Wenn das Leben weh tut: Lost and Delirious

Liebe ist etwas Wundervolles, doch wenn diese Liebe unerwidert bleibt, wird sie zu einer schmerzhaften Erfahrung. Das muss auch Paulie erfahren, die in einem Internat lebt und ihre Zimmernachbarin Tori liebt. Für beide könnte das Leben so schön sein, doch Tori verlässt Paulie, da sie ihren Eltern eine perfekte Tochter, einfach normal sein will. Sie verlässt die Liebe ihres Lebens, um den Konventionen einer bornierten Gesellschaft zu entsprechen.

Möchte man LOST AND DELIRIOUS in eine Kategorie stecken, dann müsste diese wohl „Lesben-Drama“ heißen. Es wäre aber zu einfach, den Film zu klassifizieren und ihn dann abzuhaken, denn dass die beiden Hauptfiguren lesbisch sind, ist im Endeffekt nicht weiter wichtig. Worum es geht, ist es, zu lieben und diese Liebe zu verlieren. Ob dies nun bei Männlein und Weiblein oder nur bei zwei Weiblein der Fall ist, ist nicht weiter von Belang.

LOST AND DELIRIOUS ist eine exzellenter Film, aber kein Film ohne Makel. In seiner Darstellung von Paulie und Tori bewegt er sich manchmal zu stark auf dem schmalen Grad zwischen glaubwürdigem Porträt und übertriebenem Klischee. Dem gegenüber steht jedoch ein leidenschaftliches Skript, das von den Hauptdarstellerinnen Piper Perabo und Jessica Paré auf ebenso eindringliche Weise zum Leben erweckt wird.

Durch die Augen der unschuldigen Mouse (noch jung und ohne Skandale: Mischa Barton), der Freundin der beiden Mädchen, erlebt man die Romanze zwischen Paulie und Tori mit und muss schließlich auch sehen, wie diese zerbricht. Der Film wechselt von herrlich verspielter Romantik zu brennend heißem Schmerz, als Paulies Versuche, Toris Liebe zurückzugewinnen scheitern und sich ihr nur ein Ausweg bietet.

Gerade dieses tragische Ende wurde dem Film angekreidet, wobei die Kritik nicht ganz ungerechtfertigt ist. Zwar enden alle großen Romanzen tragisch – man denke nur an Shakespeares ROMEO UND JULIA oder den Herzschmerzfilm LOVE STORY –, aber LOST AND DELIRIOUS wäre besser gedient gewesen, hätte er sich an die Aufrichtigkeit seiner Geschichte gehalten. Es braucht keinen großen Abgang, um die Tragik der Geschichte zu unterstreichen. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.

Unterm Strich ist LOST AND DELIRIOUS jedoch ein wunderschöner Film, der oftmals genau auf den Punkt kommt und den Betrachter in seinem Schmerz gefangen hält. Ein Schmerz, der Erinnerungen an die eigene erste Liebe und ihren Verlust weckt. Und das ist etwas, das den wenigsten Filmen gelingt.

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2 Antworten auf Wenn das Leben weh tut: Lost and Delirious

  1. Peroy sagt:

    Hab’ diesen Schlonz vor lauter Langeweile verdrängt, aber ich erinnere mich noch daran, dass die Message “Wenn du verliebt bist, darfst du dich wie ein Arschloch benehmen” war…

  2. Pete sagt:

    Ist doch ‘ne Super-Message ;-)

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