Roman Polanskis DIE NEUN PFORTEN ist ein Film geworden, an dem sich die Geister wohl scheiden. Dabei fängt alles harmlos an. Dean Corso (Johnny Depp) erhält von dem Sammler Balkan (Frank Langella) den Auftrag, sein Exemplar der „Neun Pforten“, eines Buches, mit dem man den Teufel rufen kann, mit den einzigen beiden anderen noch existierenden Exemplaren zu vergleichen. Ohne es zu wissen, wird Corso zum Teil eines gefährlichen Spiels, an dessen Ende Luzifer selbst zu triumphieren scheint.
Die Romanverfilmung ist angesichts heute üblicher schneller Schnitte und der vielzitierten Videoclip-Ästhetik herrlich altmodisch. Polanski konzentriert sich auf seinen Helden, lässt die Kamera sich ruhig bewegen und bietet ein Schauspiel, das vor allem eines soll: Die Liebe zu Büchern illustrieren. Dabei ist dem Regisseur ein schwerer Film gelungen, der ruhige Momente der Spannung bietet, dabei jedoch niemals uninteressant wird. Unterstützt wird er dabei von der einladenden Ausstattung und der bewusst schwer und erdrückend wirkenden Musik von Wojciech Kilar.
DIE NEUN PFORTEN ist ein Film, bei dem der Weg das Ziel zu sein scheint. Wie Corso steht man als Zuschauer vor einem Mysterium, das sich kaum öffnet und nur langsam erschließen lässt. Selbst am Ende – düster, vielsagend und letztlich absolut konsequent – bleibt keine einfache Auflösung zurück. Tatsächlich wünscht man sich als Zuschauer am Ende nur eines: dass dieser Film noch ein bisschen länger gedauert hätte, denn die Welt der Neun Pforten ist ein Reich, das es zu erkunden lohnt.


Ich habe den Film vor etlichen Jahren zum ersten und bisher ersten Mal gesehen- und war begeistert. Allerdings nur bis zum Ende. Bis heute bin ich mir nicht sicher, wie mich ein Film, der mich bis dato enorm zu fesseln und faszinieren verstand, auf die letzten Meter so enttäuschen kann.
Nein, es muss natürlich nicht immer ein klares oder glückliches Ende geben. Aber dieses wollte so gar nicht passen. Bedauere ich auch Jahre später noch.