Vertrau niemals einer Leiche: I sell the Dead

Horror und Humor beißt sich meistens – und das nicht nur, wenn Zombies mitspielen. Ist etwas besonders lustig, ist es nicht mehr gruselig. Ist es gruselig, lässt sich’s nur schwerlich lachen. Trotzdem gibt es Horrorkomödien noch und nöcher. Auf zehn Rohrkrepierer kommt vielleicht ein guter Film. Und einer von den Guten ist I SELL THE DEAD. Auch wenn, und das soll nicht unerwähnt bleiben, er nicht gruselig ist, aber dafür viel Spaß macht.

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Die Story: Arthur Blake (Dominic Monaghan) ist am Ende einer erfolgreichen Karriere im Irland des 18. Jahrhunderts angelangt. Augenblicklich sitzt er im Gefängnis und wird seinem Kompagnon Willie Grimes (Larry Fessenden) bald auf die Guillotine folgen. Vorher aber legt er noch die Beichte ab, schildert Pater Francis Duffy (Ron Perlman), wie alles kam. Wie er Leichenräuber wurde, über seinen finsteren Auftraggeber Dr. Vernon Quint (Angus Scrimm), den blutigen Konkurrenzkampf mit der rivalisierenden Murphy-Gang und wie sich manch ausgegrabene Leiche als gar nicht so tot erwies.

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I SELL THE DEAD ist ein kleiner, aber feiner Film, der trotz überschaubarem Budget und Drehorten in New York sehr schön ein gotisches Feeling aufkommen lässt, das an die seligen Hammer-Filme erinnert. Gleichsam ist die Struktur des Films mit der Rahmenhandlung derart, dass man sich an die Omnibus-Filme von Amicus erinnert fühlt. Denn Arthur Blake erzählt Geschichten aus seinem Leben. Und wie das so ist, wenn man aus dem eigenen Leben erzählt, fehlen große Teile. Man erzählt nur Einzelepisoden. So ist es auch in diesem Film, der damit keiner stringenten Handlung folgt, sondern einfach Erlebnisse eines ungewöhnlichen Menschen mit einer noch ungewöhnlicheren Profession zum Besten gibt.

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Der Humor ist nicht von der schenkelklopfenden Sorte. Er ist deutlich feinsinniger und regt mehr zum Schmunzeln denn zum Wiehern an. Die Geschichten werden dabei von Mal zu Mal phantastischer, wobei die erste Begegnung mit Cornelius Murphy am Faszinierendsten ist. Nicht wegen dem irren Murphy, sondern wegen der Leiche, die man hier aus ihrem Grab raubt. Sagen wir einfach so: Was diese Leiche ist, ist eine der größeren Überraschungen des Films. Und ein schönes Beispiel dafür, wie reich der Film an Ideen ist, aus denen man für sich selbst betrachtet schon ganze Filme hätte machen können.

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Die Besetzung ist hervorragend, allen voran Dominic Monaghan und Larry Fessenden als ungleiches Grabräuberpaar, das sich auf dem Weg zur “Arbeit” auch mal darüber unterhält, was man mit der Leiche des jeweils anderen tun würde, würde dieser augenblicklich tot umfallen. Autor und Regisseur Glenn McQuaid gibt hier sein Debüt, hat aber schon 2005 den Kurzfilm THE RESURRECTION APPRENTICE inszeniert, in dem das erste Treffen und die gemeinsame Arbeit von Willie Grimes und dem jungen Arthur Blake erzählt wird. Auch in diesem spielt Fessenden den zahnlosen Willie und Daniel Manche den jungen Arthur Blake. Brenda Cooney ist hier Mrs. Tulley und spielt in I SELL THE DEAD Arthurs Freundin Fanny Bryers. Leider befindet sich dieser Film nicht im Bonusmaterial der deutschen DVD. Und auch international war er noch auf keiner I SELL THE DEAD-Veröffentlichung zu finden.

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I SELL THE DEAD ist im heutigen Horror-Ausstoß mehr als ungewöhnlich. Ein period piece mit gotischen Wurzeln sieht man nur noch selten. Darum wirkt das Setting auch umso erfrischender und weckt zugleich wohlige Erinnerungen an den britischen Horrorfilm der 50er und 60er Jahre. Splatter und krude FX sucht man vergeblich. Stattdessen wird eine kleine, kluge Geschichte erzählt. Und am Ende wünscht man sich etwas, worauf man heutzutage meist auch gut verzichten könnte: Ein Sequel, um noch mehr aus dem Leben von Willie und Arthur erzählt zu bekommen…

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