Tötet. Sie. Alle.
Das grandiose Finale von SPARTACUS: BLOOD AND SAND mit dem Titel “Kill Them All” ist ein Sandalenepos, das in einem Gemetzel endet!
Die Story: Spartacus plant den Aufstand. Er hat bereits einige Gladiatoren auf seiner Seite, doch die Gallier weigern sich, sich zu beteiligen. Spartacus muss Crixus überzeugen. Da kommt es ihm Recht, dass Batiatus einen Kampf zwischen Spartacus und Crixus angesetzt hat, mit dem er die Ehrengäste unterhalten will, die kommen, um die Patenschaft von Legat Glaber zu feiern. Gleichzeitig überzeugt Spartacus Mira, dass sie die Tore zur Villa öffnen muss, damit der Aufstand Erfolg haben kann. Crixus verweigert sich Spartacus, doch ahnt er nicht, dass Batiatus ihn mit einem Gift schwächen lässt, um so Spartacus’ Sieg sicherzustellen. Spartacus erfährt davon, gewinnt im Kampf und erklärt Crixus, warum dieser sich so schwach fühlt. “Schließ Dich mir an, Bruder!”, sagt Spartacus. Und Crixus, ein Mann von Ehre, der vom Hause Batiatus verraten wurde, ist bereit, für seine Freiheit zu kämpfen. Während Spartacus sich auf Batiatus stürzt, führt Crixus die Gladiatoren an. “Tötet sie alle!”
Der Aufbau der Episode ist clever gestaltet. Alles beginnt mit dem Zweikampf von Spartacus und Crixus, der von drei Rückblicken – zwei Tage zuvor, ein Tag zuvor, an diesem Morgen – unterbrochen wird und den Weg dorthin weist. Das sorgt für zusätzliches Spannungspotenzial. Am Bemerkenswertesten an diesem Season-Finale ist jedoch, mit welcher Chuzpe die Macher nicht davor zurückzuschrecken, auch draufzuhalten, wenn es hässlich wird. Man hätte dieses Finale politisch viel korrekter gestalten und die mannigfaltigen Tode einfach andeuten können. Aber diese Serie schreckt nicht davor zurück, den eingeschlagenen Weg auchkonsequent zu Ende zu gehen. Dabei sterben hier nicht nur jene, die’s verdient haben, auch “unschuldige” Zivilisten in der Villa werden in einer Sequenz abgeschlachtet, von der man geglaubt hätte, dass man sie so in einer Serienproduktion niemals zu sehen bekommen würde!
Es ist die Nacht der langen Messer, die Zeit der Abrechnung. Und jeder, der Schuld auf sich geladen hat, bekommt hier die Rechnung serviert – mit Ausnahme eines verschlagenen Sklaven, der Doctore entkommen kann. Es war abzusehen, dass einige Figuren das Ende dieser Folge nicht erleben würden. Wer der Serie folgte, kann sich auch gut vorstellen, wen es erwischt. Und dennoch ist das kraftvoll in Szene gesetzt, eine Abfolge von Momenten, die von poetischer Gerechtigkeit getragen werden. Wenn man diesen Begriff für ein Massaker überhaupt anwenden kann. Filmisch ist das wunderbar umgesetzt. Denn obschon man zeigt, was passiert, geschieht dies mit Silhouetten, die vor blutigroter Leinwand agieren. Es erinnert ein wenig an die sehr schöne Eingangssequenz von BRAM STOKER’S DRACULA.
“Kill Them All” ist ein epischer Abschluss der Staffel, reich an Highlights. In Sachen Action wird hier noch mal die Schraube angezogen und ein Vorgeschmack darauf geboten, was die zweite Staffel bieten wird. Über die eine oder andere Szene kann man sicherlich streiten – Doctore ist vielleicht etwas schnell auf Seiten der Gladiatoren und der Magistratssohn verhält sich nicht gerade sehr schlau, als er mit Aurelia alleine ist -, aber das sind Kleinigkeiten im Vergleich zu den Momenten, die sich ins Gedächtnis brennen: der Pakt zwischen Crixus und Spartacus, noch bevor sie zusammenarbeiten, Spartacus’ Sprung, Crixus’ “Kill Them All”, die letzte Szene der germanischen Brüder, Crixus Abrechnung mit Lucretia, Spartacus finale Rede und natürlich seine Vergeltung. Am Ende ist das Haus des Batiatus gefallen. Oder, um es mit den blumigen Worten von Batiatus selbst zu sagen: “Die Götter haben es ganz gehörig in den Arsch gefickt.”

