Spartacus: Whore

Die neunte Folge von SPARTACUS: BLOOD AND SAND trägt den Titel „Whore“. Und wie so oft ist der Titel vielsagend und funktioniert in Hinblick auf mehr als nur eine Figur. Eine römische Frau hohen Standes bittet Lucretia um einen Gefallen. Sie will mit Spartacus schlafen, wobei dies natürlich unter äußerster Diskretion geschehen muss. Ilithyia findet dies aber heraus und äußert Lucretia gegenüber, dass sie auch dieses Begehr spürt. Allerdings in Hinblick auf Crixus. Um Spartacus auf seine Aufgabe vorzubereiten, schickt Lucretia ihm eine Sklavin zum „Üben“, doch dieser weigert sich. Er hat jedoch kein Problem, mit der Römerin zu schlafen und gibt sich seinem Herrn gegenüber ganz und gar loyal. Spartacus wird vorbereitet. Er trägt ebenso wie die Römerin eine Maske. Doch wie sich herausstellt, schläft Spartacus nicht mit der Römerin, sondern mit Ilithyia. Als Lucretia mit der Römerin dazwischenkommt und allen klar wird, was hier vor sich geht, versucht Spartacus Ilithyia zu erwürgen. Die Römerin lacht ihre Freundin aus, woraufhin Ilithyia sich auf sie stürzt und ihr den Schädel einschlägt. Batiatus ist außer sich, da die Frau enorm mächtige Verwandte hat. Doch Lucretia beschwichtigt, dass niemand von ihrem Kommen wusste. Man muss nur die Leiche beseitigen. Ilithyia versteht nicht, warum Lucretia ihr das angetan hat. Doch diese erklärt, dass das ihr kleines Geheimnis ist und sie nun noch stärker aneinandergeschweißt sind.

„Whore“ – die Hure. Doch wer ist damit hier gemeint? Spartacus, der die Römerin besteigen soll? Crixus, der Lucretia zu Diensten sein muss. Die Römerinnen? Oder doch eher Varros Frau, die er als solche titulierte und von der er nichts mehr gehört hat? Am Ende gar Ashur, der sich an Batiatus‘ Konkurrenten Solonius verkauft? Der Titel passt fast für alle Figuren dieser an Intrigen reichen Geschichte. Dabei spielt fast jeder ein doppeltes Spiel, verrät einander und kocht ein eigenes Süppchen. Bei manchen Figuren wie Naevia mag das gerechtfertigt sein, macht sie doch einer Wache schöne Augen, um an den Schlüssel zu Crixus‘ Zelle heranzukommen. Bei anderen wie Ashur ist es verkommener Verrat, warnt er doch den Konkurrenten seines Herrn, dass dieser ihn ermorden lassen will. An sich ein gerechtfertigter Umstand, war es doch Solonius, der Batiatus in der Grube meucheln lassen wollte.

Diese Folge ist besonders für Lucy Lawless‘ Figur wichtig. Ihre Lucretia hat sich viel von Ilithyia bieten lassen und das akzeptiert, weil sie gute Miene zum bösen Spiel machte. Das Ziel war der gesellschaftliche Aufstieg. Doch als Ilithyia Crixus für ein Schäferstündchen fordert, wird Lucretias Eifersucht grenzenlos. Es ist klar, dass sie ihn ganz und gar für sich alleine will, was sicherlich noch in Hinblick auf Naevia problematisch werden wird. Dabei betrügt sie ihren Mann und hat einen Wutanfall, ohne diesem zu sagen, was diesen auslöst. Es ist nicht die Art, wie Ilithyia sie behandelt, sondern der Fakt, dass sie ihren Mann will, der Lucretia zur Furie werden lässt. Und das ist von Lucy Lawless hervorragend gespielt. Die Szenen zwischen Viva Bianca als Ilithyia und ihr sind aufregend. Es knistert. Und zwar nicht nur vor verhaltener Erotik, sondern auch, weil sich hier zwei Schlangen umkreisen. Da ist es nur konsequent, dass sie am Ende durch die Tat aneinander gekettet sind. Das Schicksal der einen wird bei Entdeckung auch das Schicksal der anderen sein.

In einer Nebenhandlung erfährt man, dass Varros Frau und Kind verschwunden sind, sich auf dem Boden des Hauses jedoch Blut befand. Und Crixus trainiert nach langer Zeit wieder als Gladiator. Und damit endet die eigentlich nicht geplante SPARTACUS-Woche (aber vielleicht lass ich mich noch über die Comics aus, bevor neue Folgen anstehen…).

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