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Dracula Schizophrana

Auf YouTube bin ich über ein schönes Video gestolpert. Jemand hat Hammers HORROR OF DRACULA (1958) auf knapp vier Minuten komprimiert und musikalisch mit Danny Elfmans “The Quadruped Patrol” unterlegt. Diese Komposition befindet sich auf dem Album “Serenada Schizophrana”, das verschiedene Elfman-Kompositionen enthält, die abseits seines Filmschaffens entstanden sind. Es ist bemerkenswert, wie gut dieses Stück DRACULA akzentuiert – gerade so, als hätte es schon immer zu diesem Film gehört.

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Hammer im Schnelldurchlauf

Dies ist eine wirklich schöne Montage von Szenen verschiedener Hammer-Filme. Musikalisch unterlegt sind diese mit dem Main Theme von ENEMY OF THE STATE und dem Song  “Moment of Peace”  aus dem Album “Gregorian Christmas Chants and Visions”. Die Szene bei Minute 04:05 entstammt keiner Hammer-Produktion. Dabei handelt es sich um HORROR EXPRESS, einem Film, der in bester Hammer-Tradition steht und Christopher Lee und Peter Cushing in den Hauptrollen zu bieten hat.

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Amicus – Eine Geschichte des Horrors und der Phantastik

Spricht man vom britischen Horror-Film, so sind es in der Regel die Filme der traditionsreichen Hammer Studios, an die man denkt, doch war dies längst nicht die einzige Firma, die sich dem phantastischem Film verschrieben hat. Nicht minder erfolgreich war Amicus, dessen Blütezeit von 1965 bis 1977 reichte. Zwar gab es mit dem von Robert Lewellyn Moxey inszenierten HORROR HOTEL, in dem Christopher Lee eine der Hauptrollen spielt, bereits einen frühen Abstecher in die Welt des Horrors, doch dieser Film ist nur ein Ahnherr der eigentlichen Amicus-Produktion, wurde aber nicht unter dem Label veröffentlicht. Milton Subotsky und sein Partner Max J. Rosenberg, beide Amerikaner, kamen nach Großbritannien, da sie erkannten, dass man dort finanziell günstiger als in Hollywood arbeiten, aber dennoch hochwertige Produkte erschaffen konnte. Sie etablierten ihre Basis in England und begannen mit der Produktion weiterer Filme, doch erst im Jahr 1965 sollte Amicus zu dem werden, wofür es heute von Fans noch immer geliebt wird: Eine Schmiede des Phantastischen.

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Man begann die Produktion von DR. TERROR’S HOUSE OF HORRORS, wobei für diesen Episodenfilm namhafte Schauspieler, darunter Peter Cushing und Christopher Lee engagiert wurden, die zu jener Zeit fast automatisch einen Kinoerfolg garantierten. Das Format des Episodenfilms unterschied Amicus nicht nur von Hammer, sondern sorgte auch dafür, dass die Firma eine eigene Identität bekam, denn diese Art von filmischer Wundertüte sollte über die nächsten Jahre noch mehrmals dem Publikum präsentiert werden.

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Da sich der Film an den internationalen Kinokassen als Erfolg erwies, verlegten Subotsky und Rosenberg sich gänzlich darauf, phantastische Filme zu produzieren. Da zu jener Zeit auch DR. WHO gerade ungeheuer populär war, handelte man einen Deal mit der BBC aus und präsentierte zwei Kinofilme, in denen Peter Cushing den Doktor zum Besten gab. Diese Filme waren natürlich eher auf ein junges Publikum zugeschnitten, konnten jedoch angesichts der gewaltigen Dalek-Mania jener Zeiten in Großbritannien unglaubliche Summen einspielen.

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Immer wieder kehrte Amicus jedoch zum Format des Episodenfilms zurück, wobei Anfang der 70er Jahre mit TALES FROM THE CRYPT und THE VAULT OF HORROR die gleichnamigen Comic-Vorlagen verfilmt wurden. William Gaines, der Besitzer von E.C. Comics, der die zahlreichen Horrorreihen veröffentlicht hatte, wollte die Filmrechte eigentlich nicht abtreten, ließ sich dann jedoch vom rührigen Amicus-Team überzeugen, dass seine Schätzchen hier in guten Händen waren. Während ersterer jedoch tatsächlich gut ankam, fand Gaines den zweiten Film grauenhaft und absolut langweilig, weswegen er sich weigerte, weitere Rechte an Amicus zu veräußern, wodurch weitere bereits geplante Filme wie „Tales of the Incredible“, „The Haunt of Fear“ und „More Tales From the Crypt“ nicht mehr verwirklicht wurden.

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Zu jener Zeit, Anfang der 70er, merkte man jedoch auch schon bei Amicus, dass die Zeit sich weitergedreht hatte und der klassische Horror, wie er in den 50er und 60er Jahren geboten wurde, nicht mehr ganz den Geschmack des Publikums traf. Dem wollte die Firma mit dem Werwolf-Who-Done-It THE BEAST MUST DIE Rechnung tragen, der Anleihen bei der Blaxploitation nahm und bei dem der Zuschauer zum Mitraten aufgefordert wurde und am Ende gar eine Pause gemacht wird um dem Publikum die Chance zu geben, kurz über ihren Hauptverdächtigen nachzudenken. In der Mitte des Jahrzehnts versuchte sich die Firma schließlich an den unheimlich teuren Verfilmungen der Romane von Edgar Rice Burroughs, wobei sich THE LAND THAT TIME FORGOT als Erfolg erwies. Der eilig nachgeschobene zweite Teil, der insgesamt etwas schäbiger wirkt und bei weitem nicht mehr die Qualität des Originals aufweist, wurde schließlich von AIP verlegt, da Amicus noch vor Fertigstellung das Zeitliche gesegnet hatte. Eine weitere Burroughs-Verfilmung  war AT THE EARTH’S CORE, die mit Doug McClure auch den Star der Dinosaurier-Filme im Boot hatte und zusätzlich mit Peter Cushing aufwarten konnte, aber wenig mehr als Kinderunterhaltung blieb.

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Zu den ständigen Stars von Amicus gehörten Peter Cushing und Christopher Lee, was natürlich auch dazu beitrug, dass man die Firma als ernsthaften Konkurrenten von Hammer erachtete, da es ihnen immer wieder gelang, deren Stars abspenstig zu machen. 1969 konnte man mit den Beiden und Vincent Price sogar die drei damaligen Heroen des Schreckens in einem Film versammeln: SCREAM AND SCREAM AGAIN. Der Film taucht jedoch nicht in der offiziellen Filmographie von Amicus auf, da er mit AIP co-produziert wurde und diese die Rechte an dem Film hielten. Extrem ungewöhnlich und unzugänglich wie er ist, ist er vor allem seiner drei Darsteller nennenswert, die jedoch keinen gemeinsamen Auftritt absolvieren. Ein Highlight des Amicus-Oeuvres ist neben den besten Episodenfilmen aller Zeiten vor allem I, MONSTER, eine Verfilmung von DR. JEKYLL UND MR. HYDE, die jedoch auf die Namen der Vorlage von Stevenson verzichtet und eigene Charaktere erschafft. In der Hauptrolle findet sich Christopher Lee, der eine seiner energetischsten Darstellungen überhaupt abliefert.

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Nach dem letzten Burroughs-Film, der schon während der Auflösung der Firma entstand und schließlich von AIP vertrieben wurde, nahm auch Max Rosenberg seinen Hut, nachdem sein Kollege und Partner sich schon lange vorher absentiert und das operative Geschäft ihm und den jüngeren, intriganten Nachfolgern John Dark und Arthur Cleaver überlassen hatte. Rosenberg und Subotsky waren auch weiterhin im Filmgeschäft tätig. So zeichnete Subotsky für die Episodenfilme THE UNCANNY (DAS UNHEIMLICHE) und THE MONSTER CLUB verantwortlich, die jedoch beide nicht an die goldenen Tage der Amicus-Produktionen heranreichen können.

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Anders als die Produktionen der Hammer Studios, die im Bereich Horror und Phantastik mittlerweile fast vollständig vorliegen, gibt es in Sachen DVD bei Amicus noch einigen Nachholbedarf. Bisher wurden nur vereinzelt Titel des Studios veröffentlicht, am Schönsten ohne Frage in der gelungenen Amicus-Collection von Anchor Bay, die immerhin fünf Filme umfasst. Während die Burroughs-Filme ebenfalls vorliegen – das sogar auf Deutsch – und DR. WHO natürlich in Großbritannien veröffentlicht wurde, sieht es bei den meisten Horrortiteln bislang noch sehr trübe aus, was umso mehr erstaunt, bedenkt man, dass in den meisten dieser Filme zugkräftige Namen wie Peter Cushing oder Christopher Lee mit dabei sind. So heißt es für Freunde und Fans des klassischen britischen Horror-Films auch weiterhin, geduldig zu warten und Tee zu trinken. Irgendwann wird auch der letzte Amicus-Film auf DVD erscheinen. Und was machen wir dann? Weiter warten, denn Amicus und Hammer waren nicht die einzigen britischen Studios, die sich dem Genre verschrieben hatten. Von Tigon gibt es schließlich noch weit weniger auf Silberling …

Die Amicus-Filmographie

Jahr/Originaltitel/deutscher Titel/DVD-Veröffentlichung

1960 Horror Hotel / Stadt der Toten (RC1: VCI / RC2 UK: GMVS)

1962 It’s Trad, Dad

1963 Just for Fun

1965 Dr. Terror’s House of Horrors / Die Todeskarten des Dr. Schreck (RC 2 UK: Anchor Bay UK / RC 2 BRD: Koch Media)

1965 Dr. Who and the Daleks (RC 2 UK: Optimum)

1965 The Skull / Der Schädel des Marquis de Sade (RC 1: Legend)

1966 Daleks’ Invasion Earth: 2150 A.D. (RC 2 UK: Optimum)

1966 The Psychopath / Der Puppenmörder

1967 The Deadly Bees / Die tödlichen Bienen (RC 1: Legend)

1967 Danger Route / Ratten im Secret Service

1967 The Terrornauts

1967 They Came From Beyond Space / Sie kamen von jenseits des Weltraums

1967 Torture Garden / Der Foltergarten des Dr. Diabolo (RC 2 BRD: Sony)

1968 The Birthday Party (RC 2 UK: Fremantle)

1969 A Touch of Love (RC 2 UK: Optimum)

1970 Scream and Scream Again / Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse (RC1: MGM)

1970 The Mind of Mr. Soames / Das zweite Leben des Mr. Soames

1971 The House that Dripped Blood / Totentanz der Vampire (RC 2 UK: Anchor Bay UK / RC 2 BRD: Koch Media)

1971 I, Monster (RC 2 UK: Warner)

1972 Asylum / Asylum (RC 2 UK: Anchor Bay UK, RC 2 BRD: E-M-S)

1972 Tales from the Crypt / Geschichten aus der Gruft (RC 1: MGM)

1972 What Became of Jack and Jill?

1973 And Now the Screaming Starts! / Embryo des Bösen (RC 2 UK: Anchor Bay UK)

1973 From Beyond the Grave / Die Tür ins Jenseits (RC 1: Warner)

1973 The Vault of Horror / In der Schlinge des Teufels (RC 1: MGM)

1974 The Beast Must Die / Mondblut (RC 2 UK: Anchor Bay UK)

1974 Madhouse / Das Schreckenshaus des Dr. Death (RC 1: MGM)

1975 The Land that Time Forgot / Caprona (RC 2 BRD: CMV)

1976 At the Earth’s Core / Der sechste Kontinent (RC 2 BRD: CMV)

1977 The People That Time Forgot / Caprona 2(RC 2: MGM)

Hammer-Filme, die man gerne gesehen hätte

In der langjährigen Geschichte des britischen Filmstudios Hammer gab es einige Filme, die sich in verschiedenen Phasen der Entwicklung befanden, aber niemals in Produktion gingen. Für einige dieser Projekte existiert neben  einer inhaltlichen Beschreibung auch Werbematerial.

THE AMAZON QUEEN

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Ein Projekt, das in den 70er Jahren hätte entstehen sollen. Über diesen Film ist nicht viel bekannt, aber angesichts des Artworks kann man sicherlich sagen, dass hier ein Film im Stil von THE VIKING QUEEN entstanden wäre.

A SCENT OF NEW-MOWN HAY

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Auch über dieses Projekt ist nicht viel bekannt. Es sollte auf jeden Fall eine Geschichte sein, die nach der Apokalypse spielt. Anhand des Artworks kann man wohl davon ausgehen, dass es in dem Film schreckliche Mutationen gegeben hätte.

MISTRESS OF THE SEAS

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Basierend auf einem Roman von John Carlove sollte dies ein Piratenfilm sein – im Jahre 1978. Zu Hammers Glück wurde dieses Projekt nichts, gab es zu jener Zeit doch kaum erfolglosere Genres als den Piratenfilm (oder den Western). Für die Hauptrolle hoffte man, Raquel Welch zu gewinnen. Ein alternativer Titel war PIRATE ANNIE.

WHEN THE EARTH CRACKED OPEN

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Die Veröffentlichung des Films war für 1972 vorgesehen. Die Dreharbeiten hätten im September 1971 starten sollen. Dabei hätte es sich um einen Science-Fiction/Katastrophen-Film gehandelt, dessen Drehbuch von John Houghton geschrieben worden ist. Ein alternativer Titel war THE DAY THE EARTH CRACKED OPEN. Die Hauptrolle sollte Caroline Munro spielen. Ray Harryhausen arbeitete bereits an den Spezialeffekten, als das Projekt fallen gelassen wurde.

ZEPPELIN VS. PTERODACTYLS

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Geplant für 1972 hätte dies ein Special-Effects-Feuerwerk werden sollen, bei dem deutsche Kampfpiloten des Ersten Weltkriegs gegen Pterodaktylen kämpfen. Das Projekt wurde fallengelassen, da es angesichts seiner Effekte als zu teuer eingestuft worden ist. Die Effekte hätte Jim Danforth kreieren sollen.

SAVAGE JACKBOOT

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Das Drehbuch für diesen Kriegsfilm wurde von John Houghton in den frühen 70er Jahren geschrieben. Peter Cushing hätte hier einen sadistischen Nazi spielen sollen.

THE HAUNTING OF TOBY JUGG

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Da Hammer mit Verfilmungen der Romane von Dennis Wheatley schon einige Erfahrungen hatte, versuchte man diesen Roman ebenfalls auf die große Leinwand zu bringen. Es hätte sich hier um eine Ko-Produktion mit Christopher Lees Firma Charlemagne handeln sollen. Lee war für die Hauptrolle vorgesehen, das Drehbuch sollte Richard Matheson schreiben und für die Regie hatte man Terence Fisher ins Auge gefasst. Das Projekt blieb jedoch in der Development Hell stecken und wurde immer mal wieder angepackt, aber nie zu Ende gebracht. 1978 wurde der Titel noch einmal angekündigt, wobei nun Val Guest die Regie hätte führen sollen. Ein alternativer Titel war THE HAUNTING.

KALI – DEVIL BRIDE OF DRACULA

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1975 wurde dieser Film geplant, der in gewisser Weise  THE LEGEND OF THE SEVEN GOLDEN VAMPIRES fortsetzen sollte. Dracula wäre hier nur kurz vorgekommen. Stattdessen hätte man es mit Kali und anderen Vampiren zu tun gehabt. Peter Cushing hätte Van Helsing erneut spielen und dieses Mal nach Indien reisen sollen. Das Drehbuch wurde von Anthony Hinds geschrieben. Die Produktion sollte zusammen mit Warner Bros. angegangen werden, da man dort seinerzeit eine hohe Summe an Rupien in Indien hatte, die dort der Gesetze wegen nicht abgezogen werden konnten. Als das Gesetz geändert wurde, entschied Warner sich, den Film nicht zu machen.

CHAKA ZULU – THE BLACK NAPOLEON

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Der Film sollte eine Adaption von Henry Rider Haggards Roman „Nada the Lily“ sein und wäre mit Unterstützung der südafrikanischen Regierung gedreht worden, doch die Pläne fielen durch.