Archiv für November, 2009

Coultergeist

COULTERGEIST von Phil Coulter ist eines der schönsten Klavierstücke, die je geschrieben wurden. Ich habe es vor Jahren das erste Mal auf Klassik Radio gehört, wo es zeitweise “rauf und runter” gespielt wurde. Verständlich, ist es doch ein geradezu perfektes Stück, das mit einer unglaublichen Dynamik daherkommt, sich besonders rasant gibt und französisches Flair besitzt. Ein Ohrwurm, den man so schnell nicht wieder vergisst und in Endlosschleife hören könnte. COULTERGEIST ist perfekt, um Klassik-Muffeln zu zeigen, was (moderne) Klassik wirklich sein kann!

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Das sticht ins Auge

Bei ’84 ist man ja nie um eine Idee verlegen, wenn es darum geht, alte DVDs mit neuem Tand und in der Hardbox an den Mann zu bringen. Nun erwischt es Lucio Fulcis WOODOO – DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES. Die DVD in der Monsterbox ist freilich altbekannt, handelt es sich doch um den (gelungenen) Silberling von CMV. Die Extras entsprechen demnach dem, was auch dort zu finden war, also die abendfüllende Dokumentation über Lucio Fulci und nette Kleinigkeiten. Kommen wir nun zum Tand. Das hier findet sich in der auf 84 Stück limitierten Box nämlich auch:

• Poster
• große Photo-Card
• blutiger Holzsplitter
• blutiges Auge
• Inlay-Card
• Kühlschrankmagnet

Ein blutiger Holzsplitter! Und ein blutiges Auge! Und als Krönung ein Kühlschrankmagnet! Der Wahnsinn. Toppt das jetzt die ekligen Maden von Dr. Freudstein, oder nicht?

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Boris, der Geschichtenerzähler

Im Jahr 1963 las Boris Karloff einige Kurzgeschichten für eine LP-Veröffentlichung. Vermutlich handelt es sich um die Veröffentlichung “Tales of the Frightened”. Hier las Karloff die Geschichten “The Man in the Raincoat”, “The Deadly Dress”, “The Hand of Fate”, “Don’t Lose Your Head”, “Call At Midnight”, “Just Inside the Cemetery” und “The Fortune Teller”. Karloff stand des Öfteren für solche LPs zur Verfügung. Er erzählte so auch die Geschichten von “Sleepy Hollow” oder “Rip van Winkle”. Und 1967 gab es eine LP mit dem Titel “An Evening with Boris Karloff and Friends”. Zu hören sind hier Synopsen der bekannten Universal-Monster-Filme, die von Karloff vorgetragen werden, untermalt von ein paar musikalischen Stücken der entsprechenden Filme.

Boris erzählt eine kleine Gruselgeschichte:

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Boris erzählt von Universals DRACULA und FRANKENSTEIN:

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V: It’s Only the Beginning

Die vierte Folge von V ist gelaufen. Und jetzt beginnt die bittere und harte Wartezeit bis März, ehe es weitergeht. Der Titel ist Programm, denn nach dieser Folge kann man sagen, dass das erste Quartett wahrlich nur der Anfang war.

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Die Story: Die Visitors bereiten eine Massenimpfung der Menschen vor, die das Immunsystem extrem stärken soll. Ryan weiß allerdings, was sein Volk wirklich vor hat. Es will mit dem Stoff RX6 eine Epidemie auslösen und sich nachher als Retter positionieren. Ryan, Georgie, Jack und Erica suchen einen der verantwortlichen Wissenschaftler, der Georgie anschießt und dann Selbstmord begeht. Erica findet heraus, dass Ryan ein V und Teil der Fünften Kolonne ist. Bei Chad Decker wird eine tödliche Erkrankung festgestellt und Tyler wird auf das Mutterschiff eingeladen, um Anna kennen zu lernen. Sie ist der Meinung ihrer Tochter, dass Tyler der perfekte Kandidat ist. Ryans Freundin ist schwanger, Jack wird niedergestochen und die letzten Momente der Folge gewähren einen Blick auf den Weltraum, wo … nein, das wäre nun zuviel verraten.

Die vierte Folge ist ein schöner Abschluss des ersten Storybogens. Noch sind die Besucher in der Öffentlichkeit Heilsbringer. Das Ende könnte dies schon bald relativieren. Großartige Momente dieser Folge sind die Bestrafung des Verräters, der Dale getötet hat (oder von dem Anna dies glaubt…) und der “Bliss”. Bei ersterem wird die unglaubliche Kälte und Brutalität von Anna in den Vordergrund gerückt, bei letzterem zeigt sich ihre Ausstrahlung auf ihr ganzes Volk. Ryan hat den “Bliss” mit dem nächsten Schuss eines Junkies verglichen. Und so wie dieser Moment, in dem sich alle Besucher wie eins fühlen, in dem sie innere Erleuchtung verspüren, mit gleisendem Licht dargestellt wird, unterstützt es diese Beschreibung gut. Für Lisa ist es ein Geschenk ihrer Mutter, Ryan würde es wohl als die Ketten der Sklaverei sehen. Interessant ist dieser “Gemeinsinn”, wenn man so will, weil er eine Neuentwicklung ist, die es so in der alten Serie nicht gegeben hat.

Abschließend kann man sagen, dass das erste Folgen-Quartett gut funktioniert. Es wird nicht zu sehr gehetzt, aber auch nicht im Schneckentempo erzählt. Dazu gibt es einen kleinen Abschluss und eine ganze Reihe offener Fragen. Wenn ABC mit dem neuen Showrunner die Serie nicht deutlich dümmer gestaltet, wie einige Fans fürchten, und die Zuschauer in den kommenden Monaten nicht total vergessen, dass es V gibt, dann hat die Serie vielleicht sogar eine Chance, langfristig zu überlegen. Würde mir schon gefallen. Ich möchte gerne mehr davon sehen!

Für meinen alten Herrn

LIEBE UND TOD

von Alfred Lord Tennyson (aus dem Englischen von Adolf Strodtmann)

Die Liebe schritt, als voll das Mondlicht schien,
Des Paradieses Thymianflur entlang
Und spähte hell umher auf ihrem Gang.
Da sah sie plötzlich unterm Eibenbaum
Alleine wandelnd, redend wie ein Traum,
Den Tod; zum ersten Male sah sie ihn.
Flieh, sprach der Tod; denn dieser Pfad ist mein!
Die Liebe weint’ und wandte sich, zu fliehn;
Doch scheidend sprach sie: Diese Stund ist dein;
Du bist des Lebens Schatten; wie der Baum
Im Sonnenlicht beschattet rings die Matten,
So wirft im lichtbestrahlten Weltenraum
Das große Leben rings des Todes Schatten;
Der Schatten schwindet mit des Baumes Fall,
Ich aber herrsche ewig ob dem All.

Nemesis schreibt ‘nen Comic

Ich mag HEROES ganz gerne. Die Serie erzählt ihre Geschichte zwar im Schneckentempo, aber ein paar der Figuren find ich sehr sympathisch. Besonders mag ich den Speedster Daphne, die von Hiro als seine Nemesis bezeichnet wird. Wer hätte gedacht, dass Schauspielerin Brea Grant auch Comics schreibt? Ich nicht, aber ich lasse mich ja gerne überraschen. Im Februar 2010 erscheint in den USA von IDW das erste Heft der Miniserie WE WILL BURY YOU, geschrieben von Brea und Zane Grant.

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Die Beschreibung liest sich so:

1927: The first talkie ended the silent film era, the first man completed a solo transatlantic flight, and… a zombie virus decimated the human race. Two unlikely heroines use their unorthodox skills to survive as a zombie infection spreads through the streets of New York and beyond. Brea Grant  and Zane Grant promise the worst breakup ever and an epic beginning to this historical horror miniseries.

Vampire der Parallelwelt: The Breed

Im Jahr 2001 überraschte ein klein budgetierter Vampir-Film, der direkt auf DVD erschien: THE BREED (DARK SPECIES – DIE ANDEREN). Der Film bietet eine originelle Form der Vampirdarstellung und überzeugt durch die Schaffung einer Parallelwelt, die vom Drehort Budapest profitiert. Erschaffen wird eine düstere, farbentsättigte Welt, die Motive eines totalitären Systems zeigt.

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Die Filme suggerieren uns, dass wir bereits alles über Vampire wissen: Doch THE BREED stellt dieses Wissen auf den Kopf. In der nahen Zukunft haben sich die Vampire, die längst ihren Blutdurst überwunden haben, geoutet. Als einer der Blutsauger auszieht, eine Spur des Todes zu hinterlassen, werden der Mensch Grant (Bokeem Woodbine) und der Vampir Aaron (Adrian Paul) zusammengebracht, um den scheinbar unausweichlichen Krieg zwischen Mensch und Vampir zu vermeiden.

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In Michael Oblowitz’ Film bewegen sich die Vampire auch untertags, können verletzt, aber nicht getötet werden. Lediglich Silber, auf das sie allergisch reagieren, oder die totale Vernichtung des Körpers gereichen zu ihrer Vernichtung. Interessanter als diese Veränderung des Vampirs ist jedoch die Bildersprache des Regisseurs, der seinen Background in der Werbe- und Musikvideobranche nicht verbergen kann. Diese hilft zusammen mit der Ausstattung die nahe Zukunft wie ein Amalgam aus Vergangenheit und Gegenwart wirken zu lassen, was besonders gut gelingt, da THE BREED in seiner Mischung aus Film Noir, John-Woo-Motiven und moderner Wiretechnik eine ganz eigene Welt kreiert. Für Comic-Fans dürfte noch interessant sein, dass das Skript von Christos N. Gage geschrieben wurde, der mittlerweile für Marvel sehr aktiv ist. Die Botschaft des Films – eine Allegorie auf den Holocaust – wird zwar mit dem Holzhammer präsentiert, doch wer an stilisierter Action seine Freude hat, wird hier nicht enttäuscht.

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Karloff singt – mehr oder weniger

1965 war Boris Karloff der Co-Gastgeber der ABC-Show SHINDIG, die hier zu Lande nicht bekannt ist. Interessant an dieser Halloween-Edition ist, dass Karloff sich auch gesanglich versuchte. Ein Clip der Show ist leider verschwunden: der “Monster Mash” nach Bobby Pickett. Es gibt allerdings bei YouTube eine Audioaufnahme von Karloffs Darbietung, die mit Bildmaterial kombiniert wurde.

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1957 sang Boris Karloff zusammen mit Rosemary Clooney – übrigens die Tante von George Clooney – den Song “You’d Be Surprised” in einer Folge von THE ROSEMARY CLOONEY SHOW, die am 9. Januar des Jahres ausgestrahlt wurde. Zumindest gehe ich davon aus, dass beide in dieser Show diesen Song zum Besten gaben. Es könnte jedoch auch THE LUX SHOW gewesen sein, in der sich Karloff und Clooney zweimal, 1957 und 1958, trafen.

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Bela Lugosi und Boris Karloff sangen zusammen das Duett “We’re Horrible Men”. Beide traten am 13. März 1938 in der Radiosendung “Baker’s Broadcast” (a.k.a. ”Seein’ Stars in Hollywood”) auf und sangen dieses amüsante Lied, das mit dem Leinwandimage der beiden Stars spielt.

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Die Macht des Prestigio: Magier des Schreckens

1954 drehte Vincent Price unter der Regie von John Brahm (THE UNDYING MONSTER) den Film MAGIER DES SCHRECKENS (THE MAD MAGICIAN). Er folgte damit seinem Horrorhit DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI (HOUSE OF WAX) und spielte erneut einen Schurken. Nur ist er diesmal einer, den die Umstände zu seinen Taten treiben.

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Die Story: Der Zauberer und Verwandlungskünstler Don Gallico sieht sich als verkanntes Genie und ist es leid, neue magische Tricks für andere Künstler zu erfinden. Er will selbst auf der Bühne stehen. Als sein Chef Ormond ihm dies verweigert und seine Tricks auch noch an den Erzrivalen Rinaldi verkauft, dreht Don Gallico durch und wird zum Mörder. Damit steht er aber vor dem Problem, wie er die Leiche loswerden kann und fängt notgedrungen an, Ormonds Identität anzunehmen. Detective Allen Bruce begibt sich auf die Fährte des wahnsinnigen Zauberkünstlers und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

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MAGIER DES SCHRECKENS ist kein großer Wurf. Eher ein typischer Vincent-Price-Film, in dem der Mime den Schurken abgibt. Aber die Tatsache, dass seine Figur Gallico eigentlich unschuldig beginnt und dann in Rage tötet, lässt ihn etwas tragischer erscheinen. Anders als die üblichen Price-Figuren ist Gallico jemand, den wir als Zuschauer mögen. Wir verstehen ihn, können seine Frustration nachvollziehen und bedauern, dass er immer weiter töten muss, um den ursprünglichen aus Rachsucht und Demütigung begangenen Mord zu verbergen. Der Plot ist vergleichsweise einfach, die Umsetzung aber gelungen. Das Ergebnis ist ein kleiner, auch mehr als fünf Jahrzehnte später noch funktionierender Film, der auch Dank Gallicos mörderischen Zauberkunststücken zu den kleinen Vincent-Price-Perlen gehört.

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Die Synchronisation wurde nicht für das Kino gemacht. Es steht zu vermuten, dass sie in den 80er Jahren für das Fernsehen entstand – und das in Hamburg. In einer der Rollen, der des Detectives, hört man nämlich Andreas von der Meden, der u.a. als Synchronsprecher von David Hasselhoff bekannt ist. Die DVD weiß zu gefallen. Die Bildqualität ist für das Alter schön, der Ton gut verständlich. Neben dem etwas unglücklichem Cover, das Price in einer Szene aus HOUSE OF USHER (DER UNTERGANG DES HAUSES USHER, 1960) zeigt, gibt es auch ein Wendecover, das ein altes Plakatmotiv von THE MAD MAGICIAN zu bieten hat.

Geschichten des Grauens

In den USA veröffentlichte der Verlag Gold Key mit THRILLER eine Comic-Reihe, die sich an die von Boris Karloff präsentierte Fernsehserie heranhängte. Als THRILLER im Fernsehen endete, lief der Comic jedoch weiter, allerdings unter dem Titel BORIS KARLOFF – TALES OF MYSTERY. Die Reihe erschien von Oktober 1962 bis Februar 1980 und brachte es auf 97 Hefte. Nur ein Bruchteil davon hat den Weg nach Deutschland gefunden. Der Bildschriftenverlag (BSV) publizierte BORIS KARLOFF von 1967 bis 1969, wobei die Hefte 5,6,8 und 9 auch den Untertitel GESCHICHTEN DES GRAUENS trugen. Insgesamt erschienen in den zwei Jahren der Publikation nur neun Hefte. Auf dem Sammlermarkt sind diese heutzutage begehrt und erzielen Preise von etwa 30 Euro pro Stück. Nachfolgend eine Cover-Galerie.

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