Die vierte Folge von V ist gelaufen. Und jetzt beginnt die bittere und harte Wartezeit bis März, ehe es weitergeht. Der Titel ist Programm, denn nach dieser Folge kann man sagen, dass das erste Quartett wahrlich nur der Anfang war.

Die Story: Die Visitors bereiten eine Massenimpfung der Menschen vor, die das Immunsystem extrem stärken soll. Ryan weiß allerdings, was sein Volk wirklich vor hat. Es will mit dem Stoff RX6 eine Epidemie auslösen und sich nachher als Retter positionieren. Ryan, Georgie, Jack und Erica suchen einen der verantwortlichen Wissenschaftler, der Georgie anschießt und dann Selbstmord begeht. Erica findet heraus, dass Ryan ein V und Teil der Fünften Kolonne ist. Bei Chad Decker wird eine tödliche Erkrankung festgestellt und Tyler wird auf das Mutterschiff eingeladen, um Anna kennen zu lernen. Sie ist der Meinung ihrer Tochter, dass Tyler der perfekte Kandidat ist. Ryans Freundin ist schwanger, Jack wird niedergestochen und die letzten Momente der Folge gewähren einen Blick auf den Weltraum, wo … nein, das wäre nun zuviel verraten.
Die vierte Folge ist ein schöner Abschluss des ersten Storybogens. Noch sind die Besucher in der Öffentlichkeit Heilsbringer. Das Ende könnte dies schon bald relativieren. Großartige Momente dieser Folge sind die Bestrafung des Verräters, der Dale getötet hat (oder von dem Anna dies glaubt…) und der “Bliss”. Bei ersterem wird die unglaubliche Kälte und Brutalität von Anna in den Vordergrund gerückt, bei letzterem zeigt sich ihre Ausstrahlung auf ihr ganzes Volk. Ryan hat den “Bliss” mit dem nächsten Schuss eines Junkies verglichen. Und so wie dieser Moment, in dem sich alle Besucher wie eins fühlen, in dem sie innere Erleuchtung verspüren, mit gleisendem Licht dargestellt wird, unterstützt es diese Beschreibung gut. Für Lisa ist es ein Geschenk ihrer Mutter, Ryan würde es wohl als die Ketten der Sklaverei sehen. Interessant ist dieser “Gemeinsinn”, wenn man so will, weil er eine Neuentwicklung ist, die es so in der alten Serie nicht gegeben hat.
Abschließend kann man sagen, dass das erste Folgen-Quartett gut funktioniert. Es wird nicht zu sehr gehetzt, aber auch nicht im Schneckentempo erzählt. Dazu gibt es einen kleinen Abschluss und eine ganze Reihe offener Fragen. Wenn ABC mit dem neuen Showrunner die Serie nicht deutlich dümmer gestaltet, wie einige Fans fürchten, und die Zuschauer in den kommenden Monaten nicht total vergessen, dass es V gibt, dann hat die Serie vielleicht sogar eine Chance, langfristig zu überlegen. Würde mir schon gefallen. Ich möchte gerne mehr davon sehen!

