Archiv für November, 2009

Besser spät als nie

Bei YouTube gehört THE HORRIBLY SLOW MURDERER WITH THE EXTREMELY INEFFICIENT WEAPON mit mehr als einer Million Views vermutlich zu den meistgesehenen Filmen. Ich hab ihn heute erst gesehen und mich prächtig amüsiert. Ein 10-Minuten-Trailer, der nicht enden will. Ebensowenig wie der Mord am armen Jack. Die Idee ist albern, wird aber konsequent zu Ende geführt. Der Trailer-Sprecher übertrifft sich mit einer “And Again”-Endlosschleife , PSYCHO wird parodiert und das arme Opfer ist niemand anderes als Paul Clemens. Kennt ihr nicht? Er war der Hauptdarsteller im coolen Früh-80er-Jahre-Horrorstreifen THE BEAST WITHIN (ENGELSGESICHT), der von Tom Holland geschrieben und von Philippe Mora inszeniert worden ist.

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Wie aus dem Phantom Captain Africa wurde

Lee Falks Schöpfung THE PHANTOM ist ein Zeitungsstrip, der 1936 debütierte. Und auch heute noch erfolgreich publiziert wird. Das Phantom ist die 21. Verkörperung des Wandelnden Geistes. Im Jahr 1536 wurde Christopher Walkers Vater von Piraten ermordet. Und er wurde zum ersten Phantom, das die Mörder seines Vaters zur Strecke brachte. Er schwor, sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen zu widmen. Und weil jeder seiner Nachfahren das Kostüm des Phantoms getragen hat, hält man ihn für den Wandelnden Geist, ein Wesen, das seit Jahrhunderten existiert. Dabei besitzt das Phantom keine übernatürlichen Fähigkeiten, sondern verlässt sich auf seine Intelligenz und seine Stärke.

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Ein Comic-Held bietet sich natürlich für ein Serial an. Das dachte man sich auch bei Columbia und erwarb die Rechte, um das 15-teilige Serial THE PHANTOM (1943) produzieren zu können. Darin suchen zwei Expeditionen, eine aus wissenschaftlichem Interesse, die andere aus Gier, nach der verschollenen Stadt Zoloz. Dabei begeben sie sich in das Reich des Phantoms, das von einem ausländischen Agenten, der einen geheimen Flughafen dort errichten will, ermordet wird, so dass sein Sohn zum Wandelnden Geist werden muss. Dargestellt wurde er von Tom Tyler (1903-1954), der zuvor schon Captain Marvel in THE ADVENTURES OF CAPTAIN MARVEL (1941) gewesen ist.

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Obwohl das Serial gut ankam, ließ man sich bei Columbia Zeit, mit der Arbeit an einer Fortsetzung zu beginnen. Und zwar mehr als ein Jahrzehnt. 1955 begannen dann jedoch die Arbeiten am Serial THE RETURN OF THE PHANTOM, womit es zu einer Zeit entstand, als das klassische Serial schon so gut wie ausgestorben war.

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Die Hauptrolle wurde von John Hart gespielt (1917-2009), dessen claim to fame die Titelrolle in der Serie THE LONE RANGER ist, die er von 1950 bis 1953 spielte. Das aus 15 Episoden bestehende Serial wurde produziert. Doch nach Fertigstellung kam es zu einem erheblichen Problem: Bei Columbia hatte man bemerkt, dass man nicht länger die Rechte an einer Verfilmung von THE PHANTOM besaß. Die genauen Umstände, wie ein solcher Fauxpas passieren konnte, sind nicht ganz klar. Es wurde bisweilen berichtet, dass dies schon während der Dreharbeiten bekannt wurde, aber John Hart erzählte auf einer Convention, dass er erst einige Wochen nach Ende der Dreharbeiten für Nachdrehs angefordert worden ist.

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Denn Columbia konnte oder wollte mit dem Lizenzgeber King Features zu keiner Einigung kommen und entschied darum, die Szenen mit dem Phantom nachzudrehen. Nur: Das Phantom war nicht länger der Wandelnde Geist. Vielmehr ersann man mit Captain Africa eine eigenständige Figur, die freilich nur optisch und dem Namen nach neu war. Im Kern handelte es sich nach wie vor um das Phantom. John Hart erzählte, dass die meisten Szenen mit ihm im Kostüm innerhalb von fünf oder sechs Tagen nachgedreht werden mussten (bei nicht allen war es nötig, wie man am nachfolgenden Bild sehen kann: man erkennt hier, dass unter der “Verkleidung” das Phantom-Kostüm steckt – der Hals verrät es). Mehr Geld und Zeit stand nicht zur Verfügung. Hart quittierte die Änderung so: „Als Phantom sah ich cool aus, als Captain Africa wie ein Idiot.“

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Captain Africa schwört, dass er nicht ruhen wird, bis der rechtmäßige Kalif Hamid wieder auf dem Thron Platz nehmen kann, von dem ihn ein Tyrann vertrieben hat. Unterstützung erhält er dabei von dem Abenteurer Ted Arnold, dem Tierfänger Nat Coleman, seinem Assistenten Omar und der arabischen Prinzessin Rhoda.

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ADVENTURES OF CAPTAIN AFRICA, MIGHTY JUNGLE AVENGER, wie das Serial schließlich hieß, wurde kostengünstig umgesetzt, da man jede Menge Stock-Footage aus den Serials THE PHANTOM, JUNGLE MENACE (1937) und THE DESERT HAWK (1944) übernommen hat.

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Das Filmmaterial mit Hart als Phantom gilt heutzutage als verschollen. Es existieren lediglich ein paar Bilder mit Hart im Kostüm des Phantoms. Und das ist die Geschichte, wie aus dem bekannten Helden Phantom der gänzlich unbekannte – und schlecht kostümierte – Captain Africa geworden ist. Seltsam? Aber so steht es geschrieben.

Absolute Justice

Entertainment Weekly hat zwei Fotos publiziert, die Hawkman (Michael Shanks), Dr. Fate (Brent Stait) und Stargirl (Britt Irvin) aus dem SMALLVILLE-Event “Absolute Justice” zeigen.

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Hawkman sieht sehr gut aus. Die Umsetzung von Comic zu Film ist sehr originalgetreu vonstatten gegangen. Natürlich gibt es kleinere Änderungen, aber dass man Hawkman einmal derart filmisch umgesetzt sehen würde, hätte ich im Leben nicht erwartet.

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Dr. Fate finde ich auch außergewöhnlich ansprechend. Das Kostüm entspricht sehr stark der Comic-Vorlage. Lediglich die Musterungen, die Muskeln nachahmen, sind neu, aber passend. Der Helm sieht auf diesem Bild etwas stark nach Plastik aus, ich bin aber sicher, dass das in der fertigen Folge noch mehr wirkt. Stargirl ist per se gut gelungen. Auch ihr Kostüm gleicht stark der Vorlage. Allerdings gefällt mir bei ihr die klobige Maske nicht.

Hier noch drei Comic-Bilder der Helden zum Vergleich:

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Hugh Jackman singt OKLAHOMA!

Die Uraufführung von Richard Rodgers und Oscar Hammersteins Musical OKLAHOMA! fand 1943 am St. James Theatre am New Yorker Broadway statt. Es ist ein Meilenstein des Muscials, weil bis dato die Tanz- und Gesangseinlagen nie ein homogener Teil der Handlung waren. Rodgers und Hammerstein machten sie jedoch zu einem essenziellen Bestandteil der Geschichte.

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Es geht um die Liebe zwischen Laurie und Curly, die beide eigentlich schon lange ein Paar sind, sich aber stets necken und ihrer Sturheit wegen noch nicht offiziell zusammen sind. Als ein Fest ansteht, beschließt Laurie, mit dem einfältigen Jud Fry dorthin zu gehen. Der ist seit langer Zeit heimlich in Laurie verliebt und ist auch bereit, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um seinen Konkurrenten Curly auszuschalten.

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Inszenierungen des Stücks gab es viele, verfilmt wurde es auch, und zwar 1955 von Fred Zinneman. Von 1998 bis 1999 wurde es am Royal National Theatre in London, einem äußerlich hässlichem Zweckbau nahe der Waterloo-Station, aufgeführt. Die Inszenierung übernahm der renommierte Trevor Nunn, in der Hauptrolle des Curly findet sich ein junger Hugh Jackman, noch bevor er als Wolverine in X-MEN international bekannt geworden ist.

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Optimal ist es natürlich, eine solche Show live zu sehen. Aber ohne Zeitmaschine ist das wohl nicht so leicht zu bewerkstelligen. Gleich nach der Zeitmaschine kommt jedoch eine DVD-Veröffentlichung, die in Großbritannien von Universal auf den Markt gebracht wurde. Man darf sich eine solche Stage-to-Film-Variante nicht als streng abgefilmtes Theater vorstellen. Die Kamera ist durchaus beweglich, die Perspektive wechselt, Nahaufnahmen sind ebenfalls vorhanden und alles erinnert schon sehr an echten einen echten Film – von den Kulissen natürlich abgesehen.

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OKLAHOMA! hat eine Laufzeit von zwei Stunden und 50 Minuten. Die Zeit vergeht nicht immer wie im Flug. Die Geschichte ist etwas mager für fast drei Stunden Lauflänge, weswegen Rodgers und Hammerstein auch ein paar Nebenschauplätze eröffnen, so die humorige Geschichte um Ado Annie, die „Frau, die nicht nein sagen“ kann, und den fahrenden Händler Ali Hakim, den Annies Vater in die Ehe mit seiner Tochter pressen will.

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Die Musik ist erwartungsgemäß gut. Es gibt einige eingängige Songs wie „Oh, What a Beautiful Morning“ oder natürlich den Titelsong „Oklahoma“. Und selbst die Passagen, die jetzt keine Ohrwurmqualität haben, überzeugen einerseits durch gelungene Interpretationen, andererseits durch viel Gefühl. Interessant am Stück ist am Ende des ersten Akts die Traumsequenz, die über mehrere Minuten lang quasi ein Ballett der Hauptfiguren zeigt. Musikalisch sehr griffig unterlegt, wird hier nicht gesungen, sondern nur getanzt. Das Highlight von OKLAHOMA! stellt ohne Frage Hugh Jackman dar. Bei der Oscar-Verleihung 2009 konnten sich viele Filmfans einen Eindruck von seiner Sangesstimme machen. Und auch zehn Jahre zuvor hatte er schon denselben Ausdruck und die gleiche Kraft parat.

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Die DVD von OKLAHOMA! hat ordentliche Bildqualität. Angesichts eines Making Ofs und Interviews, die zusammen knapp eine Stunde Laufzeit haben, wird die Kompression aber schon ausgereizt, was sich an teils unschönen Treppchenrändern zeigt. Der Ton liegt leider nur in Stereo 2.0 vor. Dennoch: Ein schönes Musical in einer tollen Umsetzung und mit einem hervorragenden Ensemble. Denn nicht nur Hugh Jackman, auch seine Co-Stars, allen voran Shuler Hensley und Josefina Gabrielle, sind hervorragend.

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Außerirdische Verbündete

Passend zum Beitrag IRON SKY stolperte ich heute im Programm von Phoenix über eine Dokumentation über UFOs, die US-Angst davor, dass selbige sowjetische High Tech sein könnten, die Versuche, eigene Flugscheiben zu entwickeln und ein Foto, das ich noch nie zuvor gesehen hab. Das hier:

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Nur Fake, klar, aber sieht schon krass aus. Passend dazu gibt’s auch einen humorigen Bericht aus dem Reich der Toten von niemand Geringerem als Arthur Conan Doyle: http://www.geohanover.com/docs/961022ed.htm

Nazis auf dem Mond

Bei Bereitsgesehen.de bin ich auf den Teaser zu IRON SKY gestoßen. Dabei handelt es sich um den neuen Film der STAR WRECK-Macher, was erstmal nicht viel heißt, denn STAR TREK-Parodien gibt’s wie Sand am Meer – und gut sind die wenigsten. Aber das neue, sich noch in der Pre-Production befindliche Projekt sieht trashig cool aus, denn in IRON SKY wird postuliert, dass die Nazis nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf den Mond geflohen sind

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Zum Ende des Krieges hin entwickelte ein Wissenschaftler den Durchbruch in der Anti-Gravitation. Von einer geheimen Basis in der Antarktis aus wurden Ende 1945 die ersten Schiffe auf die der Erde abgewandte Seite des Mondes geschickt. Dort, auf der Basis “Schwarze Sonne”, wurde eine Flotte errichtet, um eines Tages die Erde zurückzuerobern. Im Jahr 2018 ist es soweit.

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Der Film wird in englischer Sprache gedreht. Die Macher beschreiben ihn als SF-Komödie. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Humor nicht zu infantil gerät.

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Boris, wie er leibt und lebt

Natürlich gibt es zu Frankensteins Monster, wie Boris Karloff es in den 30er Jahren dargestellt hat, eine ganze Reihe von Actionfiguren und Modellen. Ungewöhnlich ist aber, dass es auch eine ca. 30 Zentimeter große Figur von Boris Karloff gibt. Die Firma Amoktime hat diese Figur auf den Markt gebracht, wobei die Limitierung auf 500 Stück angesetzt wurde. Der ursprüngliche Preis hierfür war 70 US-Dollar. Dafür bekommt man die Figur auch immer noch bei Amazon.com. Das Interessante an dieser Figur ist, dass sie mit drei verschiedenen Köpfen daherkommt, so dass man wählen kann, ob man den jungen, den mittelalten oder den alten Karloff in der Vitrine stehen haben will.

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Affen hinter den Kulissen

Vor ein paar Jahren hat Image in den USA die Doppel-DVD BENEATH THE PLANET OF THE APES veröffentlicht. Kernstück hiervon ist die ausführliche von Roddy McDowall moderierte Dokumentation über die Hintergründe des ersten Films und seiner Sequels, die auch in der deutschen PLANET DER AFFEN-Box im Bonusmaterial zu finden ist.

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Dieses 2-DVD-Set hält jedoch mehr als nur das bereit. Den Löwenanteil des weiteren Materials bildet ein zweistündiges Interview mit Roddy McDowall, das tiefe Einblicke in sein Schaffen und sein Leben gewährt. Abgerundet wird das Ganze durch weitere Extras – etwa Dailies und Outtakes –, doch das wahre Highlight dieser DVD ist der 10-minütige Screen Test mit Edward G. Robinson, Charlton Heston, James Brolin und Linda Harrison. Auszüge davon finden sich auch in der Dokumentation, doch hier bekommt man dieses Kleinod in voller Länge zu sehen. Interessant ist dabei, dass diese auf einem frühen Drehbuch basierende Szene weit näher am Original-Roman von Pierre Boulle liegt als es der fertige Film schließlich getan hat. Für harte Fans der Affensaga gehört dieses Set zum Pflichtprogramm.

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Comics’ Greatest World

Der US-Comic-Markt des Jahres 1993 war ein gänzlich anderer als er es heute ist. Die großen Distributor-Wars standen erst noch an, an dessen Ende ein Vertrieb als Monopolist dastehen würde. Die Spekulanten-Blase war noch nicht geplatzt. Die großen Zwei Marvel und DC hatten nur wenige Jahre zuvor mit Image einen riesigen Konkurrenten erhalten. Und Valiant war damals auf der Höhe seines Schaffens, womit es den etablierten Superhelden-Universen Paroli bot.

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Im Sommer jenes Jahres tat sich aber noch mehr: Zwei neue Superhelden-Universen entstanden. Malibu versuchte sich am ULTRAVERSE und wollte nicht kleckern, sondern klotzen, indem sich bald mehr als ein Dutzend Titel um die Gunst der Leser balgten. Und Dark Horse, der führende Independent-Verlag, der sich mit Filmlizenztiteln und herausragenden Creator-Owned-Titeln am Markt etabliert hatte, präsentierte COMICS‘ GREATEST WORLD. Bei der Etablierung des eigenen Superhelden-Universums wollte man jedoch mit Vorsicht vorgehen. Auf keinen Fall sollte der Markt übersättigt werden.

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Und so startete man im Juni 1993 den Event COMICS‘ GREATEST WORLD, eine 16-teilige Miniserie, die wöchentlich erschien, einen reduzierten Umfang von 16 Comic-Seiten hatte, aber dafür auch nur einen Dollar pro Ausgabe kostete. Mit dieser Geschichte wurde etabliert, wie die Welt dieser Superhelden aussah – mit vier Orten, an denen sich künftig die Action abspielen würde: die von Korruption zerfressene Stadt Arcadia, die Industriestadt Steel Harbor, die Golden City und die Wüstengegend Cinnibar Flats, in der sich das Vortex geöffnet hatte.

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Erzählt wird eine große Geschichte, in der Außerirdische nach dem Heretic suchen, der in den 30er und 40er Jahren Experimente anstellte, die letzten Endes dazu führten, dass Meta-Menschen entstanden. In diesen 16 Heften wurden praktisch alle wichtigen Figuren des Universums vorgestellt: X, Ghost, Pit Bulls, Monster, Rebel, Mecha, Titan, Catalyst: Agents of Change, Barb Wire, The Machine, Wolf Gang, Motorhead, Division 13, Hero Zero, King Tiger und Vortex.

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Der Plan von Dark Horse sah vor, das Universum langsam auszubauen. Darum begann man in der ersten Hälfte 1994 auch mit der Veröffentlichung weniger ausgewählter Serien und einzelner Specials. Im Februar des Jahres ging X an den Start, eine von Steven Grant geschriebene Serie, die auch vom Mysterium ihrer Hauptfigur lebte. X ist der Beschützer von Arcadia, aber niemand weiß, was seine Motive wirklich sind. Er geht gegen die Korruption in der Stadt vor und warnt jene, die gegen sein Gesetz verstoßen einmal. Eine zweite Warnung gibt es nicht. Ebenfalls in Arcadia angesiedelt ist die Serie GHOST. Bei ihr handelt es sich um eine Journalistin, die ermordet wurde und nun als Geist zurückgekehrt ist. Sie ist nichtkörperlich, aber die Kugeln, die sie mit ihren beiden Revolvern abfeuert, sind dennoch tödlich. Sie ist auf der Suche nach den Hintermännern ihrer Ermordung. GHOST war die mit Abstand erfolgreichste Serie des Imprints.

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Während X es auf „nur“ 25 Hefte brachte, womit er immerhin an zweiter Stelle stand, überlebte GHOST 36 Ausgaben, wurde dann eingestellt und kehrte innerhalb eines Jahres mit einer neuen Serie zurück, die es auf weitere 22 Ausgaben brachte. Mit der zweiten Serie war sie praktisch die letzte Überlebende von CGW.

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Wenig erfolgreich war BARB WIRE, das nur neun Hefte lang lief, aber immerhin die Basis für einen ziemlich üblen Film mit Pamela Anderson abgab. Ebenfalls kurzlebig waren CATALYST: AGENTS OF CHANGE mit sieben Heften, THE MACHINE mit vier Heften, DIVISION 13 mit vier Heften, AGENTS OF LAW mit sechs Heften und MOTORHEAD mit sechs Heften. Von vornherein auf nur zwölf Hefte angelegt war OUT OF THE VORTEX, die von John Ostrander geschrieben wurde und eines der Highlights von CGW ist. In ihr fand die direkte Fortsetzung von COMICS‘ GREATEST WORLD statt und es wurde erzählt, wie das Öffnen eines Dimensionsrisses die Welt verändert. Andere Serien waren von vornherein nicht besonders zugkräftig, so Motorhead mit einem Muskelprotz, der ständig vom Lärm in seinem Kopf abgelenkt war. Und andere waren wohl zu anders, als dass sich der Leser leicht mit der Hauptfigur hätte identifizieren können, so THE MACHINE, ein Mensch-Maschinen-Hybride, der mehr und mehr seine Menschlichkeit einbüßt.

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Im Juni 1994 hatte man einen zweiten Event vorbereitet: die zwölfteilige, erneut wöchentlich erscheinende Serie WILL TO POWER. Darin wird der Held Titan, den man als so etwas wie den Superman von CGW ansehen könnte, böse und kämpft gegen so ziemlich jeden Helden in Arcadia, Steel Harbor, Golden City und Cinnibar Flats. WILL TO POWER war der Abgesang von COMICS‘ GREATEST WORLD. Auch aufgrund des nur bedingten Erfolgs änderte man den Imprint-Namen in DARK HORSE HEROES.

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Bis in den Sommer 1995 liefen noch einige Reihen von DHH, allerdings reichten auch Stunts wie das Auftauchen von Predators, die die vier Städte besuchten und gegen X und Co. kämpften, nicht aus, um die Serien zu retten. Auch THE MASK machte eine World-Tour und ein geplantes Crossover zwischen VORTEX und Steve Rudes NEXUS wurde noch vor Veröffentlichung wieder gestoppt. Weitere Crossover zeigten Hero Zero im Kampf mit Godzilla und Ghost, die sich erst mit dem Shadow, dann mit Hellboy herumschlug und zuletzt auf Batgirl traf.

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Specials und Miniserien erschienen noch bis ins Frühjahr 1996, aber im April des Jahres musste auch X die Waffen strecken und wenig später war es nur noch GHOST, die regelmäßig erschien. Doch auch ihre Tage waren gezählt.

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Für mich kam dieses Superhelden-Universum damals gerade recht. Ich hatte 1993 mit dem Lesen von US-Comics begonnen und mochte Dark Horse aufgrund seiner Titel wie ALIENS, STAR WARS, PREDATOR und ähnlichem. Darum war ich durchaus geneigt, CGW eine Chance zu geben. Und das umso mehr, da ich X ziemlich cool fand. Der erlebte seinen ersten Auftritt in der Anthologie-Reihe DARK HORSE COMICS, wobei seine Geschichte in den Nummern 8 bis 10 erzählt wurde. Und als die eigene Serie startete, da war ich natürlich auf alle Fälle dabei, denn diese Kreuzung von Batman und Punisher war von Steven Grant als Antiheld angelegt und ging bei seinen Abenteuern außergewöhnlich kompromisslos um. Schlichtweg grandios ist die Optik von X. Es gibt nur wenige Superheldenkostüme, die mich dermaßen ansprechen.

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Das Schöne an diesem Superhelden-Universum war, dass Dark Horse darauf achtete, nicht mehr als fünf oder sechs Titel im Monat zu publizieren, so dass man selbst mit schmalem Budget alle Ausgaben kaufen und so dem kompletten Universum folgen konnte. Bei Marvel und DC ist das ja mit 70 bis 100 Heften im Monat nur unter Aufbietung hoher Finanzen möglich. Natürlich war nicht alles Gold, was glänzte. Einige Figuren waren ganz billige Rip-offs von anderen. Und so manche Serie war einigermaßen schlampig geschrieben oder in einer Art gezeichnet, die selbst in den frühen 90er Jahren schon nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen hätte. Aber wenn CGW gut war, dann war es das so richtig!

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Insgesamt sind von COMICS‘ GREATEST WORLD bzw. DARK HORSE HEROES 199 unterschiedliche Hefte erschienen (wenn ich mich nicht verzählt habe…). Und das über mehrere Jahre hinweg. Zu den Highlights, die auch heute noch wirklich lesenswert sind, wenn man sich für das Superhelden-Thema begeistern kann, gehören die 16-teilige Start-Miniserie, X, GHOST und OUT OF THE VORTEX. Aber auch andere Titel wussten bisweilen zu punkten, so etwa CATALYST: AGENTS OF CHANGE, als sich dort Golden City von den USA unabhängig erklärt.

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Einige dieser Titel gibt es mittlerweile zum Teil auch in günstigen und umfangreichen DARK HORSE HEROES OMNIBUS-Sammelbänden. Weitere werden – hoffentlich – folgen.

Dieser Keks ist ein Killer: Gingerdead Man 2

GINGERDEAD MAN 2 ist ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Film streckt. Die Laufzeit von 69 Minuten ist typisch Full-Moon-schlank. Darauf entfallen allerdings sechs Minuten für Rückblick auf den ersten Teil inklusive Stabsangaben des zweiten Teils und vier Minuten für den Nachspann. Bleibt ein Nettofilm von 59 Minuten übrig. Ja, man fühlt sich an selige Charles-Band-Zeiten mit Filmen á la COSMO erinnert.

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Die Story: Auf einem Set für Low Budget Filme treibt der Gingerdead Man sein Unwesen und tötet alles was ihm vor seine Lebkuchenhände kommt. In dem Fall erwischt es den von der Pleite des Studios stehenden jungen Besitzer und seine Clique. Kann sich jemand gegen ihn stellen und ihn ans Kreuz nageln, bevor er noch die ganze Menschheit ausrottet?

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Den ersten Teil hab ich nicht gesehen. Aber egal, die Zusammenfassung hat’s gerichtet. GINGERDEAD MAN 2 ist selbst für Low-Budget-Verhältnisse recht schwach umgesetzt. Die Effekte sind ohnehin nicht der Rede wert. Hauptsächlich bekommt man die Keksfresse des Gingerdead Mans zu sehen, wenn er läuft, dann ist es subjektive Kamera. Und die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank übel. Was dennoch Spaß macht, ist das Setting des Films. Das war zwar bestimmt eine bewusste Entscheidung, weil der reale Dreh dadurch deutlich günstiger wird, aber das gibt erstens Gelegenheit für ein kleines bisschen Selbstironie und zweitens für ein paar Gastauftritte.

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So spielt sich Regisseur David DeCoteau hier selbst – inklusive Seitenhieb auf seine schwul angehauchten Filme – und Michelle Bauer ist die Scream Queen von anno dazumal, die mittlerweile das Catering machen muss. Außerdem spielt Gregory Nicotero von KNB FX einen Make-up-Effekt-Künstler. Und John Carl Buechler ist als Orson Biggs zu sehen. Die Szene, in der die Tiny Toons – ja, klar, wir haben’s verstanden, PUPPET MASTER und so… – den Gingerdead Man ans Kreuz nageln, hat zwar inhaltlich überhaupt keine Rechtfertigung, sieht aber zumindest gebührlich schräg aus und rechtfertigt den geilen Untertitel: PASSION OF THE CRUST a.k.a. DIE PASSION DER KRUSTE.

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Ach ja, der dritte Teil ist angedroht. Titel: GINGERDEAD MAN 3: SATURDAY NIGHT CLEAVER. Möge der Keks mit uns sein…

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