Galerie des Grauens: Die letzten Sieben

“Was für eine unheimliche Macht die Atomkraft ist”, sagt Louise zum Ende des Films. Jawohl, fürwahr, es gibt nichts Besseres als 50er-Jahre-Sci-Fi, um die großen Wahrheiten des Lebens unters Volk zu tragen. Die Atomkraft ist gewaltig. Sie tötet nämlich nicht nur per Verstrahlung, sondern lässt Menschen gar in grauslige Monster mutieren.

Die Story: Nachdem ein Großteil der Erde durch einen Atomkrieg unbewohnbar ist, hat sich der Farmer Maddison mit seiner Tochter Louise in seinem Haus verschanzt. Wie durch ein Wunder ist das Tal, in dem die Maddisons leben, von der Radioaktivität verschont geblieben und nach und nach erreichen weitere Überlebende – darunter der Gangster Tony mit seiner Braut Ruby und der Geologe Rick – den Zufluchtsort. Doch schon bald kommt es zu Spannungen in der Gruppe, die das Zusammensein gefährden. Und als sei dies nicht genug, nähert sich über die Hügel eine schreckliche Mutantenkreatur, die eine schier unüberwindliche Bedrohung darstellt.

Roger Corman inszenierte DAY THE WORLD ENDED (DIE LETZTEN SIEBEN) im Jahre 1955 mit verhältnismäßig kleinem Budget – man spricht von 96.000 Dollar – innerhalb von neun Tagen. Auch diesem Umstand ist es geschuldet, dass sich ein großer Teil der Handlung in einem Haus abspielt und andere Sequenzen praktisch im Vorgarten gefilmt wurden. Das hilft dem Film jedoch, da es gelingt, eine klaustrophobische Stimmung aufzubauen, die dadurch verstärkt wird, dass relativ viele Menschen auf relativ wenig Raum zusammenleben. Was die Figurenkonstellation betrifft, so ergeht sich der Film natürlich in übelsten Klischees und bringt mit Tony einen Vorzeige-Verbrecher ins Spiel, der die Bedrohung von innen darstellt.

DAY THE WORLD ENDED ist natürlich ein B-Film. Dementsprechend sind ein paar der Figuren mehr als schablonenhaft, ebenso wie Sprünge in der Handlung – es dauert, bis jemand mal fragt, was mit Ruby geschehen ist – gegeben sind, aber sieht man davon ab, ergibt sich ein kleines, gar nicht mal dummes Kammerspiel, das den Atommutanten eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte. Aber man brauchte ihn freilich, um das Publikum ins Kino zu locken. Zumindest in USA, denn hierzulande beschied man, das Monster nicht zu zeigen. Ob man die von Paul Blaisdell gestaltete Kreatur als zu schäbig erachtete?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>