Ein Freund hat mir heute BATMAN XXX: A PORN PARODY gegeben (ja, doch, es war ein echter Mensch, keine Ausgeburt meiner Phantasie; ich würde mir doch nie einen Porno kaufen, aber ich opfere mich fürs Team, um die Qualitäten abzuchecken). Erster Eindruck: Das Ding geht zwei Stunden. Zwei Stunden. Keine Ahnung, ob das eine normale Laufzeit für einen Porno ist, aber es ist verflucht lang.
Die Story ist schnell erzählt: Der Riddler entführt eine Frau, Commissioner Gordon ruft Batman zu Hilfe und der setzt alles (und ich meine alles!) daran, die Frau zu retten. Derweil finden Robin und Batgirl heraus, dass der Riddler nicht alleine handelt, sondern zusammen mit dem Joker und Catwoman plant, das Dynamische Duo ein für allemal aus dem Verkehr zu ziehen.
Die Sexeinlagen machen natürlich das Gros des Films aus. Hauptsächlich sind es Szenen mit zwei Darstellern, so etwa Batman und eine Disco-Besucherin, oder Robin, der sich mit Batgirl vergnügt. Der Joker lebt dagegen dekadent und lässt sich gleich von zwei Frauen verwöhnen. Die Pornoszenen sind m.E. nach eher zahm geraten – ich hätte da irgendwo Gewagteres erwartet. Oder zumindest Originelleres, aber eine extrem statische Kamera ist hier Trumpf. Teils sind sie auch unfreiwillig komisch, da den Mimen die Capes während des Akts immer wieder in den Weg kommen und die Masken verrutschen.
Wirklich gut sind die Kostüme und die Austattung. Die Sets sind freilich kleiner als bei der BATMAN-Serie aus den 60er Jahren, aber sehen dafür wirklich sehr stimmig aus. Dazu kommen überzeugende Kostüme und eine dem Original entsprechende bunte Beleuchtung. Und auch die Darsteller mühen sich ganz gut. Dale DaBone spielt Batman und obschon er Adam West nicht wirklich ähnlich sieht, muss man anerkennen, dass er dessen typische Bat-Manierismen verinnerlicht hat. Und das bis hin zum famosen Bat-Dance. Auch Boywonder James Deen schlägt sich als Robin gut und könnte fast der Zwilling von Burt Ward sein. Die übrigen Performer eifern ihren Vorbildern im Großen und Ganzen ordentlich nach. Ausreißer ist Lexi Belle, die a.) als Blondine nur beschränkt Yvonne Craig ähnelt und b.) eine Stimme hat, für die würde sich Micky Maus schämen.
Ein paar typische Bat-Szenen gibt es auch, so etwa das Erklimmen der Hauswand inklusive Star im Fenster. Hier ist es passender Weise “the hardest working man in showbusiness” Ron Jeremy, der Bats und Robin grüßt. Zudem gibt es die typischen Übergänge mit dem Bat-Symbol, eine kleine Actionszene mit integrierten Soundwords und schon erwähnte Bat-Tanzsequenz inklusive schräg angewinkelter Kamera.
Was den parodistischen Aspekt des Films betrifft, so ist er eigentlich nur gegeben, weil es halt ein Porno ist. In den reinen Spielszenen fühlt sich der Film so absurd an wie es die Serie selbst auch getan hat. Man merkt BATMAN XXX an, dass Macher Axel Braun ein Fan der Originalserie ist und Herzblut hineingesteckt hat, aber wer nur auf den Kuriositätencharakter des Films wert legt, der ist mit der im Bonusmaterial der DVD enthaltenen 30-Minuten-Version, die auf die Sexszenen verzichtet und “nur” die Geschichte erzählt, besser bedient.
Wie der Film ausgeht? Gute Frage. Es ist ein Cliffhanger. Batman und Robins Leben steht auf dem Spiel. Fortsetzung folgt? Angesichts des Erfolgs, der Vivid zur Gründung von Vivid Superhero veranlasst hat, bestimmt.

