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Der Wandelnde Geist: Das Phantom

Der Wandelnde Geist, wie die abergläubischen Einheimischen das Phantom (Billy Zane) nennen, tritt gegen die bösartige Singh-Bruderschaft an, die alles daran setzt, die legendären Schädel von Toganda zu erhalten. Mit deren sagenhaften Kräften will Xander Drax (Treat Williams) die Weltherrschaft an sich reißen, was das Phantom natürlich verhindern muss. Hilfe erhält er hierbei von seiner Angebeteten Diane (Kristy Swanson), die sein Alter Ego Kit nur zu gut kennt.

DAS PHANTOM ist ein Film, der weit besser ist als sein Ruf. Es handelt sich hier um einen Film, der auf herrlich altmodische Art seine Geschichte erzählt und dabei seinen großen Vorbildern – den Abenteuerserials der 30er Jahre – huldigt. Darüber hinaus ist DAS PHANTOM aber auch eine jener Comic-Adaptionen, die ihrer Vorlage tatsächlich gerecht werden. Zwar veränderte auch der Autor Jeffrey Boam einiges, erzählt aber trotzdem eine Geschichte, die dem Phantom-Schöpfer Lee Falk sicherlich auch gefallen hätte.

Gelungen ist auch die Inszenierung, bei der Regisseur Simon Wincer das Amerika der 30er Jahre zum Leben erweckt. Dabei erschafft er einige sehr schöne Aufnahmen, die nicht von ungefähr an seine frühen Arbeiten wie die Miniserie DER RUF DES ADLERS/DER WEG NACH WESTEN erinnern. Das macht DAS PHANTOM zu einem tollen Filmabenteuer, das aber angesichts heutigen Blockbusterkinos beinahe anachronistisch wirkt. Gerade das macht den Film – ebenso übrigens wie der ähnlich gelagerte SHADOW UND DER FLUCH DES KHAN – so unterhaltsam. Der neuen modernen Fernseh-Variante des Phantoms wird man das wohl nur noch schwerlich unterstellen können…

Wie aus dem Phantom Captain Africa wurde

Lee Falks Schöpfung THE PHANTOM ist ein Zeitungsstrip, der 1936 debütierte. Und auch heute noch erfolgreich publiziert wird. Das Phantom ist die 21. Verkörperung des Wandelnden Geistes. Im Jahr 1536 wurde Christopher Walkers Vater von Piraten ermordet. Und er wurde zum ersten Phantom, das die Mörder seines Vaters zur Strecke brachte. Er schwor, sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen zu widmen. Und weil jeder seiner Nachfahren das Kostüm des Phantoms getragen hat, hält man ihn für den Wandelnden Geist, ein Wesen, das seit Jahrhunderten existiert. Dabei besitzt das Phantom keine übernatürlichen Fähigkeiten, sondern verlässt sich auf seine Intelligenz und seine Stärke.

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Ein Comic-Held bietet sich natürlich für ein Serial an. Das dachte man sich auch bei Columbia und erwarb die Rechte, um das 15-teilige Serial THE PHANTOM (1943) produzieren zu können. Darin suchen zwei Expeditionen, eine aus wissenschaftlichem Interesse, die andere aus Gier, nach der verschollenen Stadt Zoloz. Dabei begeben sie sich in das Reich des Phantoms, das von einem ausländischen Agenten, der einen geheimen Flughafen dort errichten will, ermordet wird, so dass sein Sohn zum Wandelnden Geist werden muss. Dargestellt wurde er von Tom Tyler (1903-1954), der zuvor schon Captain Marvel in THE ADVENTURES OF CAPTAIN MARVEL (1941) gewesen ist.

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Obwohl das Serial gut ankam, ließ man sich bei Columbia Zeit, mit der Arbeit an einer Fortsetzung zu beginnen. Und zwar mehr als ein Jahrzehnt. 1955 begannen dann jedoch die Arbeiten am Serial THE RETURN OF THE PHANTOM, womit es zu einer Zeit entstand, als das klassische Serial schon so gut wie ausgestorben war.

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Die Hauptrolle wurde von John Hart gespielt (1917-2009), dessen claim to fame die Titelrolle in der Serie THE LONE RANGER ist, die er von 1950 bis 1953 spielte. Das aus 15 Episoden bestehende Serial wurde produziert. Doch nach Fertigstellung kam es zu einem erheblichen Problem: Bei Columbia hatte man bemerkt, dass man nicht länger die Rechte an einer Verfilmung von THE PHANTOM besaß. Die genauen Umstände, wie ein solcher Fauxpas passieren konnte, sind nicht ganz klar. Es wurde bisweilen berichtet, dass dies schon während der Dreharbeiten bekannt wurde, aber John Hart erzählte auf einer Convention, dass er erst einige Wochen nach Ende der Dreharbeiten für Nachdrehs angefordert worden ist.

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Denn Columbia konnte oder wollte mit dem Lizenzgeber King Features zu keiner Einigung kommen und entschied darum, die Szenen mit dem Phantom nachzudrehen. Nur: Das Phantom war nicht länger der Wandelnde Geist. Vielmehr ersann man mit Captain Africa eine eigenständige Figur, die freilich nur optisch und dem Namen nach neu war. Im Kern handelte es sich nach wie vor um das Phantom. John Hart erzählte, dass die meisten Szenen mit ihm im Kostüm innerhalb von fünf oder sechs Tagen nachgedreht werden mussten (bei nicht allen war es nötig, wie man am nachfolgenden Bild sehen kann: man erkennt hier, dass unter der “Verkleidung” das Phantom-Kostüm steckt – der Hals verrät es). Mehr Geld und Zeit stand nicht zur Verfügung. Hart quittierte die Änderung so: „Als Phantom sah ich cool aus, als Captain Africa wie ein Idiot.“

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Captain Africa schwört, dass er nicht ruhen wird, bis der rechtmäßige Kalif Hamid wieder auf dem Thron Platz nehmen kann, von dem ihn ein Tyrann vertrieben hat. Unterstützung erhält er dabei von dem Abenteurer Ted Arnold, dem Tierfänger Nat Coleman, seinem Assistenten Omar und der arabischen Prinzessin Rhoda.

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ADVENTURES OF CAPTAIN AFRICA, MIGHTY JUNGLE AVENGER, wie das Serial schließlich hieß, wurde kostengünstig umgesetzt, da man jede Menge Stock-Footage aus den Serials THE PHANTOM, JUNGLE MENACE (1937) und THE DESERT HAWK (1944) übernommen hat.

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Das Filmmaterial mit Hart als Phantom gilt heutzutage als verschollen. Es existieren lediglich ein paar Bilder mit Hart im Kostüm des Phantoms. Und das ist die Geschichte, wie aus dem bekannten Helden Phantom der gänzlich unbekannte – und schlecht kostümierte – Captain Africa geworden ist. Seltsam? Aber so steht es geschrieben.