Es gibt Filme, die hat man als kleiner Steppke gesehen, aber nie vergessen hat. Oder besser: Die Einzelheiten wurden vergessen, aber man weiß noch, dass man den Film stark fand. Mir geht es so mit JAGUAR LIVES (a.k.a. JAGUAR LEBT), ein Actionfilm aus dem Jahr 1979, der sich an James Bond heranhängte und zugleich Martial Arts präsentierte. Ich kann mich an praktisch keine einzige Szene aus dem Film erinnern, aber ich weiß, dass ich ihn unglaublich gut fand. Nun muss das freilich nichts heißen. Eher selten gefallen einem im Erwachsenenalter noch die Filme, die man mal als Kind gesehen hat. Und Überprüfen war in diesem Fall schwierig, da der Film bislang nur auf recht obskurer DVD ausgewertet wurde. In Großbritannien erscheint der Film nun am 13. September von dem Label Arrow Films.
Der Trailer sieht immer noch gut aus. In der Hauptrolle agiert Joe Lewis, seines Zeichens Karate- und Kickbox-Weltmeister (und einer der wenigen Männer, die Chuck Norris in einem Turnier besiegt haben). Schauspielerisch bestimmt keine Leuchte, dürften die Fight-Sequenzen aber schon gut sein. Interesant an dem Film ist auch, dass auf jede Menge James-Bond-Veteranen zurückgegriffen wird: Joseph Wiseman (DR. NO), Donald Pleasance (MAN LEBT NUR ZWEIMAL), Christopher Lee (DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT) und Barbara Bach (DER SPION, DER MICH LIEBTE).

Interessante Besetzung, trashiger Trailer, potentieller Spaß. Vor allem wenn man den Film noch nostalgisch sehen kann. Aber ob er bei “Neuentdeckern” eine Chance haben kann. Ist halt schon sehr…cheesy, wie man auf neudeutsch wohl sagen würde.
Ich bin ja auch skeptisch. Als Kind liebte ich den Reb-Brown-Film EINER GEGEN DAS IMPERIUM. Als ich den aber 15 bis 20 Jahre später noch mal sah… brr… sagen wir einfach, das war ein hässliches Erwachen.
Man kann das sicher auch nur schwer rationalisieren. Zwei spontane Bsp. aus den 80ern wären bei mir “Caddyshack”, bei dem ich mich wirklich frage wieso der noch heute so einen guten Ruf hat, und dann “Masters of the Universe”. Trash at it’s best. Ich find’s immer noch schwer unterhaltsam.
Solche Listen könnte man sicher ewig fortsetzen. Ich hatte auch nur äußerst vage Erinnerungen an “Die dreibeinigen Herrscher”, die ich bei der Erstausstrahlung seinerzeit im ZDF sah. Wie Du schon sagtest; an Szenen oder dergleichen konnte ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber an die Atmosphäre und einzelne Bilder. War sehr interessant das dann auf den jüngst erschienenen Koch Media-DVD’s wiederzuentdecken.
Ging mir bei den Tripods genau so. Die sind aber auch heute noch grandios!
Absolut. Wirklich erstaunlich wie gut die alterten. Ist aber bei einigen britischen Produktionen der Fall. Gilt auch für meine erste TV-Serien-Liebe “Robin of Sherwood”. Halte ich heute noch für unübertrefflich.
Also “Jaguar lebt!” habe ich gestern gesehen. Der hat gute Schauwerte und es ist schön, dass man damals Kampfsportler noch zu “richtigen” Stars aufbauen wollte, statt sie in Fightfilm-Ghettos versauern zu lassen. Und Joe Lewis ist gar nicht so schlecht. Aber das Drehbuch ist so strunzdumm, dass man es nicht fassen kann. Der “Jaguar” kann zwar toll kämpfen, hat sonst aber keinerlei Fähigkeiten in Bezug auf Spionage oder Spürsinn. Was sich nicht mit ein paar Tritten lösen lässt, geht über seine Fähigkeiten. Wie man damals als internationaler Superagent durchkommen soll, ist mir ein Rätsel. Zumal es bedingt, dass wirklich keiner der Bösewichte auf die Idee kommt, auf ihn zu SCHIESSEN.
Als Badmovie absolut sehenswert, als Film eher peinlich. Der beste Dialog:
Jonathan Cross: I never believed this would happen.
Bret Barrett: That’s the trouble with you, Jonathan. You believe too much.
Der Dialog ist geil
Irgendwann muss ich mir den auch noch mal ankucken.