Ein neuer Spider-Man

Überraschend gab es nun von Sony die Verlautbarung, dass der nächste SPIDER-MAN-Film erst im Jahr 2012 kommen wird. Interessanter als diese Verschiebung um ein Jahr nach hinten ist jedoch die Information, dass man neu an das Franchise herangeht. Heißt: Sam Raimi ist raus, Tobey Maguire ist raus, Kirsten Dunst ist raus! Ganz ehrlich? Finde ich gut.

Die ersten beiden SPIDER-MAN-Filme waren toll. Sie sind fast perfekte Comic-Verfilmungen, die auch den Geist der Vorlage atmen. Und sie haben Momente geboten, die mir auch nach wiederholtem Ansehen noch eine Gänsehaut verpassen. Etwa Spider-Mans heroische Rettung der Bahn im zweiten Teil und die Hilfe, die er von den Passagieren bekommt. Das war ein phantastischer Spider-Man-Moment, der mit den besten Momenten aus fast fünf Jahrzehnten Comic-Historie mithalten kann. Der dritte Teil war dann eine absolute Enttäuschung. Hier stimmte einfach nichts mehr. Peter Parker wurde zu einer unsympatischen Figur, die Gegner wurden halbgar umgesetzt und der Humor, der die ersten Teile ausgezeichnet hat, war hier nicht nur enervierend, sondern störte sogar den Fluß des Films. Man denke hier nur an die Szene mit JJJ und dem Mädchen mit der Kamera im Finale.

Warum also glaube ich, dass ein Neustart für SPIDER-MAN perfekt ist? Es liegt nicht daran, dass ich Raimi nicht zutrauen würde, einen guten Film zu machen. Das kann er sicherlich, wenn sich nicht Kleinkriege mit dem Studio ergeben. Aber ich möchte etwas Frisches sehen! Ich glaube, dass Raimi sich mit drei SPIDER-MAN-Filmen erzählt hat. Er hat mit der Figur nichts mehr zu sagen. Dass ein kreativer Kopf über ein Jahrzehnt hinweg (fast) nur SPIDER-MAN-Filme machen will und soll, kann ich mir nur schwerlich vorstellen.

Und gerade ein Comic-Film bietet sich perfekt an, um hinter und vor allem vor der Kamera Neubesetzungen zu unternehmen. Es ist vergleichbar mit den Comics selbst. Dort sind auch nicht ständig derselbe Autor und derselbe Zeichner am Werk. Sie machen ihren Run – mal mehr, mal weniger lang – und ziehen dann weiter. Ein neues Team kommt, ein neuer Stil ist da, der jedoch das altbekannte Thema aufgreift. Und die Optik, obschon natürlich innerhalb gewisser Parameter liegend, verändert sich. Genau dasselbe Verfahren hat man nun bei den SPIDER-MAN-Filmen. Der Run von Raimi, Maguire und Dunst ist vorbei. Und es ist Zeit, frisches Blut ans Werk zu lassen. Das Ergebnis kann nach hinten losgehen, keine Frage, aber Stagnation, die sich mit den ewiggleichen Machern und Mimen in Form von Routine einstellt, kann ebenso tödlich sein. Aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Es wird Zeit, dass jemand Neues Verantwortung übernimmt. Und das nächste Kapitel im Leben von Spider-Man beginnt!

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22 Antworten auf Ein neuer Spider-Man

  1. Marcel Zybell sagt:

    Irgendwie sehe ich die Situation nach deinem Beitrag von einem ganz anderen Standpunkt.

    Als Teil 3 in die Lichtspielhäuser kam, wirkte alles schon etwas … ausgebrannt. Eine Fortsetzung, die nur dazu da war, um viele weitere Millionen Euro in die Kassen zu spielen. Es fehlte einfach diese Leidenschaft von allen Seiten, egal ob jetzt vom Regisseur oder von den Schauspielern – man musste seine Kuh ja melken und alle zwei Jahre einen neuen Teil raushauen (SAW und FINAL DESTINATION lassen grüßen).

    Vielleicht tut der Neuanfang dem Franchise ganz gut; vielleicht könnte es auch schaden, weil viele einfach den Namen „Tobey Maguire“ mit Spider-Man verbinden.

  2. Pete sagt:

    Ich glaube, dass die Leute sehr schnell einen neuen Spidey akzeptieren werden. Ich meine, Tobey ist fast 35 Jahre alt. Wenn der Film in zwei Jahren gedreht würde, geht der stramm auf die 40 zu. Und einen etwa 40-jährigen Spidey? Will das jemand haben? Ich glaube eher nicht. Spidey braucht die Ungestümheit der Jugend. Ob’s nun ein High-School-Schüler sein muss, darüber lässt sich sicherlich streiten, aber der ideale Spidey ist meiner Meinung nach um die 20 Jahre alt.

  3. Marcel Zybell sagt:

    Mhhh … ist n gutes Argument. E

    rinnert mich irgendwie etwas an den Song „The Times They Are A-Changin’“ ;-)

  4. Pete sagt:

    Und das ist ja auch gut so :D

  5. t.hohmann sagt:

    Sehe ich nur teilweise so. Einerseits finde ich es gut, dass Raimi endlich nochmal Zeit für was anderes hat. Und ich hoffe ganz ausdrücklich, dass er sich nicht an “Warcraft” setzt. Er selbst favorisierte ja die die Jack Ryan Nummer, damit könnte ich schon eher leben, wäre aber auch niht rundum begeistert. Wenn´s nach mir ginge, sollte er erst einmal was kleineres machen. Jetzt hat er thoretisch die Möglichkeit dazu.
    Andererseits bin ich mehr als skeptisch, was diesen so genannten Reboot angeht. Müsssen wir uns jetzt wieder durch die High School Jahre von Peter Parker quälen? Warum nicht einfach weiter machen? Daher hinkt auch der Vergleich mit den Comicss an der Stelle etwas, da diese in der Regel nicht die komplette Vorgeschichte nochmal aufrollen. Wozu? Die kennt doch jeder. Und wenn dann noch Namen wie Zac Efron gehandelt werden, ist die Absicht dahinter ziemlich offensichtlich. Und ob das Studio nach den gemachtenn Erfahrungen einen erfahrenen Regisseur holen werden, lasse ich mal offen. Ich befürchte fast schon, dass es in die Richtung der reinen Auftragsregisseure wie Ratner geht.
    Es wird jetzt wohl spannend werden, das alles zu beobachten, aber eeine gehörige Portion Skepsis schwingt da bei mir mit.

  6. Pete sagt:

    Mit DRAG ME TO HELL hat Raimi gerade etwas Kleineres gemacht (mit zweifelhaftem Erfolg). Der Vergleich mit den Comics hinkt insofern, als dass Peter Parker in knapp 50 Jahren Comic-Historie gerade mal etwa 10 Jahre gealtert ist. Tobey Maguire ist logischerweise schon bei drei Filmen ein Jahrzehnt älter geworden. Eine Umbesetzung der Hauptrollen steht so oder so an, selbst wenn man die alle bei Teil 4 noch einmal eingesetzt hätte. Ich finde auch nicht, dass die High-School-Jahre eine Qual sein müssen. Wie gut es geht, zeigen die alten Stan-Lee- und mehr noch die neuen ULTIMATE SPIDER-MAN Comics. Stichwort Ratner: Der hätte auch keinen beschisseneren Film als Teil 3 abgeliefert. Im direkten Vergleich macht sein X-MEN 3 ja noch mehr Spaß als der dritte SPIDER-MAN.

  7. t.hohmann sagt:

    Ja, dass Spiderman 3 im Vergleich ziemlich mies waren, ist offensichtlich. Das sieht wohl auch Rami so und nimmt das auch (!) auf seine Kappe. Daher setzte ich ehrlich gesagt meine Hoffnungen darauf, dass er aus den gemachten Fehlern lernt und das Studio ihn in Ruhe arbeiten lässt. Drag me to hell ist mit 30 Mio. Dollar nun auch nicht gerade ein Low Budget Projekt. ;) Er ist zwar auch alles andere als perfekt, lässt aber Raimis Talent durchblitzen.

    Die Altersfrage mit Maguire war auch vorher schon klar, und trotzdem wollten sie ja nicht nur Teil 4, sondern auch Teil 5 mit ihm machen. So schnell stand eine Neubesetzung also nun auch wieder nicht im Raum.

    Die Entstehungsgeschichte samt Schulzeit ist deswegen eine Qual, weil das schon alles abgekaspert ist und es jeder prinzipiell kennt. Ich könnte mir maximal so etwas gefaallen lassen, wie beim Reboot von Hulk mit Norton: Kurze Zusammenfassung und dann weiter machen.

  8. Pete sagt:

    Ich glaube nicht, dass es eine Entstehungsgeschichte zu sehen geben wird. Vielmehr wird es ein weiteres Abenteuer, das eben zur High School Zeit spielt. Wie gesagt, ein neuer Run. Und ich sag ja, man hätte noch einen (zwei back-to-back) mit Tobey machen können, aber die Altersfrage beißt nun einmal. Ganz davon abgesehen finde ich nicht, dass Tobey Maguire 30 und mehr Millionen pro Film wert ist. Eine Neubesetzung vor und hinter den Kulissen wird auch das Budget wieder in realistischere Bahnen lenken. Da spielen sicherlich viele Faktoren für die Entscheidung rein: Gagen der Darsteller, Alter der Darsteller, Langlebigkeit des Franchises über Teil 4 hinaus etc.

    Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass Raimi einen 2-Mio-Film machen wird. 30 Mios ist für den Mann Low Budget.

  9. t.hohmann sagt:

    Ich sagte ja nicht, dass ich glaube, dass er einen kleinen Film machen wird, sondern das ich es hoffe. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass ihm das gut täte. AAber wie gesagt: ich vermute, es wird Ryan werden. Und das Maguire die Kohle nicht wert ist, das ist doch unstrittig. Wir werden sehen, was sie daraus machen, und das ist ja auch durchaus spaannend, aber Reboot halte ich – wenn es so kommt, wie icch es befürchte – für falsch. Hängt auch viel vom neuen Regisseur und den Darstellern ab. Sobald das fest steht, kann man evtl. schon einmal erahnen, in welche Richtung sie das Franchise lenken wollen. Ich bin wie gesagt skeptisch.

  10. Pete sagt:

    Die Hoffnung ist aber doch … naja… sehr unrealistisch. Ein Peter Jackson wird auch keinen 300k-Film mehr machen. Und warum auch? Sich mit Mini-Budgets rumzuschlagen, ist was für die Jugend ;) . So oder so sind neue Macher, neue Stars auch frischer Wind. Und ich glaube nicht, dass man den mit den bisherigen Leuten noch gehabt hätte. Kann mich nur wiederholen: Ich seh da viele Chancen. Und wenn’s nach hinten losgeht, kann man in einem fünften Film immer noch eine Story des etwas älteren Spidey erzählen. Das ist das Schöne daran: Man kann künftig in der Historie etwas hin- und herspringen.

  11. t.hohmann sagt:

    Ich habe gerne unrealistische Hoffnungen, wenn ich glaube, dass es so besser ist. Wie schon geschrieben: Ich glaube das ja auch nicht, aber ich würde es mir wünschen.
    Du siehst da viele Chancen, ich viele Stolpersteine. Ich schreibe das Ding auch gar nicht ab, bin aber skeptisch. Sobald die Regie und der Cast fest steht, wird man das erahnen können. Diese hin- und her springerei lehne ich jedoch komplett ab und glaube auch nicht, dass sie das planen. Ich befürchte wie gesagt, dass sie den ganzen Urpsrung nochmal viel zu breit aufrollen.

  12. Pete sagt:

    Die hin- und herspringerei wird es geben müssen. denn wann immer ein darsteller zu alt wird, wird man jünger besetzen. und ein 20-jähriger kann dann nicht auf der karriereleiter dort sein, wo ein 40-jähriger Peter Parker sein würde. Ich denke man muss das wie bei James Bond sehen. Unabhängige Story-Arcs oder Einzelfilme.

  13. t.hohmann sagt:

    Dann hatte ich dich misssverstanden, denn das ist logisch. Solange sie das nicht alles nochmaal abkaspern soll es mir auch egal sein. Marc Webb wird ja derzeit gehandelt. Warten wir mal ab.

  14. Pete sagt:

    Auf verschiedenen Comic-Sites versucht man schon Brian Michael Bendis als Autor zu pushen. Hat Drehbucherfahrung und wichtiger noch, ca. 130 ULTIMATE SPIDER-MAN Comics geschrieben. Und das ist die definitive moderne Version eines jungen Spider-Man.

  15. Marcel Zybell sagt:

    Marc Webb ist da ja auch nicht unbedingt die richtige Wahl. Na gut: Ein Mann, der aus der Werbebranche kommt und mit seinem „(500) Days of Summer“ ganz erfolgreich war. Nur ob er wirklich das Zeug hat, Spider-Man gut auf die Leinwand zu bringen? Da gibt es einige, für die man sich entscheiden könnte und die durch einige Produktionen an Ruhm gekommen sind. Nicht, dass es zum Desaster wird, wie damals bei Martin Weisz.

  16. Pete sagt:

    Sonys Überlegung in Hinblick auf Webb is, dass er das Lebensgefühl von Teenagern auf der Leinwand einfangen kann, was er mit seinem SUMMER-Film bewiesen hat.

  17. Pete sagt:

    Oder man gräbt die alten Cannon-Ideen aus ;-) . Habe in diesem Blog auch einen Artikel dazu gemacht, falls du denn noch nicht gesehen hast.

  18. Marcel Zybell sagt:

    Ops, sorry!

  19. Marcel Zybell sagt:

    Vulture Exclusive: Sony Offers (500) Days of Summer Director Marc Webb the Next Three Spider-Mans

    http://bit.ly/4Wo1OW

  20. Pete sagt:

    soll mittlerweile ja ein deal sein. kann ich gut mit leben.

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