Kevin Eastman und Simon Bisley taten sich einst zusammen. Das Ergebnis war ein Western der ungewöhnlichen Art: FISTFUL OF BLOOD. In einer alten Westernstadt geht es rund. Bislang lebten die Vampire und Zombies dort ungestört, hassten einander, aber teilten sich die Touristenmeute, die auf den Spuren alter Filme und Serien diesen Ort aufsuchte. Blut für die einen, Fleisch für die anderen. Ein perfektes System des Gleichgewichts. Solange bis ein Vollblutweib in die Stadt kommt – schweigsam, nackt, unwillig. Das müssen die Leichenfresser auf die Kopf verlierende Art erfahren – ebenso wie die Blutsauger. Beide Parteien buhlen um die Gunst der Revolverfrau, doch sie hat eigene Pläne.
Klingt natürlich alles seltsam vertraut, obschon Clint Eastwood in Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ natürlich nicht mit Zombies und Vampiren verkehrte, sondern zwei Verbrecherbanden gegeneinander ausspielte. Eastman und Bisley haben Leone sorgfältig studiert, halten sie sich doch an dessen Muster und porträtieren ihre Heldin als eiskalte Killermaschine mit Anflügen von Menschlichkeit, die jedoch immer wieder in purem Zynismus ersticken.
Und der steht dieser Geschichte gut zu Gesicht, nehmen Eastman und Bisley sich selbst doch nicht ernst. Das beginnt bei der Frau mit den Airbag-Möpsen, geht weiter über die abstruse Handlung und die kalauerartigen Sprüche der Untoten und endet bei dem aufgesetzten Finale, das alles, was zuvor kam, zum halbgaren Geplänkel degradiert. Dabei ist dieser Western mit Horror- und SF-Anleihen gar nicht übel, sofern man schräge Kost gerne goutiert, nur mit echtem Mainstream darf man nicht rechnen. Die Haltwertzeit dieser Actiongranate ist darüber hinaus auch nicht gerade extrem lang, aber solange, wie man sich damit beschäftigt, reißt der Spaß auch nicht ab.

