Porno-Buffy

Das wäre mal eine der inflationären Porno-Parodien, die ich mir sogar anschauen würde. Lexi Belle als Buffy sieht doch recht überzeugend aus.

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Ins Dunkel … in die Flammen … und zurück auf Erden

Ein alternder Horror-Star, der mordet. Das erinnert an Vincent Price in DAS SCHRECKENSHAUS DES DR. DEATH und THEATER DES GRAUENS. Der 1983 erstandene FRIGHTMARE kann an diese beiden Filme nicht anschließen – weder formal noch inhaltlich. Denn in FRIGHTMARE kehrt der Star von einst aus dem Reich des Todes zurück. Ein irrer Killer war er aber vorher schon.

Conrad, der letzte große Horrorstar, ist eine lebende Legende, die leibliche Verkörperung aller bösen Charaktere, die er je gespielt hat. Alternd und bei schwindender Gesundheit entwirft er mit seiner Frau einen Plan, um den Tod zu besiegen. Nach seinem Tod wird er in einem Mausoleum beigesetzt. Sein Leichnam wird von Studenten gestohlen, woraufhin seine Frau nihn ins Leben zurückruft und Vergeltung üben lässt.

Gespielt wird der Horror-Star von Ferdy Mayne. Das ist ganz passend, wenngleich Mayne natürlich nie den Status eines Price, Cushing oder Lee innehatte. Aber er war Graf Krolock in TANZ DER VAMPIRE, wirkte in Hammers GRUFT DER VAMPIRE mit und machte sich in Freddie Francis‘ GEBISSEN WIRD NUR NACHTS lächerlich. Er macht eine gute Figur und erinnert mit seiner hageren Gestalt an Christopher Lee, was auch daran liegen mag, dass die uralten Clips, die den jungen Horror-Star zeigen sollen, tatsächlich Filmsequenzen mit Lee sind. Dumm ist auch, dass Mayne in der zweiten Hälfte des Films kaum noch etwas zu tun hat und schweigsam durch die Schatten wandelt.

Die erste Hälfte von FRIGHTMARE ist nicht zwangsläufig spannend, aber letzten Endes deutlich interessanter als das Nachfolgende, das im Grunde nur eine Variation gängiger Slasher-Formeln darstellt, legt der olle Conrad doch die Leichendiebe nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip um.

FRIGHTMARE sieht recht günstig aus. Die Sets sind nur selten wirklich überzeugend. Selbiges gilt für die schauspielerischen Leistungen. Nur Mayne sticht angenehm heraus und ist auch der Hauptgrund, warum der Film für Genre-Fans auch heute noch ansehbar ist. Mit dabei ist übrigens auch Jeffrey Combs in einer frühen, sehr kleinen Rolle. Und Luca Bercovici, später der Regisseur des unterschätzten ROCKULA, steht hier auch vor der Kamera. Das Bild der DVD ist dem Status des Films angemessen, kurz gesagt: passabel, aber auch nur geringfügig über VHS-Standard. Immerhin gibt’s ein paar nette Boni: Spaß mit Lloyd Kaufman, der mit dem Hauptfilm praktisch nichts zu tun hat, ein paar alternative Vorspänne und einen Kurzfilm namens CARNE VALE, der natürlich auch keinen Bezug zum Hauptfilm hat.

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Ein drolliger Killerhund

Man könnte meinen, SATAN’S DOG (a.k.a. PLAY DEAD a.k.a. GRETA, DIE HUNDEBESTIE) wäre im Fahrwasser von CUJO entstanden, aber dem ist nicht so. Obwohl bereits 1981 gedreht, erlebte er erst zwei Jahre später seine Premiere in den USA. In Deutschland hat’s dann noch mal zwei Jahre mehr gedauert, bis der Film als Kanonenfutter in die Videotheken geschleust wurde.

Die hübsche Audrey ist nach dem Tod ihrer Eltern am Rande der Verzweiflung. Es ist als ob ein Fluch über ihrer Familie liegen würde. Audreys Tante Hester schenkt ihr als neuen treuen Weggefährten den Rottweiler Greta. Kurze Zeit später kommt auch Audreys Bruder Stephen um mysteriöse Weise ums Leben. Audreys Alptraum findet kein Ende, immer mehr Menschen werden zerfleischt und ermordet.

So cool wie das Cover ist der Film nicht, aber das kennt man ja. Der von Troma aufgekaufte Film hat mit den Eigenproduktionen des Studios natürlich nichts zu tun. Wobei ein bisschen Wahnsinn dem Streifen ganz gut getan hätte. So gibt sich SATAN’S DOG erstaunlich handzahm, ist eher Drama denn Horrorfilm. Die atpyischen Hundeattacken sind nur spärlich vorhanden und hätten auch von einem Dackel ausgeführt werden können. Stattdessen gibt es ausgewalzte Szenen der Nichtigkeit. Hinzu kommt eine der unaufregendsten Sexszenen überhaupt. So bleibt im Grunde nicht viel, was für den Film spricht. Am meisten Yvonne De Carlo, bekannt aus THE MUNSTERS, die hier als eine Art Hexe fungiert. Das Ende geht am echten Klimax vorbei und erscheint, als wäre der Produktion einfach das Geld ausgegangen.

Fazit: Schund der frühen 80er Jahre, der als Gimmick eine rosarote Nostalgiebrille hätte brauchen können.

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Vincent Price erklärt …

…wie man ein Werwolf wird.

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The Cold Light of Day (Kinostart: 03.05.12)

Gibt es Schlimmeres als total uninspirierte Filme nach dem Baukasten-Prinzip? Darüber mag man streiten können, in Hinblick auf die lähmende Langeweile von THE COLD LIGHT OF DAY gibt es jedoch nichts zu diskutieren. Was hier geboten wird, ist ein 08/15-Actionfilm nach gängigem Mann-auf-der-Flucht-Muster und frei von jedweder Originalität.

Die Shaws wollen einen gemeinsamen Segeltörn vor Spaniens Küste unternehmen. Doch was wie ein Traumurlaub beginnt, wird rasch zu einem lebensgefährlichen Albtraum, als Sohn Will (Henry Cavill) nach einem Landausflug auf die gemietete Segelyacht zurückkehrt und statt seiner Familie nur Blutspuren und Indizien für einen Kampf vorfindet.  Außer sich vor Sorge bittet Will die örtliche Polizei um Hilfe, aber die scheint in die Vorfälle sogar verwickelt zu sein. Bevor sie auch Will in ihre Gewalt bringen kann, taucht wie aus dem Nichts dessen Vater Martin (Bruce Willis) auf und kommt ihm zur Hilfe. Ganz offensichtlich wurden die restlichen Familienmitglieder von Geheimagenten entführt, die es auf eine Aktentasche abgesehen haben, die sich im Besitz von Martin befindet. Es bleiben weniger als 21 Stunden, um die Tasche zurückzugeben. Anderenfalls drohen die Entführer mit der Ermordung der Gekidnappten.

Alles  an diesem Film ist vorhersehbar. Kein Wunder, man hat die Geschichte schon in dutzendfacher Variation gesehen. Das einzige, was sich ändert, ist die Location und der MacGuffin. Hier ist es – oh wie ominös – ein Aktenkoffer, dessen Inhalt völlig irrelevant ist, weswegen er dem Zuschauer auch gar nicht erst enthüllt wird. Und man arbeitet sich in Spanien ab. Sieht schön aus, ändert an der Lahmarschigkeit des Films aber auch nichts.

Dabei ist er technisch ganz okay. JCVD-Regisseur Mabrouk El Mechri leistet sich keine Aussetzer, gegen das uninspirierte Skript kann er aber auch nicht ankämpfen. Warum Bruce Willis sich für diesen Film hergegeben hat, bleibt schleierhaft. Vermutlich gab’s einen hohen Gagenscheck. Und das für nur eine Handvoll Tage Arbeit, denn Willis‘ Screentime ist extrem begrenzt. Sigourney Weaver hat mehr zu tun, aber ihre Rolle gibt auch nichts her. Wäre sie keine Frau, hätte man ihr wohl noch ’nen Schnurrbart zum Zwirbeln verpasst. Henry Cavill sollte hingegen bei seiner Rollenauswahl etwas sorgfältiger sein. Es kann unmöglich der Karriere förderlich sein, in Dutzendware wie dieser mitzuspielen. Das mag für einen Abend im Heimkino reichen, den Kinobesuch kann man sich jedoch sparen. Unterm Strich ist das hier ein halbgarer B-Film, der irgendwie an ein großes Budget und namhafte Schauspieler gekommen ist. Er gehört jedoch in den DVD-Sumpf!

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Quis Custodiet Ipsos Custodes?

BEFORE WATCHMEN naht und DC rührt die Werbetrommel. Virales Marketing ist mit dem New Frontiersman angesagt. Auf der Zeitungsseite sind einige Worte hervorgehoben. Sie führen zu weiteren Goodies wie Zeichnungen und Skript-Auszügen.

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Samstag, der 14.

Zu VHS-Zeiten ist SAMSTAG, DER 14. an mir vorbeigegangen. An das Cover kann ich mich erinnern, aber irgendwie hab ich den Film nie ausgeliehen. Eigentlich Wahnsinn, hätte mich  der Streifen in den 80er Jahren doch sicherlich vom Hocker gerissen. Nun gibt es ihn auf DVD. Und was soll ich sagen? Ich hab mich gut amüsiert.

Das Buch des Bösen ermöglicht demjenigen, der die enthaltenen Zaubersprüche aufsagt, die Welt zu beherrschen – und das ist die Absicht von Vampir Waldemar (Jeffrey Tambor) und seiner Gattin (Nancy Lee Andrews). Sie haben allerdings die Rechnung ohne Billy (Kevin Brando) gemacht. Billys kürzlich verstorbener Großonkel hat sein Haus den Eltern John (Richard Benjamin) und Mary (Paula Prentiss) vererbt, die natürlich sofort mit ihren Kindern, darunter auch Tochter Debbie (Karie Michaelsen), einziehen. Bei der Erforschung des alten Gemäuers stößt Billy auf das Buch und ehe er sich versieht hat er mit den Zaubersprüchen Monstern das Tor zu seiner Welt geöffnet. Das passt Waldemar aber gar nicht. Und dann taucht auch noch Van Helsing auf, bevor die große Höllen-Party steigt.

Gruselig sieht anders aus, aber zum Schreien komisch ist SAMSTAG, DER 14. mit seinen knackigen Man-in-Suit-Monstern schon. Nicht, weil der Humor so erlesen wäre, sondern weil das Ganze himmelschreiend schlecht ist. Geschrieben und inszeniert von Howard R. Cohen, der bei Corman-Produktionen der 80er Jahre fast zum Inventar gehört, ist dieser Heuler aus dem Jahr 1981 ein Vertreter der Sparte „Schrott der Güteklasse 1a“. Die Schauspieler chargieren ohne Ende. Weder die bekannteren Leute wie Severn Darden und Richard Benjamin, noch die Unbekannten bekleckern sich hier mit Ruhm. Dazu kommen Dialoge, die man kaum aufsagen kann, ohne das Gesicht zu verzerren (etwa Paula Prentiss, die Fledermäuse auf dem Speicher für Eulen hält und das auch eloquent zum Ausdruck bringt). Sehr schön ist dabei, dass man auch bei der Synchro richtig aufdreht. Hartmut Neugebauer auf Severn Darden und Randolf Kronberg auf Richard Benjamin hauen mächtig auf den Putz.

SAMSTAG, DER 14. hält nichts von feinsinnigem Humor, schafft es aber dafür, Horror-Konventionen auf den Kopf zu stellen. Das Monster im Schlafzimmer, das sich hinter dem Vater versteckt, ist nur eine der schrägen Ideen, die Cohens knackig kurzen Film auch gut 30 Jahre nach seiner Entstehung so gefällig machen. 1988 gab es mit SAMSTAG, DER 14. SCHLÄGT ZURÜCK ein Sequel. Das hab ich auch noch nicht gesehen. Wer hat und wie ist es?

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„Freitag, der 13.“ im Fernsehen

Frank Mancuso Jr. war als Produzent bei Paramount für die FREITAG, DER 13.-Filme verantwortlich und entwickelte zusammen mit Larry B. Williams 1987 eine Serie, bei der die Fans zuerst glaubten, es handele sich um weitere Abenteuer mit Jason Voorhees. Der Originaltitel der Serie lautete FRIDAY THE 13TH: THE SERIES, wobei dieser Titel aufgrund seiner Zugkraft gewählt wurde, denn eigentlich sollte die Serie THE 13TH HOUR heißen.

Mancuso hatte nie vorgesehen, dass es Verbindungen zwischen der Film- und der Fernsehserie geben sollte. Zwar gab es Überlegungen, Jasons Hockeymaske als eines der Exponate im Shop zu benutzen, doch davon sah man schließlich ab, da man sich von der Filmreihe distanzieren wollte. Aus demselben Grund gibt es in der letzten Folge auch nicht das kurz angedachte Ereignis, dass die Maske den Weg in den Laden findet.

Mit dem Titel wollten Mancuso Jr. und Williams vor allem punkten, da das Datum ein Symbol für Pech und Unglück ist. Ereignisse oder Personen der Filme zu erwähnen, war Mancuso nicht recht, da er Angst hatte, dass dies der Eigenständigkeit der Serie schaden könnte.

Die Handlung hätte auch nicht weiter von FREITAG, DER 13. entfernt sein können: Lewis Vendredi (!) schloss einst einen Pakt mit dem Teufel und sollte verfluchte Antiquitäten verkaufen. Aber er brach diesen Pakt und das kostete ihm die Seele. Nun liegt es an seiner Nichte Micki und Ryan, die den Laden geerbt haben, dem Fluch Herr zu werden. Sie müssen jedes einzelne bisher verkaufte Stück zurückerlangen.

Die Serie debütierte am 28. September 1987 in Syndication, also nicht auf einem festen Network, sondern bei vielen regionalen Sendern. Zuerst wurde die Show im Spätprogramm gezeigt, doch wegen guter Quoten verfrachteten viele Sender die Serie in die Prime Time. Obschon die Film- und Fernsehserie praktisch nichts miteinander zu tun haben, gibt es doch einige Verbindungen, haben doch sowohl Rob Hedden, Tom McLoughlin, John Shepherd und Fred Mollin an beiden Formaten mitgewirkt. Außerdem konnte man für eine Episode David Cronenberg als Regisseur gewinnen, der später in JASON X eine kleine Rolle spielte.

Gedreht wurde die Serie in Toronto, wobei für jede Folge ein Budget von 500.000 Dollar zur Verfügung stand. Nach drei Staffeln und 72 Folgen wurde ERBEN DES FLUCHS am 26. Mai 1990 das letzte Mal ausgestrahlt. In Deutschland lief die Show 1992 auf SAT 1, nachdem Ende der 80er Jahre schon einzelne Folgen auf VHS ausgewertet worden sind. In den USA sind alle drei Staffeln auch auf DVD erschienen. Hier zu Lande wartet man noch immer vergeblich – und das ist umso bedauerlicher, da ein paar Folgen niemals den Weg ins deutsche Fernsehen gefunden haben.

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Sturmtruppen auf der Titanic

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Die Spinne im Netz

Er wirft seine Schatten voraus: Dr. Mabuse. Denn nach jahrelangem Dämmerschlaf kehrt er bald zurück, wird doch an einer Neuverfilmung gearbeitet, die keine Parodie, sondern ein Action-Thriller werden soll. Es ist zu hoffen, dass die Münchener Firma Rat Pack diesem Vorsatz auch treu bleibt, denn das Vermächtnis des guten Doktors hat es bestimmt nicht verdient, durch den Kakao gezogen zu werden.

Alles begann in den frühen 20er Jahren mit einem Roman, den Norbert Jacques schrieb und der in Fortsetzungen in der „Berliner Illustrirten“ erschien. Noch bevor der Abdruck dort abgeschlossen war, kam auch schon der Film, der von Fritz Lang inszeniert wurde und dessen Drehbuch von seiner Ehefrau Thea von Harbou entwickelt worden war. DR. MABUSE, DER SPIELER (1922) kam als Zweiteiler in die Kinos und bringt es auf eine Laufzeit von mehr als vier Stunden.

Die 15 Millionen Mark teure Produktion wurde erst ab 18 Jahren freigegeben und hatte im April 1922 in Berlin Premiere. Der zweite Teil folgte vier Wochen später. Das Werk wurde auch ins Ausland verkauft und während es in Territorien wie Frankreich oder England praktisch so lief, wie es produziert worden war – von sprachlich angepassten Zwischentiteln abgesehen – gab es einige Länder, in denen der Film deutlich Federn lassen musste.

In Russland wurde der Film u.a. vom jungen Sergej Eisenstein geschnitten, wobei man aus beiden Teilen einen kürzeren Film machte. Dasselbe Schicksal blühte dem Film auch in den USA, wo er erst Jahre später ausgewertet wurde und man aus beiden Teilen einen machte, wobei mehr als die Hälfte an Material auf der Strecke blieb. Die Kritiken waren in den USA dementsprechend herb, aber auch in der Heimat war der Film nicht unumstritten. Mehr als einmal wurde dem Film die Verherrlichung von Gewalt und Verbrechen vorgeworfen.

Ein Sequel gab es erst ein gutes Jahrzehnt später, als Fritz Lang den Tonfilm DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE (1933) inszenierte. Der Film war das erste Werk, das von den Nazis beschlagnahmt wurde, so dass er erst in den 50er Jahren in Deutschland seine Uraufführung erlebte. Die gleichzeitig entstandene französischsprachige Fassung war lange Zeit die einzige Version des Films, die greifbar war.

In den 50er Jahren erwarb Artur Brauner von Norbert Jacques die Filmrechte an der Figur des Dr. Mabuse. Doch es dauerte noch ein paar Jahre, bis er einen Film folgen ließ. Er versuchte Fritz Lang, der 1933 Deutschland verlassen hatte, nach Hause zurückzulocken, was ihm auch gelang, da er dem Regisseur die Gelegenheit gab, den Indien-Zweiteiler DAS INDISCHE GRABMAL neu zu verfilmen. Danach konnte er Lang für DIE 1.000 AUGEN DES DR. MABUSE (1960) begeistern. Lang sah Potenzial in einem neuen Mabuse-Film und flog nach Berlin, um sich dort mit dem Autor zu beraten. Gleichzeitig brachte er eigene Ideen ein und bestand darauf, das Skript praktisch neu zu verfassen. Die Idee für das Stahlnadelgewehr brachte Lang aus den USA mit, hatte er dort doch einen Artikel gelesen, in dem man sich über diese neue Erfindung ausließ, wobei das Gewehr besonders hervorgehoben wurde, da es geräuschlos feuern konnte und kein Mündungsfeuer zu sehen war.

Während Brauner es gerne gesehen hätte, wenn der originale Mabuse zurückgekommen wäre, hatte Lang niemals vor, dieselbe Figur zu benutzen. Vielmehr sollte es in DIE 1.000 AUGEN DES DR. MABUSE ein Nachfolger sein, der das kriminelle Erbe des Genies antreten sollte. Folgerichtig verzichtete er auch darauf, der Figur im Film einen Echt-Namen zu geben. Er ist für alle nur Mabuse. Der Film, in dem Wolfgang Preiss den Doktor spielt und Gert Fröbe als Gegenspieler hat, kam 1960 in die Kinos, war ein fantastisches Konkurrenzprodukt zu den Edgar-Wallace-Verfilmungen und so erfolgreich, dass bis 1964 fünf Sequels folgten: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE (1961), DIE UNSICHTBAREN KRALLEN DES DR. MABUSE (1962), DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE (1962), SCOTLAND YARD JAGT DR. MABUSE (1963) und DIE TODESSTRAHLEN DES DR. MABUSE (1964).

Lang stand für die Fortsetzungen nicht mehr zur Verfügung, dafür kamen andere wie der Routinier Harald Reinl oder der Argentinier Hugo Fregonese zum Zug. Interessant ist auch, wie die Filme besetzt wurden, denn viele Schauspieler tauchen drei- oder viermal in den Filmen auf, spielen aber immer andere Rollen, darunter Gert Fröbe, Peter van Eyck und Werner Peters.

Mit dem letzten Film der Reihe, der sich schon recht peinlich an James Bond anbiederte, war die Luft raus. Die Gewinne waren eingebrochen und Brauner legte den guten Doktor zur Ruhe, auch wenn es immer wieder mal offizielle und inoffizielle Versuche wie DR. M SCHLÄGT ZU (1972) oder DR. M (1990) gab, den Schurken erneut ans Tageslicht zu zerren. In Kürze soll es nun wieder soweit sein. Dr. Mabuse kehrt zurück und der Kreis schließt sich – von der einen Wirtschaftskrise, in der er sein Unwesen trieb, bis zur nächsten, die perfekten Nährboden für Mabuses Treiben bietet.

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