Von WGF ist die Dokumentation NIGHTMARES IN RED, WHITE AND BLUE erschienen; sogar auf Blu-ray. Es handelt sich hier um eine neue Dokumentation aus dem Jahr 2009, die sich mit dem amerikanischen Horrorfilm und seiner Entwicklung beschäftigt. Die chronologische Abfolge ist klar. Es beginnt mit Edisons FRANKENSTEIN (1910), geht weiter über die Stummfilme Lon Chaneys, beschäftigt sich mit Universals Ausstoss der 30er und 40er Jahre, kommt dann zum SF-lastigen Horror der 50er Jahre, dem Realismus von PSYCHO (1960), den Cormanschen AIP-Produktionen, Romero-Zombies, Slashers und schlussendlich dem heutigen Horror.

Die Dokumentation bietet nichts wirklich Neues. Sie ist jedoh ein guter Überblick über ein Jahrhundert des Genres und lebt vor allem davon, dass einige bekannte Genre-Regisseure, darunter Joe Dante, Brian Yuzna, John Carpenter, Larry Cohen und Darren Lynn Bousman, über ihre Eindrücke zu den Filmen, die sie prägten, sprechen. So erfährt man auch, welcher Film Yuzna Angst eingejagt hat, und bei welchem Spinnenfilm der junge Joe Dante seinen Vater bedrängte, sich unbedingt den Streifen mit ihm anzusehen, nur um dann angsterfüllt aus dem Kino zu rennen und seinen alten Herrn zurückzulassen. Fast ein Jahrhundert Horrorfilm in knapp 100 Minuten – das kann nicht besonders tief sein, ist aber erfreulich breit. Und wenn schon nichts anderes, dann machen die vielen Ausschnitte aus allen möglichen Filmen Lust darauf, dem einen oder anderen Werk mal wieder einen Besuch abzustatten…
Schlagworte: Biran Yuzna, Frankenstein, Horror, Joe Dante, John Carpenter, Lon Chaney, Nightmares in Red White and Blue, WGF
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Es ist schon ein paar Monate her, dass der britische “Independent” darüber berichtete, aber ich bin jetzt erst darüber gestolpert, und finde es hochinteressant. Regisseur Danny Boyle kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Er hatte seine Karriere als Bühnenregisseur begonnen und verschiedene Stücke für die Royal Shakespeare Company inszeniert. In den 90er Jahren wechselte er dann zum Film – und das sehr erfolgreich. Nun rufen ihn die Bretter, die die Welt bedeuten, zurück.

Er wird eine Produktion von Mary Shelleys FRANKENSTEIN für die Bühne entwickeln, basierend auf einer Idee, die er bereits vor mehr als einer Dekade hatte. Das Skript wird von Nick Dear geschrieben. Aufgeführt werden soll das Stück am National Theatre in London. Schon seit Jahren will Boyle wieder etwas für die Bühne machen, aber Filmprojekte ließen ihm keine Zeit. Das Stück soll nach eigener Aussage ein ambitioniertes und visuell spektakuläres Ereignis werden. Man erwartet, dass es Ende 2010, spätestens im Frühjahr 2011 Premiere feiern wird. Das National Theatre plant auch eine Übertragung des Stücks in weltweite Kinosäle, so wie es bei großen Opern-Ereignissen heutzutage ja schon Gang und Gebe ist. Man muss also nicht unbedingt nach London reisen, um Danny Boyles FRANKENSTEIN zu erleben, auch wenn das Theater-Ambiente sicherlich sehr viel ansprechender ist, wenn man live vor Ort ist. Ich bin gespannt, wen Boyle in den Hauptrollen besetzen wird. Und mal kucken, vielleicht sehe ich mir das Stück auch direkt in London an.
Schlagworte: Danny Boyle, Frankenstein, Theater
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Eine der für den phantastischen Film fruchtbarsten Perioden aller Zeiten waren die 30er Jahre. Ein Jahrzehnt, das von den bahnbrechenden Filmen der Universal Studios geprägt worden war. Die phantastischen Genres selbst wurden auf nicht gerade unbedeutende Weise von James Whale bestimmt, der mit FRANKENSTEIN und DER UNSICHTBARE zwei der wichtigsten Klassiker jener Ära vorlegte.

Durch seine erfolgreichen Arbeiten gehörte er bei Universal zu den geschätztesten Regisseuren. Er schien der ideale Mann für ein Projekt zu sein, das Carl Laemmle Jr., für die Produktionsseite des Studios verantwortlich, 1932 begonnen hatte. Ausgang war eine 27-seitige Story von Harry Hoyt, der einst für die First National Pictures THE LOST WORLD inszeniert hatte. Mittlerweile war er bei Universal angekommen und machte sich Hoffnungen darauf, für A TRIP TO MARS das Drehbuch schreiben und vielleicht auf dem Regiestuhl Platz nehmen zu können.
Die Chance sollte er jedoch nicht erhalten, da ein derartig prestigeträchtiges und aufwändiges Projekt bei Whale in weit besseren Händen war. Immerhin hatte man es hier mit einer gigantischen Geschichte zu tun, in der seltsame halbmechanische Kreaturen gegen halbwegs intelligente Rieseninsekten kämpften – und dazwischen gefangen waren einige Menschen.
Im Verlauf der Vorproduktion wurden verschiedene Treatments entwickelt und ein Drehbuch angefertigt. 1933 erwies sich Whales DER UNSICHTBARE als gigantischer Triumph und so kündigte man von Seiten Universals als nächstes Projekt des Regisseurs entweder A TRIP TO MARS oder eine Fortsetzung zu FRANKENSTEIN an.
Man entschied sich schließlich für A TRIP TO MARS, da dieser weitaus geeigneter war, dem phänomenalem Unsichtbarem zu folgen. Das Drehbuch war gegen Ende 1933 fast fertig gestellt, wobei Whale einige humorige Szenen einfügte. Eine der Änderungen betraf beispielsweise den Terrier eines der Menschen, der auf dem Mars ungewöhnlich intelligent wird und sprechen lernt. Kurz vor seinem Tod darf er noch einen letzten kernigen Spruch ablassen.
Danach verließ Whale das Land für zwei Monate. Als er wieder zurückkehrte, befand sich A TRIP TO MARS noch immer in Produktion, aber da die Stop-Motion-Effekte, die man für die Roboter- und Insektenwesen benutzen wollte, eine sehr lange Vorbereitungszeit erforderten, entschied man bei Universal, dass sich Whale noch eines anderen Films annehmen sollte. Whale begann schließlich mit der Arbeit an FRANKENSTEINS BRAUT, seinem besten Film. Danach, so sah es der Plan vor, hätte er an dem großen SF-Projekt weiterarbeiten sollen, doch dazu kam es nicht mehr. Hinter den Kulissen bei Universal gab es Veränderungen und die Horrorfilme, die einstige Erfolgsgaranten waren, wurden zum Ende des Jahrzehnts hin durchgängig erfolgloser. Whale wandte sich, da das Projekt nicht weiterging, anderen Dingen zu und bevor man sich versah, hatte die Universal-Ära der Phantastik geendet – und mit ihr war A TRIP TO MARS eines langsamen Todes gestorben.
Schlagworte: A Trip to Mars, Frankenstein, James Whale, Universal Studios
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Im Jahr 1963 las Boris Karloff einige Kurzgeschichten für eine LP-Veröffentlichung. Vermutlich handelt es sich um die Veröffentlichung “Tales of the Frightened”. Hier las Karloff die Geschichten “The Man in the Raincoat”, “The Deadly Dress”, “The Hand of Fate”, “Don’t Lose Your Head”, “Call At Midnight”, “Just Inside the Cemetery” und “The Fortune Teller”. Karloff stand des Öfteren für solche LPs zur Verfügung. Er erzählte so auch die Geschichten von “Sleepy Hollow” oder “Rip van Winkle”. Und 1967 gab es eine LP mit dem Titel “An Evening with Boris Karloff and Friends”. Zu hören sind hier Synopsen der bekannten Universal-Monster-Filme, die von Karloff vorgetragen werden, untermalt von ein paar musikalischen Stücken der entsprechenden Filme.
Boris erzählt eine kleine Gruselgeschichte:
Boris erzählt von Universals DRACULA und FRANKENSTEIN:
Schlagworte: An Evening with Boris Karloff, Dracula, Frankenstein, Sleepy Hollow
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Unter seinem echten Namen ist William Henry Pratt nur wenigen bekannt. Als Boris Karloff hat er einen Platz im Pantheon des Horros eingenommen. Seinen Künstlernamen legte er sich bereits 1909 zu. Karloff wurde heute, am 23. November, vor 122 Jahren in London geboren. Schon zur Stummfilmzeit war Karloff aktiv, doch er lebte mehr schlecht als recht von seiner Profession. Mehr als ein Jahrzehnt verging, bevor Karloff den Durchbruch schaffte. Und das hatte er kurioserweise Bela Lugosi zu verdanken. Der war mit DRACULA (1931) zum neuen Horrorstar bei Universal aufgestiegen, weswegen man ihm selbstverständlich die Rolle des Monsters in FRANKENSTEIN (1931) anbot. Doch Lugosi lehnte ab. Eine Rolle, die nicht spricht war unter seinem Niveau. Eine Entscheidung, die er noch lange danach bereuen sollte, denn als Frankensteins Monster wurde Karloff zu Lugosis größtem Konkurrenten, auch wenn beide des Öfteren zusammen in Filmen agierten.

“Das Monster ist mein bester Freund”, sagte Karloff einmal. Und damit hatte er Recht. Ohne es wäre er nie zu der Ikone des Schreckens geworden, die er Zeit seines Lebens war. Er machte sich keine Illusionen. Dutzende andere Schauspieler hätten den Part auch überzeugend darbieten können, aber er hatte Glück und das nötige Talent, zu mehr als nur einer Eintagsfliege zu werden.


Noch zweimal spielte er das Monster, in BRIDE OF FRANKENSTEIN (FRANKENSTEINS BRAUT, 1935) und SON OF FRANKENSTEIN (FRANKENSTEINS SOHN, 1939). Zudem wirkte er in einer Reihe weiterer Universal-Produktionen wie THE BLACK CAT (1934), THE RAVEN (1935) , THE MUMMY (DIE MUMIE, 1932) und THE OLD DARK HOUSE(1932) mit. Karloff, der schon bald den Beinamen “The Uncanny” trug war auch für andere Firmen tätig. Er spielte Fu Manchu in THE MASK OF FU MANCHU (1932) und war der Detektiv MR. WONG in einer eigenen Filmreihe. Zur Mitte der 40er Jahre erhielt er deutlich weniger Angebote und mit ABBOTT AND COSTELLO MEET THE KILLER, BORIS KARLOFF (1949) endete die erste Stufe seiner Karriere.

In den 50er Jahren war er verstärkt für das Fernsehen aktiv. Er war Gastgeber der Serie THE VEIL und spielte auch in verschiedenen Folgen die Hauptrolle. Von 1960 bis 1962 war er der Gastgeber der Anthologie-Serie THRILLER. Und gleich darauf fungierte er in selber Funktion bei OUT OF THIS WORLD.

In den 60er Jahren wurde er auch wieder verstärkt für das Kino angefragt. Er arbeitete mehrmals für Roger Corman, so im Klassiker THE RAVEN (DER RABE, 1963) und setzte sich mit Peter Bogdanovichs TARGETS (TARGETS, 1968) gleich selbst ein Denkmal. Karloff starb am 2. Februar 1969 im englischen Sussex an den Folgen eines Emphysems.

Auf den Horrorstar festgelegt zu sein, machte ihm nichts aus: “Man hört oft, dass Schauspieler sich beschweren, auf einen bestimmten Typ festgelegt zu sein. Wenn man z.B. gutaussehend ist, ist man ein Leading Man. Ich hatte Glück. Wohingegen andere Millionen aufwenden, um ein Trademark zu erschaffen, wurde mir meines frei Haus geliefert. Wenn ein Schauspieler in der Position ist, sich selbst seine Rollen auszusuchen, hat er ein Problem, da er nie weiß, was er am Besten kann. Ich bin sicher, ich wäre ein hervorragender Lord Fauntleroy, aber wer würde zehn Cents bezahlen, um das zu sehen?”
Schlagworte: Abbott und Costello, Bela Lugosi, Boris Karloff, Der Rabe, Die Mumie, Frankenstein, Fu Manchu, Mr. Wong, Roger Corman, The Mummy, The Raven, Thriller
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Dies ist eine wirklich schöne Montage von Szenen verschiedener Hammer-Filme. Musikalisch unterlegt sind diese mit dem Main Theme von ENEMY OF THE STATE und dem Song “Moment of Peace” aus dem Album “Gregorian Christmas Chants and Visions”. Die Szene bei Minute 04:05 entstammt keiner Hammer-Produktion. Dabei handelt es sich um HORROR EXPRESS, einem Film, der in bester Hammer-Tradition steht und Christopher Lee und Peter Cushing in den Hauptrollen zu bieten hat.
Schlagworte: Christopher Lee, Dracula, Frankenstein, Hammer, Horror Express, Montage, Peter Cushing
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Stop-Motion-Experte Willis O’Brien plante auch mal kurzzeitig ein eigenes FRANKENSTEIN-Projekt. Ein paar Designzeichnungen existierenn, wobei der interessanteste Aspekt dabei ist, dass O’Brien sich die Kreatur als etwa acht Meter großes Monster vorstellte. Auf YouTube zeigt nun jemand ein krudes Filmchen mit einem Frankenstein-Monster, das anhand der O’Brien-Designs angefertigt wurde. Zu sehen sind neben den O’Brien-Skizzen ein paar Bilder des Monsters im Kampf mit anderen Kreaturen. Ein echter kleiner Stop-Motion-Film soll noch folgen.
Schlagworte: Frankenstein, Willis O'Brien
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Während die Filme des traditionsreichen Studios Hammer Films doch sehr bekannt sind, ist dieser kleine Fernsehpilotfilm, der nur eine knappe halbe Stunde geht und eine eigene Frankenstein-Serie einleiten sollte, doch eher unbekannt. Und das gilt natürlich auch für deutsche Gefilde, wurde der Film doch nie synchronisiert. Diese Folge trägt den Titel „The Face in the Tombstone Mirror“.

Es gibt TALES OF FRANKENSTEIN sowohl als relativ teure DVD von Image, als auch von Alpha Video, einem Label, das hauptsächlich Public-Domain-Titel vertreibt. Das Ergebnis ist durchaus ansehnlich. An Extras gibt es nichts (wenn man von dem Public-Domain-Film THE TERROR mit Boris Karloff und Jack Nicholson absieht), doch das ist angesichts dieser Rarität auch gar nicht nötig.

Der von Curt Siodmak inszenierte Film erzählt flott die Geschichte von Baron Frankenstein, der sein Monster erschafft, als sich ihm endlich das richtige Rohmaterial bietet – ein todkranker Mann, der um seine Hilfe bittet, um wieder leben zu können. Natürlich verläuft die Handlung sehr schnell und ist besonders auch für heutige Sehverhältnisse doch etwas albern, aber interessant ist dieses Relikt einer anderen Zeit ohne Frage, denn hier vermischen sich die gängigen Frankenstein-Elemente von Universal und Hammer, so dass so etwas wie der Missing Link zwischen den Werken beider Firmen entsteht. Da passt es auch, dass am Anfang Stock-Footage aus DRACULA (1931) zu sehen ist.

Der Baron wird von Anton Diffring in einem seiner wenigen Hammer-Einsätze gespielt. Die übrige Besetzung ist weitestgehend unbekannt. Storylines für die weiteren Episode der Serie standen bereits. Doch dann wurde das Projekt gestoppt. TALES OF FRANKENSTEIN war über Jahrzehnte ein Kurzfilm, von dem man zwar immer wieder mal hörte und ein paar Bilder in Berichten sah, der Film war jedoch lange Zeit kaum aufzutreiben. Das DVD-Zeitalter hat dies geändert.
Schlagworte: Curt Siodmak, Frankenstein, Hammer Films, Tales of Frankenstein
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