Ich habe schon einmal ein bisschen über Filmromane geschrieben. Ich möchte heute einen herauspicken: Curtis Richards’ HALLOWEEN. Der Roman erschien 1979 bei Bantam Books in den USA und 1985 bei Heyne in deutscher Übersetzung. Er hält sich sehr geradlinig an die Vorlage von John Carpenter. Aber er schmückt sie auch aus.
Der Roman beginnt mit einem Prolog, der in Nordirland vor gut 2.000 Jahren stattfindet. Am Vorabend des Samhain-Fests bittet der verkrüppelte Enda den Stammeshäuptling um die Hand seiner Tochter Deirdre. Der Häuptling verlacht ihn, weswegen Enda plant, Deirdre selbst seine Liebe zu gestehen. Doch diese ist von der grotesken Gestalt des Jünglings angewidert. Enda wird zum Gespött des Stamms. Und seine Seele erstirbt, wird ergriffen vom Fluch des Samhain, der nach Blut giert. Als alle um das Feuer tanzen, stürzt sich Enda auf Deirdre und ihren Freund und tötet beide, nur um daraufhin selbst gerichtet zu werden. Und seine Seele wird verflucht.
Sollte man meinen, die eigentliche Handlung des Romans würde mit dem Mord an Judith Meyers beginnen, so irrt man sich. Denn es gibt noch ein Kapitel, das dem zuvorkommt. Edith Myers besucht mit ihrem Sohn Michael seine Großmutter, die beginnt, vom wahren Halloween und den Schrecken des Schwarzen Mannes zu berichten. Edith ist das unangenehm, da sie glaubt, dass es Michaels Probleme noch verschlimmert. Da wird ihre Mutter hellhörig und Edith berichtet, dass Michael wieder mit Bettnässen begonnen hat, sich mit anderen Kindern prügelt und Stimmen hört, die ihn beschwören, den Menschen um ihn herum zu sagen, dass er sie hasst.
Im weiteren Verlauf des Romans erzählt Ediths Mutter ihr von ihrem Großvater, bei dem es zum Ende des 19. Jahrhunderts genauso begonnen hatte. Auch er hörte Stimmen. Und in einer Halloween-Nacht ermordete er ein junges, tanzendes Pärhen bei einer Veranstaltung. Für dieses Verbrechen wurde er später gehenkt.
Dann kommt der Beginn der eigentlichen Geschichte mit dem Mord an Judith Meyers und ihrem Freund. Vor Gericht wird die Familiengeschichte nicht weiter betrachtet, aber Edith Meyers ist sicher, dass der Fluch zurückgekehrt ist und verlässt mit ihrem Mann Haddonfield.
Interessant ist an diesen Passagen, dass ein Hintergrund für die Taten von Michael Meyers erschaffen wird. Gerade der Prolog fügt sich dabei auch sehr gut in den erst Jahre später entstandenen sechsten Teil der Filmserie ein. Darüber hinaus ist der Roman für Fans interessant, weil er in Michaels Kopf eindringt. Seine Gedanken werden offenbar. Und sie drehen sich fast ausschließlich um das Erlegen seiner Beute, wobei sexueller Druck ebenfalls impliziert wird. Dass man Michael als kleines Kind auch redend erlebt, verleiht dem Ganzen weitere Dimension.
Ob man es nun mag, dass Richards einen Erklärungsversuch für das Böse in Menschengestalt unternimmt, ist sicherlich Geschmackssache. Gerade bei einem Filmroman ist es aber gerne gesehen, da die Grundstory des Films bekannt ist und diese neuen Elemente das Ganze darum deutlich bereichern.
Farrands hat in einem Interview zu Teil sechs den von dir angesprochenen Roman als Inspirationsquelle genannt, von daher passt das.
Ich hätte Geld drauf gewettet, dass du den Beitrag kommentierst
. Falls du das buch nicht kennst, bei amazon im marketplace wird das fürn appel und n ei angeboten.
Ich weiß nicht, was du mit dem ersten Satz sagen willst.
Nach dem Buch werde ich in der Tat mal schauen. Als Ergänzung gar nicht mal verkehrt. Zudem ist die Fortführung von 5/6 mir immer noch lieber als das das, was Zombie da im Remake verbrochen hat.
ich hätte auch lieber ein sequel zu Teil 6 gesehen. ich mochte den gern, vor allem im Producer’s Cut.
Hab´s jetzt bei ebay noch günstiger bekommen. mal sehen, wann ich dazu komme. Aber was ich habe, das habe ich. Mal bei Beine auf die Seite geschaut? Hattest du da was an MPW weitergegeben?
Nö, hab ich nicht. In der Regel spar ich’s mir, dessen Phantastereien anzukucken.