Filme, die niemals waren: James Whales “A Trip to Mars”

Eine der für den phantastischen Film fruchtbarsten Perioden aller Zeiten waren die 30er Jahre. Ein Jahrzehnt, das von den bahnbrechenden Filmen der Universal Studios geprägt worden war. Die phantastischen Genres selbst wurden auf nicht gerade unbedeutende Weise von James Whale bestimmt, der mit FRANKENSTEIN und DER UNSICHTBARE zwei der wichtigsten Klassiker jener Ära vorlegte.

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Durch seine erfolgreichen Arbeiten gehörte er bei Universal zu den geschätztesten Regisseuren. Er schien der ideale Mann für ein Projekt zu sein, das Carl Laemmle Jr., für die Produktionsseite des Studios verantwortlich, 1932 begonnen hatte. Ausgang war eine 27-seitige Story von Harry Hoyt, der einst für die First National Pictures THE LOST WORLD inszeniert hatte. Mittlerweile war er bei Universal angekommen und machte sich Hoffnungen darauf, für A TRIP TO MARS das Drehbuch schreiben und vielleicht auf dem Regiestuhl Platz nehmen zu können.

Die Chance sollte er jedoch nicht erhalten, da ein derartig prestigeträchtiges und aufwändiges Projekt bei Whale in weit besseren Händen war. Immerhin hatte man es hier mit einer gigantischen Geschichte zu tun, in der seltsame halbmechanische Kreaturen gegen halbwegs intelligente Rieseninsekten kämpften – und dazwischen gefangen waren einige Menschen.

Im Verlauf der Vorproduktion wurden verschiedene Treatments entwickelt und ein Drehbuch angefertigt. 1933 erwies sich Whales DER UNSICHTBARE als gigantischer Triumph und so kündigte man von Seiten Universals als nächstes Projekt des Regisseurs entweder A TRIP TO MARS oder eine Fortsetzung zu FRANKENSTEIN an.

Man entschied sich schließlich für A TRIP TO MARS, da dieser weitaus geeigneter war, dem phänomenalem Unsichtbarem zu folgen. Das Drehbuch war gegen Ende 1933 fast fertig gestellt, wobei Whale einige humorige Szenen einfügte. Eine der Änderungen betraf beispielsweise den Terrier eines der Menschen, der auf dem Mars ungewöhnlich intelligent wird und sprechen lernt. Kurz vor seinem Tod darf er noch einen letzten kernigen Spruch ablassen.

Danach verließ Whale das Land für zwei Monate. Als er wieder zurückkehrte, befand sich A TRIP TO MARS noch immer in Produktion, aber da die Stop-Motion-Effekte, die man für die Roboter- und Insektenwesen benutzen wollte, eine sehr lange Vorbereitungszeit erforderten, entschied man bei Universal, dass sich Whale noch eines anderen Films annehmen sollte. Whale begann schließlich mit der Arbeit an FRANKENSTEINS BRAUT, seinem besten Film. Danach, so sah es der Plan vor, hätte er an dem großen SF-Projekt weiterarbeiten sollen, doch dazu kam es nicht mehr. Hinter den Kulissen bei Universal gab es Veränderungen und die Horrorfilme, die einstige Erfolgsgaranten waren, wurden zum Ende des Jahrzehnts hin durchgängig erfolgloser. Whale wandte sich, da das Projekt nicht weiterging, anderen Dingen zu und bevor man sich versah, hatte die Universal-Ära der Phantastik geendet – und mit ihr war A TRIP TO MARS eines langsamen Todes gestorben.

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