Beiträge verschlagwortet mit ‘Horror’

Amerikanische Albträume

Von WGF ist die Dokumentation NIGHTMARES IN RED, WHITE AND BLUE erschienen; sogar auf Blu-ray. Es handelt sich hier um eine neue Dokumentation aus dem Jahr 2009, die sich mit dem amerikanischen Horrorfilm und seiner Entwicklung beschäftigt. Die chronologische Abfolge ist klar. Es beginnt mit Edisons FRANKENSTEIN (1910), geht weiter über die Stummfilme Lon Chaneys, beschäftigt sich mit Universals Ausstoss der 30er und 40er Jahre, kommt dann zum SF-lastigen Horror der 50er Jahre, dem Realismus von PSYCHO (1960), den Cormanschen AIP-Produktionen, Romero-Zombies, Slashers und schlussendlich dem heutigen Horror.

Die Dokumentation bietet nichts wirklich Neues. Sie ist jedoh ein guter Überblick über ein Jahrhundert des Genres und lebt vor allem davon, dass einige bekannte Genre-Regisseure, darunter Joe Dante, Brian Yuzna, John Carpenter, Larry Cohen und Darren Lynn Bousman, über ihre Eindrücke zu den Filmen, die sie prägten, sprechen. So erfährt man auch, welcher Film Yuzna Angst eingejagt hat, und bei welchem Spinnenfilm der junge Joe Dante seinen Vater bedrängte, sich unbedingt den Streifen mit ihm anzusehen, nur um dann angsterfüllt aus dem Kino zu rennen und seinen alten Herrn zurückzulassen. Fast ein Jahrhundert Horrorfilm in knapp 100 Minuten – das kann nicht besonders tief sein, ist aber erfreulich breit. Und wenn schon nichts anderes, dann machen die vielen Ausschnitte aus allen möglichen Filmen Lust darauf, dem einen oder anderen Werk mal wieder einen Besuch abzustatten…

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Horror aus Österreich

In Österreich arbeitet man gerade am Low-Budget-Horrorfilm TARTARUS. Ein paar Teaser dazu gibt es schon im Netz (ebenso wie Produktionstagebücher). Und auch wenn man noch nicht viel sehen kann, so sieht das, was geboten ist, doch recht vielversprechend aus. Die Geschichte sieht so aus:

Österreich 1813: Zwei Heimkehrer aus dem napoleonischen Krieg werden in einem entlegenen Dorf mit einer schleichenden Invasion konfrontiert, die ihre Vorstellungskraft weit überschreitet zumal die übermächtigen Feinde Taten fordern, die die Menschlichkeit der beiden Männer auf eine harte Probe stellen.

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Horrorfans und Neanderthaler

In einem Artikel des Fachmagazins “Behavioural Neuroscience” wird von einer Studie der Universität Bonn berichtet, in der untersucht wurde, warum manche Menschen auf Horrorfilme – und hier besonders auf Splatter und Gore – mit Angst und Beklemmung reagieren, während sich andere amüsieren.

Der Grund hierfür soll eine Variante des so genannten COMT-Gens sein, das eine Chemikalie im Gehirn, die das Angstgefühl beeinflußt, freisetzt. Menschen, die von Horror leichter negativ beeinflußt werden, haben demnach zweimal dasselbe Gen, wobei es dafür sorgt, dass sie von verstörenden Bildern sehr viel schneller verängstigt werden. Menschen, die jedoch nur einmal eine Version des Gens plus eine Version eines anderen Gens haben, können ihre Emotionen leichter im Griff behalten. Es wird vermutet, dass die Gen-Variation erst seit relativ kurzer Zeit existiert, da es bei Primaten nicht vorhanden ist.

So ist eine Theorie, dass das Gefühl verstärkter Angst ein evolutionärer Schritt war, der dem Menschen bei seiner Entwicklung half. Anders als Tiere hatten Menschen in der Frühzeit schon größere mentale Fähigkeiten und dementsprechend die Möglichkeit, einer Gefahr zu entgehen und abzuwägen, wie man ihr begegnet. Man griff also nicht in blindem Mut an, sondern zog sich zurück und fand eine Lösung für das Problem. Den Neanderthalern fehlte dieses Gen. Sie reagierten auf blutige und drastische Bilder nicht mit dem instinktiven Reflex zu fliehen. Sie amüsierten sich oder griffen an.

Die mittlerweile vier Jahre alte Studie behauptet natürlich nicht, mit letzter Konsequenz entschlüsseln zu können, warum Menschen bei gewissen Bildern Angst empfinden, andere von ihnen jedoch nicht tangiert werden. Vielmehr wird die Studie als erster Schritt bei der Entschlüsselung der Wirkung einzelner Gene auf das Angstempfinden gesehen.

Amüsant ist es aber schon irgendwie: Der moderne Horrorfan soll also mehr Ähnlichkeit mit einem Neanderthaler haben, als er sich gemeinhin vorstellen würde. Außer Acht gelassen wird dabei natürlich, ob nicht weitere Gene hier hineinspielen, da bei Betrachtung eines Films natürlich jedem bewusst ist, dass er nur etwas Fiktives sieht. So stellt sich auch die Frage, wie Horrorfans, die bei Gore-Filmen ohne Ende johlen und sich amüsieren, auf reale Schreckensbilder reagieren.

Verhaltenstheorie ist aber so oder so ein interessantes Thema – und das nicht nur in Bezug auf Horrorfilme -, da der Mensch oftmals Dinge macht oder auf gewisse Weise reagiert und dabei nur einem vorgefertigten Muster folgt, das in seinem Kopf existiert, ohne dass er sich dessen überhaupt bewusst ist.

250.000 Dollar

Das Poster für den Universal-Studios-Klassiker THE BLACK CAT mit Bela Lugosi und Boris Karloff wird in einer Auktion für 250.000 Dollar angeboten. Der Film kam 1934 in die US-Kinos. Aus dem Jahr ist auch das Poster. Vermutlich ist es das einzige Exemplar, das überlebt hat. Es gibt noch eine Variante mit blauer statt roter Farbe, von der die Existenz von vier Stück bekannt ist. Wer mitbieten will, kann das hier tun: http://movieposters.ha.com/common/view_item.php?Sale_No=7014&LotIdNo=116001

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Martys Top 11

Martin Scorsese hat sich hingesetzt und klärt auf, was für ihn die 11 gruseligsten Horrorfilme sind.

Das findet man hier: http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-10-28/martin-scorseses-top-11-horror-films-of-all-time/full/

Über seine Auswahl kann man vortrefflich streiten. Und das umso mehr, da seine Liste außergewöhnlich stark von Geister- und Spukhaus-Filmen dominiert wird. Einige der von ihm genannten Streifen sind m.E. auch schwer überschätzt, so etwa Stanley Kubricks THE SHINING oder THE ENTITY mit Barbara Hershey.

Fühlen und Erleben: Horror

Manchmal gibt es Filme, die entziehen sich konsequent allen Konventionen. Solche Filme sind selten, aber es gibt sie – hin und wieder. Natürlich wird man solche Filme nur selten im Kino bewundern können, doch die DVD bietet die Möglichkeit, auch Schätze abseits des großen Einerleis entdecken und lieben lernen zu können. Dante Tomasellis HORROR ist ein solcher Film: Horror, den man fühlen, aber nicht verstehen muss.

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Die Geschichte klingt simpel, ist es aber nicht. Zwei Plots laufen parallel ab. Ein paar Jugendliche entfliehen einem Rehabilitationscenter und machen sich auf zu dem Prediger Salo Jr., dessen Haus mitten im Nichts liegt. Dort nimmt eine andere Handlung ihren Lauf. Salos Tochter, Grace, wird von ihm und seiner Frau wie eine Sklavin gehalten. Ihre einzige Freude ist die geistige Führung ihres toten Großvaters Salo Sr. Als die Jugendlichen in das Haus kommen, beginnt eine Nacht des Schreckens.

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Das klingt im Grunde wie der übliche Plot eines schaurigen Gruselfilms, doch Tomaselli interessiert sich nicht für eine kohärente Erzählung. Stattdessen setzt er auf Gefühle und lässt die Gesetze der Logik außen vor, um den größtmöglichen audiovisuellen Schrecken zu erzeugen, dessen er fähig ist. Es sind nicht Ghouls, Monster, Killer oder ähnliches, die hier beim Zuschauer für ein unangenehmes Gefühl der Bedrohung, der Angst sorgen, es ist die trostlose und surreale Darstellung der Umgebung selbst, von der der Terror ausgeht.

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Sein Film, so Tomaselli im Audiokommentar, soll keinen Sinn machen, er soll dem Zuschauer Angst machen, soll ihn das Böse erleben lassen, ohne dass es wirklich greifbar wird. Zu diesem Zweck setzt er auch das Bildnis einer schwarzen Ziege immer wieder ein, die direkt auf das Haus des Schreckens und damit auch auf den Zuschauer selbst blickt. Inmitten des Schnees symbolisiert sie das Böse, das sich langsam anschleicht, die Protagonisten umgarnt und Stück um Stück verschlingt. Ursprünglich hatte Tomaselli vorgehabt, Spinnen hierfür einzusetzen, doch als er auf die hier benutzte Ziege bei der Dawn Animal Agency, einer Agentur für tierische Schauspieler, traf, wusste er, dass sie es sein musste, die in seinem Film das Zeichen kommenden Verderbens sein sollte. Er schrieb das Drehbuch sogar um, um diesem Aspekt gerecht zu werden und änderte das Poster für den Film vollständig.

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HORROR ist nach DESECRATION, den Tomaselli 1999 inszenierte, sein zweiter Film. Wie schon beim Erstling, von dem es etwas mehr als zehn Minuten bei den Extras dieser DVD zu sehen gibt, verweigert sich der Regisseur auch hier einer leicht greifbaren Geschichte. Vielmehr operiert er auf einer künstlerischen Ebene, die vielen vielleicht langsam oder gar langweilig erscheinen mag, da der Film keine einfachen Antworten gibt, sondern zur Interpretation einlädt, wobei viele kleine Details im Hintergrund den dargebotenen Symbolismus noch verstärken. Wer geradlinige Horrorkost erwartet, ist hier vollkommen fehl am Platz.

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Ebenso wenig, wie man mit der Frage nach der Logik der Ereignisse an diesen Film herangehen darf. HORROR muss erlebt, gefühlt werden. Alles andere wäre Zeitverschwendung. Neben einem Gastauftritt von der aus SLEEPAWAY CAMP bekannten Felicia Rose ist das schauspielerische Highlight des Films der Amazing Kreskin, der sich selbst als Mentalist beschreibt. Kreskin hatte in den 70er Jahren eigene Fernsehshows und ist ein regelmäßiger Gast bei David Letterman, wo er seine Fähigkeiten der Hypnose und Beeinflussung anderer vorführt. Egal, wie man zu Kreskin stehen oder ob man ihm seine mentalen Kräfte glauben mag, ihm zuzusehen, wie er Menschen dazu animiert, seinem Willen zu gehorchen, ist äußerst faszinierend und korreliert mit dem Film. Realität und Fiktion finden hier zueinander und entlassen den Zuschauer mit einem mulmigem Gefühl und der Frage, ob es nicht mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als er sich gemeinhin vorgestellt hat.

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Eines der Extras dieser in den USA bei Elite Entertainment erschienen DVD geht auch im Besonderen auf die Fähigkeiten des Amazing Kreskin ein. Weitere Extras sind verschiedene Galerien, die Trailer zu DESECRATION und HORROR, Behind-the-Scenes-Footage und natürlich der Audiokommentar. Das Widescreen-Bild des Films wurde zwar nachbearbeitet, ist aber zum Teil recht grobkörnig. Mehr war aber wohl aus der Vorlage nicht herauszuholen – und muss es eigentlich auch nicht, denn die Erscheinung des Bildes trägt nicht unwesentlich zur unwirklichen Atmosphäre des Films bei. HORROR ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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