Beiträge verschlagwortet mit ‘David Schmoeller’

Please Kill Mr. Kinski

David Schmoeller arbeitete 1986 bei CRAWLSPACE mit Klaus Kinski zusammen. Die Erfahrung muss traumatisch gewesen sein. Feine Ironie von David Schmoeller. Im Kurzfilm PLEASE KILL MR. KINSKI (1999).

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Ein Voodoo-Tänzchen: Netherworld

Die Blütezeit von Charles Bands Firma Full Moon fand in den späten 80er und frühen 90er Jahren statt, als das Unternehmen noch einen Distribution-Deal mit Paramount hatte und mit nennenswerten Budgets arbeitete, weswegen man auch in Louisiana drehen konnte. David Schmoeller inszenierte 1992 den Voodoo-Horrorfilm NETHERWORLD.

Die Story: Die unheimlichen Sümpfe im Süden Amerikas. Hier regiert der Voodoo-Kult die Lebenden und die Toten. Corey tritt das Erbe seines Vaters an. Aber in der unheimlichen Villa werden merkwürdige Szenarien wahr: Hände aus Stein und Visionen von wunderschönen Frauen. Aber das ist erst der Anfang. Denn Corey lernt die mysteriöse Diane kennen und folgt ihr heimlich in einen Seitentrakt der Villa. Dort offenbart sich ihm das schreckliche Geheimnis: Sein Vater ist nicht tot, er vegetiert halbtot in seinen Gemächern. Nur Corey kann ihn ins Leben zurückholen.

Als Schmoeller NETHERWORLD drehte, war er längst mit Charles Band vertraut. Der hatte 1979 seinen Erstling TOURIST TRAP produziert und ihn ein Jahrzehnt später zu Full Moon geholt, um den ersten PUPPET MASTER zu inszenieren. Zuvor hatte er für Bands Firma Empire zwei Filme inszeniert. Schmoeller ist ein guter Handwerker, der es versteht, Atmosphäre zu erzeugen. Das hat er schon mit TOURIST TRAP bewiesen, einem mehr als eigenartigen, aber faszinierend anderem Film, der Genre-Fans im Gedächtnis haften geblieben ist.

Es ist diese Qualität, die er auch zu NETHERWORLD bringt. Er hat selbst das Skript geschrieben und es auf eine Art verfilmt, die mehr von Atmosphäre, denn von der Geschichte lebt. Die Story ist ein Genre-Standard, pure Konvention und nicht mehr. Teilweise ergibt sich einiger Leerlauf. Für eine Laufzeit von mehr als 80 Minuten ist einfach nicht genug Fleisch auf dem Story-Gerippe. Er ist weniger offensichtlicher Horror, als vielmehr psychologischer Thriller. NETHERWORLD lebt von der schwülen Schwere Lousianas und dem herrschaftlichen Südstaaten-Anwesen, in dem die Handlung abläuft. Der Film ist stimmungsvoll, aber nicht unbedingt besonders spannend. Und: Das Vogelgezwitscher im Hintergrund nervt auf die Dauer.

Die DVD ist im orignalen 4:3-Format. Das Bild ist dem Alter angemessen, der Ton könnte etwas lebendiger sein. Als Bonus gibt es noch den Trailer und ein kurzes Making Of. Ich wünschte, ich könnte sagen, NETHERWORLD wäre besser. Aber eine SCHLANGE IM REGENBOGEN ist der Film nicht. Das darf man aber auch nicht erwarten. Dies ist die Art Film, die man weit mehr mögen will als man es letzten Endes tut. Ein ehrenwerter Eintrag im Full-Moon-Oeuvre, aber nicht so gut, wie es das Cover und die Story verspricht.