Hier ist sie also: DIE UNWIDERLEGBARE WAHRHEIT ÜBER DÄMONEN (THE IRREFUTABLE TRUTH ABOUT DEMONS). Nun, ganz so weit geht der Neuseeländer Glenn Standring nicht, aber einen exzellenten Film hat er dennoch abgeliefert. Er konzentriert sich auf den Anthropologen Harry Ballard, der in die Fänge von Le Valliant und seiner Sekte von Satansanbetern gerät. Wahn und Wirklichkeit vermischen sich und Harry muss sich die Frage stellen, ob er sich das Spiel der Dämonen nur einbildet oder er tatsächlich zum Spielball übernatürlicher Mächte geworden ist.
Die Geschichte erinnert von ihrer Konzeption und ihrem Aufbau an Clive Barker (und hier vor allem an dessen Film LORD OF ILLUSIONS), ist aber eher als eine Hommage, denn als ein billiger Rip-off zu verstehen. Standring schuf einen kleinen, aber eindringlichen Horrorfilm, der von seiner bedrohlichen Stimmung lebt und diese auf den Zuschauer übertragen kann. Dabei verzichtet er fast vollständig darauf, die Dämonen – hübsch mit CGI getrickst – zu zeigen, sondern setzt auf psychologischen, aber auch physischen Schrecken, wenn Le Valliant dem späteren Eomer Karl Urban alias Harry Ballard so richtig hart zusetzt. Das Ende ist dabei ambivalent gehalten und fordert den Zuschauer auf, sein eigenes Urteil zu treffen.
THE IRREFUTABLE TRUTH ABOUT DEMONS ist ein interessanter Beitrag zum zeitgenössischen Horrorfilm, der abseits des großen Mainstream-Markts existiert. Nach diesem Werk dauerte es sechs Jahre bis Glenn Standring wieder einen Film vorlegen konnte. Das Warten hat sich übrigens gelohnt, denn auch PERFECT CREATURE ist ein feiner Film.

