Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ bekam kein Sequel, wohl aber sein Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“. Dem folgte Verne mit „Die geheimnisvolle Insel“, in der er erneut Captain Nemo auftreten ließ. Nun bildet diese Insel die Basis für das Sequel zum 3-D-Film aus dem Jahr 2008: “Die Reise zur geheimnisvollen Insel”. Einiges hat sich jedoch geändert. Brendan Fraser ist nicht mehr dabei. Dafür wurde er von Dwayne „The Rock“ Johnson ersetzt. Einziges Überbleibsel des Originalfilms ist Jungstar Josh Hutcherson.
Sean Anderson (Josh Hutcherson) erhält eine verschlüsselte Funknachricht von seinem Großvater, der sein halbes Leben nach Jules Vernes geheimnisvoller Insel gesucht hat. Sein Stiefvater Hank (Dwayne Johnson), der versucht, zu dem Teenager eine Verbindung aufzubauen, hilft bei der Entschlüsselung der Nachricht: Sie besagt, dass Alexander Anderson (Michael Caine) tatsächlich die geheimnisvolle Insel gefunden hat. Und sie beinhaltet einen dekodierten Hinweis darauf, wie man diese Insel finden kann.
Sean will unbedingt zu der Insel, doch seine Mutter ist gegen die gefährliche Reise. Hank überzeugt sie, dass dies für Sean wichtig ist. Zudem, so erklärt er, wird er seinen Stiefsohn begleiten und auf ihn aufpassen.
Auf der Insel Palau suchen Sean und Hank nach einem Captain, der sie mit seinem Boot zu den Koordinaten der geheimnisvollen Insel bringen kann. Doch niemand ist dazu bereit – außer Gabato (Luis Guzman), ein Helikopterpilot, der von seiner selbstbewussten Tochter Kailani (Vanessa Hudgens) begleitet wird. Nach Aushandeln des Honorars geht der Flug in dem klapprigen Helikopter los. Doch bei den vorgegebenen Koordinaten tritt ein gewaltiger Hurrikan auf, der – so besagt es Jules Vernes Roman – das Tor zur Insel ist.
Eigentlich will Gabato abdrehen, doch dafür ist es schon zu spät. Kurz darauf finden sich die vier Abenteurer auf der geheimnisvollen Insel wieder. Nichts ist auf der Insel, wie es sein sollte. Normalerweise große Tiere sind klein, und winzige Tiere riesengroß. Aus brenzliger Lage wird die Gruppe von Alexander Anderson gerettet, der mit der Entdeckung der geheimnisvollen Insel berühmt werden will. Doch plötzlich geht es um mehr als das: Ums nackte Überleben, denn die Insel wird bald im Meer versinken.
„Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ erinnert auf vielerlei Art an die alten Disney-Abenteuerfilme aus den 50er und 60er Jahren. Dies waren Filme, die für die ganze Familie gedacht waren, die tolle Locations, sympathische Schauspieler und aufregende Geschichten boten. All das zeichnet nun auch diese sehr lockere Adaption von Jules Vernes Roman aus.
Dies ist kein Film, der sich über eine besonders komplexe Geschichte definieren würde. Stattdessen will er ein filmisches Erlebnis sein, ein Abenteuertrip im Kinosaal. Das gelingt ausgezeichnet, denn dieser Film ist längst nicht nur für Kids, sondern auch für Erwachsene.
Kinder werden ihn lieben, das ist keine Frage, aber Erwachsene können sich an der Geschichte ebenso erfreuen und daran erinnern, wie es war, ein Kind zu sein, für das die Welt ein aufregender Ort voller möglicher Abenteuer war.
Kinder werden ihn lieben, das ist keine Frage, aber Erwachsene können sich an der Geschichte ebenso erfreuen und daran erinnern, wie es war, ein Kind zu sein, für das die Welt ein aufregender Ort voller möglicher Abenteuer war.
Man könnte den Film natürlich in Hinblick auf die Struktur der Geschichte zerpflücken, aber das würde ihm nicht gerecht werden. Denn mehr als aufregende, phantasievolle Unterhaltung will „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ gar nicht sein.
Die Autoren haben sich viel Aufregendes ausgedacht. So entdeckt man hier nicht nur Atlantis und bekommt Nemos U-Boot, die Nautilus, zu sehen, sondern trifft auch auf riesenhafte Echsen und winzig kleine Elefanten (sehr süß: Elefanten in Hundegröße wären vielleicht die perfekten Haustiere!). Damit nicht genug bietet die Insel noch einen aktiven Vulkan und eine Verfolgungsjagd, die aus den Möglichkeiten des 3-D das Maximalmögliche herausholt.
Denn die Helden fliegen auf Bienen, werden jedoch von hungrigen Vögeln verfolgt. Die Versuche, die gefiederten Jäger abzuschütteln, sorgen für eine dynamische Inszenierung. Speziell die Momente, die aus dem Blickwinkel der fliegenden Bienen gezeigt werden, sorgen für ein mulmiges Gefühl im Magen. Man kann sich das alles wie das Speeder-Bike-Rennen auf dem Waldmond Endor in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ vorstellen – nur noch wilder und ausgelassener!
„Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ setzt auf viel Humor, der sich nicht nur aus Situationskomik, sondern auch aus knackigen Dialogen ergibt. Besonders schön funktioniert das mit Dwayne Johnson und Michael Caine, deren Figuren keine Gelegenheit auslassen, sich gegenseitig verbal einen einzuschenken. Die Chemie zwischen den beiden Schauspielern ist großartig.
Generell ist das Zusammenspiel der Akteure makellos. Emotionale Momente werden mit der richtigen Portion Kitsch dargeboten, aber nie zu sehr übertrieben. Die Botschaften des Films sind einfach, aber schön. Und Ex-Wrestler The Rock hat ein solch einnehmendes Lächeln drauf, dass man gar nicht anders kann, als von seiner guten Laune angesteckt zu werden. Anders als sein direkter Vorgänger ist „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ mit viel Esprit erzählt. Wo der erste Teil wirklich ausschließlich auf Kinder abzielte und das erwachsene Publikum eher gelangweilt zurückließ, schafft das Sequel den Spagat, gute Unterhaltung für jedermann zu bieten.
Die 3-D-Technik wird sowohl für spektakuläre Sequenzen als auch für reinen Selbstzweck eingesetzt, letzteres aber so amüsant (Stichwort: Brustmuskeln), dass man sich darüber auch nicht mokieren muss, sondern herzlich mitlacht.
Am Ende wird ein weiteres Abenteuer in Aussicht gestellt – „Von der Erde zum Mond“ – und angesichts dieses höchst amüsanten Films, kann man es kaum erwarten, dass diese dritte Reise bald in Angriff genommen wird. „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ schafft etwas, das nur wenigen Filmen gelingt: Er spricht das Kind im Manne an und lässt uns alle wieder kleine Jungs werden.

Stimme zu. Äußerst süffige Abenteuerware für die ganze Familie, hat mich bestens unterhalten.
Überraschend. Kino trotzdem nicht.
Brendan Fraser und Dwayne Johnson ersetzen? – Kein naheliegender Griff, aber doch ein begrüßenswerter Richtungswechsel.
Wäre ich jemand anders, in einem anderen Forum, bei einem anderen Film – ich würde fragen: Macht sich die Hudgens nackich? Sonst taugt das nix.
Ich habe den ersten Film gesehen, der war mit seinen Achterbahn-Set Pieces auch schon amüsant (wenn auch komplett substanzlos). Die Aussicht auf eine 3D-Familienfilm-Franchise, die das Gimmick so einsetzt, wie es ursprünglich mal beabsichtigt war (scheiß auf “atmosphärisches 3D”) ist nun nicht das schlimmste, was ich mir vorstellen könnte. Und Johnsons und Caine machen den Film bestimmt auch nicht schlechter…
Ich weiß aber nicht, ob ich dafür wirklich ins Kino gehen soll oder nicht doch einfach nur in zwei, drei Jahren die DVD für wenig Geld vom Grabbeltisch mitnehme
So gut?
Aber stößt die Optik denn nicht negativ auf? Ich kriege ja schon Herzrasen, wenn ich mir das vorletzte Bild der Kritik anschaue. Künstlicher gehts ja gar nicht mehr. Offensichtlicher kann man ja gar nicht zeigen, dass Darsteller vor einem Greenscreen stehen. Da ist ja nichts homogen oder fließend. Da sieht ja Star Wars Episode 2 richtig realistisch gegen aus.
Kann man sich also echt auf einen Film einlassen, bei dem man in jeder Szene das Gefühl hat etwas offensichtlich gekünsteltes zu sehen? Ich stelle mir das schwierig vor…
Das letzte Bild sieht im Film selbst besser aus. Ist da aber auch nur zwei oder drei Sekunden zu sehen. Optisch gibt es bei Journey 2 auch nix zu klagen. In Hawaii gedreht. Sieht einfach schön aus.
Der ganze Film hat ganz einfach Charme. Er will in keiner Sekunde mehr sein als beste Familien-Unterhaltung – und die ist er in jeder Sekunde. Mission erfüllt.
Für Leute über 18 gibt’s nettes Gezanke zwischen Caine und Johnson, ferner eine erstaunlich unverblümte Großaufnahme von Hudgens, die durch einen Tunnel krabbelt und dabei Pussy/Arsch ins Bild hält. Tinte, meet Füller.
Kein Film für all die abgestumpften Gore-Hounds. Aber einer für Leute, die noch wissen, wie geil es war, mit 13 Jules Verne zu lesen.