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Affe tötet niemals Affe

DER PLANET DER AFFEN ist eine Filmserie, die auch heute noch nichts von ihrem Charme verloren hat, was nicht nur an den exzellenten Masken, sondern auch an den originellen Geschichten (die Ausnahme bildet Teil 5) der Filme liegt.

Auch in Deutschland gab esmal eine Zeit, in der DER PLANET DER AFFEN deutlich populärer war. 1975, als der Williams Verlag die Comic-Serie im Magazinformat lancierte, war die Filmserie zwar schon zwei Jahre beendet, aber das Interesse der deutschen Leser war dennoch ungebrochen. Und das ist nur zu gut verständlich. Die 13 Ausgaben von DER PLANET DER AFFEN bestechen durch ihren abwechslungsreichen Inhalt, bei dem es eine gelungene Farbadaption der ersten drei Filme gab (von denen die dritte leider nicht mehr beendet werden konnte) und eine atmosphärisch sehr dichte, in schwarz-weiß erzählte Fortsetzungsgeschichte, die einen Planet der Affen zeigt, auf dem die Menschen noch nicht verdummt waren, sondern mit den Affen zusammenlebten, auch wenn klar war, dass der haarlose Affe hier nicht mehr all zu viel zu sagen hatte. Diese Erzählung, von den Altmeistern Doug Moench und Michael Ploog in Szene gesetzt, erinnert übrigens ein wenig an die kurzlebige Fernsehserie um den PLANET DER AFFEN, die Ende der 80er Jahre auch einmal auf PRO 7 zu sehen war und mittlerweile auf DVD vorliegt.

Ergänzt wurden die Magazine durch sehr informative Artikel und Interviews rund um das Filmphänomen und so mancher Kurzgeschichte, die an irgendeinem Zeitpunkt der Affen-Chronologie stattfand. Alles in allem ist diese kurzlebige Serie ein kleine Perle, die heute zu Unrecht beinahe in Vergessenheit geraten ist und ruhig wiederentdeckt werden sollte.

Spartacus: Delicate Things

Die sechste Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND trägt den Titel “Delicate Things”. Und was hier geschieht, ist in höchster Weise delikat. Nach seinem Sieg verkündet Batiatus Spartacus, dass seine Frau gefunden ist und in zwei Tagen eintreffen wird. Derweil besucht der Magistrat Batiatus und erhält Kunde von einem Botschafter, nach der der Sohn seines toten Verwandten Ovidius am Leben sein soll. Für Batiatus ist dies schlechte Kunde, könnte der Junge ihn doch verraten. Darum muss er herausfinden, ob es stimmt und so spricht er mit Barcas Liebhaber Pietros, der es bestätigt. Daraufhin lässt Batiatus Barca töten, nur um wenige Minuten später herauszufinden, dass Barca ihn nicht angelogen hat. Er hat den Jungen getötet, aber seinen Liebhaber angelogen. Barca fiel damit einer Intrige von Ashur zum Opfer, da dieser dem Gladiator eine hohe Summe Geld schuldete. Spartacus will die Freiheit. Er ist nicht gewillt, jahrelang für Batiatus zu kämpfen, während seine Frau als Sklavin ihr Dasein fristet. Darum plant er die Flucht und bereitet alles vor: Er organisiert Wein und Weiber für die Gladiatoren, setzt Doctore unter Drogen und ist bereit, Batiatus zu entführen, um sicher mit Sura fliehen zu können. Doch als die Kutsche mit Sura eintrifft, ist all dies vergessen. Die Kutsche wurde überfallen und alle Insassen wurden getötet. Sura lebt noch wenige Momente und sieht Spartacus an. Batiatus sagt seiner Frau, dass er sein Versprechen, sie wieder zueinander zu bringen, eingehalten hat.

Wäre man ein Zyniker, müsste man sagen, es war von vornherein klar, dass Sura das Ende nicht erleben würde. Warum? Weil sie als einzige Spartacus’ echten Namen kennt. Und die Macher von SPARTACUS: BLOOD AND SAND wollen sicherlich nicht, dass dieser innerhalb der Serie benutzt wird. Davon abgesehen erwartet man im Verlauf der Folge durchaus, dass sich das Ende anders gestaltet. So wäre es auch durchaus möglich gewesen, dass die falsche Sura in den Ludus gebracht worden wäre.

Bislang war es so, dass praktisch jede Folge in Bezug auf ein oder zwei Personen wichtige Erkenntnisse brachte. In “Delicate Things” geschieht dies mit Batiatus, einem ehrenwerten Mann, wie Spartacus erklärt. Und doch sieht man an ihm eine gänzlich andere Seite, die zuvor so nicht offen zutage getreten ist. Er ließ Sura töten, hielt jedoch sein Versprechen ein und kann doch sicher sein, Spartacus an sich zu ketten. Als Lucretia versteht, was Batiatus getan hat, sieht man Entsetzen auf ihrem Gesicht. Überraschung darüber, wozu ihr Mann fähig ist. Doch dies ist nicht die einzige Schreckenstat des Batiatus. Die Badeszene zeigt eine sadistische Ader an ihm, die zuvor nicht erkennbar war. Und die Hinrichtung von Barca zeigt wiederum, dass auch der Meisterplaner Batiatus nicht davor gefeit ist, Opfer einer Intrige zu werden.

So ist “Delicate Things” auch eine Folge der Abschiede. Zwei Protagonisten sterben – und mit ihnen geht der Glaube an einen ehrenwerten Römer zugrunde. Es sind die kleinen Momente, die hier besonders gut funktionieren. Die Szenen, in denen ein Blick mehr aussagt, als tausend Worte. Solche Momente haben John Hannah, Lucy Lawless, Peter Mensah und Antonio Te Maioho. Letzterer erlebt einen Moment von Menschlichkeit, macht diesen aber zunichte. Und Peter Mensah als Doctore ist mehr als klar, was Spartacus getan hat. Insofern wird interessant, wie sich ihrer beider Beziehung in den weiteren Folgen manifestieren wird.

Sehr schön sind die Szenen, in denen man sieht, wie Spartacus seinen Fluchtplan immer wieder aktualisiert. Bis hin zu der Version, an deren Ende er fast mit Sicherheit glücken muss. Doch nichts im Leben ist sicher, wie Varro zu bedenken gibt. Und er hat Recht!

Spartacus: Shadow Games

Die fünfte Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND trägt den Titel “Shadow Games”. Der Magistrat will eine große Kampfschau in der Arena und erwartet, dass Batiatus seinen besten Mann zur Verfügung stellt: Crixus. Dessen Gegner wird Theokoles, der Schatten des Todes, sein, der Hunderte Wunden davongetragen, aber jeden Kampf gewonnen hat. Nur ein Mann hat einen Kampf mit ihm überlebt: Doctore. Crixus zur Seite gestellt wird Spartacus, wobei beide im Training erst die gegenseitge Abneigung überwinden müssen. Doctore schwört sie darauf ein, dass sie gemeinsam kämpfen oder alleine sterben müssen. Derweil findet Batiatus heraus, wer ihn töten lassen wollte und Lucretia unterzieht sich einem Ritual, das ihrer Fruchtbarkeit zuträglich sein soll. Am Tag des Kampfes schlagen sich Crixus und Spartacus gut und fällen Theokoles. Doch dieser steht erneut auf und kämpft weiter, wobei er Crixus fast tötet, aber dieser verschafft Spartacus die Chance, den Schatten des Todes zu bezwingen.

Etwas zu vorhersehbar ist die Entwicklung zwischen Crixus und Spartacus, die sich erst zusammenraufen, dann aber doch wieder einzeln kämpfen, nur um einander dann zu helfen. Interessanter wird dahingegen, wie sich ihrer beider Beziehung nach diesem Kampf entwickeln wird. Der Schlusskampf ist aufregend umgesetzt, wobei Theokoles mythisch übersteigert ist und an die phantastischeren Kreaturen aus 300 erinnert.

Wie zuvor bedient sich auch diese Folge wichtiger Charakterentwicklung. Diesmal gilt dies besonders für Lucretia, die bisher eher intrigant erschien, das sicherlich auch ist, aber eine Menschlichkeit an den Tag legt, die man nicht vermutet hätte. Und zwar in der Szene, als sie Crixus in der Nacht vor dem Kampf zu ihr kommen lässt. Dem Ritual zufolge hat sie nur eine Stunde, sich befruchten zu lassen. Und lässt Crixus doch unverrichteter Dinge ziehen, als dieser sie um diesen Gefallen bittet.

“Shadow Games” gelingt es, einen anderen Blick auf das Dasein eines Gladiators zu werfen. Und das geschieht durch die Figur Crixus, der sein Leben als Gladiator schätzt und den Ruhm und die Glorie der Arena liebt. Das geht einher mit realen Überlieferungen, nach denen Gladiatoren im alten Rom ähnlich verehrt wurden, wie dies heutzutage bei Sportstars der Fall ist. Anders als in dieser Serie überlebten Gladiatoren jedoch häufig, da sie eine große Wertanlage waren und man diese nicht einfach verschwenden wollte. Es kam zu schweren Verletzungen, keine Frage, der Tod war jedoch nicht die Regel. Ebensowenig übrigens wie die Tatsache, dass nur Sklaven gekämpft hätten. Es gab auch genügend freie Gladiatoren, die für Ruhm und Reichtum die Arena betraten.

Spartacus: The Thing in the Pit

“The Thing in the Pit” ist der Titel der vierten Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND. Und er bezieht sich einerseits auf Spartacus, andererseits auf seinen Gegner. Nachdem Spartacus das Wohlwollen des Pöbels verloren hat, entscheidet Batiatus, dass der Gladiator nur noch in der Unterwelt für Gewinne sorgen kann. Er bringt ihn zu den Kämpfen in der Grube, in denen aus Menschen Tiere werden. Ein Kämpfer zieht seinem Gegner die Gesichtshaut ab und trägt sie dann im nächsten Kampf. Entgegen aller Erwartungen schlägt sich Spartacus in der Grube hervorragend. Er überlebt und er kämpft weiter. Dann macht er Batiatus ein Angebot: Er soll alles gegen ihn setzen und er wird verlieren, doch Batiatus muss Sura befreien. Batiatus lässt sich darauf ein, doch als der Kampf stattfindet, wird er von zwei Attentätern angegriffen. Darum tötet Spartacus seinen Gegner, um seinen Dominus zu retten. Batiatus hat viel Geld verloren, doch er fühlt sich in Spartacus’ Schuld. Und ordnet an, dass er wieder mit den echten Gladiatoren in der Arena kämpfen soll.

Die vierte Folge ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Figuren. Dies gilt insbesondere für Spartacus und Batiatus. Das Schicksal beider ist aneinander gekettet. Dabei zeigt Batiatus ein Verständnis von Ehre, das man ihm hoch anrechnen muss. Gleichzeitig hat man eine stete Entwicklung von Spartacus. Nachdem er alles verloren hat und selbst bereit ist, sein Leben einzutauschen – und das für die vage Hoffnung, dass Batiatus Sura retten wird – erweist er sich als ein immenser Kämpfer, der niemals aufgibt.

Die Folge hat einige sehr effektive Szenen. Eine der besten ist, als Spartacus halluziniert und ein Gespräch mit Sura führt, während Varro mit ihm spricht und glaubt, dass der Thraker seine Worte an ihn richtet. Diese Sequenz ist exzellent geschrieben und gefilmt. Entwicklung gibt es auch bei den anderen Figuren: Crixus und Naevia kommen sich näher, Barca erweist sich als Boylover und Lucretia liebt ihren Gatten wirklich.

“The Thing in the Pit” ist die bislang brutalste und schonungsloseste Folge der Serie. Erstaunlich, bedenkt man die brutale Action der vorherigen Episoden. Hier jedoch taucht man in den Kreis der Hölle ein. Die endlosen Kämpfe in der Grube sind wie der Fiebertraum eines Wahnsinnigen. Die blutgierige Menge ist eine Travestie dessen, was der Mensch sein kann und vielleicht auch sein sollte. An den Wänden hängen Leichen, ein “Leatherface” ist der umjubelte Champion und die Intensität der Kämpfe nimmt eine Qualität an, die selbst bei FSK-18-Filmen nur selten zu finden ist. In dieser Beziehung und mit seiner absoluten Kompromisslosigkeit überrascht SPARTACUS: BLOOD AND SAND in praktisch jeder Folge erneut.

Trailer: Tron Legacy

Der Trailer zum langerwarteten Sequel von TRON ist nun online. Und er sieht gut aus! Besonders die Sequenzen in der Welt der Computer sind traumhaft schön und eine konsequente Weiterentwicklung des Originals, wobei die Basis-Designs bewahrt blieben. Den Trailer kann man sich hier ansehen: http://www.program-glitch-esc.net/

Spartacus: Legends

Die dritte Episode von SPARTACUS: BLOOD AND SAND trägt den Titel “Legends”. Und im Endeffekt geht es genau darum: um Legenden. Es beginnt damit, dass die Gladiatoren weiterhin trainieren, denn schon bald steht der Kampf in der Arena an. Crixus ist Batiatus’ Primus und wird den größten Kampf mit dem höchsten Gewinn abhalten. Spartacus ist hingegen nur ein Anfänger, dem ein kleiner Kampf bevorsteht. Doch da Spartacus hohe Gewinne erzielen muss, provoziert er auf einer Veranstaltung, dass Batiatus gezwungen ist, ihn gegen Crixus antreten zu lassen. Aber in der Arena muss Spartacus feststellen, dass Crixus’ Ruf wohl verdient ist. Er hat keine Chance gegen ihn und ist dem Gegner ausgeliefert. Crixus’ Schwert an seiner Kehle gibt Spartacus das Zeichen der Aufgabe und des Flehens um Gnade: er streckt Zeige- und Mittelfinger aus. Obwohl der Pöbel seinen Tod will, schont ihn Batiatus.

Mit der dritten Folge hat die Serie ihren Fluß gefunden. Es gibt nach wie vor reichhaltig Action und ein ordentliches Maß an Fleischbeschau, aber wichtiger als das ist die Entwicklung der Figuren. Im Mittelpunkt steht hierbei Spartacus, den man schon in den ersten beiden Folgen als einen Mann erlebt hat, der zu sehr von sich selbst überzeugt ist. Der niemals im Leben um Gnade betteln würde. Und der hier an den Rand des Todes geführt wird, was ihm aufzeigt, dass er noch viel zu lernen hat, will er auch nur eine Chance haben, Sura jemals aus der Sklaverei freikaufen zu können. Seinen Hochmut abzulegen, wird für ihn die größte Herausforderung werden.

Doch “Legends” ist nicht nur Spartacus vorbehalten. Hier erfährt man mehr über Crixus, der seine menschliche Seite zeigt. Er liebt Naevia, eine von Lucretias Sklavinnen, und versucht, ihr näher zu kommen. Naevia wird von Lesley-Ann Brandt gespielt und soll im Verlauf der Staffel noch deutlich mehr zu tun bekommen. Ebenfalls interessant sind Lucretias Versuche, Ilythia, die Frau von Claudius Glader, zu unterhalten und für sich zu gewinnen. Doch ihre Gunst zu erwerben, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn Ilythia ist wie ein leeres Gefäss, das ständig danach giert, befüllt zu werden – und dennoch niemals ausgefüllt ist. Sie will immer mehr. Lucretia stößt an die Grenzen dessen, was sie bieten kann. Und das obwohl sie Ilythia sogar einen Live-Porno mit einem der Gladiatoren vorführt.

“Legends” bezieht sich auch auf Crixus und Barca. Beide sind Gladiatoren. Und lebende Legenden. Der eine ist der unangefochtene Champion, der andere die Bestie von Karthago, die in der Arena Dutzende der eigenen Landsleute tötete und am Ende den Vater abschlachtete, um am Leben zu bleiben. Spartacus fragt seinen Freund Varro, ob das wahr ist, doch dieser weiß es nicht. Es könnte ebenso Legendenbildung sein, die von Barca aktiv oder passiv betrieben wurde. Doch eines ist klar: Nach seiner Niederlage ist Spartacus weit davon entfernt, selbst zur Legende zu werden.

Meine Oscar-Orakelei

Die Show ist vorbei, so unterhaltsam wie im letzten Jahr war sie nicht. Alec Baldwin und Steve Martin hatten zwar ein paar humorige Sprüche drauf, aber die Showeinlagen von Hugh Jackman im letzten Jahr hatten deutlich mehr Flair. Was die Entscheidungen der Academy betrifft, so bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Immerhin ist man meiner Meinung in den großen Kategorien – mit Ausnahme des besten Films – gefolgt. Elfmal lag ich also richtig:

Beste männliche Hauptrolle: JEFF BRIDGES

Beste weibliche Hauptrolle: SANDRA BULLOCK

Beste weibliche Nebenrolle: MO’NIQUE

Beste Regie: KATHRYN BIGELOW

Bestes adaptiertes Drehbuch: PRECIOUS

Beste Kamera: Mauro Fiore für AVATAR

Bester Schnitt: Bob Murawski und Chris Innis für THE HURT LOCKER

Bestes Make-up: Barney Burman, Mindy Hall und Joel Harlow für STAR TREK

Bester Song: T-Bone Burnett und Ryan Bingham für CRAZY HEART

Beste Visuelle Effekte: Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andy Jones für AVATAR

Bester Animationsfilm: UP

Spartacus: Sacramentum Gladiatorum

Die zweite Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND beginnt damit, dass Spartacus in die Gladiatorenschule des Batiatus gebracht wird. Dort haben sich neue Gladiatoren-Anwärter eingefunden und diese werden vom Ausbilder Doctore unter die Lupe genommen. Spartacus muss gegen den Gallier Crixus kämpfen und verliert dabei, obschon er versehentlich einen anderen Mann tötet. Batiatus’ Gladiatoren sind besser als jene, denen Spartacus in der Arena begegnete. Batiatus hofft auf große Erfolge mit Spartacus. Er braucht sie auch, um seine Schulden zu begleichen. Claudius Glader sucht Spartacus auf. Er wünscht nicht länger den Tod des Thrakers. Vielmehr wünscht er ihm Leid in der Arena, wohlwissend, dass seine Frau geschändet und als Sklavin verkauft wurde. Spartacus weigert sich, den Anweisungen seiner Ausbilder zu folgen. Doch dann erkennt Batiatus, was es ist, das Spartacus anspornt. Er verspricht ihm, zu helfen, ihn mit seiner Frau wiederzuvereinen, wenn er den finalen Test besteht und ihn als Herr akzeptiert.

Die zweite Folge der Serie konzentriert sich fast ausschließlich auf die Ausbildung als Gladiator. Neue Figuren werden eingeführt, wobei Peter Mensah als Doctore besonders starken Eindruck hinterlässt. Gleichwohl überzeugt der ansonsten nicht immer sattelfeste John Hannah als Batiatus. Und obschon man bislang das Gefühl hatte, in ihm eher einen Schurken zu erkennen, mischt sich nun Ambivalenz in seine Darstellung. Er könnte für Spartacus werden, was Proximo für Maximus in GLADIATOR gewesen ist.

Auch in dieser Folge gibt es reichlich Action, die aber ohne die extremen Blutfontänen der ersten Episode auskommt, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass kaum jemand stirbt. Bemerkenswert ist die Darstellung römischer Dekadenz, die soweit geht, dass die Sklaven im Hause wie Inventar betrachtet werden. Ohne Scham oder Scheu folgen die Herren vor den Augen der Sklaven der eigenen Lust. Dementsprechend gibt es auch hier wieder freizügige Szenen, wobei besonders das “Vorspiel” von Batiatus und Lucretia eine perverse Note erhält, die abermals zeigt, dass man zumindest in dieser Disziplin ROM hinter sich lässt. Übrigens: Bei Lucy Lawless verhält es sich wie mit einem gut gereiften Wein. Sie ist heute deutlich attraktiver als sie das zu ihren XENA-Zeiten war. Ungewöhnlich für eine amerikanische Produktion ist es, dass es Full-Frontal-Nudity eines Mannes gibt – und das sogar in einer Szene sehr ausgiebig. Das traut sich sogar kaum ein Film.

“Sacramentum Gladiatorum” versucht sich etwas mehr in Charakterbildung, zeigt neue Facetten von Spartacus und Batiatus und wartet mit interessanten neuen Figuren auf. Zu diesem Zeitpunkt sieht die Entwicklung der Serie vielversprechend aus, auch wenn man sich fragt, wann die Show wohl den Punkt erreichen wird, da Spartacus den Sklavenaufstand leiten wird.

Weltraumschiff 1 startet

Das Großartige am Internet ist, dass man Dinge zu sehen bekommt, von denen man glaubte, man würde sie niemals begutachten können. Nun kann man den in den 30er Jahren entstandenen deutschen Science-Fiction-Film WELTRAUMSCHIFF 1 STARTET sehen. Es handelt sich hierbei um einen 23-minütigen Kurzfilm, der zustande kam, weil bereits produziertes Material benutzt werden musste, als zwei Großproduktionen aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs abgebrochen wurden: ZWISCHENFALL IM WELTRAUM (D 1939, Regie: R. A. Stemmle) und WELTRAUMSCHIFF 18 (D 1939, Regie: Eduard von Borsody).

Der Film erzählt von der technischen Meisterleistung eines Weltraumschiffs, das im Jahr 1963 auf eine Reise zum Mond und wieder zurück geschickt wird. Der Film setzt dabei auf das Spektakel eines Weltereignisses und zeigt dieses in quasi dokumentarischer Form.

Bemerkenswert an dem Film sind vor allem die hervorragenden Effekte, die für die damalige Zeit sicher bahnbrechend waren. Stilbildend war der Start der Rakete, der nicht horizontal, sondern vertikal stattfand und dabei sicherlich Inspiration für George Pals DER JÜNGSTE TAG gewesen ist. WELTRAUMSCHIFF 1 STARTET wurde als Nazi-Propaganda-Film betrachtet und von den Siegermächten beschlagnahmt. Abgesehen von einigen Bildern von Flugzeugen, an deren Heckfinne das Hakenkreuz zu erkennen ist, und die Tatsache, dass ein Observatorium in Deutsch-Ostafrika liegt – eine Kolonie, die nach dem Ersten Weltkrieg verloren war, aber in der Realität des Films wohl wieder von Deutschland annektiert wurde – kann man dem Film aber kaum Propaganda vorwerfen. Noch nicht einmal, obwohl es einen Seitenhieb auf den amerikanischen Präsidenten gibt.

Effektsequenzen des Films wurden in den USA in der Serie THE SPACE EXPLORERS eingesetzt. Der Film ist Public Domain und kann hier heruntergeladen werden: http://www.archive.org/details/gov.archives.arc.67908

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Spartacus: The Red Serpent

So, nun habe ich die erste Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND gesehen. Die Serie wird von Sam Raimi und Robert Tapert produziert und wurde von Steven S. DeKnight, der u.a. für ANGEL geschrieben hat, erschaffen. Der Plan war offensichtlich von vornherein, ein Serienprodukt zu gestalten, das die Größe von GLADIATOR mit dem Look von 300 verbindet.

In der ersten Episode, “The Red Serpent”, schließen sich Spartacus und die Thraker den Römern an, als diese um ihre Hilfe ansuchen. Es soll gegen einen gemeinsamen Feind gehen, der immer wieder Überfälle auf thrakische Dörfer unternommen hat. Doch schon bald zeigt sich, dass die Römer andere Interessen haben und gewillt sind, Thraker zu opfern, um diesen zu folgen. Darum kommt es zu einer Massen-Desertation, die von Spartacus angeführt wird. Er kommt gerade noch rechtzeitig nach Hause, um seine Frau Sura zu retten. Da ihr Dorf vernichtet wurde, beschließen sie, nach Süden zu gehen. Doch tags darauf fallen sie in die Hände der Römer. Sura wird versklavt und Spartacus von Legat Claudius Glaber ins römische Reich gebracht, wo er in der Arena sterben soll. Mit dem Spektakel hofft Claudius auf die Gunst des Volkes, die er benötigt, um die Schande der Niederlage in Griechenland vergessen zu machen. Zu seiner Überraschung schlägt sich Spartacus gegen vier Gladiatoren und gewinnt. Der Pöbel fordert, dass man sein Leben schont. Und Senator Albinius willigt ein. Spartacus soll fortan als Gladiator kämpfen. Und nun erst erhält er auch den Namen des einst legendären thrakischen Königs: Spartacus.

Diese erste Folge sieht vielversprechend aus. Allerdings nur insofern, als dass man erkennen kann, dass hier Potenzial vorhanden ist, denn die knapp einstündige Geschichte hat einige gewaltige Probleme. So nett es ist, die Idee des 300-Looks für das Fernsehen umzusetzen, so wenig kann dies verschleiern, dass es praktisch kaum Charakterentwicklung gibt und die Handlung dieser ersten Folge fast einem Nichts gleichkommt. “The Red Serpent” ist ein klarer Fall von Stil über Substanz. Wobei der Stil auch deutlich überzogen ist, was sich vor allem in den Gewaltszenen zeigt. Denn selbst bei kleinsten Wunden wird Literweise Blut verspritzt. Die CGI-Fontänen unterstützen zwar das visuelle Design, sind aber zumindest gewöhnungsbedürftig.

Ebenfalls möchte man wohl mit besonders viel nackter Haut punkten. Die Freizügigkeit, die sich die Serie ROM leistete, wird hier schon in der ersten Folge locker überschritten. Das ist per se nichts Schlechtes, aber es sollte etwas wohl dosierter sein. ROM verstand es, den Spagat zwischen inhaltlicher Notwendigkeit und voyeuristischem Schauwert zu proben. Mit ROM ist SPARTACUS: BLOOD AND SAND jedoch nicht vergleichbar. War die HBO-Serie vor allem auf eine intrigenreiche Geschichte mit einem Höchstmaß an Charakterentwicklung aus, so setzt die Starz-Produktion hauptsächlich auf actionreiche Schauwerte. Allerdings bleibt zu hoffen, dass sich dies im Verlauf der Staffel etwas relativiert. Denn wie gesagt: Das Potenzial, zu einer Serie zu werden, die eben nicht nur auf überzogene Action setzt, sondern auch in dramatischer Art und Weise überzeugen kann, ist vorhanden.

Zu den Pluspunkten dieser ersten Folge gehören: Newcomer Andy Whitfield ist ein kerniger Held. Spartacus’ Frau Sura wird von Erin Cummings gespielt, die erfreulicherweise auch sehr freizügig agiert. Ein klarer Vorteil! Claudius wird von Haldir-Darsteller Craig Parker dargestellt. Die von 300 inspirierten Action-Sequenzen sind auf jeden Fall cool. Lucy Lawless gefällt. Die britischen Akzente und die blumigen Dialoge!

Unterm Strich gilt damit: Die erste Folge ist kein Geniestreich, aber ausbaubar. Dies wird kein neues ROM, aber vielleicht eine gut gestaltete TV-Variante von GLADIATOR. Ich werde mir auf jeden Fall auch die weiteren Folgen ansehen.