“And what will you be then, Dreamlord?”

Es heißt, Neil Gaimans Comic-Serie THE SANDMAN soll in Form einer Fernsehserie umgesetzt werden. Das ist sicherlich sinnvoller als in Form eines Films, ist es doch eine recht ausufernde Geschichte, die aber auch einen klaren Anfang, einen Mittelteil und ein genau definiertes Ende hat. Zudem ist es eine Serie, die nicht mit Action, sondern mit Ideen punkten kann. Ich habe die Serie vor gut 15 Jahren entdeckt und war hin und weg. Die Gaimanschen Ideen fegten mich von den Füßen. Er hat Geschichten erzählt, die mich tief bewegt haben. Aber: Beim Gesamtwerk THE SANDMAN habe ich gemischte Gefühle. Irgendwann im Mittelteil der Serie veränderte sie sich. Was anfangs als eine Horror-Serie mit Fantasy-Einschlag begonnen hatte, war urplötzlich etwas gänzlich anderes, eine Serie, die extrem starken Bezug auf Shakespeares Werke und andere literarische Stoffe nahm, diese aber oftmals auch sehr subtil einsetzte. Ich ziehe die frühe Zeit der Serie vor und erinnere mich mit einem wohligen Gefühl des Schauers an eine Geschichte, die “24 Hours” hieß. Dies ist eine der wenigen – wenn nicht gar die einzige – Horrorgeschichte in Comic-Form, die ich als zutiefst verstörend empfand. Aber nicht nur das hat THE SANDMAN für mich ausgezeichnet. Es gibt eine Szene, die ich mehr als alle anderen liebe. Morpheus, der Sandman, bricht auf, um seinen Besitz zurückzuerlangen. Dabei muss er sich einem Dämon stellen, der ihn zu einem Duell herausfordert. Doch was für ein Duell das ist. Ein Duell der Worte, das grandios endet. Das würde ich unheimlich gerne verfilmt sehen.

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