Die dritte Episode von SPARTACUS: BLOOD AND SAND trägt den Titel “Legends”. Und im Endeffekt geht es genau darum: um Legenden. Es beginnt damit, dass die Gladiatoren weiterhin trainieren, denn schon bald steht der Kampf in der Arena an. Crixus ist Batiatus’ Primus und wird den größten Kampf mit dem höchsten Gewinn abhalten. Spartacus ist hingegen nur ein Anfänger, dem ein kleiner Kampf bevorsteht. Doch da Spartacus hohe Gewinne erzielen muss, provoziert er auf einer Veranstaltung, dass Batiatus gezwungen ist, ihn gegen Crixus antreten zu lassen. Aber in der Arena muss Spartacus feststellen, dass Crixus’ Ruf wohl verdient ist. Er hat keine Chance gegen ihn und ist dem Gegner ausgeliefert. Crixus’ Schwert an seiner Kehle gibt Spartacus das Zeichen der Aufgabe und des Flehens um Gnade: er streckt Zeige- und Mittelfinger aus. Obwohl der Pöbel seinen Tod will, schont ihn Batiatus.
Mit der dritten Folge hat die Serie ihren Fluß gefunden. Es gibt nach wie vor reichhaltig Action und ein ordentliches Maß an Fleischbeschau, aber wichtiger als das ist die Entwicklung der Figuren. Im Mittelpunkt steht hierbei Spartacus, den man schon in den ersten beiden Folgen als einen Mann erlebt hat, der zu sehr von sich selbst überzeugt ist. Der niemals im Leben um Gnade betteln würde. Und der hier an den Rand des Todes geführt wird, was ihm aufzeigt, dass er noch viel zu lernen hat, will er auch nur eine Chance haben, Sura jemals aus der Sklaverei freikaufen zu können. Seinen Hochmut abzulegen, wird für ihn die größte Herausforderung werden.
Doch “Legends” ist nicht nur Spartacus vorbehalten. Hier erfährt man mehr über Crixus, der seine menschliche Seite zeigt. Er liebt Naevia, eine von Lucretias Sklavinnen, und versucht, ihr näher zu kommen. Naevia wird von Lesley-Ann Brandt gespielt und soll im Verlauf der Staffel noch deutlich mehr zu tun bekommen. Ebenfalls interessant sind Lucretias Versuche, Ilythia, die Frau von Claudius Glader, zu unterhalten und für sich zu gewinnen. Doch ihre Gunst zu erwerben, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn Ilythia ist wie ein leeres Gefäss, das ständig danach giert, befüllt zu werden – und dennoch niemals ausgefüllt ist. Sie will immer mehr. Lucretia stößt an die Grenzen dessen, was sie bieten kann. Und das obwohl sie Ilythia sogar einen Live-Porno mit einem der Gladiatoren vorführt.
“Legends” bezieht sich auch auf Crixus und Barca. Beide sind Gladiatoren. Und lebende Legenden. Der eine ist der unangefochtene Champion, der andere die Bestie von Karthago, die in der Arena Dutzende der eigenen Landsleute tötete und am Ende den Vater abschlachtete, um am Leben zu bleiben. Spartacus fragt seinen Freund Varro, ob das wahr ist, doch dieser weiß es nicht. Es könnte ebenso Legendenbildung sein, die von Barca aktiv oder passiv betrieben wurde. Doch eines ist klar: Nach seiner Niederlage ist Spartacus weit davon entfernt, selbst zur Legende zu werden.


