Archiv für Juni, 2010

Was passiert, wenn man sozial-ethisch desorientierende Filme ankuckt?

Man verwandelt sich in das hier!

Vielleicht auch nicht. Aber ich finde diese Zeichnung cool, zu was auch immer sie gehören mag. Und da nehm ich jeden Vorwand, den ich kriegen kann, um den tollwütigen Affen zu zeigen.

Leichen im Keller: Naomi Watts

CHILDREN OF THE CORN 4 (KINDER DES ZORNS 4) wäre ein Film, den man komplett vergessen könnte. Aber Naomi Watts spielt die Hauptrolle. Es war 1996, Watts war noch total unbekannt und ein kleiner Billig-Horror-Klopper war besser als nichts.

Gerade diese Reihe bietet so gut wie keinerlei Innovation. Es ist immer dieselbe Geschichte von Kindern, Maisfeldern und dem Mord an Erwachsenen. Beim vierten Teil hat man wenigstens ein bisschen variiert. Hier taucht „Er, der hinter den Reihen wandelt“ gar nicht mehr auf, sondern wird durch einen bösartigen Wanderprediger ersetzt, der vor langer Zeit sein Ende fand und nun die Kinder manipuliert.

Die Effekte sind gut, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man hier den Aufguss eines Aufgusses vorliegen hat. Mit Ruhm bekleckert sich Naomi Watts auch nicht. Sie passt sich sozusagen dem allgemeinen Niveau an. Und der Film selbst: In der Kurzform als Trailer durchaus amüsant…

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Harry trifft Audrey II

Amüsantes kleines Video. Potter als Seymour Krelborn.

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Wisst ihr, was cool ist?

Der Doktor sagt es euch.

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Verständlich.  Ich eile zwar nun nicht in den nächsten Laden, um mich einzudecken, aber doch, ich gebe zu, optisch nicht uninteressant.

Gibt aber noch Cooleres.

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Stimmt zwar irgendwo, beißt sich aber mit den meisten Klamotten, die der Mann von Welt so im heimischen Schrank hat. Modisch ist der Fes natürlich kaum noch tragbar. Wer möchte schon wie der Meinl-Mohr herumlaufen?

P.S. Meinl behauptet übrigens politisch ganz korrekt, dass es eben kein Meinl-Mohr mehr ist. Nein, die Figur ähnele einem “sympathischen Barockengel” (der Sarotti-Mohr, das nur nebenbei, ist mittlerweile auch mit dem PC-Knüppel verprügelt und zum Magier der Sinne geworden). Den Doktor störts nicht. Der trägt einfach, was er cool findet.

Der Doktor und ich

Ich liebe Science Fiction, seit ich denken kann. Darum hab ich schon in jungen Jahren gesehen und gelesen, was ich nur in die Finger bekommen konnte. Dementsprechend hatte ich natürlich auch von DOCTOR WHO gehört und war einigermaßen gespannt, mal etwas von der Serie sehen zu können. Es war Ende der 80er oder Anfang der 90er Jahre, dass RTL schließlich relativ neue Folgen mit Sylvester McCoy zeigte. Ich sah mir also die erste an und war … wenig angetan. Es war nicht, dass die Serie einfach nur grottenbillig aussah. Irgendwas sprach mich einfach nicht an. DOCTOR WHO war für mich damit abgehakt. Die filmische Wiederauflage hab ich nicht beachtet, aber 2005 kam dann die neue Serie und ich war milde interessiert. Immerhin war ich älter geworden und es stand auch zu vermuten, dass die Serie größere Produktionswerte aufweisen würde. Ich sah mir also die erste Folge des neuen DOCTOR WHO an, als die Serie von Pro Sieben ausgestrahlt wurde. Aber erneut ließ mich das, was ich sah, kalt. Gut, ich mag Christopher Eccleston auch nicht besonders, aber irgendetwas an der Stimmung der Serie erreichte mich einfach nicht. Zwar sah ich noch eine weitere Folge, aber auch diese war nicht meins. Das Experiment DOCTOR WHO war für mich damit abgeschlossen.

Eine Freundin schwärmte zwar immer wieder vom Doktor und legte mir die Serie ans Herz. Während sie bei anderen Stoffen oftmals genau meinen Nerv traf und wusste, welche Knöpfe zu drücken waren, um mein Interesse zu wecken, war es die Schwärmerei für den Doktor nicht, die mich hätte veranlassen können, einen neuen Versuch zu wagen. Ich hätte den Doktor auch weiterhin links liegen gelassen. Letzte Woche jedoch traf ich einen Freund wieder, der früher auch nichts auf den Doktor gab. Dass er ihn nun empfahl, hieß also schon etwas. Und: Er weiß, welche SF-Knöpfe bei mir zu drücken sind, um mich auf etwas heiß zu machen. Er hatte gerade die vorletzte Folge der fünften Staffel, “The Pandorica Opens”, gesehen und war begeistert. Vor allem von den letzten fünf Minuten, die mir als das beste Stück TV-Sci-Fi dargestellt wurden, das es jemals gegeben hatte. Mag ein bisschen übertrieben gewesen sein, traf bei mir aber genau ins Herz. Einer SF-Herausforderung bin ich noch nie aus dem Weg gegangen. Und wenn die Gefahr bestand, einen potenziell herausragendem SF-Höhepunkt zu verpassen, dann durfte das einfach nicht sein. Ich war also bereit, DOCTOR WHO eine neue Chance zu geben.

Empfohlen wurde mir, mit dem Weihnachtsspecial zu beginnen, das den Abschied von David Tennant darstellte. Ich hatte aber etwas falsch verstanden und dachte, das wäre die letzte Folge der vierten Staffel. Die sah ich mir also zum Auftakt an. Und sie ließ mich kalt. Sie war aufwendig gemacht, hatte gute Effekte, aber Tennant als Doktor war nervig ohne Ende, übertroffen nur noch von seinem ständig “Oi” kreischenden Companion. Ich war kurz davor, hier schon wieder abzubrechen. Zudem hatte ich mich schon gewundert, dass Tennants Doktor hier nicht den Löffel abgibt. “Egal”, dachte ich mir mir und sah mir die erste Folge der fünften Staffel an, in der Matt Smith als neuer Doktor übernimmt.

Alles, was mir an der Tennant-Folge missfiel, liebte ich an der Smith-Folge. Ich habe zuwenig von den ersten vier Staffeln gesehen, um dies zu verifizieren, aber mit dem neuen Showrunner Steven Moffat hatte ich das Gefühl, dass die Serie düsterer geworden ist. Der Staffelaufakt “The Eleventh Hour” ist mehr Horror denn SF. Der Doktor trifft hier auf das siebenjährige Mädchen Amy Pond, das vor einem Riss in der Wand Angst hat. Der Doktor erkennt, dass hier ein Riss im Universum vorliegt. Er muss gehen, verspricht aber, fünf Minuten später wiederzukommen. Es vergehen jedoch zwölf Jahre, bis der Doktor zurückkehrt. Amy ist nun erwachsen und sie wird sein neuer Companion. Doch zuvor bekommen es beide mit einem außerirdischen Gefangenen zu tun, der durch den Riss geflohen ist. Die Story mag nicht besonders originell anmuten, aber die Umsetzung ist es. Die Vorstellung, mehr als ein Jahrzehnt mit einem außerirdischen Monster im gleichen Haus zu leben, ist gruselig. Die Umsetzung trägt dem Rechnung. Sehen kann man das Monster nur aus dem Augenwinkel. Eine effektive Szene, die für wohligen Schauer sorgt.

Nach dieser Folge war ich angefixt. Matt Smith gefällt mir als Doktor ausnehmend gut. Er ist etwas unkonventionell, schräg, manchmal ein wenig irre, aber er strahlt Zuversicht aus. Und er ist ein Doktor, der nach dem Besten in der Menschheit sucht, wohlwissend, dass wir alle diesem Ideal nur selten gerecht werden. Ich mag die Art, wie Smith spielt. Er ist die Art Doktor, bei dem ein jeder von uns gerne der Companion werde. Karen Gillan als neuer Compantion Amy Pond gefällt mir auch. Ihre Figur, die in dieser Staffel wohl bedeutsamer ist, als dies jemals ein Companion war (vermute ich zumindest), ist gut ausgearbeitet. Darüber hinaus ist sie sexy und hat einen mehr als süßen schottischen Akzent.

Ich sah mir im Verlauf dieser Woche also die weiteren zwölf Folgen der fünften Staffel an. Mein erster Eindruck hatte mich dabei nicht getrogen. Diese Staffel ist nicht weniger als phantastisch! In der zweiten Folge, “The Beast Below”, treffen der Doktor und Amy in der Jahrtausende entfernten Zukunft auf das Starship UK. Das ganze Land ist in das All hinausgegangen, doch es gibt ein schreckliches Geheimnis. Auch diese Folge überzeugte mich mit einer eher dem Horror-, denn den SF-Genre zugehörigen Stimmung, wobei DOCTOR WHO schon echte SF-Konzepte nimmt, diese aber auf Genreübergreifende Art und Weise darbietet. Was das Geheimnis des Schiffs betrifft, so ist es eine wunderbare Idee, die auch die humane Ader des Doktors herausarbeitet.

Während “Victory of the Daleks” genau das bietet, den Sieg und die Rückkehr des Doktors umtriebigster Feinde, ist es der Zweiteiler “The Time of Angels” und “Flesh and Stone”, der mich von den Füßen gefegt hat. Der Doktor kommt hier mit einer Gruppe militärischer Prediger und River Song an den Ort eines abgestürzten Raumschiffs. In seinem Inneren befindet sich ein Weeping Angel, eines der tödlichsten Monstren der Galaxie, das aussieht wie eine Statue – so lange man es ansieht. Blinzelt man oder sieht man weg, kann sie sich jedoch bewegen. Schnell wird klar, dass man es nicht nur mit einem Weeping Angel, sondern mit einer ganzen Armee zu tun hat. Das Faszinierende ist hier, mit welch einfachen Mitteln Spannung erzeugt wird. Denn die Statuen werden immer nur bewegungslos gezeigt. Es ist vergleichbar mit den Panels eines Comics. Man kann im Comic Bewegung nicht zeigen, aber Bild A und B zeigen einen Bewegungszustand, eingefroren in der Zeit. So ist es auch hier. Das ist extrem effektiv. Die Spannung, die bei diesem Zweiteiler aufgebaut wird, ist kaum noch zu überbieten. Die Situation kann man sich wie mit den Marines in ALIENS vorstellen, nur dass die Weeping Angels als nicht bewegliche Bedrohung noch viel angsteinflößender sind.

“The Vampires of Venice” bringt den Doktor, Amy und ihren Verlobten Rory ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Ein klassisches Monster wie der Vampir erhält hier die DOCTOR WHO-Behandlung. Und die Frage wird gestellt: Was könnte derart schrecklich sein, dass es es gut findet, wenn man es “nur” für einen Vampir hält. Die Antwort ist extraterrestrischer Art, erinnert aber auch an die Monster aus H.P. Lovecrafts DAGON.

“Amy’s Choice” beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, wie Amy ihr Leben haben will – Zeitreisen mit dem Doktor oder irgendwann ein Happily-Ever-After mit Rory in einer beschaulichen Kleinstadt -, sondern blickt auch tief in die Psyche des Doktors, in seine dunkle Seite, die er stets im Zaum hält. Der Zweiteiler “The Hungry Earth” und “Cold Blood” erzählt von einer unter der Erde lebenden Spezies, die einst vor dem Menschen die Erde bewohnte. Aufgrund eines Bohrvorhabens fühlen sich die Wesen angegriffen und schreiten zur Gegenwehr, doch der Doktor versucht, die Wogen zu glätten und für Ausgleich zu sorgen. In keiner Folge dieser Staffel wird so klar gezeigt, wie der Doktor tickt. Für ihn ist jedes Leben heilig. Er glaubt an das Beste im Menschen, aber hier offenbaren sich ihm auch die Abgründe.

Mein persönliches Highlight der Staffel ist “Vincent and the Doctor”, in der Tony Curran den Maler Vincent van Gogh spielt. Der Doktor und Amy kommen in die Vergangenheit, weil Vincent auf einem seiner Gemälde ein Monster gemalt hat. Sie freunden sich mit dem von seiner persönlichen Pein getriebenen Künstler an und gemeinsam können sie das Monster besiegen. Zu dem Zeitpunkt sind erst drei Viertel der Episode vergangen. Was danach kommt, ist der Versuch des Doktors, etwas zu bewirkenn, etwas zu verändern. Er bringt van Gogh in die Gegenwart, zeigt ihm eine Ausstellung seiner Werke und bittet einen Museumsangestellten – dargestellt von Bill Nighy -, ihm zu sagen, was an van Gogh so großartig ist. Der Beweggrund ist klar. Van Gogh nahm sich mit Ende 30 das Leben, ihm zu zeigen, dass er dereinst als einer der größten Künstler aller Zeiten gehandelt wird, könnte das ändern. Aber das tut es nicht. Manchmal verläuft die Geschichte, wie sie verlaufen muss. Und man wird das Gefühl nicht los, dass van Gogh einen anderen Grund fand, aus dem Leben zu scheiden: seine unglückliche Liebe zu Amy Pond. Tony Curran, zweifelsohne ein phantastischer Schauspieler mit einer unheimlichen Bandbreite, spielt hier, als ginge es um sein Leben. Was an “Vincent and the Doctor”, zumindest für mich, so grandios ist, ist die Tatsache, dass es hier nicht um den Abenteueraspekt geht. Es geht um die menschliche Komponente. Es geht um Freundschaft, um Respekt, um ein Gefühl der Verbundenheit, selbst wenn man von Raum und Zeit getrennt ist.

“The Lodger” ist leichtherzig. Der Doktor lebt zur Untermiete, weil im ersten Stock des Hauses jemand sein Unwesen treibt, für Zeitverwerrfungen sorgt und Menschen verschwinden lässt. Amüsant ist es, den Doktor bei alltäglichen Dingen zu sehen, so etwa beim Fußballspiel. Und damit kommen wir zu “The Pandorica Opens”. Ich werde hier nicht spoilern, falls jemand die Serie noch sehen will, aber es ist eine wirklich grandiose Folge, in der es um die Frage geht, was der Schrecken sein könnte, der vor Jahrtausenden in der Pandorica gefangen wurde. Was könnte so furchtbar und angsteinflößend sein, dass sich praktisch jeder – von Daleks über Cybermen zu Homo Reptilicus – auf den Weg macht, um das Öffnen der Box … zu verhindern … oder zu nutzen? Die letzten Minuten drehen alles um, was man bislang für wahr und richtig hielt. Und sie offenbaren, mit welchem Sinn für Details Steven Moffat schon von der ersten Folge dieser Staffel auf den Abschluss, “The Big Bang”, hingearbeitet hat.

“The Big Bang” ist die Nachklappe. Buchstäblich. Das Universum ist ausgelöscht, die Geschichte selbst wird verzehrt. Letztes Überbleibsel ist die Erde, deren Verschwinden aus der Existenz auch unmittelbar bevorsteht. Doch ein Opfer, das größte Opfer, das man nur bringen kann, könnte das Universum und die Historie kickstarten. Dieses Finale ist emotional mitreißend und schlauchend. Ein Gefühl des Endes ist vorhanden, ein Happy-End mit bitterer Note folgt, aber dann ändert sich alles noch einmal – und aus einem leichten Hoffnungsschimmer, der fast verloschen ist, wird eine grandiose Rückkehr.

Die fünfte Staffel von DOCTOR WHO fasziniert mich. Sie ist in sich enorm stimmig. Von der ersten bis zur letzten Folge ist ein roter Faden vorhanden. Das Ergebnis ist eine ausgeklügelte Geschichte, bei der die Reise von Punkt A nach Punkt B vonstatten geht, ohne dass man das Gefühl hätte, die Autoren hätten einfach drauflosgeschrieben und geschaut, was passiert. Man kann diese fünfte Staffel als Neuling wirklich sehr gut sehen. Vorwissen ist allenfalls in rudimentärer Form notwendig. Ansonsten wird hier eine Geschichte erzählt, die einen Anfang und ein Ende hat, aber gleichzeitig die Tür für die sechste Staffel öffnet. Kaum zu glauben, aber darauf freue ich mich. Wenn DOCTOR WHO zurückkehrt, bin ich wieder mit dabei – zumindest solange Steven Moffat, Matt Smith und Karen Gillan an Bord sind. Und danach? Der Himmel ist das Limit. Ich lasse mich einfach überraschen.

Die Frau ohne Name

Kevin Eastman und Simon Bisley taten sich einst zusammen. Das Ergebnis war ein Western der ungewöhnlichen Art: FISTFUL OF BLOOD. In einer alten Westernstadt geht es rund. Bislang lebten die Vampire und Zombies dort ungestört, hassten einander, aber teilten sich die Touristenmeute, die auf den Spuren alter Filme und Serien diesen Ort aufsuchte. Blut für die einen, Fleisch für die anderen. Ein perfektes System des Gleichgewichts. Solange bis ein Vollblutweib in die Stadt kommt – schweigsam, nackt, unwillig. Das müssen die Leichenfresser auf die Kopf verlierende Art erfahren – ebenso wie die Blutsauger. Beide Parteien buhlen um die Gunst der Revolverfrau, doch sie hat eigene Pläne.

Klingt natürlich alles seltsam vertraut, obschon Clint Eastwood in Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ natürlich nicht mit Zombies und Vampiren verkehrte, sondern zwei Verbrecherbanden gegeneinander ausspielte. Eastman und Bisley haben Leone sorgfältig studiert, halten sie sich doch an dessen Muster und porträtieren ihre Heldin als eiskalte Killermaschine mit Anflügen von Menschlichkeit, die jedoch immer wieder in purem Zynismus ersticken.

Und der steht dieser Geschichte gut zu Gesicht, nehmen Eastman und Bisley sich selbst doch nicht ernst. Das beginnt bei der Frau mit den Airbag-Möpsen, geht weiter über die abstruse Handlung und die kalauerartigen Sprüche der Untoten und endet bei dem aufgesetzten Finale, das alles, was zuvor kam, zum halbgaren Geplänkel degradiert. Dabei ist dieser Western mit Horror- und SF-Anleihen gar nicht übel, sofern man schräge Kost gerne goutiert, nur mit echtem Mainstream darf man nicht rechnen. Die Haltwertzeit dieser Actiongranate ist darüber hinaus auch nicht gerade extrem lang, aber solange, wie man sich damit beschäftigt, reißt der Spaß auch nicht ab.

Holy Fuck, it’s Bat-Porn!

Ein Freund hat mir heute BATMAN XXX: A PORN PARODY gegeben (ja, doch, es war ein echter Mensch, keine Ausgeburt meiner Phantasie; ich würde mir doch nie einen Porno kaufen, aber ich opfere mich fürs Team, um die Qualitäten abzuchecken). Erster Eindruck: Das Ding geht zwei Stunden. Zwei Stunden. Keine Ahnung, ob das eine normale Laufzeit für einen Porno ist, aber es ist verflucht lang.

Die Story ist schnell erzählt: Der Riddler entführt eine Frau, Commissioner Gordon ruft Batman zu Hilfe und der setzt alles (und ich meine alles!) daran, die Frau zu retten. Derweil finden Robin und Batgirl heraus, dass der Riddler nicht alleine handelt, sondern zusammen mit dem Joker und Catwoman plant, das Dynamische Duo ein für allemal aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Sexeinlagen machen natürlich das Gros des Films aus. Hauptsächlich sind es Szenen mit zwei Darstellern, so etwa Batman und eine Disco-Besucherin, oder Robin, der sich mit Batgirl vergnügt. Der Joker lebt dagegen dekadent und lässt sich gleich von zwei Frauen verwöhnen. Die Pornoszenen sind m.E. nach eher zahm geraten – ich hätte da irgendwo Gewagteres erwartet. Oder zumindest Originelleres, aber eine extrem statische Kamera ist hier Trumpf. Teils sind sie auch unfreiwillig komisch, da den Mimen die Capes während des Akts immer wieder in den Weg kommen und die Masken verrutschen.

Wirklich gut sind die Kostüme und die Austattung. Die Sets sind freilich kleiner als bei der BATMAN-Serie aus den 60er Jahren, aber sehen dafür wirklich sehr stimmig aus. Dazu kommen überzeugende Kostüme und eine dem Original entsprechende bunte Beleuchtung. Und auch die Darsteller mühen sich ganz gut. Dale DaBone spielt Batman und obschon er Adam West nicht wirklich ähnlich sieht, muss man anerkennen, dass er dessen typische Bat-Manierismen verinnerlicht hat. Und das bis hin zum famosen Bat-Dance. Auch Boywonder James Deen schlägt sich als Robin gut und könnte fast der Zwilling von Burt Ward sein. Die übrigen Performer eifern ihren Vorbildern im Großen und Ganzen ordentlich nach. Ausreißer ist Lexi Belle, die a.) als Blondine nur beschränkt Yvonne Craig ähnelt und b.) eine Stimme hat, für die würde sich Micky Maus schämen.

Ein paar typische Bat-Szenen gibt es auch, so etwa das Erklimmen der Hauswand inklusive Star im Fenster. Hier ist es passender Weise “the hardest working man in showbusiness” Ron Jeremy, der Bats und Robin grüßt. Zudem gibt es die typischen Übergänge mit dem Bat-Symbol, eine kleine Actionszene mit integrierten Soundwords und schon erwähnte Bat-Tanzsequenz inklusive schräg angewinkelter Kamera.

Was den parodistischen Aspekt des Films betrifft, so ist er eigentlich nur gegeben, weil es halt ein Porno ist. In den reinen Spielszenen fühlt sich der Film so absurd an wie es die Serie selbst auch getan hat. Man merkt BATMAN XXX an, dass Macher Axel Braun ein Fan der Originalserie ist und Herzblut hineingesteckt hat, aber wer nur auf den Kuriositätencharakter des Films wert legt, der ist mit der im Bonusmaterial der DVD enthaltenen 30-Minuten-Version, die auf die Sexszenen verzichtet und “nur” die Geschichte erzählt, besser bedient.

Wie der Film ausgeht? Gute Frage. Es ist ein Cliffhanger. Batman und Robins Leben steht auf dem Spiel. Fortsetzung folgt? Angesichts des Erfolgs, der Vivid zur Gründung von Vivid Superhero veranlasst hat, bestimmt.

Martin besucht Olaf

X-RATED 54 ist dieser Tage erschienen. In dem Heft ist auch ein Bericht über Olaf Ittenbachs neuen Film NO REASON, der vom DVD-Label MIG koproduziert wurde. Verfasst hat ihn Kollege Martin Hentschel, der in der Horrorszene sehr umtriebig ist und auch in Ittenbachs neuestem Werk einen Cameo-Auftritt hat.

Eine flügellahme Hornisse

Der GREEN HORNET-Trailer ist da. Ich war nie ein Fan der Figur. Dafür kenne ich sie auch nicht gut genug. Die Fernsehserie aus den 60er Jahren und verschiedene Comic-Inkarnationen konnten mich nicht interessieren. Schön und gut, ein neuer Film könnte es aber vielleicht? Theoretisch schon, nach diesem Trailer aber nicht. Es gibt einiges, was mir an diesem Trailer nicht gefällt. Dass der Film nicht gerade besonders ernst werden würde, war ja angesichts der Besetzung schon klar. Aber wenn man sich den Trailer und Seth Rogen betrachtet, dann erwartet man irgendwie jeden Moment, dass Jonah Hill und andere Judd-Apatow-Alumni sich ins Bild drängen. Rogen mag als Komiker funktionieren, und irgendwann könnte er vielleicht in ernstere Rolle hineinwachsen, aber der Tag ist noch nicht da. Und seine Präsenz lässt den Film wie eine Parodie erscheinen. Dazu kommen selten dämliche Szenen, die auf billige Gags ausgerichtet sind (Gas-Gun… welcher Idiot würde den Lauf einer Knarre auf sein Gesicht halten und abdrücken? Oh, natürlich, Seth Rogen alias Green Hornet tut’s!). Zudem macht der Trailer eines schmerzlich gewiss: Von Regisseur Michel Gondrys sehr eigenem Stil ist nichts, aber auch rein gar nichts übriggeblieben. Das sieht nach uninspirierter Auftragsarbeit aus.

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Jack Deth im Wald: Trancers 4

Was tun, wenn man einen neuen TRANCERS-Film machen will, es das Jahr 1993 ist, Full Moons Finanzen mau sind, aber Rumänien das gelobte Billigfilmland ist? Ganz einfach: Man versetzt Jack Deth ins Mittelalter. Das löst alle Probleme. Umso mehr, wenn man gleich noch Teil 4 und 5 am Stück dreht.

Die Story: Eine kleine technische Panne hat für den intergalaktischen Kopfgeldjäger Jack Deth fatale Folgen. Landet er doch weit ab vom Ziel, mitten in ferner Zeit, als noch Ritter durch die Lande zogen. Aber alsbald erfährt Jack, dass auch hier Trancers ihr Unwesen treiben, die anderen Menschen das Leben aussaugen.

Das Ergebnis ist nicht das Beste. Zwar sind die Sprüche von Tim Thomerson als Jack Deth noch immer cool, aber inmitten der Ritterzeit wirkt Deth wie der Fisch aus dem Wasser. Dazu kommt, dass der Film wie eine etwas langsam erzählte Fernsehproduktion wirkt. Das mag an David Nutter liegen, aber der TV-Regisseur hat bei seinen Arbeiten für Serien wie AKTE X schon deutlich stärkeres filmisches Gefühl gezeigt. Die Kämpfe sind recht mager inszeniert und Jack Deth verbringt mehr Zeit damit, vor den Schurken davonzulaufen, als sie niederzuringen. Das Skript von Peter David, ein erfolgreicher Comic-Autor, der in jenen Jahren ein paar Full-Moon-Drehbücher schrieb, ist passabel, allerdings auch nichts Besonderes. Das größte Problem ist einfach, dass Jack Deth im Zeitalter der Schwertschwinger nichts zu suchen hat. Für Thomerson-Fans reicht es, aber in Sachen TRANCERS erwartet man einfach etwas anderes, und das nicht nur in Hinblick auf die Art, wie die Trancers dargestellt werden. Die Ende Juni erscheinende DVD macht einen guten Eindruck. Ordentliches Bild, guter Ton, ein Wendecover mit dem alten VHS-Motiv und als Bonus sowohl eine TRANCERS-Trailershow als auch ein kurzes Making Of. Der fünfte Teil, der Deths Abenteuer in Rumänien zum Ende führt, soll im Juli erscheinen.