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Spartacus: The Red Serpent

So, nun habe ich die erste Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND gesehen. Die Serie wird von Sam Raimi und Robert Tapert produziert und wurde von Steven S. DeKnight, der u.a. für ANGEL geschrieben hat, erschaffen. Der Plan war offensichtlich von vornherein, ein Serienprodukt zu gestalten, das die Größe von GLADIATOR mit dem Look von 300 verbindet.

In der ersten Episode, “The Red Serpent”, schließen sich Spartacus und die Thraker den Römern an, als diese um ihre Hilfe ansuchen. Es soll gegen einen gemeinsamen Feind gehen, der immer wieder Überfälle auf thrakische Dörfer unternommen hat. Doch schon bald zeigt sich, dass die Römer andere Interessen haben und gewillt sind, Thraker zu opfern, um diesen zu folgen. Darum kommt es zu einer Massen-Desertation, die von Spartacus angeführt wird. Er kommt gerade noch rechtzeitig nach Hause, um seine Frau Sura zu retten. Da ihr Dorf vernichtet wurde, beschließen sie, nach Süden zu gehen. Doch tags darauf fallen sie in die Hände der Römer. Sura wird versklavt und Spartacus von Legat Claudius Glaber ins römische Reich gebracht, wo er in der Arena sterben soll. Mit dem Spektakel hofft Claudius auf die Gunst des Volkes, die er benötigt, um die Schande der Niederlage in Griechenland vergessen zu machen. Zu seiner Überraschung schlägt sich Spartacus gegen vier Gladiatoren und gewinnt. Der Pöbel fordert, dass man sein Leben schont. Und Senator Albinius willigt ein. Spartacus soll fortan als Gladiator kämpfen. Und nun erst erhält er auch den Namen des einst legendären thrakischen Königs: Spartacus.

Diese erste Folge sieht vielversprechend aus. Allerdings nur insofern, als dass man erkennen kann, dass hier Potenzial vorhanden ist, denn die knapp einstündige Geschichte hat einige gewaltige Probleme. So nett es ist, die Idee des 300-Looks für das Fernsehen umzusetzen, so wenig kann dies verschleiern, dass es praktisch kaum Charakterentwicklung gibt und die Handlung dieser ersten Folge fast einem Nichts gleichkommt. “The Red Serpent” ist ein klarer Fall von Stil über Substanz. Wobei der Stil auch deutlich überzogen ist, was sich vor allem in den Gewaltszenen zeigt. Denn selbst bei kleinsten Wunden wird Literweise Blut verspritzt. Die CGI-Fontänen unterstützen zwar das visuelle Design, sind aber zumindest gewöhnungsbedürftig.

Ebenfalls möchte man wohl mit besonders viel nackter Haut punkten. Die Freizügigkeit, die sich die Serie ROM leistete, wird hier schon in der ersten Folge locker überschritten. Das ist per se nichts Schlechtes, aber es sollte etwas wohl dosierter sein. ROM verstand es, den Spagat zwischen inhaltlicher Notwendigkeit und voyeuristischem Schauwert zu proben. Mit ROM ist SPARTACUS: BLOOD AND SAND jedoch nicht vergleichbar. War die HBO-Serie vor allem auf eine intrigenreiche Geschichte mit einem Höchstmaß an Charakterentwicklung aus, so setzt die Starz-Produktion hauptsächlich auf actionreiche Schauwerte. Allerdings bleibt zu hoffen, dass sich dies im Verlauf der Staffel etwas relativiert. Denn wie gesagt: Das Potenzial, zu einer Serie zu werden, die eben nicht nur auf überzogene Action setzt, sondern auch in dramatischer Art und Weise überzeugen kann, ist vorhanden.

Zu den Pluspunkten dieser ersten Folge gehören: Newcomer Andy Whitfield ist ein kerniger Held. Spartacus’ Frau Sura wird von Erin Cummings gespielt, die erfreulicherweise auch sehr freizügig agiert. Ein klarer Vorteil! Claudius wird von Haldir-Darsteller Craig Parker dargestellt. Die von 300 inspirierten Action-Sequenzen sind auf jeden Fall cool. Lucy Lawless gefällt. Die britischen Akzente und die blumigen Dialoge!

Unterm Strich gilt damit: Die erste Folge ist kein Geniestreich, aber ausbaubar. Dies wird kein neues ROM, aber vielleicht eine gut gestaltete TV-Variante von GLADIATOR. Ich werde mir auf jeden Fall auch die weiteren Folgen ansehen.