Die Marionettenspieler: The Brain Eaters

THE BRAIN EATERS wurde 1958 von AIP in die Kinos gebracht. Der 61 Minuten lange Film war eine inoffizielle Produktion von Roger Corman. Der hatte das Budget von 26.000 Dollar aufgebracht, das Schauspieler Edwin Nelson als Produzent brauchte, um den Film unter Dach und Fach bringen zu können. Corman mochte das Skript und unterstützte die Produktion. Für die Regie holte Nelson seinen Kumpel Bruno Ve Sota, für den dies die zweite Regiearbeit war. Denn in erster Linie war auch er ein Schauspieler und später in einigen Corman-Filmen wie THE WASP WOMAN zu sehen.

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Die Story: In Riverdale, Illinois, wird eine große vermutlich außerirdische Struktur gefunden, die aus der Erde herausragt. Senator Walter Powers und Wissenschaftler Dr. Paul Kettering untersuchen das Gebilde und müssen schon bald feststellen, dass aus diesem kleine haarige Parasiten kommen, die sich am Genick ihrer Opfer festsaugen und Menschen so willenlos werden lassen. Diese uralten Wesen aus der Frühzeit der Erde wollen sich den Planeten nun Untertan machen.

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Als Anführer der Wesen, der veränderte Professor Cole, agiert übrigens Leonard Nimoy (in den Stabsangaben als Leonard Nemoy geführt). Seine Rolle ist klein. Er hat gerade mal etwa zwei Minuten Screentime, wobei er Dank des Make-ups, des Nebels und des Rauschebarts auch nicht zu erkennen ist. Seine Stimme ist jedoch unverkennbar. Amüsant ist Nimoys Mitwirken in diesem Film vor allem, weil er knapp 20 Jahre später mit Philip Kaufmans INVASION OF THE BODY SNATCHERS (DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN) in einem ähnlichen SF-Stoff mit dabei war.

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Als der Film in die Kinos kam, erwartete Corman eine unangenehme Überraschung. Der Schriftsteller Robert A. Heinlein wollte eine Klage über 150.000 Dollar wegen des geistigen Diebstahls seiner Geschichte THE PUPPET MASTERS (DIE MARIONETTENSPIELER) anstrengen. Corman erinnert sich:

“Sie haben die Story gestohlen. Daran besteht kein Zweifel. Bruno brachte mir das Skript und ich mochte es, weswegen ich Geld für die Produktion zur Verfügung stellte. Und dann kam der Brief von Heinleins Anwalt. Ich rief Bruno an, der mir sagte, dass das alles Schwachsinn sei. Also ließ ich meine Sekretärin eine Ausgabe von THE PUPPET MASTERS besorgen und las den Roman. Heinlein ist einer der bekanntesten und renommiertesten SF-Schriftsteller der Welt. Und Ve Sota und Nelson leugneten, dass sie die Story gestohlen hatten. Sie haben ein paar Elemente verändert, aber es ist ziemlich klar, dass sie Heinleins Geschichte als Grundmuster benutzt haben. Ich hatte also ein Meeting mit Heinlein und seinem Anwalt und erklärte ihnen, was passiert war. Ich sagte, dass wir vor Gericht wahrscheinlich beweisen könnten, dass genügend geändert worden sei, aber dass ich wisse, dass die Story gestohlen ist. Wir einigten uns also auf eine Zahlung von 5.000 Dollar, weil es sich bei THE BRAIN EATERS um einen Low-Budget-Film handelte. Heinlein war ein guter Mann. Wir sprachen dann sogar darüber, mal gemeinsam einen Film zu machen. Er hatte einen Roman geschrieben, der mich interessierte, aber die Verfilmung desselbigen war letzten Endes für mich zu teuer.”

So ist THE BRAIN EATERS die erste (inoffizielle) Verfilmung von Heinleins Roman – und überdies um Welten unterhaltsamer als THE PUPPET MASTERS, der in den 90er Jahren mit Donald Sutherland verwirklicht worden ist.

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Auch aufgrund der Laufzeit kommt hier kein Leerlauf zustande. Man merkt allerdings auch, dass der Film einerseits ein recht löchriges Skript hatte, andererseits der Regissseur alles andere als ein Profi war. Da viele Szenen völlig zusammenhanglos aneinandergereiht sind, war es darum auch nötig, einen Voice Over der Hauptfigur zu benutzen, der dem Zuschauer erklärt, was gerade vor sich geht.

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Die Schauspieler sind für einen Low-Budget-Film, der innerhalb von sechs Tagen abgedreht wurde, passabel, d.h. sie sind schlecht, aber gut schlecht, lustig schlecht, eben passend für einen filmischen Krampf wie diesen. Die Parasitenmonster, die Nelson selbst hergestellt hatte, gehen auch in Ordnung, was aber hauptsächlich daran liegt, dass sie zumeist im Nebel gezeigt werden, man die Unzulänglichkeiten also nicht ganz so gut sehen kann. Eines ist klar: THE BRAIN EATERS ist nach keinen Standards gut, aber als etwas doofer Sci-Fi-Streifen der 50er Jahre kann er zumindest Leuten, die ein Faible für Trash haben, eine vergnügliche Stunde bereiten.

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Der Film erschien in England als Teil der THE ARKOFF FILM LIBRARY auf DVD und verfügt auch über deutsche und holländische Untertitel. An Bonus gibt es ein Audiointerview mit Sam Arkoff und die Trailer zu den zehn Filmen der Reihe, die da wären: THE SHE-CREATURE, WAR OF THE COLOSSAL BEAST, BLOOD OF DRACULA, HOW TO MAKE A MONSTER, REFORM SCHOOL GIRL, THE SPIDER, THE UNDEAD, VOODOO WOMAN, DAY THE WORLD ENDED und natürlich THE BRAIN EATERS.

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3 Antworten auf Die Marionettenspieler: The Brain Eaters

  1. t.hohmann sagt:

    So, bin wieder da.

  2. Pete sagt:

    wurd auch zeit. alles in ordnung?

  3. t.hohmann sagt:

    so halbwegs, schreibe dir da morgen mal was in einer mail. muss mih hier erst einmal durchwühlen. ;)

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