“Ich habe euch aus einem guten Grund hier hergebracht. Euer Überleben hängt davon ab, dass ihr diesen Grund herausfindet. Ihr könnt nun darüber sprechen, aber in zehn Minuten komme ich zurück. Und ich werde einen von euch töten. Das wiederholen wir, bis ihr mir sagen könnt, warum ihr hier seid – oder bis ihr alle tot seid!”
Mit diesen Worten lässt der Unbekannte neun Menschen in einem Verlies allein. In ihrer Todesangst gestehen die Männer und Frauen – darunter ein Schauspieler, eine Staatsanwalt, ein Polizist und ein Mafiosi – sich ihre tiefsten und dreckigsten Geheimnisse, hoffend, dass in ihnen die Verbindung zwischen ihnen allen zu finden ist. Die Zeit verrinnt. Zehn Minuten sind vorüber. Der große Unbekannte kommt zurück. Er hat eine Waffe. Er tötet den ersten. Und das Spiel beginnt erneut.
Eine interessante Ausgangssituation, die NINE DEAD hier hat. Darüber hinaus ein klassischer Stoff, wenn man mit geringen Mitteln einen Film drehen will, denn hier gibt es nur eine Location (abgesehen von kurzen Rückblenden ins Leben der Delinquenten, die aber einerseits überflüssig sind, andererseits den Fluß des Films stören). Der Film funktioniert an sich recht gut. Als Zuschauer ist man versucht, zusammen mit den Figuren herauszufinden, was sie alle verbindet und warum der Maskierte sie töten will. Es ist einigermaßen schön gemacht, wie das Rätsel immer weiter entblättert wird. Am Ende muss man jedoch darüber hinwegsehen, dass hier auch Taten miteinbezogen wurden, die der Maskierte kaum herausfinden könnte, selbst wenn ihm unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung stünden.
Nichtsdestotrotz überzeugt NINE DEAD, ist spannend und vermag den Zuschauer zu involvieren. Wenn man dem Film etwas vorhalten kann, dann dass Regiedebütant Chris Shadley Anschlüsse etwas besser hätte gestalten können. Es gibt Überblenden, die aus dem Verlies herausführen. Eine fragwürdige Entscheidung, da sie uns als Zuschauer auch für eine Sekunde aus dem Geschehen herausreißen. Und überflüssig, hat man doch die Uhr, die gnadenlos die verrinnende Zeit zeigt, und für derartige Schnitte eigentlich perfekt ist. Auch das Skript von Debütant Patrick Wehe Mahoney hätte noch etwas besser geschliffen sein können. Das Ende, die letzten zwei Minuten, erscheint etwas abrupt und unmotiviert. Am Eigenartigsten, sowohl in Form als auch Inhalt, sind aber die letzten Sekunden des Films, die unnötig offen lassen, was mit einer der Hauptfiguren geschehen wird. Als Fazit gilt: Ein kleiner, guter Film. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

















