Ich hab die letzten Tage vier Filme (SURVIVAL OF THE DEAD, LA HORDE, SPLICE, DAYBREAKERS) bei den Fantasy Filmfest Nights gesehen. Auffällig ist gerade beim FFF immer wieder das Publikum. Während es zwar über die Jahre einen Wandel gab und man mittlerweile auch Frauen dort antrifft, die nicht aussehen, als würden sie in der Gruft leben, ist der Anteil an grohlenden und johlenden Gorebauern immer noch hoch.
Wenn ein Tropfen Blut spritzt, dann hört man sie kreischen und jubilieren. Mag angehen, wenn man einen Funsplatter-Film vor sich hat, aber das ist eben nicht bei jedem Film der Fall. Und auch ganz sicher nicht bei jeder Effektsequenz! Nicht falsch verstehen, es gibt durchaus Filme, da sind die Splatter-Szenen so angelegt, dass sie eine Lachreaktion auslösen. Bei dem Quartett, das ich mir angeschaut habe, trifft das am Ehesten auf SURVIAL OF THE DEAD zu. Aber dann gibt es andere Filme, die Humor besitzen, diesen aber dosiert einsetzen. LA HORDE zum Beispiel. Der hat Elemente, die witzig sind. Aber er hat auch extrem dramatische Szenen, in denen Figuren emotional durch die Hölle gehen. Und daran ist rein gar nichts witzig. Wenn der Zuschauer Marke Gorebauer dann wieder losjohlt, weil ihm jedwede Empathie fehlt, um sich auf die handelnden Figuren einzulassen, und er nur Kunstblut spritzen und Gedärme fliegen sehen will, dann ist das nicht nur peinlich, sondern auch extrem traurig und armselig. Und durchaus auch ein Grund zum Fremdschämen, erfüllt der Gorebauer doch jedes Klischee, das Otto Normal vom Horrorfan hat.