Beiträge verschlagwortet mit ‘Boris Karloff’

Boris, wie er leibt und lebt

Natürlich gibt es zu Frankensteins Monster, wie Boris Karloff es in den 30er Jahren dargestellt hat, eine ganze Reihe von Actionfiguren und Modellen. Ungewöhnlich ist aber, dass es auch eine ca. 30 Zentimeter große Figur von Boris Karloff gibt. Die Firma Amoktime hat diese Figur auf den Markt gebracht, wobei die Limitierung auf 500 Stück angesetzt wurde. Der ursprüngliche Preis hierfür war 70 US-Dollar. Dafür bekommt man die Figur auch immer noch bei Amazon.com. Das Interessante an dieser Figur ist, dass sie mit drei verschiedenen Köpfen daherkommt, so dass man wählen kann, ob man den jungen, den mittelalten oder den alten Karloff in der Vitrine stehen haben will.

41gGf-PJNsL__SS400_41EIM6gCt0L__SS400_416hsSkJurL__SS400_41dv64kda-L__SS400_

Karloff singt – mehr oder weniger

1965 war Boris Karloff der Co-Gastgeber der ABC-Show SHINDIG, die hier zu Lande nicht bekannt ist. Interessant an dieser Halloween-Edition ist, dass Karloff sich auch gesanglich versuchte. Ein Clip der Show ist leider verschwunden: der “Monster Mash” nach Bobby Pickett. Es gibt allerdings bei YouTube eine Audioaufnahme von Karloffs Darbietung, die mit Bildmaterial kombiniert wurde.

YouTube Preview Image

1957 sang Boris Karloff zusammen mit Rosemary Clooney – übrigens die Tante von George Clooney – den Song “You’d Be Surprised” in einer Folge von THE ROSEMARY CLOONEY SHOW, die am 9. Januar des Jahres ausgestrahlt wurde. Zumindest gehe ich davon aus, dass beide in dieser Show diesen Song zum Besten gaben. Es könnte jedoch auch THE LUX SHOW gewesen sein, in der sich Karloff und Clooney zweimal, 1957 und 1958, trafen.

YouTube Preview Image

Bela Lugosi und Boris Karloff sangen zusammen das Duett “We’re Horrible Men”. Beide traten am 13. März 1938 in der Radiosendung “Baker’s Broadcast” (a.k.a. ”Seein’ Stars in Hollywood”) auf und sangen dieses amüsante Lied, das mit dem Leinwandimage der beiden Stars spielt.

YouTube Preview Image

Geschichten des Grauens

In den USA veröffentlichte der Verlag Gold Key mit THRILLER eine Comic-Reihe, die sich an die von Boris Karloff präsentierte Fernsehserie heranhängte. Als THRILLER im Fernsehen endete, lief der Comic jedoch weiter, allerdings unter dem Titel BORIS KARLOFF – TALES OF MYSTERY. Die Reihe erschien von Oktober 1962 bis Februar 1980 und brachte es auf 97 Hefte. Nur ein Bruchteil davon hat den Weg nach Deutschland gefunden. Der Bildschriftenverlag (BSV) publizierte BORIS KARLOFF von 1967 bis 1969, wobei die Hefte 5,6,8 und 9 auch den Untertitel GESCHICHTEN DES GRAUENS trugen. Insgesamt erschienen in den zwei Jahren der Publikation nur neun Hefte. Auf dem Sammlermarkt sind diese heutzutage begehrt und erzielen Preise von etwa 30 Euro pro Stück. Nachfolgend eine Cover-Galerie.

karloff1karloff 3karloff9karloff2

karloff5karloff4karloff7karloff6

karloff8

Karloff: Die drei Gesichter der Furcht

Dieser Klassiker aus dem Jahre 1963 ist eines der besten Beispiele italienischer Horrorkunst. Mario Bava erschuf mit DIE DREI GESICHTER DER FURCHT einen Episodenfilm, der den Vergleich mit den besten Werken des britischen Studios Amicus nicht zu scheuen braucht. Dabei bestechen alle Episoden durch Bavas ausgeprägtem Hang zum Experiment mit dem Licht, durch das er es versteht, sehr stimmungsvolle Bilder zu kreieren.

3gesho

„Der Wassertropfen“ erzählt von einer Frau, die einer Toten einen Ring stiehlt, dann aber von ihren Schuldgefühlen und einer Erscheinung der Toten in den Selbstmord getrieben wird. Diese Geschichte wartet mit purem Terror auf, der sich aus etwas so Banalem wie einem Wassertropfen ergibt. „Das Telephon“ sorgt für Schrecken, als eine Frau beängstigende Anrufe erhält und sich unwissentlich ihrem Verhängnis ausliefert. Der wahre Höhepunkt ist jedoch „Der Wurdelak“, in der der alte Mann Gorca (Boris Karloff), nachdem er einen Wurdelak, einen Vampir, erlegt hat, selbst zu einem wird und seiner Familie auflauert.

Bava5

„Der Wurdelak“ ist die längste und beste Geschichte dieses Films. Die Mär vom Vampir mit osteuropäischen Wurzeln wird auf sehr ansprechende und auch heute noch wunderbar funktionierende Weise umgesetzt, wobei der Altstar Boris Karloff in einer Rolle aufgeht, die sicherlich mit zum Besten im Oeuvre des Schauspielers gehört. Regisseur Bava bewies mit diesem Film einmal mehr, warum er zu Italiens Besten gehörte. DIE DREI GESICHTER DER FURCHT hat seit seiner Entstehung nichts von seinem Reiz verloren und sei Freunden gepflegter Horrorunterhaltung sehr ans Herz gelegt.

William Henry Pratt

Unter seinem echten Namen ist William Henry Pratt nur wenigen bekannt. Als Boris Karloff hat er einen Platz im Pantheon des Horros eingenommen. Seinen Künstlernamen legte er sich bereits 1909 zu. Karloff wurde heute, am 23. November, vor 122 Jahren in London geboren. Schon zur Stummfilmzeit war Karloff aktiv, doch er lebte mehr schlecht als recht von seiner Profession. Mehr als ein Jahrzehnt verging, bevor Karloff den Durchbruch schaffte. Und das hatte er kurioserweise Bela Lugosi zu verdanken. Der war mit DRACULA (1931) zum neuen Horrorstar bei Universal aufgestiegen, weswegen man ihm selbstverständlich die Rolle des Monsters in FRANKENSTEIN (1931) anbot. Doch Lugosi lehnte ab. Eine Rolle, die nicht spricht war unter seinem Niveau. Eine Entscheidung, die er noch lange danach bereuen sollte, denn als Frankensteins Monster wurde Karloff zu Lugosis größtem Konkurrenten, auch wenn beide des Öfteren zusammen in Filmen agierten.

boris_karloff02

“Das Monster ist mein bester Freund”, sagte Karloff einmal. Und damit hatte er Recht. Ohne es wäre er nie zu der Ikone des Schreckens geworden, die er Zeit seines Lebens war. Er machte sich keine Illusionen. Dutzende andere Schauspieler hätten den Part auch überzeugend darbieten können, aber er hatte Glück und das nötige Talent, zu mehr als nur einer Eintagsfliege zu werden.

90595-004-940035B6Frankenstein_monster_Boris_Karloff

Noch zweimal spielte er das Monster, in BRIDE OF FRANKENSTEIN (FRANKENSTEINS BRAUT, 1935) und SON OF FRANKENSTEIN (FRANKENSTEINS SOHN, 1939). Zudem wirkte er in einer Reihe weiterer Universal-Produktionen wie THE BLACK CAT (1934), THE RAVEN (1935) , THE MUMMY (DIE MUMIE, 1932) und THE OLD DARK HOUSE(1932) mit. Karloff, der schon bald den Beinamen “The Uncanny” trug war auch für andere Firmen tätig. Er spielte Fu Manchu in THE MASK OF FU MANCHU (1932) und war der Detektiv MR. WONG in einer eigenen Filmreihe. Zur Mitte der 40er Jahre erhielt er deutlich weniger Angebote und mit ABBOTT AND COSTELLO MEET THE KILLER, BORIS KARLOFF (1949) endete die erste Stufe seiner Karriere.

 mmy_007BorisKarloff

In den 50er Jahren war er verstärkt für das Fernsehen aktiv. Er war Gastgeber der Serie THE VEIL und spielte auch in verschiedenen Folgen die Hauptrolle. Von 1960 bis 1962 war er der Gastgeber der Anthologie-Serie THRILLER. Und gleich darauf fungierte er in selber Funktion bei OUT OF THIS WORLD.

ST-BorisKarloffVeil10

In den 60er Jahren wurde er auch wieder verstärkt für das Kino angefragt. Er arbeitete mehrmals für Roger Corman, so im Klassiker THE RAVEN (DER RABE, 1963) und setzte sich mit Peter Bogdanovichs TARGETS (TARGETS, 1968) gleich selbst ein Denkmal. Karloff starb am 2. Februar 1969 im englischen Sussex an den Folgen eines Emphysems.

raven_1963_poster_02

Auf den Horrorstar festgelegt zu sein, machte ihm nichts aus: “Man hört oft, dass Schauspieler sich beschweren, auf einen bestimmten Typ festgelegt zu sein. Wenn man z.B. gutaussehend ist, ist man ein Leading Man. Ich hatte Glück. Wohingegen andere Millionen aufwenden, um ein Trademark zu erschaffen, wurde mir meines frei Haus geliefert. Wenn ein Schauspieler in der Position ist, sich selbst seine Rollen auszusuchen, hat er ein Problem, da er nie weiß, was er am Besten kann. Ich bin sicher, ich wäre ein hervorragender Lord Fauntleroy, aber wer würde zehn Cents bezahlen, um das zu sehen?”

Boris Karloff Blogathon

Vom 23. bis zum 29. November findet der Boris Karloff Blogathon statt, der zu Ehren seines 122. Geburtstages abgehalten wird. Dutzende internationale Blogs beteiligen sich daran. Und meinereiner auch. Eine Liste aller teilnehmenden Blogs findet man hier: http://frankensteinia.blogspot.com/

B200

250.000 Dollar

Das Poster für den Universal-Studios-Klassiker THE BLACK CAT mit Bela Lugosi und Boris Karloff wird in einer Auktion für 250.000 Dollar angeboten. Der Film kam 1934 in die US-Kinos. Aus dem Jahr ist auch das Poster. Vermutlich ist es das einzige Exemplar, das überlebt hat. Es gibt noch eine Variante mit blauer statt roter Farbe, von der die Existenz von vier Stück bekannt ist. Wer mitbieten will, kann das hier tun: http://movieposters.ha.com/common/view_item.php?Sale_No=7014&LotIdNo=116001

9011598c82fc2eb2c08701e81ef83472aac8f7b

Das Ding mit den vielen Köchen: The Terror

THE TERROR (THE TERROR – SCHLOSS DES SCHRECKENS) ist einer der bemerkenswertesten Filme von Roger Corman. Er gilt als eine der Produktionen, die in nur drei Tagen abgedreht wurden. Ganz korrekt ist dies nicht. Richtig ist aber, dass Corman während der Produktion der Edgar-Allan-Poe-Verfilmung THE RAVEN (DER RABE) erkannte, dass er die Kulissen des Schlosses noch ein paar Tage nutzen konnte. Darum rief er Leo Gordon an, der ein paar Szenen für Boris Karloff, ein paar andere Schauspieler und das Schloss schreiben sollte.

terror_poster_01

Der tat, wie ihm geheißen und lieferte rechtzeitig, so dass Corman nach Drehschluss von THE RAVEN am Freitag bis zum darauffolgenden Montag drehen konnte. Er drehte sogar noch, als die Handwerker schon begannen, die Kulissen zu demontieren. Was er dabei filmte, waren die Szenen mit Karloff, Jack Nicholson und Dick Miller im Schloss. Ein fertiger Film war dies freilich noch nicht.

Im Lauf der Monate ließ Corman immer wieder an dem Film arbeiten. Die Regie führten dabei Monte Hellman, Francis Ford Coppola, Jack Hill und Jack Nicholson selbst. Dabei wurde viel improvisiert oder in letzter Minute geschrieben, denn ein richtiges Screenplay gab es nicht. Nach Leo Gordon entwickelten auch Roger Corman und Jack Hill weitere Szenen.

Insgesamt wurde an dem Film neun Monate gearbeitet. Er ist also letzten Endes die langwierigste Corman-Produktion. Natürlich wurde nicht kontinuierlich daran gearbeitet. Coppola zum Beispiel drehte elf Tage für den Film. Von seinem Material finden sich etwa zehn Minuten im fertigen Film.

terror-01

Man merkt dem fertigen Film an, dass er Patchwork ist. Es gibt eine ganze Reihe von Inkonsistenzen. So heißt es anfangs, das Bildnis der Baroness von Leppe sei 1786 entstanden, auf der Gruft steht jedoch, dass sie schon 1782 gestorben ist. Aufgrund der Tatsache, dass Corman wie wild Szenen im großen Interieur des Schlosses drehte, passt auch hier vieles im Film nicht mehr zusammen. So hat man eine Szene, in der Dick Miller als Stefan den Baron aufsucht und ihm erklärt, dass die Anwesenheit des französischen Leutnants gefährlich ist. Und der Baron doch sicher nicht wolle, dass der Soldat die Gruft betritt. Genau das geschieht jedoch einige Minuten zuvor wobei Stefan auf den Leutnant trifft – die entsprechende Szene wurde aber freilich erst Monate nach dem Miller/Karloff-Gespräch im Schloss gedreht.

THE TERROR lässt des Öfteren den Anschluss verpassen. Aber: Der Film hat eine erstaunliche Atmosphäre, wenn man bedenkt, wie schwierig die Produktion gewesen ist. Die Handlung ist wenig spektakulär.

Der französische Leutnant André Duvalier trifft auf eine Frau, die ihm den Kopf verdreht. Doch niemand will diese Frau gesehen haben. Dann hört er jedoch, dass sie im Schloss des Barons von Leppe leben soll. Also sucht er das Schloss auf, wo der Baron ihm vollmundig erzählt, keine Frau lebe mehr in dem Schloss, seit die Seinige vor 20 Jahren gestorben ist. Doch die Frau erscheint Duvalier erneut und so beginnt er, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Er erfährt, dass der Baron einst seine Frau erschlagen hat, weil diese ihn betrog. Und nun scheint er von ihrem Geist heimgesucht zu werden. Doch in Wahrheit ist dies ein Trugbild, das von der Mutter des Mannes erschaffen wurde, welchen der Baron tötete, da dieser der Liebhaber seiner Frau war. Von dem Trugbild wird der Baron in den Selbstmord getrieben, als Duvalier erfährt, dass die Wahrheit eine gänzlich andere ist. Denn der Baron ist Eric, der Liebhaber von Ilsa, der den Kampf überlebte. Doch der Baron starb und so hat Eric seinen Platz eingenommen, ohne sich darüber im Klaren gewesen zu sein, dass er zuvor ein anderer war.

jack-nicholson-the-terror

Die Handlung ist etwas wirr. Auch dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Geschichte Stückchen für Stückchen entwickelt wurde. So wird zwangsläufig weniger auf Spannung und Action, als vielmehr auf die Schaffung von Atmosphäre gesetzt. THE TERROR ist letzten Endes ein Film, der aufwendig aussieht, aber mit schmalem Budget umgesetzt ist. Schon anhand der Darsteller, nur eine Handvoll ist vorhanden, sieht man, dass hier nicht geklotzt, sondern gekleckert wurde. Völlig abstrus ist die Rahmenhandlung mit Dick Miller, der den neuen Baron von Leppe meucheln will, gefangen wird und dem Folterknecht seine Geschichte erzählt. Hier hat man ganz stark das Gefühl, dass die Szenen vonnöten waren, um den Film auf 90 Minuten zu strecken. Und so wird es wohl auch gewesen sein.

An Cormans wohlfeile Poe-Verfilmungen reicht THE TERROR natürlich nicht heran, aber er ist ein unterm Strich starkes period piece, das mit seiner Ausstattung und den Darstellern wuchern kann. Am Anfang des Films gibt es übrigens ein gutes Beispiel, was es heißt, für Corman als Schauspieler tätig zu sein. Jack Nicholson stürzt sich in die Brandung von Big Sur, einem Küstenstreifen in Kalifornien zwischen San Simeon im Süden und Carmel im Norden und wäre nach eigenem Bericht dabei beinahe ertrunken. Das glaubt man durchaus, wenn man sich die entsprechenden Szenen ansieht.

018_588_595

THE TERROR wurde in Deutschland schon häufig veröffentlicht. Die neueste Veröffentlichung stellt jedoch von MIG die JACK NICHOLSON CLASSIC COLLECTION dar, die man auch als „Roger Corman Collection“ hätte vermarkten können, denn abseits des Dramas WOLFSMILCH finden sich hier noch THE LITTLE SHOP OF HORRORS (EIN KLEINER LADEN VOLLER SCHRECKEN) in der Farbversion und THE WILD RIDE (EIN WILDER RITT) wieder, den Corman 1960 mit Nicholson in der Hauptrolle produzierte.

YouTube Preview Image