Die töten müssen: Battle Royale

Was würdest Du tun? Würdest Du dich dem Spiel hingeben, seine Regeln akzeptieren und zum gnadenlosen Mörder werden? Würdest Du versuchen, mit deinen Kameraden zu kommunizieren, um gemeinsam einen Ausweg zu finden? Oder würdest du resignieren und den leichten Weg wählen, in den Freitod gehen? Was würdest Du tun, müsstest Du an einem BATTLE ROYALE teilnehmen?

Das ist die zentrale Frage in Kinji Fukasakus aggressivem Meisterwerk BATTLE ROYALE. Alles beginnt im neuen Jahrtausend, als Japan immer mehr vor die Hunde geht. Die Jugend hat keinen Respekt mehr vor den Älteren und die Schulen spiegeln den Zustand dieser Gesellschaft wieder. Darum erlässt die Regierung den Battle Royale Act: In jedem Jahr wird eine 9. Klasse ausgewählt, die auf eine verlassene Insel verschleppt wird. Dort stattet man die Schüler mit explodierenden Halskrägen aus, gibt ihnen ein Überlebenspack mitsamt Waffe und erklärt ihnen, dass sie einander töten müssen, bis nur noch einer übrig ist. Der glückliche Gewinner darf – sozusagen geläutert – in die Gesellschaft zurückkehren.

Was nun folgt, ist eine nervenzerrende Tour de Force, deren Gewalt zwar explizit ist, die jedoch nie zum Selbstzweck verkommt. Nicht durch den hohen Gewaltpegel erzielt BATTLE ROYALE seine verstörende Wirkung, sondern durch die Tatsache, dass sich hier normale Menschen einer anormalen Situation anpassen müssen. In einer Extremsituation wie dieser, in der es letztlich nur noch um das blanke Überleben geht, fungieren die 42 Schüler der 9. Klasse als ein Mikrokosmos der Menschheit. In jedem von ihnen finden sich Facetten des Betrachters wieder. Darum fällt es dem Zuschauer auch so leicht, sich mit den Figuren dieses perfiden Mordspiels zu identifizieren, mit ihnen zu leiden, zu sterben und zu töten.

BATTLE ROYALE besticht auch durch seine exzellente Besetzung, die allesamt aus Jugendlichen besteht, die genau in dem Alter ihrer Rollen sind. Auch das trägt dazu bei, den Griff um die Kehle des Zuschauers noch zu verstärken, denn Kindern beim Sterben zuzusehen, ist niemals leicht.

In Großbritannien gibt es von dem Film zwei Fassungen. Man kann sich hier zwischen der Normalfassung und der Special Edition entscheiden. Letztere kommt formvollendet in einem Tincase daher und bietet neben passablen, aber wenig informativen Extras auf einer Bonus-DVD die Langfassung des Films, die sich vom Original dadurch unterscheidet, dass den Kindern mehr Background zugestanden wird. Einige Rückblicke sollen uns zeigen, wer die Mädchen und Jungen sind, die sich hier nun gegenseitig dezimieren. Das ist für sich gesehen durchaus nett gemacht, unterminiert jedoch auch etwas die Wirkung des Films, da hier das alte Motto von „Weniger ist mehr“ ganz klar gilt. Indem man, von kargen Grundinformationen abgesehen, kaum etwas von den Charakteren weiß, werden sie in gewisser Weise zu Schablonen, auf die man sich selbst projizieren kann. Und so stellt sich im Lauf des Films auch dem Zuschauer die Frage, die Ehrlichkeit abverlangt und an der er hart zu beißen hat: Könntest Du deinen besten Freund töten? Die Antwort hierauf ist sich jeder selbst schuldig …

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2 Antworten auf Die töten müssen: Battle Royale

  1. t.hohmann sagt:

    Ja, der ist super. Einer der wenigen asiatischen Filmen, abseiots des Actiongenres, mit denen ich etwas anfangen kann. Den muss ich mir unbedingt zulegen. Teil 2 auch noch nicht gesehen, allerdings soll der ja deutlich schlechter sein.

  2. Pete sagt:

    Teil 2 kannste knicken. Der ist der absolute Rotz!

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