Der Friedhofswärter Francesco Dellamorte (Rupert Everett) verbringt sein tägliches Werk damit, wiederauferstehende Leichen mit gezielten Kopfschüssen ins Jenseits zurückzubefördern. Der Wahnsinn seiner Existenz holt ihn jedoch ein, als er sich in ein Mädchen verliebt, das stirbt, Dellamorte jedoch nicht so einfach loslässt. Immer wieder trifft er auf sie bis er – im Strudel der Gewalt versunken – beschließt, das kleine Dorf zu verlassen und den Rest der Welt zu sehen.

Michele Soavi inszenierte diesen prächtigen Horrorfilm, der mit zum Besten gehört, was Italiens Genremacher je hervorgebracht hat. Soavi, hat sich seit seinen ersten Filmen wie STAGE FRIGHT enorm weiterentwickelt. Seine Arbeit ist sicherer und dynamischer als jemals zuvor, wobei er niemals den Stil über Substanz stellt. Dabei überzeugt der Film durch eine poetische Geschichte, bei der man als Zuschauer gefordert ist, auch zwischen den Zeilen zu lesen. An Zitaten reich – nicht zuletzt denkt man an Alfred Hitchcocks VERTIGO – ist DELLAMORTE DELLAMORE wie ein Bilderbuch, in das man staunend versinkt.

DELLAMORTE DELLAMORE ist ein ernster Horrorbeitrag, der sein Thema nicht zugunsten billiger Witze verschenkt. Zwar verfügt der Streifen über eine Menge lakonischen Humors, der sich ideal mit der Darstellung des überragenden Everett paart, aber dabei wird der Gehalt der Geschichte nicht vergessen. Neben der intelligenten Machart werden auch Freunde gut gemachter Effektkunst nicht zu kurz gehalten, da Sergio Stivalettis zerlegte Zombies keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Der Gewaltpegel des Films ist hoch, aber niemals pure Exploitation. Vielmehr unterstützt Dellamortes Reigen des Todes die Geschichte einer seltsamen Freundschaft ungemein – und am Ende der Geschichte liegt er dann auch, der Rest der Welt.