Manche Filme erscheinen, sieht man sich nur den Trailer an, als könnte man sich damit wirklich gut amüsieren. Alex Chandons CRADLE OF FEAR ist ein solcher Streifen. Der Trailer sieht nach einem blutigen, aber guten Horrortrip aus, der zwar wiederum billig ist, aber immerhin mit Musik von Cradle of Filth und Auftritten der Bandmitglieder aufwarten kann. Blutig ist der Film, billig sowieso und wummernde Mucke hat er auch, aber gut ist er nicht mal ansatzweise.
Die Geschichte hat diese Bezeichnung eigentlich nicht im Mindesten verdient. Vier wenig originelle Episoden – allesamt nach Schema F gestrickt – werden von einer schaurigen Rahmenhandlung mehr schlecht als recht zusammengehalten. Soviel zum narrativen Gerüst, was die formale Umsetzung dieses Zwei-Stunden-Ungetüms betrifft, sieht es leider auch nicht sehr viel besser aus. Chandon präsentiert seinen auf Video gedrehten Film recht fad– eine Vision scheint der Regisseur nicht zu besitzen. Der einzige Bereich, auf dem CRADLE OF FEAR punktet, sind die äußerst blutigen FX, die zwar krude gestaltet sind, aber Gorehounds mehr als zufrieden stellen sollten. Allan Bryce vom britischen Magazin Darkside sagte zu diesem Film in Anlehnung an ein bekanntes Stephen-King-Zitat: „Ich habe die Zukunft des britischen Horrors gesehen – ihr Name ist Alex Chandon.“ Wenn so die Zukunft aussieht, dann nehme ich auf jeden Fall mit der Vergangenheit vorlieb. Die hat einfach mehr Klasse.
P.S.: Die Zukunft von Alex Chandon hat seit 2001 nicht stattgefunden. Von weiteren Machwerken wurde man darum verschont.
