Einer der faszinierendsten Filme von AIP war HOW TO MAKE A MONSTER, der 1958 produziert wurde. Was den Film auch heute noch zum großen Spaß macht, ist die Tatsache, dass hier Realität und Fiktion eine Ehe eingehen. Denn es geht um Hollywood, um B-Pictures und – natürlich – den Monstermacher.

Die Story: Pete Drummond war über 25 Jahre lang als Maskenbildner in einem Hollywood-Studio beschäftigt. Als das Studio verkauft wird, wird Pete nur schroff darauf hingewiesen, dass weder er noch seine Monster-Kreaturen – vor allem der Teenage Werewolf und der Teenage Frankenstein – gebraucht werden. Voller Zorn und Demütigung rächt sich Pete, inden er einige Schauspieler hypnotisiert und sie glauben lässt, sie seien echte Monster.

Der Film besitzt einige amüsante In-Jokes. Der Regisseur von “Werewolf meets Frankenstein”, der Film im Film, erinnert nicht von ungefähr an Schnellfilmer Edward Cahn, als er beim Dreh des großen Finales seinen beiden Monster-Stars sagt, dass es ein komplizierter Dreh ist, aber mit nur einem einzigen Take unter Dach und Fach gebracht werden muss. Ebenso ist es American International Studios, das den Film produziert. Und natürlich scheute das echte Studio AIP auch nicht davor zurück, die Universal-Routine der 40er Jahre zu imitieren und die eigenen Horrorstars in einem Film zusammenzubringen. So sind der Werwolf und Frankenstein Flüchtlinge von I WAS A TEENAGE WEREWOLF und I WAS A TEENAGE FRANKENSTEIN, zwei AIP-Hits, die hier auf vielleicht alberne, aber letzten Endes überzeugende Art und Weise fortgesetzt werden. Das funktioniert umso besser, da man mit Gary Conway auch den originalen Teenage Werewolf an Bord hatte. Nur Michael Landon, der zuvor den Teenage Werewolf gespielt hatte, stand nicht mehr zur Verfügung. An seine Stelle tritt Gary Clarke.

Die Figur Pete Drummond ist an Jack Pierce angelegt, der in den 30er und 40er Jahren für Universal die Monster-Make-ups gestaltet und dabei solch ikonographische Designs wie das des Frankenstein-Monsters erschaffen hat. Ebenso wie der fiktive Drummond musste Pierce erleben, dass seine Dienste am Ende von Universals Monster-Zyklus nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gefragt waren. Und so fristete er die letzten Jahre seiner Karriere beim B-Film und im Fernsehen.

HOW TO MAKE A MONSTER ist auch eine kleine Ehrerweisung vor Paul Blaisdell, seines Zeichens ein Monstermacher, der wenig später ein ähnliches Schicksal wie Drummond erlebte. Hier jedoch hatte er die Gelegenheit, einige seiner Kreaturen, die in anderen Filmen eingesetzt worden sind, in Drummonds Studio unterzubringen.

Der Film wurde mit der Tagline “See the Ghastly Ghouls in Flaming Color!” beworben, ist aber schwarzweiß. Allerdings nicht komplett, denn die letzten beiden Reels des Films wechseln dann zur Farbe. Dies war ein Gimmick, das auch andere B-Movies gelegentlich eingesetzt haben, aber kein anderer Film hat dabei derartig viel Material in Farbe präsentiert.

Wie bei anderen AIP-Produktionen gab es auch von diesem im Jahr 2001 ein Remake, das dem Original aber nicht das Wasser reichen kann. Denn Charme hat nur der Film aus dem Jahr 1958. Und auch heute, mehr als 50 Jahre später, funktioniert der Film noch immer bestens. Er ist sehr ungewöhnlich für 50er-Phantastik, da es hier weder übernatürliche Elemente noch echte Monster gibt. Im Grunde ist HOW TO MAKE A MONSTER ein Krimi, gepaart mit dem Drama der Geschichte eines Mannes, dessen Lebenswerk in die Brüche geht. Der Streifen ist clever und hebt sich wohltuend von anderer Genre-Ware der 50er Jahre ab. Der Film ist nicht unbedingt besonders spannend – und schon gar nicht atmosphärisch -, aber er überzeugt durch eine gut durchdachte Geschichte, gepaart mit guten Darstellungen. Man weiß es nicht sicher, aber ich persönlich vermute, dass die Macher sowie die Schauspieler besonderen Spaß an diesem Film hatten, durften sie doch den Produzenten, die ihr Schicksal in der Regel in Händen halten, mit den Mitteln Hollywoods den Garaus machen…
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