ROBOT NINJA ist ein Superhelden-Film von J.R. Bookwalter, mittlerweile 21 Jahre alt, aber immer noch besser als solche Graupen wie METAL MAN. Die Geschichte ist relativ schnell erzählt. Der Comiczeichner Leonard wird Zeuge eines brutalen Verbrechens und beschließt, sich diesem entgegenzustellen. Dazu lässt er sich von einem Freund ein Kostüm entwerfen, das seinem Comic-Helden „Robot Ninja“ ähnelt. So ausgerüstet macht er sich auf, gegen das Verbrechen zu kämpfen. Nach ersten Erfolgen gibt es einen herben Rückschlag, bei dem der Robot Ninja schwer verletzt wird. Als auch noch ein Freund von ihm stirbt, tritt er zu seinem letzten Kampf an. Der Comic, den er zuvor noch gezeichnet hat, zeigt bereits den Ausgang: Der Robot Ninja muss sterben, aber nicht bevor er den Mord an seinem Freund gerächt hat.
Bookwalters zweiter Streich nach THE DEAD NEXT DOOR ist nicht ganz so gelungen wie sein Debüt, hat aber immer noch eine Menge Fun zu bieten. Freilich hat der Autor, Produzent, Cutter und Regisseur in Personalunion seit seinem Erstling nicht viel dazugelernt, weswegen man auch hier seine filmischen Fehler wie mehrmals vorkommende falsche Gegenschnitte genießen darf. Gerade diese Fehler sind es aber auch, die den Film so unterhaltsam machen. Genauso wie die Laienschauspieler ist es dieses mitunter beispiellose Unvermögen, das ROBOT NINJA zu tollem Trash macht.
Die Effekte dieser mit 35.000 Dollar recht günstigen Produktion sind wieder einmal ganz gut und erinnern natürlich an THE DEAD NEXT DOOR. Außerdem wurde es auch genutzt, um kleinere Rollen mit bekannten Gesichtern zu besetzen. Neben der Scream Queen Linnea Quigley gibt es auch ein Wiedersehen mit Burt Ward, besser bekannt als Robin aus der BATMAN-Serie der 60er Jahre. Bookwalter hätte gerne Adam West gehabt, der nahm aber für einen Drehtag 5.000 Dollar, während Ward schon für die Hälfte tätig wurde.
Mit ROBOT NINJA hat Bookwalter einen Film vorgelegt, der eine drastische Superhelden-Story erzählt und diese sogar mit einem konsequenten Ende abschließt. Verschweigen sollte man jedoch auch nicht, dass der Trailer zum Film weit mehr verspricht als das Endprodukt letztlich liefert. Angesichts der vollmundigen Ankündigung hätte man einen neuen TOXIC AVENGER erwarten können, aber an diese Perle des Trashs kommt ROBOT NINJA nicht mal im Ansatz heran. Trotzdem ist dieser nicht ganz ernst zunehmende Superheld im Bereich des Low-Low-Budget-Films unterhaltsamer Quark.
