Lilith wandelt auf Erden: Evil Angel

Es gibt sie doch noch, die etwas intelligenter gestalteten Horrorfilme. EVIL ANGEL – ENGEL DES SATANS ist ein solcher Film. Der von Richard Dutcher geschriebene und inszenierte Film stützt sich auf christliche und hebräische Mythologie und versucht, eine eigentlich bekannte Geschichte von dämonischer Besessenheit durch eine stilistisch interessante Art aufzuwerten.

Die Story: Lillith war die erste Frau auf Erden. Gott erkor sie als Adams Begleiterin aus, doch da sie sich weigerte, sich Adams Autorität zu beugen, verstieß Gott sie aus dem Garten Eden – und gab Adam seine Eva. Seit Anbeginn der Zeit durchstreift Lillith nun die Welt und wurde zur ersten und mörderischsten Serienkillerin auf Erden. Seitdem sie aus dem Garten Eden verstoßen wurde, rächt sie sich an den Kindern und Kindeskindern von Adam und Eva. Auch in der Stadt von Detective John Carruthers hinterlässt sie eine Spur des Todes. Noch weiß Carruthers nicht, womit er es zu tun hat, doch er ist gewillt zu tun, was immer auch notwendig ist, um die verführerische Mörderin zur Strecke zu bringen…

Was an EVIL ANGEL gefällt, ist Dutchers Mut, mit der Struktur zu spielen. Er folgt nicht dem typischen Muster einer solchen Geschichte, sondern baut sie eher wie ein Drama auf. Er führt eine Reihe von Figuren ein, deren Leben nicht miteinander verwoben sind, die aber alle in Liliths Dunstkreis geraten. Dutcher gelingen ein paar hervorragende Montagen, in denen er zwei Handlungpunkte gegeneinanderstellt und diese so gestaltet, dass sie jeweils Aussagekraft auf die andere Erzählebene haben. Wenn man dem technisch routinierten Film überhaupt irgendetwas vorwerfen könnte, dann allenfalls, dass er mit 124 Minuten Laufzeit etwas zu lang geraten ist. Man hätte ihn deutlich straffen können, was den Film letzten Endes sogar stärker gemacht hätte.

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