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Tron im Motel Hell(o)

Bei IDW, wo man gerne mit Lizenzen arbeitet, hat man vor kurzem auch damit begonnen, Titel aus dem MGM-Stock einfach als Comic zu adaptieren. Eine ziemlich langweilige Angelegenheit, denn Filmadaptionen waren mal zu Zeiten, da es noch keine DVDs gab und man VHS-Kassetten nur für sehr viel Geld erwerben konnte, eine echte Alternative, um enigstens irgendetwas von dem Film besitzen zu können. Heutzutage machen sie keinen Sinn, da man ja auch den Film kaufen kann. In dem Fall ist das MOTEL HELL (hier zu Lande in einer schönen Edition von CMV erhältlich). Geschrieben von Matt Nixon, gezeichnet von Matt Moreno, dürfte das Cover von Tim Bradstreet noch das Beste an dem Ganzen sein. Um das Ding dann doch noch ein wenig interessanter wirken zu lassen, verkündet man im Katalog noch: “An updated remake of the classic horror flick!” Vermutlich wird das eine oder andere Opfer ein Handy bei sich haben. Damit ist Kevin O’Connors Film dann doch noch geupdated worden.

Dass es auch interessanter geht, beweist wiederum Marvel. Dort wird die Disney-Connection deutlich, denn da man nun Teil des Maus-Konzerns ist, ist man natürlich auch der perfekte Hort für einen TRON: LEGACY-Comic, der nicht einfach nur eine Geschichte adaptiert, sondern als Bindeglied zwischen Originalfilm und Sequel fungiert. TRON: THE BETRAYAL erscheint im Oktober. Die Miniserie, geschrieben von Jay Nitz und gezeichnet von Andie Tong, besteht aus zwei Heften mit jeweils 56 Seiten Umfang. Das Cover stammt von Salvador Larocca. Der Solicitation-Text klingt nicht uninteressant:

Following the events of the original TRON, the year is 1983 and Kevin Flynn is now in charge of Encom. He’s built it into the largest videogame company in the world. But that’s not all Kevin has accomplished – he’s also secretly built the Grid, a digital world filled with living programs! More than a place where he can race light cycles, it’s a place where he can build and test environments only limited by his imagination. But the Grid is far more complex than even its creator realizes, and even Flynn can’t be in two places at once. As this new world develops a life of its own, Flynn is going to first need the help of an old friend, a security program named Tron. Showcasing a key time of the mythology of the Tron world, part one of THE BETRAYAL will show the early days of the Grid, and the first appearances of the heroes and villains that will be seen in TRON: THE LEGACY.

Thor!!!

Das erste offizielle Foto zu THOR wurde nun veröffentlicht. Gut, es ist noch nicht soviel zu sehen, aber mir gefällt, dass Thors Kostüm, soweit man das hier beurteilen kann, sehr nahe an der Comic-Vorlage ist, wie man sie auch in Thors neuester Serie sehen kann. Und das bis hin zu der Halterung für das Cape. Überraschend ist, wie anders Chris Hemsworth, Captain Kirks Daddy in STAR TREK, aussieht. Ich mag, dass dieser Thor einen Bart trägt. Das ist nicht unbedingt die klassische Art, wie der Donnergott bei Marvel dargestellt wird, aber es gab Zeiten, in denen Thor in Rüstung und mit Vollbart agierte. Und daran fühle ich mich gerade angenehm erinnert.

Er ist ein Avenger

Bei den AVENGERS tut sich einiges – sowohl im Bereich der Comics als auch in Hinblick auf den kommenden Film.

Nein, der Muppet Animal ist kein Avenger.

Aber er hier ist nun einer:

Joss Whedon, Erfinder von BUFFY THE VAMPIRE SLAYER. Nun heißt es, dass er nicht nur die Regie beim AVENGERS-Film übernehmen soll, sondern auch das Drehbuch noch einmal umschreiben wird. Zudem soll er wohl auch am CAPTAIN AMERICA-Skript Hand anlegen. Als Script Doctor hat Whedon vor seiner Fernsehserienzeit gutes Geld verdient und sich einen Namen gemacht. Als ungebremster Autor, der bei eigenen Projekten im Endeffekt das letzte Wort hat, ist seine Erfolgsquote jedoch schwankend.

BUFFY und ANGEL sind Serien, die ich wirklich phantastisch fand, aber mit FIREFLY hat Whedon ein SF-Konzept vorgelegt, das zwar von einer kleinen Gruppe kultisch verehrt wird, das jedoch aus gutem Grund flott eingestellt wurde. Erfahrungen mit den Marvel-Superhelden sammelte er bei der Comic-Serie THE ASTONISHING X-MEN, die zwar grandios gezeichnet ist, aber inhaltlich enorm leer daherkommt. Das verfemte “decompressed storytelling” wird hier schon fast zur Kunstform erhoben. Und die Geschichten um den lebendig gewordenen Gefahrenraum oder die Rückkehr des Superhelden Colossus – übrigens dem Quesada-Edikt “Dead is dead” zuwiderlaufend – waren allenfalls routinierte Ware, mehr aber auch nicht. Und selbst die von ihm teils geschriebene, als “Produzent” aber überwachte achte Season von BUFFY in Comic-Form hat nicht durchgehend funktioniert (Stichwort: Dawn als Godzilla-Verschnitt).

Auf meiner Shortlist für den Regieposten bei THE AVENGERS wäre Whedon nicht gestanden. Ich könnte mir da eine ganze Reihe von Regisseuren vorstellen, die ich lieber am Projekt sähe. Ich kenne ein paar von Whedons Regiearbeiten für das Fernsehen, aber obschon die wie im Fall von “The Body” wirklich ausgezeichnet sind, weißt nun wirklich nichts darauf hin, dass er ein Projekt mit einem Budget jenseits der 100 Millionen Dollar handhaben sollte. Aber: SERENITY hab ich bis heute nicht gesehen. Da FIREFLY als SF-Westernmix schon annähernd unerträglich war, konnte ich mich nicht dazu hinreißen lassen.

Die Beweggründe für Marvel, ausgerechnet Whedon anzuheuern, liegen jedoch auf der Hand. Einerseits wird er als Regisseur sehr günstig zu haben sein – und Marvel versucht bei seinen Filmprojekten stets, möglichst wenig an die Kreativkräfte abdrücken zu müssen -, andererseits hat er natürlich ein Standing bei den Geek-Horden da draußen. Soll heißen: Mit der Ankündigung, ihn ans Ruder zu lassen, hat man Websites wie Aint-it-cool schon in der Tasche.

Für Rewrites kann ich ihn mir schon eher vorstellen. Zak Penn, der das Drehbuch zu THE AVENGERS verfasst hat, hat eine Filmographie vor allem auch im Superhelden-Bereich vorzuweisen, die sehr, sehr Hit-and-Miss ist. Das Skript für CAPTAIN AMERICA wiederum stammt vom Duo Christopher Markus und Stephen McFeely. Und auch deren bisherige Arbeit ist durchwachsen. Auf einen starken ersten NARNIA folgte ein absolut magerer zweiter Teil. Und wie der dritte abschneiden wird, muss man erst noch sehen. Beide Skripts aufzupolieren, ist darum wahrscheinlich sogar eine wirklich gute Entscheidung.

Bleibt die Frage, ob Whedon als Regisseur einen beeindruckenden Film abliefern kann, und das umso mehr, wenn er mit nicht von ihm kreierten Figuren umgehen muss. Nicht jeder Autor ist auch ein guter Regisseur für die große Leinwand. Aber es gibt Beispiele dafür. Bei J.J. Abrams hatte ich auch meine Zweifel, dass was Gutes daraus werden könnte. Und er schenkte uns nicht nur den m.E. nach besten MISSION: IMPOSSIBLE-Film, sondern auch noch einen wundervollen STAR TREK. Den Übergang vom Serien-Schöpfer/Produzent/Autor zum Regisseur haben auch nur wenige geschafft. Es gibt aber zuhauf Beispiele von Autoren, die erfolgreiche Kinofilme schrieben, nur um sich dann auch als Regisseur versuchen zu wollen und dabei grandios zu scheitern. David Goyer fällt mir hier ein. Dementsprechend bin ich unsicher, was uns mit Whedon auf dem Regiestuhl erwartet. Ich werde sicherlich nicht in Gekeife verfallen und den Untergang des Geekschen Abendlands prophezeien, aber eine gesunde Skepsis bewahre ich mir. Und lasse mich auch gerne überraschen, wenn der Film rocken sollte.

“Sag das den Toten! Oder sag es Jean DeWolff!”

Ich bin der Meinung, dass Geschichten, die man in jungen Jahren gesehen oder gelesen hat und die man beeindruckend fand, weit tiefer ins Gedächtnis eingegraben sind als das bei neuen Stoffen der Fall ist. Neue Filme oder Comics hab ich oftmals innerhalb weniger Monate vergessen, aber an so manche alte Story erinnere ich mich auch mehr als 20 Jahre später noch sehr lebhaft. Ich war zehn oder elf, als ich damals in den DIE SPINNE-Taschenbüchern “In Memoriam Jean DeWolff” (im Original “The Death of Jean DeWolff”) gelesen habe. Es war der erste Story-Arc, den Peter David damals geschrieben hat. Und es ist eine Geschichte mit echtem Punch.

Alles beginnt mit dem Mord an der Polizistin Jean DeWolff, die zu jener Zeit oftmals Spider-Man geholfen hat. Als Spider-Man davon erfährt, setzt er alles daran, ihren Killer zu finden. Gleichzeitig jagt auch Daredevil den Mörder, da dieser einen Richter ermordete, mit dem der Vigilant befreundet war. Hilfe erhält Spider-Man dabei von Stan Carter, der Jeans Partner war und nun den Fall aufklären soll. Schon bald stellt sich heraus, dass es ein maskierter Killer namens Sin-Eater ist, der die Menschen für ihre Sünden bestrafen will. Nachdem sich ein falscher Sin-Eater gestellt hat, finden Spider-Man und Daredevil heraus, dass in Wahrheit Stan Carter der Killer ist. Als Spider-Man ihn stellt, flippt er aus und prügelt Carter fast tot. Aufgehalten wird er nur von Daredevil. Carter wird verhaftet und soll S.H.I.E.L.D. überstellt werden, da sein Wahnsinn auf Experimenten mit einem Serum beruht, die in seiner aktiven Agentenzeit durchgeführt wurden. Als Carter abtransportiert werden soll, will der Mob ihn lynchen. Daredevil versucht Carter zu retten und setzt auf Spider-Mans Hilfe, der ihn jedoch ignoriert. Erst als Daredevil ihn bei seinem echten Vornamen ruft, eilt ihm Spider-Man zu Hilfe.

Als ich diesen Comic damals las, da war das …  in Ermangelung eines besseren Begriffs … ein Wow-Moment! Mir fiel die Kinnlade runter und ich hielt Maulaffen feil. Das Konzept, dass eine Comic-Figur, die man über Jahre hinweg immer wieder gesehen hatte, sterben könnte, war für mich neu. Ich wusste damals noch nichts von Gwen Stacys Schicksal. Und ich war noch nicht der zynische Bastard, der in jedem Tod eines Superhelden nur Auflagensteigerung und die unaufhaltsame Wiederaufstehung ein paar Jahre später sah. Tot war tot! Punkt.

Wohl auch darum hat sich diese Geschichte ins Gedächtnis gebrannt. Sie war grimmig. Grim’n'gritty war damals gerade en vogue, hatte aber in Deutschland noch nicht wirklich Einzug gehalten. Darum verloren die Marvel-Comics für den Jungspund, der ich damals war, auch so etwas wie ihre Unschuld. Die Happy-Go-Lucky-Zeiten waren vorbei, auch in der Welt der Superhelden hielt der grimme Schnitter reiche Beute! Und die Geschichten hatten Konsequenzen! So änderte diese Story auch die Art, wie ich Superhelden sah. Denn plötzlich war klar, dass jeder sterben konnte. Mein jugendlicher Geist war sogar bereit zu glauben, dass ein Spider-Man oder Daredevil nicht mehr sicher waren. Heute weiß ich es freilich besser. Aber damals, ja, damals war das eine Zeit, in der buchstäblich alles passieren konnte! Dachte ich zumindest.

“The Death of Jean DeWolff” ist aber nicht nur bemerkenswert, weil eine seinerzeit wichtige Figur aus dem Spidey-Ensemble den letzten Gang antrat. Sie ist auch erinnerungswürdig, weil sich Daredevil und Spider-Man ihre gegenseitigen Identitäten verraten. Es war diese Storyline, die aus den beiden Verbrechensbekämpfern so etwas wie Freunde gemacht hat. Und dabei erwies Daredevil dem Spinnerich den größten Dienst, den er wohl geben konnte: Er hielt ihn davon ab, zum Mörder zu werden. Denn auch das war etwas, das in den SPIDER-MAN-Comics bis dato undenkbar gewesen wäre. Peter Parker ist ein Mann von hoher moralischer Integrität, aber als er seine Schläge voll durchzieht und Carter ins Jenseits prügeln will, ist es pure Rachsucht, die ihn beseelt. Es ist der Schmerz über den gewaltsamen Verlust, der seine Aggression beflügelt. Eine Figur wie Spider-Man darf freilich nicht töten. Er ist nicht der Punisher. Er hat einen moralischen Ehrenkodex, der dem Supermans gleichkommt. Er ist die Verkörperung dessen, was am klassischen Superhelden gut und imposant ist. Ihn darum die Kontrolle verlieren zu sehen, ist extrem effektiv. Und hat nicht nur einen jungen Geist wie den meines jüngeren Ichs damals enorm beeindruckt.Er dürfte auch einige Autoren inspiriert haben, die im Lauf der Jahre immer mal wieder mit dem Verlieren dieser Kontrolle spielten.

Jean DeWolff blieb tot. Die Redaktion wollte Peter David zwar überzeugen, sie wieder zurückzubringen. Doch er weigerte sich. Und da über mehr als ein Viertel Jahrhundert niemand Jean zurückgebracht hat, dürfte es das auch gewesen sein. Im Ensemble-Kosmos von Spider-Man spielt sie keine Rolle mehr. Sie nun zurückzubringen, wäre ohne Bedeutung. Und so ist sie eine der wenigen Comic-Figuren, für die der Tod wie für uns Menschen final ist. Auch das ist es, was “The Death of Jean DeWolff” auszeichnet und heute noch relevant macht.

„Ein guter Name ist mehr wert als Reichtum.“

Heutzutage hat es sich bei den deutschen Ausgaben amerikanischer Comics eingebürgert, dass die Namen der Helden und Schurken im Original belassen werden. Als die Superhelden in den 60er Jahren nach Deutschland kamen, war dies anders, und bis weit hinein in die 80er Jahre blieb man dieser Tradition treu. Erst mit dem Superhelden-Boom, der durch Dino Mitte der 90er Jahre ausgelöst wurde und den Panini danach mit dem Marvel-Programm befeuerte, änderte sich dies und man blieb beim Original-Namen. Das ist verständlich, aber irgendwo auch schade, gab es doch eine ganze Reihe sehr gelungener Namen. Neben einem Wust an grauenhaften Eindeutschungen natürlich.

Dass Spider-Man über Jahrzehnte hinweg die Spinne war, ist das wohl populärste Beispiel. In vielen Fällen nutzte man im Deutschen auch einfach nur 1:1-Übersetzungen wie die Fantastischen Vier (The Fantastic Four) oder die Rächer (The Avengers). Highlights deutscher Namensschöpfung gibt es viele. Ich persönlich mochte immer, dass aus dem Spider-Man-Gegner Hobgoblin der Gnom geworden ist. Schlichtweg genial ist der Rote Blitz, der sehr viel dynamischer und aufregender klingt als der Flash. Ich habe auch immer der Dämon bevorzugt. Es klingt einfach spannender als Daredevil. Der X-Men-Gegner Juggernaut hieß bei Condor noch der Moloch, was vielleicht wenig passend war, aber unglaublich geheimnisvoll klang. Bei den alten Hit-Comics des BSV-Verlags gab es auch vereinzelte Ausgaben mit dem Silver Surfer, der – vergleichsweise lyrisch – zum Silberstürmer umgetauft wurde. Aus Iron Man wurde in Deutschland erfreulicherweise nicht der Eisenmann, sondern der Eiserne. Eine Begrifflichkeit, deren Einsatz in deutschen Heften ich mir auch heute noch gut vorstellen könnte. Auch schön war die Gruppe X für die X-Men (und eine echte Steigerung zu den X-Menschen, wie man sie bei BSV noch nannte).

Zu den Blüten und Auswüchsen deutscher Namensschöpfung gehören hingegen Dr. Unheil, wie man beim Williams-Verlag Dr. Doom nannte, Blitzmann (die BSV-Version für Flash), der Marsianische Menschenjäger (Hethkes Version des Martian Manhunter, eigentlich eine wörtliche Übersetzung, aber einen Tick zu wörtlich, wobei die Doppeldeutigkeit des originalen Manhunter im Deutschen auch nicht eingefangen werden kann), der Halk (jawohl, BSV beließ es bei Hulk, änderte die Schreibweise aber so, dass es phonetisch passte), Wundergirl (Ehapa-Denglisch für Wonder Woman, man wollte wohl lieber ein Mädchen denn eine echte Frau) und der Strolch (eine selten doofe deutsche Variante des Quasi-Marvel-Helden Prowler).

Wahrscheinlich fallen mir gerade noch weitere wirklich schöne deutsche Namen und abgrundtief schlechte teutonische Kreationen nicht ein. Fürs Erste soll das als kleines Beispiel toller und dämlicher Namensschöpfung aber erstmal reichen.

Ein neuer Spider-Man

Überraschend gab es nun von Sony die Verlautbarung, dass der nächste SPIDER-MAN-Film erst im Jahr 2012 kommen wird. Interessanter als diese Verschiebung um ein Jahr nach hinten ist jedoch die Information, dass man neu an das Franchise herangeht. Heißt: Sam Raimi ist raus, Tobey Maguire ist raus, Kirsten Dunst ist raus! Ganz ehrlich? Finde ich gut.

Die ersten beiden SPIDER-MAN-Filme waren toll. Sie sind fast perfekte Comic-Verfilmungen, die auch den Geist der Vorlage atmen. Und sie haben Momente geboten, die mir auch nach wiederholtem Ansehen noch eine Gänsehaut verpassen. Etwa Spider-Mans heroische Rettung der Bahn im zweiten Teil und die Hilfe, die er von den Passagieren bekommt. Das war ein phantastischer Spider-Man-Moment, der mit den besten Momenten aus fast fünf Jahrzehnten Comic-Historie mithalten kann. Der dritte Teil war dann eine absolute Enttäuschung. Hier stimmte einfach nichts mehr. Peter Parker wurde zu einer unsympatischen Figur, die Gegner wurden halbgar umgesetzt und der Humor, der die ersten Teile ausgezeichnet hat, war hier nicht nur enervierend, sondern störte sogar den Fluß des Films. Man denke hier nur an die Szene mit JJJ und dem Mädchen mit der Kamera im Finale.

Warum also glaube ich, dass ein Neustart für SPIDER-MAN perfekt ist? Es liegt nicht daran, dass ich Raimi nicht zutrauen würde, einen guten Film zu machen. Das kann er sicherlich, wenn sich nicht Kleinkriege mit dem Studio ergeben. Aber ich möchte etwas Frisches sehen! Ich glaube, dass Raimi sich mit drei SPIDER-MAN-Filmen erzählt hat. Er hat mit der Figur nichts mehr zu sagen. Dass ein kreativer Kopf über ein Jahrzehnt hinweg (fast) nur SPIDER-MAN-Filme machen will und soll, kann ich mir nur schwerlich vorstellen.

Und gerade ein Comic-Film bietet sich perfekt an, um hinter und vor allem vor der Kamera Neubesetzungen zu unternehmen. Es ist vergleichbar mit den Comics selbst. Dort sind auch nicht ständig derselbe Autor und derselbe Zeichner am Werk. Sie machen ihren Run – mal mehr, mal weniger lang – und ziehen dann weiter. Ein neues Team kommt, ein neuer Stil ist da, der jedoch das altbekannte Thema aufgreift. Und die Optik, obschon natürlich innerhalb gewisser Parameter liegend, verändert sich. Genau dasselbe Verfahren hat man nun bei den SPIDER-MAN-Filmen. Der Run von Raimi, Maguire und Dunst ist vorbei. Und es ist Zeit, frisches Blut ans Werk zu lassen. Das Ergebnis kann nach hinten losgehen, keine Frage, aber Stagnation, die sich mit den ewiggleichen Machern und Mimen in Form von Routine einstellt, kann ebenso tödlich sein. Aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Es wird Zeit, dass jemand Neues Verantwortung übernimmt. Und das nächste Kapitel im Leben von Spider-Man beginnt!

Gut sehen sie aus: Superschurken und ihre Kostüme

Da ich letztens erst darüber schwadronierte, welche Superheldenkostüme mich so richtig ansprechen, gibt es nun den Begleittext zu den bösen Burschen in langen Unterhosen. In vielerlei Hinsicht sind ein paar meiner Favoriten Spiegelungen der Helden.

1. REVERSE FLASH

Professor Zoom ist die Nemesis des Flashs. Er hat dieselben Kräfte und fast dasselbe Kostüm, nur dass die Farben Gelb und Rot ausgetauscht wurden. In den deutschen Ausgaben des Ehapa Verlags hieß der Reverse Flash cooler Weise Negativ-Blitz. In der Reihe “Supermans Freunde” gab es da auch in den frühen 80er Jahren ein Album, das ich irgendwie nie in die Hände bekommen habe. Aber das Cover war in verschiedenen anderen Ausgaben zu sehen. Darauf zu sehen war, wie der Rote Blitz und der Negativ-Blitz aufeinander zulaufen.

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2. TASKMASTER

Eine ziemlich coole Figur, die schwer ausgerüstet ist. Kommt daher, dass er die Kraft hat, die körperlichen Fertigkeiten eines jeden zu kopieren. Darum hat er auch Versionen von Daredevils Stab, Swordmans Schwert, Captain Americas Schild und Hawkeyes Bogen bei sich.

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3. DEATHSTROKE THE TERMINATOR

Ich hab kaum irgendwelche Comics mit dem TEEN TITANS-Gegner gelesen, aber der pure Look der Figur sieht sehr, sehr cool aus. Das Wechselspiel bei der Maske, die Piratenstiefel und die Ausrüstung – das alles ist in sich sehr stimmig.

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4. VENOM

Im dritten SPIDER-MAN-Film war Venorm unter aller Sau. In den Comics hat er im wahrsten Sinne des Wortes Ärsche gekickt. Von Todd McFarlane erstmals gezeichnet, ist dessen Variante auch die ultimative Version von Eddie Brock, der mit Spider-Mans Symbionten eine Partnerschaft eingegangen ist. Der Look ist praktisch der des schwarzen Spider-Man, aber viel muskulöser – und mit einem fiesen Grinsen.

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5. TARANTULA

Ein Spider-Man-Gegner, der als Assassine tätig ist. Seine Spezialität ist es zu springen und seine Opfer mit den Dolchen an seinen Füßen aufzuspießen. Vom Design her ist er im Endeffekt eine Variation von Spider-Man, nutzt das bekannte Rot, aber die Spinne auf der Brust ist schwarz. Für den besonderen Look sorgt die Maske.

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In der engeren Auswahl waren der Hobgoblin, der bei Condor seinerzeit der Gnom hieß, und ähnlich dem Green Goblin war. Als ich damals DIE SPINNE las, war es über Jahre hinweg das große Rätselraten, wer unter der Maske des Gnoms steckt. Doctor Doom gefällt mir, auch wenn das Grün etwas kitschig wirkt. Annihilus, der Fantastic-Four-Gegner aus der negativen Zone, ist zwar auch etwas bunt, sieht aber schön insektenartig aus. Außerdem noch Firelord, auch wenn der irgendwo ein Held ist – nur manchmal prügelt er sich mit anderen Helden. Und er hat natürlich als Herold dem Weltenverschlinger Galactus gedient. Sehr cool an seinem Aussehen – ein Kostüm ist es ja nicht – fand ich immer das brennende Haar und den Flugstab, der an beiden Enden entflammt ist.

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Der T-1000 ist wieder bei Dark Horse

Die Veröffentlichungsgeschichte von TERMINATOR in Comic-Form ist extrem wirr. Der erste Verlag, bei dem die Lizenz landete, war NOW Comics, das mittlerweile längst tot ist. Dort hatte man eine fortlaufende und später noch eine Miniserie, bei der einige Cover vom jungen Alex Ross gemalt wurden. Beim Verlag Marvel gab es die Adaption zum zweiten Kinofilm. Und richtig durchstarten konnte der Terminator bei Dark Horse, einem Verlag, der mit ALIENS und PREDATOR gut gefahren war, sich heute noch STAR WARS annimmt, und seinerzeit auch andere Lizenzen wie ROBOCOP oder THE THING FROM ANOTHER WORLD auswertete. Es gab eine ganze Reihe von Miniserien. Und dann kam der Verlagswechsel. Als nächstes versuchte sich Malibu Comics daran, auch ein Verlag, den es mittlerweile nicht mehr gibt. Dort gab es aber nur zwei Miniserien, die explizit den zweiten Teil fortsetzten. Danach kehrte die Lizenz zu Dark Horse zurück, blieb dort aber auch nicht lange, denn pünktlich zum dritten Kinofilm versuchte sich der Verlag Beckett an neuen Comics – mit nur geringem Erfolg. Als nächstes kam Dynamite Entertainment, wo das Erfolgsmodell von Dark Horse kopiert wurde und viele auf Lizenzen basierende Comics veröffentlicht werden. Die dort genutzte Lizenz beinhaltete interessanterweise nur den zweiten Kinofilm. Darum war es auch möglich, dass zeitgleich IDW mit ein paar Comics zum vierten Film daherkommen konnte. Und nun, da sich der Rauch gelegt hat, ist Dark Horse wieder an der Reihe. Nächstes Jahr geht es mit der neuen Miniserie los, die von Zach Whedon (ja, der Bruder von Joss) geschrieben wird. Inhaltlich geht es übrigens um Kyle Reese und den Kampf gegen die Maschinen, nachdem der Judgment Day gekommen ist.

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The ‘Nam

Kriegscomics gibt es schon seit langer Zeit. Sie waren nie die populärsten Comics, die der US-Markt hergab, aber ein paar Serien haben sich über die Jahrzehnte durchaus gehalten und vor allem DC hatte in den 70er Jahren einige Titel wie UNKNOWN SOLDIER, die über viele Jahre hinweg liefen. Keine Serie erreichte jedoch – weder damals noch heute – den Standard, den Marvel mit THE ‘NAM setzte.

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THE ‘NAM ist eine Serie, die im Dezember 1986 gestartet wurde. Für den Superheldenverleger Marvel ist sie außergewöhnlich ungewöhnlich, aber der damalige Verleger Jim Shooter wollte mit verschiedenen Stoffen experimentieren. Und er hatte die Idee, es mit einem Comic über den Vietnamkrieg zu probieren. Den Auftrag, diese Idee umzusetzen, erhielt Autor Larry Hama, selbst ein Veteran, der sich mit Autor Doug Murray kurzschloss. Murray hatte bereits für den Magazintitel SAVAGE TALES ein paar Vietnam-Geschichten verfasst. Und nun sollte er die Geschicke von THE ‘NAM leiten.

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Doug Murray entwickelte ein Konzept, das auch abgesegnet wurde. Er wollte etwas Ungewöhnliches erschaffen. Und das tat er auch. Nach seiner Vorstellung sollte jedes Heft einen Monat darstellen. Man begann im Jahr 1966 und würde sich konsequent bis zum Ende des Krieges vorarbeiten. Mit den verstreichenden Monaten wollte er auch illustrieren, wie die GIs, die in-country waren, die Tage zählten. Dem Konzept ist es natürlich auch geschuldet, dass es kein Figurenensemble gibt, das vom Anfang der Serie bis zum Ende dabei ist, denn nach zwölf Monaten ging es für die Soldaten nach Hause – wenn sie später nicht eine zweite Tour absolvierten. In den ersten zwölf Heften steht der junge Soldat Edward Marks im Mittelpunkt. Er ist einer der FNGs, der Fucking New Guys, auch wenn Murray das Akronym nicht aufschlüsselt, denn angesichts des Comics Code war das Fuck-Wort natürlich verboten. Marks hätte nach Murrays Planung später als Kriegsberichterstatter zurückkehren sollen, doch dazu kam es nicht. Auch bemerkenswert: Hauptfiguren sterben. Wie im echten Leben ist niemand vor dem Tod gefeit.

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Murray wollte aber auf jeden Fall, dass THE ‘NAM vom Comics Code abgesegnet sein sollte, denn er hoffte auf junge Leser, denen er so zeigen konnte, wie der Krieg damals wirklich war. Und das ist auch die immense Stärke der Serie, denn anhand von großen bekannten Ereignissen wie der Tet-Offensive, aber auch kleinen persönlichen Geschichten gibt Murray eine Darstellung des Vietnam-Krieges wieder, wie sie auch in anderen Medien kaum derart umfangreich und komplex möglich war. Er benutzt dabei sehr viel spezifische Lingo, die die Soldaten jener Tage auch nutzten. Und da man die als Leser natürlich kaum kennt, gibt es am Ende des Heftes auch einen Glossar, der erklärt, welcher Begriff was bedeutet.

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Obschon sich die Serie anfangs der Drogenthematik entzog, wurde später auch darauf eingegangen. Darüber hinaus behandelt die Serie auch das Problem des Rassismus in den eigenen Truppen, die “Entsorgung” gefährlicher Vorgesetzter durch die gezielte Platzierung einer Granate auf der Latrine, den Krieg an der Heimatfront und mehr, das immer durch eines ausgezeichnet ist: Realismus. Deswegen wirft Murray auch immer wieder mal einen Blick auf den Feind und zeigt, dass der letzten Endes auch nicht anders als man selbst ist.

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Obwohl Murray dachte, dass THE ‘NAM vielleicht gerade mal zwölf Hefte überleben würde, entwickelte es sich zum Erfolg. Er traf den Geschmack des Lesers und lockte auch viele Veteranen an, wie sich auf den Leserbriefseiten zeigt. 45 Hefte lang schrieb Doug Murray THE ‘NAM, dann jedoch verließ er die Serie, weil die Chefredaktion Veränderungen forderte, die er nicht bereit war zu machen. So sollte das Ganze etwas weniger realistisch und leichter zugänglich werden. Und Marvels erfolgreichen Anti-Helden, den Punisher Frank Castle, wollte man ebenfalls in der Serie sehen. Der machte seinen Gastauftritt in den Nummern 52 und 53, als Murray schon längst weg war. In der Folge wechselten die Autoren häufig. Umso erstaunlicher ist, dass die Serie dennoch einiges an Niveau behielt, auch wenn der Ansatz, dass ein Heft einem Monat entspricht, über Bord ging.

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THE ‘NAM brachte es auf 84 Hefte und wurde im September 1993 eingestellt. Bis heute ist sie eine der am besten geschriebenen Serien, die der US-Comic-Markt je hervorgebracht hat. Sie brilliert durch Menschlichkeit und Realismus und erzählt dabei sehr ungeschönt vom Leben und Sterben in einem fernen Land. THE ‘NAM interessiert sich weniger für die große Politik hinter dem Vietnam-Krieg. Die Serie blickt stattdessen auf den kleinen Mann, den FNG, der einfach nur seine zwölf Monate überleben und die grüne Hölle verlassen will.

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Von 1987 bis 1988 gab es drei Tradepaperbacks mit Reprints der ersten zwölf Hefte. In Deutschland erschien beim Splitter Verlag ein einzelnes Album mit den ersten beiden Heften. Ein umfassender Reprint ist längst überfällig. Die Serie hat ihn verdient.

Um dorthin vorzudringen, wo noch kein Comic zuvor gewesen ist

Beim amerikanischen Verleger Hermes Press ist vor kurzem das Buch STAR TREK – A COMICS HISTORY von Alan J. Porter erschienen. Wie der Titel schon sagt, geht es hier ausschlíeßlich um die Comic-Abenteuer von Kirk und Co.

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Ein Buch wie gemacht für mich, sammle ich doch auch seit gut zwei Jahrzehnten STAR TREK-Comics. Und bis vor kurzem dachte ich, dass ich eine ziemlich komplette Sammlung in Original- und Reprint-Form der Veröffentlichungen von Gold Key, Marvel, DC, Malibu, Wildstorm, Tokypop und IDW hätte. Hab ich auch, allerdings gab es tatsächlich auch Newspaper-Strips, die anläßlich von STAR TREK: DER FILM produziert wurden. Und es gab eigens in Großbritannien produzierte STAR TREK-Comics, die in auf Kids zugeschnittenen Magazinen wie JOE 90 erschienen. Nicht zu vergessen sind auch die amerikanischen Book-and-Record-Comics, die es in den späten 70er Jahren gab. Das Feld der STAR TREK-Comics ist also auch für mich noch längst nicht abgegrast. Es gibt noch einiges zu entdecken.

Dabei behilflich ist dieses Buch, das zu jedem Verlag, der STAR TREK-Comics publizierte, eine kurze historische Einleitung bietet und dann die Inhalte jedes einzelnen Comics kurz wiedergibt. Dabei handelt es sich nicht um eine Textwüste, sondern das Buch wird durch zahlreiche Cover, Interieur-Artwork, Strips, Skriptauszüge und dergleichen mehr aufgelockert.

In erster Linie ist es natürlich ein umfassender Guide zu allem, was in gezeichneter Form von STAR TREK erschienen ist. Und das lückenlos bis zu den Tokyopop-Veröffentlichungen. Die relativ neuen IDW-Titel werden nur mit einer Einführung gestreift, wobei man hier schon auf eine mögliche aktualisierte Version des Buchs in ein paar Jahren hinweist.

Porter bietet einiges an interessanten Fakten, so etwa, dass Malibu seinerzeit neben der STAR TREK: DEEP SPACE NINE-Lizenz auch versuchte, einen STAR TREK: ANIMATED-One-Shot zu stemmen, was jedoch durchfiel. Oder dass Pocket Books und Wildstorm versuchten, Reprints der Zeitungsstrips zu publizieren, die Entwirrung der einzelnen Rechte aber kaum möglich war.

Am Ende des Buches gibt es mehr als 20 Seiten mit Interviews der Autoren und Zeichner der unterschiedlichsten STAR TREK-Comics. Zu Wort kommen u.a. Robert Greenberger, Gordon Purcell, Alan Dean Foster, Mike Carlin, Gerry Conway, Ian Edgington, Marv Wolfman, Howard Weinstein, Dan Abnett und anderen.

Wer sich nur für STAR TREK in Film- und Fernsehform interessiert, für den ist dieses Buch sicherlich nichts. Wer aber zugleich auch mit Comics etwas anfangen kann und Freude am Expanded Universe hat, für den ist STAR TREK – A COMICS HISTORY eine echte Fundgrube