Monster unter Wasser: Mega Shark vs. Giant Octopus

Manchmal ist es ein Titel, mit dem man einen Film verkauft. Ein Titel wie MEGA SHARK VS. GIANT OCTOPUS. Der Titel erklärt, worum es geht. Recht viel mehr muss man dazu auch nicht sagen. Aber gut, ein klein wenig Erläuterung: Die prähistorischen Monster erwachen nach dem Abschmelzen von Eis in der Arktis zu neuem Leben. Beide kämpfen um die Vorherrschaft unter dem Wasser und sorgen für hohe Opferzahlen, als sie Schiffe, Ölbohrplattformen oder Flugzeuge angreifen! Natürlich will man den Monstern beikommen. Während Wissenschaftlerin Emma sie einfangen und studieren möchte, ist Allan mehr daran gelegen, die Biester ein für allemal zu vernichten. Um dies zu bewerkstelligen, werden Megalodon und Oktopus mittels Pheromonen in die Buchten von San Francisco und Tokio gelockt.

Dass der Film von The Asylum ist, verspricht nicht unbedingt viel. Der Trailer war hoch amüsant, zeigte aber auch schon, dass man einen Monsterfilm vor sich hat, der nur schwerlich ernst zu nehmen ist. Was Wunder, wenn ein Hai Hunderte Meter in die Luft springt und einen Jumbo-Jet frisst. So sehr man MEGA SHARK VS. GIANT OCTOPUS auch mögen will, ist das doch nicht unumwunden möglich, denn wenn es keine Action gibt, kommt der Film unglaublich dröge daher. Die computeranimierten Effekte sind zwar nur selten gut, aber für eine kleine Produktion wie diese gerade noch passabel. Und egal, welche Schwächen die Effekte auch haben mögen, mehr davon hätte den Fun-Faktor des Films deutlich nach oben geschraubt.

Spaß kann man aber auch in anderer Weise haben. Nämlich indem man den Untalenten Debbie Gibson und Lorenzo Lamas zusieht. Gibson, die heutzutage ja lieber Deborah genannt wird, war Ende der 80er Jahre ein erfolgreiches Pop-Sternchen und zehrt davon seit 20 Jahren. Als Schauspielerin reißt sie auf jeden Fall nichts. Overacting eines Laien, und das ist noch schmeichelhaft ausgedrückt. Lamas wiederum wird seinem Spitznamen „Lahmarsch“ gerecht und lässt sogar Steven Seagal in Sachen „starre Mimik“ vor Neid erblassen. Und beide müssen sich mit Dialogen herumschlagen, die alberner kaum sein könnten. Eines der „Highlights“ ist, wie Debbie Gibsons Figur auf die Idee kommt, wie man den Hai und den Oktopus anlocken könnte. Nach einer gepflegten Runde Matratzensport – natürlich offscreen – fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: Pheromone.

Wer bei einem Film mit Titel MEGA SHARK VS. GIANT OCTOPUS jedoch etwas anderes als übelsten Trash erwartet, hat vermutlich noch nicht viele Filme in seinem Leben gesehen. Verschwendete Zeit stellt der Film nur dar, wenn man mit cineastischen Gurken nichts anfangen kann. Schätzt man es aber, dumme Filme auszulachen, dann hat man hier einen erstklassigen Kandidaten vor sich. Und das nicht nur inhaltlich, sondern auch formal, denn der Schnitt des Films ist auch selten schlampig ausgeführt worden (man achte auf Debbie Gibson, nachdem sie auf dem U-Boot einen Mann niedergeschlagen hat).

Auch wenn das nicht viel heißen mag, so ist der Streifen doch einer der unterhaltsamsten Heuler aus dem Hause The Asylum – zumindest von den Titeln, die ich gesehen habe.

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