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Happy Campers: Return to Sleepaway Camp

SLEEPAWAY CAMP war 1983 ein faszinierend anderer Slasher-Film, der mit jungen Schauspielern aufwartete, die auch ein den Rollen entsprechendes Alter hatten. Es war ein interessanter Who-done-it? mit einer Killer-Auflösung, denn der Slasher war niemand anderes als Angela. Nur dass Angela kein Mädchen, sondern ein Junge ist. Es gab zwei Sequels, die jedoch nicht mehr unter der Führung von Autor und Regisseur Robert Hiltzik entstanden. Im Zuge des wiedererwachten Slasher-Interesses zu Beginn des Jahrtausends machte sich Hiltzik aber daran, ein neues Skript zu verfassen und RETURN TO SLEEPAWAY CAMP zu drehen. Die bisherigen Sequels ignoriert er dabei und sieht diesen Film als direktes Sequel zum Erstling.

Die Story: Mehr als 20 Jahre nach dem Terror in Camp Arawak kehrt der blanke Horror zurück. Und der paranoide Ronnie wird von alten Erinnerungen eingeholt. Wieso geschieht in dem friedlichen Camp Manabe das gleiche, wie vorher in Camp Arawak? Wer ist der brutale Killer? Ist es der von allen drangsalierte Alan? Die nach wie vor verschwundene Angela? Oder doch jemand gänzlich anderes? Das Sterben beginnt erneut…

Gedreht wurde RETURN TO SLEEPAWAY CAMP von September bis November 2003 in Hancock im US-Bundesstaat New York. Danach dauerte es fünf Jahre bis der Film in den USA auf DVD ausgewertet wurde. Und noch einmal zwei Jahre später kommt er nun auch nach Deutschland. Nach Sichtung des Streifens überrascht es nicht unbedingt, dass der Film Jahrelang auf Halde lag.

Robert Hiltzik hat nach SLEEPAWAY CAMP keinen anderen Film mehr gedreht. Bis er sich an dieses Sequel machte. Er hatte zwar ein Skript für ein Sequel in den 80er Jahren entwickelt, aber die Produzenten entschieden sich für eine andere Story. Nun versucht Hiltzik an alte Erfolge anzuknüpfen, aber was in den frühen 80er Jahren frisch wirkte, erscheint nun reichlich angestaubt und vermodert. Hiltzik kam damals frisch von der Filmhochschule: jung, enthusiastisch, begierig darauf, sich einen Namen zu machen. Er war nicht so weit von der Jugend jener Zeit entfernt und was er ablieferte, hatte eine Frische und Natürlichkeit. Die fehlt dem Sequel total. Hier ist alles überzogen – und das bis ins Lächerliche hinein. Der von allen drangsalierte Alan ist so dermaßen unsympathisch dargestellt, dass man ihm alles Schlechte dieser Welt wünscht. Und man fragt sich unwillkürlich, ob Hiltzik dies absichtlich so gestaltet hat oder ob er wirklich dachte, dass er hier eine tragische Figur erschaffen würde.

Aber nicht nur Alan, so gut wie alle Figuren sind total überdreht und weit jenseits jeder realistischen Anwandlung. Hier hat man Camp-Betreuer, die sich auch nicht zu schade sind, Alan auszulachen. Oder ihm gleich selbst Schläge androhen. Und die Jungen – vor allem Alan, andere aber auch – bedienen sich einer Gossensprache, die vieles ist, wohl aber nicht unbedingt echter jugendlichen Lingo entspricht.

Mit Paul De Angelo als Camp-Betreuer Ronny und Jonathan Tiersten als Angelas alten Freund Ricky bringt Hiltzik zwei alte Bekannte aus dem Original zurück. Doch damit nicht genug – und wer nun wirklich nicht wissen will, wie es um den Killer bestellt ist, sollte hier zu lesen aufhören -, auch Felissa Rose ist wieder mit dabei. Sie war die originale Angela und ist auch hier die Killerin. Wirklich überraschend ist das nicht, auch wenn der Film gerne versucht, ein Mysterium um den Killer herum aufzubauen. Hiltzik hatte die lächerliche Idee, Angela in Verkleidung agieren zu lassen. Sie ist Sheriff Jerry. Leider sieht die 1,63 Meter große Rose nun gar nicht wie ein Mann aus. Und das Make-up ist so dermaßen übel, dass man vom ersten Augenblick, da man diesen Sheriff sieht, weiß, wie der Hase läuft. Als Killer hat sie dann einen Pullover mit Kapuze auf – aber auch hier verrät sie ihre zierliche Gestalt, die eines sofort klar macht: Der fette Alan, den Hiltzik hier als Verdächtigen aufbauen will, ist es definitiv nicht.

Dies ist auch der letzte Film von Isaac Hayes. Er hat ihn zwar nicht zuletzt gedreht – da kam noch einiges andere -, aber er wurde als sein letztes Werk auf den Markt gebracht. Er ist der Chefkoch und trägt ebenso wie der SOUTH PARK-Chefkoch natürlich ein rotes T-Shirt. Wahnsinnig witzig. Außerdem bekommt man den unheimlich hässlichen Adam Wylie zu sehen, der einst der jüngste Sohn von Jimmy Brock in PICKET FENCES war.

In der ersten Stunde lässt sich RETURN TO SLEEPAWAY CAMP sehr viel Zeit. Es passiert nicht viel, wenn man davon absieht, dass man miterleben muss, wie die hier versammelten Laien – und das sind die meisten, ob sie es zugeben oder nicht – vor der Kamera herumhampeln und grausame Teenies und armes Opfer spielen. Das könnte dramatisch sein, ist es aber nicht. Stattdessen löst das Schmierentheater richtiggehende Lachanfälle beim Zuschauer aus. Man stelle sich jedes nur erdenkliche dümmliche Klischee eines Slasher-Films vor und multipliziere es dann um ein Vielfaches – und man hätte noch nicht jenen Dämlichkeitswert erreicht, der RETURN TO SLEEPAWAY CAMP auszeichnet.

So muss man durchaus zugestehen, dass der Film alles andere als langweilig ist. Er ist sogar höchst unterhaltsam. Nur ergibt sich dieses Amüsement eben nicht daraus, dass dies ein guter Film wäre, sondern weil es einfach abgrundtief schlechter Trash ist. Trash von der Sorte, der glaubt, er wäre ein guter und relevanter Film, bei dem jedoch eigener Anspruch und Ergebnis unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Ende ist dementsprechend ein absoluter Heuler und wird zu einem echten Scream-Fest. Jeder schreit, auch die Killerin – und als Zuschauer kugelt man sich vor Lachen auf dem Boden.

Nachtrag: Laut IMDb will Robert Hiltzik tatsächlich noch einen Film machen: SLEEPAWAY CAMP REUNION. Der soll 2010 kommen. Und Kaley Cuoco (CHARMED) und Alexis Bledel (GILIMORE GIRLS) werden als Hauptdarsteller geführt? Und dann noch in 3-D? Kann eigentlich nur Schwachsinn sein. Und sollte Hiltzik ihn doch machen, dann darf man wohl analog RETURN TO SLEEPAWAY CAMP erwarten, dass der Film 2015 das Licht der Welt erblickt.

Fühlen und Erleben: Horror

Manchmal gibt es Filme, die entziehen sich konsequent allen Konventionen. Solche Filme sind selten, aber es gibt sie – hin und wieder. Natürlich wird man solche Filme nur selten im Kino bewundern können, doch die DVD bietet die Möglichkeit, auch Schätze abseits des großen Einerleis entdecken und lieben lernen zu können. Dante Tomasellis HORROR ist ein solcher Film: Horror, den man fühlen, aber nicht verstehen muss.

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Die Geschichte klingt simpel, ist es aber nicht. Zwei Plots laufen parallel ab. Ein paar Jugendliche entfliehen einem Rehabilitationscenter und machen sich auf zu dem Prediger Salo Jr., dessen Haus mitten im Nichts liegt. Dort nimmt eine andere Handlung ihren Lauf. Salos Tochter, Grace, wird von ihm und seiner Frau wie eine Sklavin gehalten. Ihre einzige Freude ist die geistige Führung ihres toten Großvaters Salo Sr. Als die Jugendlichen in das Haus kommen, beginnt eine Nacht des Schreckens.

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Das klingt im Grunde wie der übliche Plot eines schaurigen Gruselfilms, doch Tomaselli interessiert sich nicht für eine kohärente Erzählung. Stattdessen setzt er auf Gefühle und lässt die Gesetze der Logik außen vor, um den größtmöglichen audiovisuellen Schrecken zu erzeugen, dessen er fähig ist. Es sind nicht Ghouls, Monster, Killer oder ähnliches, die hier beim Zuschauer für ein unangenehmes Gefühl der Bedrohung, der Angst sorgen, es ist die trostlose und surreale Darstellung der Umgebung selbst, von der der Terror ausgeht.

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Sein Film, so Tomaselli im Audiokommentar, soll keinen Sinn machen, er soll dem Zuschauer Angst machen, soll ihn das Böse erleben lassen, ohne dass es wirklich greifbar wird. Zu diesem Zweck setzt er auch das Bildnis einer schwarzen Ziege immer wieder ein, die direkt auf das Haus des Schreckens und damit auch auf den Zuschauer selbst blickt. Inmitten des Schnees symbolisiert sie das Böse, das sich langsam anschleicht, die Protagonisten umgarnt und Stück um Stück verschlingt. Ursprünglich hatte Tomaselli vorgehabt, Spinnen hierfür einzusetzen, doch als er auf die hier benutzte Ziege bei der Dawn Animal Agency, einer Agentur für tierische Schauspieler, traf, wusste er, dass sie es sein musste, die in seinem Film das Zeichen kommenden Verderbens sein sollte. Er schrieb das Drehbuch sogar um, um diesem Aspekt gerecht zu werden und änderte das Poster für den Film vollständig.

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HORROR ist nach DESECRATION, den Tomaselli 1999 inszenierte, sein zweiter Film. Wie schon beim Erstling, von dem es etwas mehr als zehn Minuten bei den Extras dieser DVD zu sehen gibt, verweigert sich der Regisseur auch hier einer leicht greifbaren Geschichte. Vielmehr operiert er auf einer künstlerischen Ebene, die vielen vielleicht langsam oder gar langweilig erscheinen mag, da der Film keine einfachen Antworten gibt, sondern zur Interpretation einlädt, wobei viele kleine Details im Hintergrund den dargebotenen Symbolismus noch verstärken. Wer geradlinige Horrorkost erwartet, ist hier vollkommen fehl am Platz.

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Ebenso wenig, wie man mit der Frage nach der Logik der Ereignisse an diesen Film herangehen darf. HORROR muss erlebt, gefühlt werden. Alles andere wäre Zeitverschwendung. Neben einem Gastauftritt von der aus SLEEPAWAY CAMP bekannten Felicia Rose ist das schauspielerische Highlight des Films der Amazing Kreskin, der sich selbst als Mentalist beschreibt. Kreskin hatte in den 70er Jahren eigene Fernsehshows und ist ein regelmäßiger Gast bei David Letterman, wo er seine Fähigkeiten der Hypnose und Beeinflussung anderer vorführt. Egal, wie man zu Kreskin stehen oder ob man ihm seine mentalen Kräfte glauben mag, ihm zuzusehen, wie er Menschen dazu animiert, seinem Willen zu gehorchen, ist äußerst faszinierend und korreliert mit dem Film. Realität und Fiktion finden hier zueinander und entlassen den Zuschauer mit einem mulmigem Gefühl und der Frage, ob es nicht mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als er sich gemeinhin vorgestellt hat.

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Eines der Extras dieser in den USA bei Elite Entertainment erschienen DVD geht auch im Besonderen auf die Fähigkeiten des Amazing Kreskin ein. Weitere Extras sind verschiedene Galerien, die Trailer zu DESECRATION und HORROR, Behind-the-Scenes-Footage und natürlich der Audiokommentar. Das Widescreen-Bild des Films wurde zwar nachbearbeitet, ist aber zum Teil recht grobkörnig. Mehr war aber wohl aus der Vorlage nicht herauszuholen – und muss es eigentlich auch nicht, denn die Erscheinung des Bildes trägt nicht unwesentlich zur unwirklichen Atmosphäre des Films bei. HORROR ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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