UNDERWORLD: AWAKENING soll anders sein. Der bekannte Status Quo wird aufgebrochen, die Vampire und Lykaner werden der Menschheit bekannt und ein gnadenloser Ausrottungskampf beginnt. Michael wird scheinbar getötet, Selene gefangen genommen und eingefroren. Das sind die ersten fünf Minuten des Films. Dann kommt ein Zeitsprung um zwölf Jahre. Selene wird aufgetaut, kann fliehen, und sucht nach Michael, den sie für Subjekt 2 hält. Doch falsch, dieses Subjekt 2, das Hauptforschungsobjekt einer sinistren Firma, ist ihre Tochter, die wie Michael ein Hybride ist. Die Flucht währt nur kurz, denn das Töchterchen wird alsbald aufgegriffen. Und dann kommt der von Stephen Rea gespielte Dr. Jacob Lane hinzu, der natürlich ganz eigene Pläne verfolgt. All das endet in viel bleihaltiger Action. Im Grunde fängt es auch so an und bietet im Mittelteil auch nichts anderes.
Die eigentlich interessante Geschichte, die der Trailer auch propagiert, wird außen vor gelassen. Der Krieg der Menschen gegen die Nicht-Menschen, die Vampire und die Lykaner, wird in fünf Minuten abgehandelt. Danach kommt das übliche Gekloppe zwischen Vampiren und Lykanern und die Menschen treten praktisch nicht mehr in Erscheinung. Das mag dem Umstand geschuldet sein, dass man zwar den Status Quo aufrütteln will, aber sich irgendwie doch nicht so recht traut, etwas ganz anderes zu bieten (man denke an das Marvel-Credo: Niemals etwas verändern, sondern nur die Illusion von Veränderung erschaffen).
Was man bei UNDERWORLD: AWAKENING jedoch wirklich hätte sehen wollen, ist, was die ersten Minuten anreißen. Der Ausbruch des Krieges zwischen Mensch und Überwesen, das sich wendende Kriegsglück und der beinahe stattfindende Genozid. Das ist der Stoff, aus dem eine große Geschichte hätte werden können. Was geboten wird, ist im Endeffekt nicht mehr als ihr Wurmfortsatz.
Findet man sich damit ab, dass einem der Film die interessantere Geschichte vorenthält, dann kann man zumindest konstatieren, dass die beiden schwedischen Regisseure wissen, wie man Action dynamisch in Szene setzt. Dabei verstehen sie es auch, die Dreidimensionalität des Bildes zu nutzen, um das Geschehen noch unmittelbarer zu gestalten. An UNDERWORLD: AWAKENING ist jedoch kein bisschen Fett. Mit einer Laufzeit von gerade mal 80 Minuten gibt es für die Charaktere, deren Beziehung zueinander und die Geschichte selbst so gut wie kein Entfaltungspotenzial. Von Plot-Elementen, die einfach in der Luft hängen geblieben lassen, wollen wir erst gar nicht reden. Stattdessen wird geschossen und gekämpft. Das aber immerhin mit sehr viel Stil.
Auf der Haben-Seite gibt es die wie immer adrette und schlagkräftige Kate Beckinsale, das Fehlen von Schnarcher Scott Speedman und viel feiste Action. Demgegenüber stehen im Soll merkwürdig animierte Ratten-Werwölfe, Riesen-Lykaner, die an Endgegner typischer Computerspiele erinnern und eine Geschichte, die fast nicht fassbar ist. Etwas verschwendet erscheinen Charles Dance als Vampir und Michael Ealy als Polizist. Deren Figuren wirken, als hätten sie bei der Entwicklung vom Drehbuch zum fertigen Film kräftig Federn lassen müssen. Fazit: Als Action-Film okay, aber vorhandenes Potenzial wurde leider nicht ausgereizt.
Ist der nun genau so scheiße & blau wie die Vorgänger? Interessant ist hierbei für mich vor allem letzteres…
Klar ist er blau.
Ich weiß noch, wie ich 2003 Teil 1 in LA sehen wollte, aber im Kino nach der Hälfte eingeschlafen bin. KANN der Jetlag gewesen sein – aber an was ich mich erinnere, das war schon arg schnarchig.
Teil 1 geht gefühlte 20 Minuten zu lange. Teil 4 fehlen diese 20 Minuten.
Falls du die weiteren Filme nicht gesehen hast, den dritten fand ich persönlich am Besten. Der ist auch recht losgelöst vom Rest.
Den ersten fand ich eigentlich recht kurzweilig. Doof, aber kurzweilig.
Der zweite klappert einfach seine Set-Pieces ab, nur das alles kein bisschen Eindruck hinterläßt.
Der dritte kann als Prequel vieles an Ballast über Bord werfen, scheitert aber
a) an schlechten CGIs.
b) an der unerträglich kitschigen Love Story.
c) daran, dass der Film dermaßen blaugetüncht ist, dass man die Blue Man Group durchs Bild führen könnte, ohne dass es jemand merken würde.
Wie die Blade Trilogy ist auch die Underworld-Reihe durchweg gute und stylische Unterhaltung mit interessantem Setting und cooler Optik.
Aber das, was ich von Teil 4 bis jetzt gesehen habe,fand ich irgendwie zu “klein”.
Wie ist eigentlich die Geschichte um Len Wieseman verlaufen? Der war doch DER gefeierte Actionregisseur damals. Hat Die Hard 4 gedreht und bekam massenweise Angebote für hochbudgetierte Actionkost. Aber er lehnte alles ab, nur um doch wieder (!) Underworld zu drehen?
Was ist da passiert? Warum hat er die Chance für Größeres nicht genutzt bzw. nutzen können?
Wiseman hat hier nur am Drehbuch mitgeschrieben und produziert. Er inszeniert gerade “Total Recall”.
Naja, Blade hatte ja wenigstens noch einen halbwegs guten ersten Teil. Ab Teil 2 war es tatsächlich austauschbare Massenware, genau wie die Underworld- & auch die Resident Evil-Reihe…
Ich mag die Reihe (auch, wenn ihr Blaustich manchmal tatsächlich etwas doll ist) und freue mich auch auf diesen Teil. In der Tat klingt der Konflikt mit den Menschen nach der interessanteren Story, aber wenn es stattdessen halt nur wieder das bisherige Vampir-Werwolf-Gekloppe gibt, ist das zwar eine verpasste Chance, aber kann ja trotzdem Spaß machen. Gerade auf die “Endgegner” freue ich mich – so etwas hat den (ebenfalls von mir geschätzten, obwohl nun wahrlich keine hohe Kunst seienden) “Resident Evil”-Filmen schon sehr geholfen.
@Tom:
“Naja, Blade hatte ja wenigstens noch einen halbwegs guten ersten Teil. Ab Teil 2 war es tatsächlich austauschbare Massenware, genau wie die Underworld- & auch die Resident Evil-Reihe…”
Quark. Teil 2 von Blade ist zweifellos der beste. Was der Meister himself- del Toro- aus dem Film gemacht hat, war unglaublich.
Tempo ohne Ende, meisterhafte Regie, tolle Ausstattung und grandiose Atmosphäre.
Ich find’ die “Underworld”-Streifen alle beschissen… dann lieber “Resident Evil”…
Und ja, der zweite “Blade” war der beste…
Agree, kann mit “Underworld” auch nix anfangen, Resident Evil dagegen ist gut wegzugucken.
Dabei sind “Underworld” und “Resident Evil” im Grunde dasselbe in Grün … naja, oder blau.
“Dabei sind “Underworld” und “Resident Evil” im Grunde dasselbe in Grün … naja, oder blau.”
Zu “Resident Evil” habe ich aufgrund der gezockten Videospiele und den romeroesken Zombies (na ja, im ersten Teil waren sie noch romeroesk) noch so etwas wie eine Connection, die “Underworld”-Streifen sind dagegen so synthetisch-steril und spektakulär-mittelmäßig, dass sie mir einfach komplett am Arsch vorbeigehen. Ich kann da nicht mal Interesse dran heucheln…
Danke, Peter; endlich hab’ ich einen guten Grund gefunden um entgegen allen Zweifeln am “Lycaner Avatar” diesen Film doch noch zu sehen; blaue Ratten-Werwölfe! Welcher Film hat das schon? “Blade Trinitiy” brachte es nur auf Vampir-Schoßhündchen.
@Peroy:
“Ich kann da nicht mal Interesse dran heucheln…”
Dazu sind Sie denke ich generell nicht in der Lage ;D Gut so mein Junge!