioserweise Bela Lugosi zu verdanken. Der war mit DRACULA (1931) zum neuen Horrorstar bei Universal aufgestiegen, weswegen man ihm selbstverständlich die Rolle des Monsters in FRANKENSTEIN (1931) anbot. Doch Lugosi lehnte ab. Eine Rolle, die nicht spricht war unter seinem Niveau. Eine Entscheidung, die er noch lange danach bereuen sollte, denn als Frankensteins Monster wurde Karloff zu Lugosis größtem Konkurrenten, auch wenn beide des Öfteren zusammen in Filmen agierten.

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“Das Monster ist mein bester Freund”, sagte Karloff einmal. Und damit hatte er Recht. Ohne es wäre er nie zu der Ikone des Schreckens geworden, die er Zeit seines Lebens war. Er machte sich keine Illusionen. Dutzende andere Schauspieler hätten den Part auch überzeugend darbieten können, aber er hatte Glück und das nötige Talent, zu mehr als nur einer Eintagsfliege zu werden.

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Noch zweimal spielte er das Monster, in BRIDE OF FRANKENSTEIN (FRANKENSTEINS BRAUT, 1935) und SON OF FRANKENSTEIN (FRANKENSTEINS SOHN, 1939). Zudem wirkte er in einer Reihe weiterer Universal-Produktionen wie THE BLACK CAT (1934), THE RAVEN (1935) , THE MUMMY (DIE MUMIE, 1932) und THE OLD DARK HOUSE(1932) mit. Karloff, der schon bald den Beinamen “The Uncanny” trug war auch für andere Firmen tätig. Er spielte Fu Manchu in THE MASK OF FU MANCHU (1932) und war der Detektiv MR. WONG in einer eigenen Filmreihe. Zur Mitte der 40er Jahre erhielt er deutlich weniger Angebote und mit ABBOTT AND COSTELLO MEET THE KILLER, BORIS KARLOFF (1949) endete die erste Stufe seiner Karriere.

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In den 50er Jahren war er verstärkt für das Fernsehen aktiv. Er war Gastgeber der Serie THE VEIL und spielte auch in verschiedenen Folgen die Hauptrolle. Von 1960 bis 1962 war er der Gastgeber der Anthologie-Serie THRILLER. Und gleich darauf fungierte er in selber Funktion bei OUT OF THIS WORLD.

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In den 60er Jahren wurde er auch wieder verstärkt für das Kino angefragt. Er arbeitete mehrmals für Roger Corman, so im Klassiker THE RAVEN (DER RABE, 1963) und setzte sich mit Peter Bogdanovichs TARGETS (TARGETS, 1968) gleich selbst ein Denkmal. Karloff starb am 2. Februar 1969 im englischen Sussex an den Folgen eines Emphysems.

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Auf den Horrorstar festgelegt zu sein, machte ihm nichts aus: “Man hört oft, dass Schauspieler sich beschweren, auf einen bestimmten Typ festgelegt zu sein. Wenn man z.B. gutaussehend ist, ist man ein Leading Man. Ich hatte Glück. Wohingegen andere Millionen aufwenden, um ein Trademark zu erschaffen, wurde mir meines frei Haus geliefert. Wenn ein Schauspieler in der Position ist, sich selbst seine Rollen auszusuchen, hat er ein Problem, da er nie weiß, was er am Besten kann. Ich bin sicher, ich wäre ein hervorragender Lord Fauntleroy, aber wer würde zehn Cents bezahlen, um das zu sehen?”

Nachricht vom Planeten Drakulon

Vampirella ist eine Comic-Figur, die noch immer danach schreit, adäquat verfilmt zu werden. Die große Zeit ihrer Comic-Abenteuer ist zwar schon ein paar Jahrzehnte her, aber auch heute noch gibt es neue Comics mit der Vampirlady vom Planeten Drakulon. Versuche, sie auf die Leinwand zu bringen, gab es schon in den späten 70er Jahren.

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Hammer kaufte die Rechte an der Comic-Figur Vampirella, einer der Erfolgsserien des Warren Verlages. Darin geht es um eine außerirdische Frau, die auf die Erde kommt und feststellt, dass unser Wasser für sie ungenießbar ist – unser Blut jedoch mundet exzellent. Das Drehbuch wurde von Christopher Wicking, John Starr und Lew Davidson geschrieben, die Hauptrolle sollte von dem Playboy-Playmate Barbara Leigh gespielt werden. Peter Cushing sollte den Zauberer Pendragon spielen. Ebenfalls für die Rolle in Betracht gezogen wurde Gene Kelley. Für die Regie hatte man John Hough auserkoren. Mehr als vier Jahre hatte man versucht, den Film zu realisieren, doch am Ende gab es Streitigkeiten um die Besitzrechte und Hammer schien einfach das Geld auszugehen. Das Projekt kam leider nicht zustande.

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1996 gab es dann endlich VAMPIRELLA auf Zelluloid, allerdings günstig umgesetzt. Aufgrund ihrer offensichtlichen Vorzüge machte man sich keine Sorgen, eine gewisse – wohl vornehmlich männliche – Zuschauerschicht anzusprechen.

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Auf dem Planeten Drakulon lebt die Vampirgemeinde in einem friedvollen Utopia, bis der von Roger Daltrey dargestellte Vlad sich auf das Töten besinnt und nach dem Mord an Vampirellas Stiefvater den Planeten verlässt und mit seinen wenigen Getreuen zur Erde reist. Natürlich kann Vampirella, der das ehemalige Bond-Girl Talisa Soto ihr schönes Gesicht leiht, den Schurken nicht ungestraft von dannen ziehen lassen. Sie selbst begibt sich zur Erde, kommt aber aufgrund technischer Schwierigkeiten erst 3.000 Jahre später an. Vlad hat sich inzwischen zum stärksten Vampir aufgeschwungen und führt Krieg gegen die Menschheit, die er ein für alle Mal vernichten will. Ihm entgegen stellen sich nur Adam van Helsing und seine Säuberungstruppen, die gegen den Vampirismus ins Feld ziehen.

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Vorweg muss man sagen, dass VAMPIRELLA kein Film geworden ist, der Anhängern des Comics gefallen wird. Dafür gibt es einfach zu viele Ungereimtheiten und Unterschiede, die den Kennern von Forest J. Ackermans Schöpfung sofort auffallen werden. Schon allein Vampirellas neues Kostüm ist ein Sakrileg, da es einfach lächerlich aussieht (okay, Vampis Comic-Kostüm sieht auch lächerlich aus, zeigt dafür aber auch sehr viel mehr Fleisch…). Der Grund für dieses neue Kostüm ist vor allem in der Hauptdarstellerin zu suchen, die das Originalkostüm nicht auszufüllen vermochte, wodurch es bei den Dreharbeiten durchaus zu peinlichen Zwischenfällen hätte kommen können. Um dies bei der für das amerikanische Kabelfernsehen entstandenen Produktion von vornherein auszuschließen, entwarf man einfach ein neues Design.

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Aus welchem Stoff VAMPIRELLA gemacht ist, zeigt auch das aus Schnellfilmer Jim Wynorski und B-König Roger Corman bestehende Duo, welches für die Verwirklichung dieses Abenteuers verantwortlich zeichnet. Wie es sich bei einer Wynorski/Corman-Produktion gehört, wird vor allem darauf Wert gelegt, möglichst billig einen Film fertig stellen zu können. Dies geht auf Kosten der praktisch nicht vorhandenen Effekte, deren spärlicher Einsatz aber schon so stümperhaft ist, dass man beinahe froh ist, nicht mehr davon sehen zu müssen.

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Die Darsteller selbst haben auch relativ schnell erkannt, in was für einem Film sie eigentlich mitspielen, weswegen man als Zuschauer in den Genuss kommt zu sehen, wie Roger Daltrey hemmungslos übertreibt und Talisa Soto ihre Rolle so ernst nimmt, als wäre es Shakespeare. Nun könnte man natürlich von diesem Vampir-Film abraten, aber so einfach ist es nicht, denn VAMPIRELLA kann als Trash-Film wirklich überzeugen. Nicht nur verfügt der Film über eine Menge unfreiwilliger Humor, der sich nicht zuletzt in den klischeehaften Lack- und Lederklamotten seiner Protagonisten ausdrückt, sondern kann auch ansonsten mit einer Menge toller Lacher aufwarten. Erwähnt werden sollen hier nur die Kondom-Anzüge, die die Vampire vor dem Sonnenlicht schützen. Nicht minder cool ist aber auch die Sonnenstrahlkanone, die in etwa so futuristisch und glaubwürdig erscheint wie das Bügeleisen an Bord des deutschen Raumschiffs Orion.

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So gesehen ist VAMPIRELLA ein Juwel des Trash-Films, das sich selbst ein bisschen zu ernst nimmt und dabei genau die richtige Portion Blödsinn präsentiert, um den Zuschauer für 80 spaßige Minuten in eine im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunte Comic-Welt zu entführen. Nur auf eine richtige VAMPIRELLA-Verfilmung wartet man noch immer …

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Und der Oscar geht an … Roger Corman!

Roger Corman, mittlerweile 83 Jahre alt, hätte nie erwartet, mal der Empfänger eines Academy Award zu werden. Einige der Filmemacher, die unter ihm ihre ersten Schritte in der Industrie taten, haben schon längere Zeit versucht, die Academy dazu zu bringen, Corman mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk auszuzeichnen. Nun ist es soweit: Corman erhält den Ehren-Oscar bei der Verleihung im Jahr 2010. Er hat sich gegen andere Konkurrenten durchgesetzt.

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Corman: “Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich ihn nicht bekommen würde. Ich mache Low-Budget-Filme und hatte das Gefühl, dass die Academy einen solchen Preis niemandem gibt, der Low-Budget-Filme produziert. Ich war wirklich überrascht, als ich den Anruf erhielt.”

Rogers letztes Aufbäumen: Frankenstein Unbound

Es gab eine Zeit, da hieß es in einer Umfrage, dass das Publikum gerne ROGER CORMAN’S FRANKENSTEIN sehen würde. Das alleine löste sicherlich nicht Produzent Thom Mounts Wunsch aus, Corman aus dem selbst auferlegten Regie-Exil zu holen. Er hatte in den späten 60er Jahren für Corman gearbeitet und glaubte, dass es eine pure Schande war, dass er nicht mehr Regie führte. Er überzeugte ein Studio von seiner Idee und konnte ein Budget von 11,5 Millionen Dollar sichern. Corman war nicht überzeugt, ob er zur Regie zurückkehren sollten. Aber da er war, wer er war, blieb ihm keine große Wahl. Denn immerhin: “Sie bezahlen mir eine Million Dollar. Wie könnte ich da nein sagen?”

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Für FRANKENSTEIN entschied man sich, weil damals, 1989, schon lange nichts mehr mit der Vorlage angestellt worden war. Corman selbst hatte den Roman FRANKENSTEIN UNBOUND von Brian Aldiss gelesen, der 1973 erschienen ist und die klassische Prometheus-Geschichte mit einem Zeitreiseelement kreuzt. Die Rechte hieran wurden erworben, wobei sich verschiedene Autoren am Skript versuchten (nachdem Corman aufgegeben hatte, es einen Praktikanten in seiner Firma schreiben zu lassen). Letztendlich wurde das fertige Skript vom Filmkritiker F.X. Feeney und Corman selbst geschrieben.

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Die Story: Bei dem Versuch, eine neue Wunderwaffe zu erfinden, erzeugt der Wissenschaftler Dr. Buchanan im Jahre 2031 ein gigantisches Zeitloch, das ihn zurück ins finstere 19. Jahrhundert schleudert. Joseph Buchanan findet sich ausgerechnet an einem Ort wieder, an dem soeben ein gewisser Dr. Frankenstein ein grauenerregendes Experiment abgeschlossen hat. Und seine Kreatur fordert ein Weib – oder hört nicht auf zu morden…

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Für Cormans Verhältnisse war das Budget gigantisch hoch. Und dennoch konnte er nicht aus seiner Haut. Er versuchte, so wenige Takes wie möglich zu drehen, weswegen ihn Mount immer wieder anhalten musste, nicht so sparsam zu sein. Denn in der Welt der großen Studios – der Film wurde in den USA von 20th Century Fox, im Rest der Welt von Warner vertrieben – war das Einsparen von Geld nicht zwangsweise etwas Positives. Es war verrucht und wirkte, als ob man ein minderwertiges Produkt bekommen würde.

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Was Corman schon im Drehbuch strich, war eine Sexszene zwischen Mary Shelley und Buchanan. Einerseits behagte es Corman nicht, eine solche Szene zu drehen, andererseits lag dies wohl auch am enormen Altersunterschied zwischen Bridget Fonda und John Hurt. Auf jeden Fall lavierte Corman solange herum, bis diese Szene praktisch nicht mehr existierte.

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Als FRANKENSTEIN UNBOUND 1990 auf den Markt kam, da waren die Kritiken durchwachsen. Die einen mochten den Film, die anderen fanden ihn zu mondän, als dass sie ihm ein Lob gegönnt hätten. An Cormans Ruf kratzte das nicht, da jene, die den Film nicht mochten, wohl der Meinung waren, Corman hätte im Alter einfach an Biss verloren. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Als Adaption des Klassikers funktioniert der Film trotz SF-Touch ziemlich gut. Er sieht auch schön gefilmt aus, was nicht zuletzt an den feinen italienischen Drehorten rund um den Comer See liegen. Zudem ist das Monster hier sehr beredt – ein Umstand, den die meisten Adaptionen von Shelleys Buch außen vor lassen.

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Keineswegs ist FRANKENSTEIN UNBOUND jedoch ein Meisterwerk und der Vergleich mit Cormans Poe-Filmen fällt einem nicht mal für eine Sekunde ein. Im Grunde ist man froh, dass Corman nur diesen einen Ausflug ins Regiefach wagte, nachdem er 1971 ausgestiegen ist. Die Zeit hatte sich verändert, Corman selbst aber wohl nicht so sehr. Und so wirkt der Film auf merkwürdige Art und Weise altmodisch, was dann jedoch durch drastische Effektszenen wie den Mord an Elisabeth konterkariert wird. So erscheint der Film in sich uneins, was nicht am SF-Horror-Gemisch, sondern am Widerspruch zwischen Regie der 60er Jahre und filmischem Anspruch der späten 80er Jahre liegt. Manchmal kann man einfach nicht nach Hause zurückkehren…

Die Marionettenspieler: The Brain Eaters

THE BRAIN EATERS wurde 1958 von AIP in die Kinos gebracht. Der 61 Minuten lange Film war eine inoffizielle Produktion von Roger Corman. Der hatte das Budget von 26.000 Dollar aufgebracht, das Schauspieler Edwin Nelson als Produzent brauchte, um den Film unter Dach und Fach bringen zu können. Corman mochte das Skript und unterstützte die Produktion. Für die Regie holte Nelson seinen Kumpel Bruno Ve Sota, für den dies die zweite Regiearbeit war. Denn in erster Linie war auch er ein Schauspieler und später in einigen Corman-Filmen wie THE WASP WOMAN zu sehen.

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Die Story: In Riverdale, Illinois, wird eine große vermutlich außerirdische Struktur gefunden, die aus der Erde herausragt. Senator Walter Powers und Wissenschaftler Dr. Paul Kettering untersuchen das Gebilde und müssen schon bald feststellen, dass aus diesem kleine haarige Parasiten kommen, die sich am Genick ihrer Opfer festsaugen und Menschen so willenlos werden lassen. Diese uralten Wesen aus der Frühzeit der Erde wollen sich den Planeten nun Untertan machen.

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Als Anführer der Wesen, der veränderte Professor Cole, agiert übrigens Leonard Nimoy (in den Stabsangaben als Leonard Nemoy geführt). Seine Rolle ist klein. Er hat gerade mal etwa zwei Minuten Screentime, wobei er Dank des Make-ups, des Nebels und des Rauschebarts auch nicht zu erkennen ist. Seine Stimme ist jedoch unverkennbar. Amüsant ist Nimoys Mitwirken in diesem Film vor allem, weil er knapp 20 Jahre später mit Philip Kaufmans INVASION OF THE BODY SNATCHERS (DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN) in einem ähnlichen SF-Stoff mit dabei war.

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Als der Film in die Kinos kam, erwartete Corman eine unangenehme Überraschung. Der Schriftsteller Robert A. Heinlein wollte eine Klage über 150.000 Dollar wegen des geistigen Diebstahls seiner Geschichte THE PUPPET MASTERS (DIE MARIONETTENSPIELER) anstrengen. Corman erinnert sich:

“Sie haben die Story gestohlen. Daran besteht kein Zweifel. Bruno brachte mir das Skript und ich mochte es, weswegen ich Geld für die Produktion zur Verfügung stellte. Und dann kam der Brief von Heinleins Anwalt. Ich rief Bruno an, der mir sagte, dass das alles Schwachsinn sei. Also ließ ich meine Sekretärin eine Ausgabe von THE PUPPET MASTERS besorgen und las den Roman. Heinlein ist einer der bekanntesten und renommiertesten SF-Schriftsteller der Welt. Und Ve Sota und Nelson leugneten, dass sie die Story gestohlen hatten. Sie haben ein paar Elemente verändert, aber es ist ziemlich klar, dass sie Heinleins Geschichte als Grundmuster benutzt haben. Ich hatte also ein Meeting mit Heinlein und seinem Anwalt und erklärte ihnen, was passiert war. Ich sagte, dass wir vor Gericht wahrscheinlich beweisen könnten, dass genügend geändert worden sei, aber dass ich wisse, dass die Story gestohlen ist. Wir einigten uns also auf eine Zahlung von 5.000 Dollar, weil es sich bei THE BRAIN EATERS um einen Low-Budget-Film handelte. Heinlein war ein guter Mann. Wir sprachen dann sogar darüber, mal gemeinsam einen Film zu machen. Er hatte einen Roman geschrieben, der mich interessierte, aber die Verfilmung desselbigen war letzten Endes für mich zu teuer.”

So ist THE BRAIN EATERS die erste (inoffizielle) Verfilmung von Heinleins Roman – und überdies um Welten unterhaltsamer als THE PUPPET MASTERS, der in den 90er Jahren mit Donald Sutherland verwirklicht worden ist.

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Auch aufgrund der Laufzeit kommt hier kein Leerlauf zustande. Man merkt allerdings auch, dass der Film einerseits ein recht löchriges Skript hatte, andererseits der Regissseur alles andere als ein Profi war. Da viele Szenen völlig zusammenhanglos aneinandergereiht sind, war es darum auch nötig, einen Voice Over der Hauptfigur zu benutzen, der dem Zuschauer erklärt, was gerade vor sich geht.

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Die Schauspieler sind für einen Low-Budget-Film, der innerhalb von sechs Tagen abgedreht wurde, passabel, d.h. sie sind schlecht, aber gut schlecht, lustig schlecht, eben passend für einen filmischen Krampf wie diesen. Die Parasitenmonster, die Nelson selbst hergestellt hatte, gehen auch in Ordnung, was aber hauptsächlich daran liegt, dass sie zumeist im Nebel gezeigt werden, man die Unzulänglichkeiten also nicht ganz so gut sehen kann. Eines ist klar: THE BRAIN EATERS ist nach keinen Standards gut, aber als etwas doofer Sci-Fi-Streifen der 50er Jahre kann er zumindest Leuten, die ein Faible für Trash haben, eine vergnügliche Stunde bereiten.

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Der Film erschien in England als Teil der THE ARKOFF FILM LIBRARY auf DVD und verfügt auch über deutsche und holländische Untertitel. An Bonus gibt es ein Audiointerview mit Sam Arkoff und die Trailer zu den zehn Filmen der Reihe, die da wären: THE SHE-CREATURE, WAR OF THE COLOSSAL BEAST, BLOOD OF DRACULA, HOW TO MAKE A MONSTER, REFORM SCHOOL GIRL, THE SPIDER, THE UNDEAD, VOODOO WOMAN, DAY THE WORLD ENDED und natürlich THE BRAIN EATERS.

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Das Ding mit den vielen Köchen: The Terror

THE TERROR (THE TERROR – SCHLOSS DES SCHRECKENS) ist einer der bemerkenswertesten Filme von Roger Corman. Er gilt als eine der Produktionen, die in nur drei Tagen abgedreht wurden. Ganz korrekt ist dies nicht. Richtig ist aber, dass Corman während der Produktion der Edgar-Allan-Poe-Verfilmung THE RAVEN (DER RABE) erkannte, dass er die Kulissen des Schlosses noch ein paar Tage nutzen konnte. Darum rief er Leo Gordon an, der ein paar Szenen für Boris Karloff, ein paar andere Schauspieler und das Schloss schreiben sollte.

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Der tat, wie ihm geheißen und lieferte rechtzeitig, so dass Corman nach Drehschluss von THE RAVEN am Freitag bis zum darauffolgenden Montag drehen konnte. Er drehte sogar noch, als die Handwerker schon begannen, die Kulissen zu demontieren. Was er dabei filmte, waren die Szenen mit Karloff, Jack Nicholson und Dick Miller im Schloss. Ein fertiger Film war dies freilich noch nicht.

Im Lauf der Monate ließ Corman immer wieder an dem Film arbeiten. Die Regie führten dabei Monte Hellman, Francis Ford Coppola, Jack Hill und Jack Nicholson selbst. Dabei wurde viel improvisiert oder in letzter Minute geschrieben, denn ein richtiges Screenplay gab es nicht. Nach Leo Gordon entwickelten auch Roger Corman und Jack Hill weitere Szenen.

Insgesamt wurde an dem Film neun Monate gearbeitet. Er ist also letzten Endes die langwierigste Corman-Produktion. Natürlich wurde nicht kontinuierlich daran gearbeitet. Coppola zum Beispiel drehte elf Tage für den Film. Von seinem Material finden sich etwa zehn Minuten im fertigen Film.

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Man merkt dem fertigen Film an, dass er Patchwork ist. Es gibt eine ganze Reihe von Inkonsistenzen. So heißt es anfangs, das Bildnis der Baroness von Leppe sei 1786 entstanden, auf der Gruft steht jedoch, dass sie schon 1782 gestorben ist. Aufgrund der Tatsache, dass Corman wie wild Szenen im großen Interieur des Schlosses drehte, passt auch hier vieles im Film nicht mehr zusammen. So hat man eine Szene, in der Dick Miller als Stefan den Baron aufsucht und ihm erklärt, dass die Anwesenheit des französischen Leutnants gefährlich ist. Und der Baron doch sicher nicht wolle, dass der Soldat die Gruft betritt. Genau das geschieht jedoch einige Minuten zuvor wobei Stefan auf den Leutnant trifft – die entsprechende Szene wurde aber freilich erst Monate nach dem Miller/Karloff-Gespräch im Schloss gedreht.

THE TERROR lässt des Öfteren den Anschluss verpassen. Aber: Der Film hat eine erstaunliche Atmosphäre, wenn man bedenkt, wie schwierig die Produktion gewesen ist. Die Handlung ist wenig spektakulär.

Der französische Leutnant André Duvalier trifft auf eine Frau, die ihm den Kopf verdreht. Doch niemand will diese Frau gesehen haben. Dann hört er jedoch, dass sie im Schloss des Barons von Leppe leben soll. Also sucht er das Schloss auf, wo der Baron ihm vollmundig erzählt, keine Frau lebe mehr in dem Schloss, seit die Seinige vor 20 Jahren gestorben ist. Doch die Frau erscheint Duvalier erneut und so beginnt er, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Er erfährt, dass der Baron einst seine Frau erschlagen hat, weil diese ihn betrog. Und nun scheint er von ihrem Geist heimgesucht zu werden. Doch in Wahrheit ist dies ein Trugbild, das von der Mutter des Mannes erschaffen wurde, welchen der Baron tötete, da dieser der Liebhaber seiner Frau war. Von dem Trugbild wird der Baron in den Selbstmord getrieben, als Duvalier erfährt, dass die Wahrheit eine gänzlich andere ist. Denn der Baron ist Eric, der Liebhaber von Ilsa, der den Kampf überlebte. Doch der Baron starb und so hat Eric seinen Platz eingenommen, ohne sich darüber im Klaren gewesen zu sein, dass er zuvor ein anderer war.

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Die Handlung ist etwas wirr. Auch dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Geschichte Stückchen für Stückchen entwickelt wurde. So wird zwangsläufig weniger auf Spannung und Action, als vielmehr auf die Schaffung von Atmosphäre gesetzt. THE TERROR ist letzten Endes ein Film, der aufwendig aussieht, aber mit schmalem Budget umgesetzt ist. Schon anhand der Darsteller, nur eine Handvoll ist vorhanden, sieht man, dass hier nicht geklotzt, sondern gekleckert wurde. Völlig abstrus ist die Rahmenhandlung mit Dick Miller, der den neuen Baron von Leppe meucheln will, gefangen wird und dem Folterknecht seine Geschichte erzählt. Hier hat man ganz stark das Gefühl, dass die Szenen vonnöten waren, um den Film auf 90 Minuten zu strecken. Und so wird es wohl auch gewesen sein.

An Cormans wohlfeile Poe-Verfilmungen reicht THE TERROR natürlich nicht heran, aber er ist ein unterm Strich starkes period piece, das mit seiner Ausstattung und den Darstellern wuchern kann. Am Anfang des Films gibt es übrigens ein gutes Beispiel, was es heißt, für Corman als Schauspieler tätig zu sein. Jack Nicholson stürzt sich in die Brandung von Big Sur, einem Küstenstreifen in Kalifornien zwischen San Simeon im Süden und Carmel im Norden und wäre nach eigenem Bericht dabei beinahe ertrunken. Das glaubt man durchaus, wenn man sich die entsprechenden Szenen ansieht.

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THE TERROR wurde in Deutschland schon häufig veröffentlicht. Die neueste Veröffentlichung stellt jedoch von MIG die JACK NICHOLSON CLASSIC COLLECTION dar, die man auch als „Roger Corman Collection“ hätte vermarkten können, denn abseits des Dramas WOLFSMILCH finden sich hier noch THE LITTLE SHOP OF HORRORS (EIN KLEINER LADEN VOLLER SCHRECKEN) in der Farbversion und THE WILD RIDE (EIN WILDER RITT) wieder, den Corman 1960 mit Nicholson in der Hauptrolle produzierte.

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Der beste Billigfilmer

Meinem Interesse für Roger Corman folgend habe ich nun Mark Thomas McGees Buch ROGER CORMAN: THE BEST OF THE CHEAP ACTS gelesen. Das Buch wurde vom McFarland-Imprint McFarland Classics verlegt. Die Erstauflage erschien noch im Bibliothekseinband im Jahr 1988. Für die günstigere Paperbackvariante wurden am Inhalt keine Änderungen vorgenommen.

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Dementsprechend ist das Buch ein wenig angestaubt. So bezieht sich McGee mehrmals darauf, dass VON RICHTHOFEN AND BRAUN aka MANFRED VON RICHTHOFEN – DER ROTE BARON die letzte Regiearbeit von Corman sei. Stimmte 1988, änderte sich aber zwei Jahre später mit FRANKENSTEIN UNBOUND. Man kann es aber locker verschmerzen, dass dieser eine Film nun fehlt. Dass das Buch ein Kind der 80er Jahre ist, merkt man auch der Einführung an, in der sich der Autor auf den Präsidenten Ronald Reagan bezieht.

Der wirklich große Löwenanteil des Buches ist aber nach wie vor informativ. McGee hat sein Werk so getrennt, dass es in der ersten Hälfte die Geschichte von Cormans Karriere wiedergibt, in der zweiten Hälfte seine Regiearbeiten einzeln vorgestellt werden und das alles mit einer Übersicht der wichtigsten Corman-Schauspielern abgerundet wird. Eine Biographie im eigentlichen Sinne ist das Buch nicht. Vielmehr ist der Autor darauf bedacht, das Werk von Roger Corman in Kontext zu setzen und historisch aufzuarbeiten. Dabei muss man konstatieren, dass einiges an Information geboten ist, das beispielsweise in Beverly Grays Buch ROGER CORMAN: AN UNAUTHORIZED LIFE eher in den Hintergrund tritt. Das sieht man sehr schön an den sehr umfangreichen Passagen zu Cormans perönlichstem Werk, den kontroversen THE INTRUDER mit William Shatner in der Hauptrolle.

McGees und Garlands Bücher ergänzen einander sehr gut. Das eine ist auf die Filme gerichtet, das andere versucht, auch der Person Roger Corman nahezukommen. Gemeinsam ergibt sich ein interessantes Bild des umfangreichen Werks des Königs der B-Filme.

McGee setzt bei der Einzel-Vorstellung der Filme auf zahlreiche Anekdoten und bringt auch Auszüge der damaligen Pressehefte, die sich mitunter lesen, als hätte Baron Münchhausen sich als Werbetexter ein paar Dollar dazu verdient.

ROGER CORMAN: THE BEST OF THE CHEAP ACTS ist auch nach mehr als 20 Jahren noch immer ein gutes Buch, das Corman-Interessierten problemlos ans Herz gelegt werden kann.

Ein Eimer voller Blut

Als AIP Roger Cormans A BUCKET OF BLOOD (DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI) 1959 in die Kinos auslieferte, da hat man auch einen neunmalklugen Ratschlag parat. Um beim Publikum Interesse am Film zu wecken, sollte man verschiedene Promotions anwenden. Eine Idee war, einen überdimensionierten Eimer mit Blut umgekippt im Foyer auszustellen. Daraus sollte natürlich rote Farbe laufen, damit es stilecht wirkt. Oder aber: Pfade roter Blutstropfen sollten von strategischen Punkten in der Stadt bis zum Kino führen (sicherlich ein Unterfangen, das die Stadt besonders schätzte). Auch gut war, doch gleich eine Kooperation mit dem Roten Kreuz anzustreben und Blut spenden zu lassen, wobei man die abgezapfte Menge natürlich in Eimern angeben sollte.

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All diesen Ideen zum Trotz war A BUCKET OF BLOOD kein extrem großer Erfolg. Geld spielte er als zweiter Titel eines Double Features aber dennoch ein, da seine Produktionskosten gerade mal 40.000 bis 50.000 Dollar beliefen. Corman hatte den Film an fünf Tagen gedreht, nachdem er mit Autor Charles Griffith übereingekommen war, dass eine Horrorkomödie her musste.

Die Story: Walter ist ein zurückgebliebener junger Mann, der in einer Künstlerkneipe kellnert. Niemand nimmt ihn ernst und seine Versuche, sich auch künstlerisch zu betätigen, enden erfolglos. Doch das Schicksal meint es gut mit Walter. Als er versehentlich eine Katze tötet und den Kadaver zu einem Kunstwerk macht, bekommt er plötzlich die lange vermisste Anerkennung. Ein Künstler ist geboren. Doch Walter fertigt auch Skulpturen von Menschen an, die ein düsteres Geheimnis verbergen. Und ab sofort geht das Grauen durch die Stadt.

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Bis heute ist A BUCKET OF BLOOD der einzige Hollywood-Film, der sich der Beatnik-Bewegung angenommen hat. Die Beatniks waren eine Art Hippies der 50er Jahre. Und die Atmosphäre der live und improvisiert auf der Bühne vorgetragenen Gedichte sorgt für eine wirklich coole Stimmung. Es ist auch, wenn man so will, ein legitimer Vorläufer der heute immer populärer werdenden Poetry Slams.

Mit seiner Laufzeit von nur 66  Minuten ist A BUCKET OF BLOOD herrlich knackig geworden. Der Film nutzt nur wenige Sets – Walters Appartment, die Beatnik-Bar und ein paar Straßen -, holt aber das Maximalmögliche heraus. Die Geschichte ist eine Variation von HOUSE OF WAX (DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI), weswegen man im Deutschen auch einen Titelbezug einbaute. Und noch mehr machte, denn der deutsche Verleih produzierte eine mehrere Minuten lange Prologsequenz, die den alten Bondi zeigt, der praktisch sein Vermächtnis an Walter weiterreicht. Das hat mit dem Film wenig zu tun, ist aber herrlich skurril und auf ironische Weise poetische Gerechtigkeit, erfährt Cormans Werk doch hier die Behandlung, die er nur zu oft selbst aus dem Ausland eingekauften Filmen widerfahren ließ.

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A BUCKET OF BLOOD ist auch 50 Jahre nach seiner Entstehung noch ein Meisterwerk des Independent-Films. Er ist einer der wenigen Vertreter einer Filmgattung, die zuhauf Schrott hervorgebracht hat: die Horrorkomödie. Wie kaum ein anderer Film vereint er spannende Gruselstory mit schrägem Humor. Nur Cormans eigener THE LITTLE SHOP OF HORRORS (DER KLEINE HORRORLADEN) übertrifft A BUCKET OF BLOOD noch.

Dick Miller in seiner einzigen Hauptrolle ist schleimig, mitleiderregend und irgendwie sympathisch zugleich. Er ist ein Einfaltspinsel, der gerne ein großer Künstler wäre. Und genau darum scheitert er. Miller spielte den Part über die Jahre noch des Öfteren in Cameos in anderen Filmen wie z.B. Joe Dantes HOLLYWOOD BOULEVARD.

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1995 produzierte Corman ein Remake des Films für das US-Fernsehen. Die Rolle von Dick Miller übernimmt Anthony Michael Hall. Ansonsten gilt: nett, aber dem Original unterlegen, auch wenn die Produktionswerte höher sind. Heutzutage noch am Ehesten bemerkenswert, weil Will Ferrell hier sein Filmdebüt gab.

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Das Original ist vor kurzem als zweiter Titel in der Anolis-Reihe GALERIE DES GRAUENS erschienen und von Vertriebsseite bereits ausverkauft. Wer Interesse an dieser Roger-Corman-Perle hat, sollte sich also sputen, um noch eine DVD zu zivilen Preisen abgreifen zu können.

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