Archiv für Oktober, 2009

Im Wald, da hausen die Mörder: The Forest

Ja, ja, manche Filme sind zurecht im Orkus der Filmgeschichte gelandet. Wer also noch nie was von THE FOREST gehört hat, der hat im Leben nichts verpasst.

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Die Story: Der Wald – erholsam und gesund für den Wanderer, Pilzesammler und Camper, aber auch unheimlich, nervenzerfetzend und absolut tödlich für den Unvorsichtigen. Das müssen zwei Frauen und zwei Männer feststellen, die im Wald campen wollen: Für zwei von ihnen auch die letzte Chance, sich noch einmal zusammenzuraufen oder scheiden zu lassen. Doch dort angekommen, stellen sie relativ schnell fest, dass ein geisteskranker Killer sein Unwesen treibt, der den Tod seiner zwei Kinder nicht verarbeiten kann. Er ist auf der Jagd und hungrig auf blutiges Fleisch. Wird es ihnen gelingen zu entkommen?

Dem Pärchen mit den Eheproblemen natürlich schon. Ein Spoiler, fürwahr, aber der erspart einem Jeden gut 80 Minuten Lebenszeit, die dieser Film ebenso wie sein kannibalischer Akteur auffrisst. Mit der Kaffeekasse und ein paar Möchtegernschauspielern wird hier im Wald herumgealbert. Spannung ist etwas, das in der Welt von THE FOREST nicht existiert. Effekte übrigens auch nicht, denn der Film ist als Slasher- oder Backwoods-Streifen sehr zahm geraten.

Es gibt nur ein zwei Dinge, die während des Schauens amüsieren.

1. Die unglaublich unpassende Musik, die von Stummfilmtunes wie man sie bei den KEYSTONE COPS erwartet bis hin zu ganz fieser Disco-Mucke reicht und so oder so im Wald rein gar nichts zu suchen hat.

2. Dass einer der beiden Männer, die bei dem Irren in der Höhle zu Besuch sind, erst andeutet, der könnte ja ein Mörder sein, nur um sich danach gleich seelenruhig schlafen zu legen.

Und die Moral von der Geschichte: Wer Eheprobleme hat, löst diese am Besten, wenn er mit irren Hinterwäldlern um sein Leben kämpft.

The Shape hat viele Gesichter

In fast jedem Teil von HALLOWEEN wurde Michael Myers von einem anderen Schauspieler oder Stuntman dargestellt. Auf Grund leichter Veränderungen an der Maske erkannte man dies auch sehr leicht, selbst wenn man nicht auf die mitunter sehr unterschiedliche Art, wie sich die verschiedenen Versionen des Schwarzen Manns bewegten, achtete.

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Für das Original verpflichtete John Carpenter seinen Freund Nick Castle, der eigentlich nur am Set herumhängen und von Carpenter lernen wollte. Da konnte er sich nach Carpenters Meinung auch gleich nützlich machen und als der Killer agieren. Für diese Rolle erschien ihm Castle ideal, da er dessen Art zu gehen sehr mochte. Gemeinsam entwickelte man auch Michael Myers ganz besondere Art, sich seine Opfer anzusehen. In der Szene, als Michael einen jungen Mann in der Küche tötet, verharrt er einen Moment vor der Leiche und neigt den Kopf leicht zur Seite, geradeso als würde er sein Werk noch einmal eingehend mustern. Neben Castle kamen im Original noch ein Stuntman und ein anderer Schauspieler, der Michael in der kurzen Szene, in der man ihn am Schluss ohne Maske spielt, zum Einsatz.

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In der Fortsetzung schlüpfte der Stuntman Dick Warlock unter die Maske des Michael Myers. Warlock hatte bei diesem Film gleich eine Doppelanstellung, da er auch als Stunt Koordinator arbeitete. Rein physisch gesehen war Warlock ein sehr viel bulligerer Michael, musste jedoch Schuhe mit Plateausohlen tragen, da er ein wenig zu klein war.

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Im dritten Teil kam kein Michael vor, aber beim vierten Film besann man sich wieder auf die Urgeschichte und brachte den Schwarzen Mann zurück. Dick Warlock hätte Michael gerne noch einmal gespielt, wurde aber gar nicht erst für die Rolle in Betracht gezogen. Stattdessen engagierte man den Stuntman George Wilbur, der mit Horrorfilmen eigentlich nicht sehr viel anfangen kann. Er machte sich auch Sorgen, wie die gemeinsamen Szenen mit der gerade mal 12-jährigen Danielle Harris ihr bekommen würden, weswegen er mit dem Mädchen immer scherzte und lachte, um ihr so zu zeigen, dass alles, was im Dreh danach kommen sollte, nicht mehr als pure Illusion war. Mit seiner Arbeit war Wilbur, dessen Tochter, ein HALLOWEEN-Fan, ihn auch dazu drängte, den Job anzunehmen, sehr zufrieden. Gerne hätte er beim nächsten Teil die Maske wieder aufgezogen, aber im fünften Fiml wählte man einen neuen Darsteller für den gesichtslosen Killer.

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Don Shanks war einigermaßen bekannt als Indianer Nakoma aus der Serie DER MANN IN DEN BERGEN und sah in Michael weit mehr als nur den tumben Killer. Dabei hatte er durchaus recht, da der fünfte Film einen etwas gefühlvolleren Michael präsentierte, der sogar für einen kurzen Moment weinen durfte bevor er sein hässliches Werk wiederaufnahm. Beim sechsten Film erinnerte man sich an George Wilbur, dessen Darstellung den Fans im vierten Teil der Serie gut gefallen hatte, weswegen er der einzige Shape-Darsteller ist, die die Figur mehr als einmal spielte.

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Für HALLOWEEN H20 wurde schließlich der Stuntman Chris Durand verpflichtet, der für zahlreiche Filme und Serien, darunter auch ANGEL, gearbeitet hatte. Zusammen mit einem Facelifting der Maske, die nun jünger wirkte, war Michael ein neugeborener Killer, der sich in Ansätzen durchaus von seinen Vorgängern unterschied.

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In HALLOWEEN: RESURRECTION schlüpfte Brad Loree unter die Maske von Michael Myers. Loree verdient sein Geld hauptsächlich  als Stuntman.

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Der bislang letzte, der Michael Myers in Rob Zombies Remake HALLOWEEN verkörperte, ist Schauspieler und Ex-Wrestler Tyler Mane, der durch X-MEN bekannt wurde und auch in Hits wie TROJA mitspielte. Als Michael ist er enorm bullig, darf aber etwas tun, was seinen Vorgängern praktisch so gut wie verwehrt geblieben ist: sein Gesicht zeigen. Ob nach dem schlechten Abschneiden des zweiten Zombie-Films auch eine Umbesetzung von Michael Myers für den dritten in 3-D anvisierten Film stattfindet, ist noch unklar. Die Legion der Shapes wird sich über kurz oder lang aber sicher noch erweitern…

Samhain

Halloween, abgeleitet von „All Hallow’s Eve“, Allerheiligen, entstammt der keltischen Kultur. Die Kelten, beheimatet im heutigen Großbritannien, waren mitunter ihrer Zeit weit voraus, verstanden sie es doch schon, ergiebige Sternkunden auszuführen. Darüber hinaus waren grausame Traditionen, die oftmals mit Menschenopfer einhergingen, bei den Kelten Gang und Gebe. Ein schreckliches Beispiel ist der Menschenturm, hölzerne Riesenfiguren, in denen Menschen gefangen waren. Diese wurden angezündet und aus der Art, wie die Menschen verbrannten, glaubten die Druiden Omen der Zukunft vorhersehen zu können.

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Das Halloween-Fest beendete zu jener Zeit den keltischen Sommer, der am 31. Oktober sein Ende fand. Daraufhin kam Samhain, das keltische Neujahr.

Da die Kelten glaubten, dass sich an diesem Tag Geister und Dämonen aus der Unterwelt befreien und auf Erden wandeln würden, immer auf der Suche nach Lebenden, deren Körper sie in Besitz nehmen können, ging man dazu über, Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Die Menschen verkleideten sich als schreckliche Gestalten, um so das Böse zu täuschen und es abzuwenden. Der Brauch von Halloween wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von auswandernden Iren nach Amerika gebracht, wo er sich langsam zum heutigen Bild veränderte.

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Das „Trick or Treat“ – die Jagd nach den Süßigkeiten – wiederum stammte nicht aus der keltischen Kultur, sondern war im Christentum des Mittelalters verwurzelt. An Allerseelen zogen die Christen seinerzeit los und gingen von Tür zu Tür, um um Gaben zu bitten. Erhielten sie diese, nahmen sie den wohltätigen Spender in ihre Gebete auf.

Die Rehabilitation von Michael Myers

Ein genialer Kurzfilm von Corky Quakenbush (“MadTV”), in dem Knetfiguren zeigen, wie HALLOWEEN 7.5 aussehen könnte.  Und ja, es gibt Hoffnung für Michael Myers…

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Horror für den 31. Oktober: Trick ‘r Treat

Michael Doughertys TRICK ‘R TREAT hat eine ziemlich üble Distributionsgeschichte hinter sich. Eigentlich sollte Warner den Film schon im Oktober 2007 pünktlich zu Halloween in die US-Kinos bringen, doch er wurde verschoben – und das ohne Termin – bis er kürzlich in den USA, aber auch hier zu Lande nur auf DVD erschienen ist. Man munkelt, die stiefmütterliche Behandlung sei auch zustande gekommen, weil Dougherty den unter den Erwartungen bleibenden SUPERMAN RETURNS geschrieben hat und dessen Regisseur Bryan Singer auch gleich TRICK ‘R TREAT produzierte. Sei dem, wie dem sei. Der Film ist da. Und das ist gut so.

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Die Story: Vier Geschichten, die sich zu Halloween ereignen, stehen auf unheimliche Weise miteinander in Verbindung. Eine Gruppe von Kindern spielt einem Mädchen einen Streich, der dramatisch endet. Der Schuldirektor ist ein Serienkiller, der eine ganz eigene Vorstellung von einem Kürbiskopf hat. Eine junge Frau schreckt vor ihrem ersten Mal zurück, möchte sich aber in dieser Halloween-Nacht ein Herz fassen. Und einen alten Mann holt die Vergangenheit wieder ein.

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Im Grunde ist TRICK ‘R TREAT ein Episodenfilm in der Tradition der Omnibus-Streifen des britischen Studios Amicus oder auch neueren Produktionen wie CREEPSHOW. Anders als diese erzählt er aber nicht stur eine Reihe von Geschichten und packt rundherum eine Rahmenhandlung. Es ist vielmehr so, dass die Geschichten in gewisser Weise parallel verlaufen, indem Figuren der einen Geschichte in der anderen auftauchen und die Erzählung der Geschichten von Plot A nach B nach C und wieder zurück wechselt. Das ist ein cleveres Unterfangen, das den Film in sich deutlich stimmiger erscheinen lässt, als dies bei Episodenfilmen in der Regel der Fall ist.

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Zwar opfert Dougherty gerne mal die Logik, um eine Pointe unterzubringen (der Bursche, den der Direktor verscharrt, lebt noch, während sich der Kopf des Opfers längst im Haus befindet, da Dylan Bakers Figur immerhin den Sohnemann losschickt, um schon mal mit dem “Kürbiskopfschnitzen” zu beginnen), aber die Geschichten sind hübsch anzusehen. Genre-Fans können zwar bei den meisten Episoden die Pointe erahnen, aber das macht der Film durch mächtig Atmosphäre wett.

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Am schönsten ist die Geschichte mit Anna Paquin, deren Figur sich als Rotkäppchen verkleidet. Angesichts der Enthüllung, was es mit ihrer “Entjungferung” wirklich auf sich hat, gerät die Geschichte sehr doppelbödig – und das nicht nur in Hinblick auf Rotkäppchen und den Wolf bzw. die vertauschten Rollen, sondern auch und gerade in Bezug auf das Grimmsche Märchen, dessen Subtext so interpretiert werden kann, dass die Geschichte eine Warnung davor ist, die Unschuld zu verlieren, wobei der rote Umhang für die erste Menstruation steht. Und gerade durch diese weitere Ebene gewinnt die Geschichte im Film ungemein.

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Die übrigen Geschichten, in denen u.a. Tamoh Penikett (Helo aus BATTLESTAR GALACTICA) und Brian Cox (der erste Hannibal Lecter in MANHUNTER) mitwirken, erzählen aber auf ebenfalls hohem Niveau. Mit einer Laufzeit von knapp 80 Minuten ist TRICK ‘R TREAT sehr knackig ausgefallen. Ein Film, der auf Splatter verzichtet, aber dafür viel Atmosphäre ausstrahlt und angemessen düster-schöne Bilder einfängt.

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Halloween

Kinder, es wird Zeit, die Masken aufzusetzen.

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Martys Top 11

Martin Scorsese hat sich hingesetzt und klärt auf, was für ihn die 11 gruseligsten Horrorfilme sind.

Das findet man hier: http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-10-28/martin-scorseses-top-11-horror-films-of-all-time/full/

Über seine Auswahl kann man vortrefflich streiten. Und das umso mehr, da seine Liste außergewöhnlich stark von Geister- und Spukhaus-Filmen dominiert wird. Einige der von ihm genannten Streifen sind m.E. auch schwer überschätzt, so etwa Stanley Kubricks THE SHINING oder THE ENTITY mit Barbara Hershey.

It will scare the living Yell out of you: How to make a Monster

Einer der faszinierendsten Filme von AIP war HOW TO MAKE A MONSTER, der 1958 produziert wurde. Was den Film auch heute noch zum großen Spaß macht, ist die Tatsache, dass hier Realität und Fiktion eine Ehe eingehen. Denn es geht um Hollywood, um B-Pictures und – natürlich – den Monstermacher.

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Die Story: Pete Drummond war über 25 Jahre lang als Maskenbildner in einem Hollywood-Studio beschäftigt. Als das Studio verkauft wird, wird Pete nur schroff darauf hingewiesen, dass weder er noch seine Monster-Kreaturen – vor allem der Teenage Werewolf und der Teenage Frankenstein – gebraucht werden. Voller Zorn und Demütigung rächt sich Pete, inden er einige Schauspieler hypnotisiert und sie glauben lässt, sie seien echte Monster.

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Der Film besitzt einige amüsante In-Jokes. Der Regisseur von “Werewolf meets Frankenstein”, der Film im Film, erinnert nicht von ungefähr an Schnellfilmer Edward Cahn, als er beim Dreh des großen Finales seinen beiden Monster-Stars sagt, dass es ein komplizierter Dreh ist, aber mit nur einem einzigen Take unter Dach und Fach gebracht werden muss. Ebenso ist es American International Studios, das den Film produziert. Und natürlich scheute das echte Studio AIP auch nicht davor zurück, die Universal-Routine der 40er Jahre zu imitieren und die eigenen Horrorstars in einem Film zusammenzubringen. So sind der Werwolf und Frankenstein Flüchtlinge von I WAS A TEENAGE WEREWOLF und I WAS A TEENAGE FRANKENSTEIN, zwei AIP-Hits, die hier auf vielleicht alberne, aber letzten Endes überzeugende Art und Weise fortgesetzt werden. Das funktioniert umso besser, da man mit Gary Conway auch den originalen Teenage Werewolf an Bord hatte. Nur Michael Landon, der zuvor den Teenage Werewolf gespielt hatte, stand nicht mehr zur Verfügung. An seine Stelle tritt Gary Clarke.

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Die Figur Pete Drummond ist an Jack Pierce angelegt, der in den 30er und 40er Jahren für Universal die Monster-Make-ups gestaltet und dabei solch ikonographische Designs wie das des Frankenstein-Monsters erschaffen hat. Ebenso wie der fiktive Drummond musste Pierce erleben, dass seine Dienste am Ende von Universals Monster-Zyklus nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gefragt waren. Und so fristete er die letzten Jahre seiner Karriere beim B-Film und im Fernsehen.

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HOW TO MAKE A MONSTER ist auch eine kleine Ehrerweisung vor Paul Blaisdell, seines Zeichens ein Monstermacher, der wenig später ein ähnliches Schicksal wie Drummond erlebte. Hier jedoch hatte er die Gelegenheit, einige seiner Kreaturen, die in anderen Filmen eingesetzt worden sind, in Drummonds Studio unterzubringen.

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Der Film wurde mit der Tagline “See the Ghastly Ghouls in Flaming Color!” beworben, ist aber schwarzweiß. Allerdings nicht komplett, denn die letzten beiden Reels des Films wechseln dann zur Farbe. Dies war ein Gimmick, das auch andere B-Movies gelegentlich eingesetzt haben, aber kein anderer Film hat dabei derartig viel Material in Farbe präsentiert.

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Wie bei anderen AIP-Produktionen gab es auch von diesem im Jahr 2001 ein Remake, das dem Original aber nicht das Wasser reichen kann. Denn Charme hat nur der Film aus dem Jahr 1958. Und auch heute, mehr als 50 Jahre später, funktioniert der Film noch immer bestens. Er ist sehr ungewöhnlich für 50er-Phantastik, da es hier weder übernatürliche Elemente noch echte Monster gibt. Im Grunde ist HOW TO MAKE A MONSTER ein Krimi, gepaart mit dem Drama der Geschichte eines Mannes, dessen Lebenswerk in die Brüche geht. Der Streifen ist clever und hebt sich wohltuend von anderer Genre-Ware der 50er Jahre ab. Der Film ist nicht unbedingt besonders spannend – und schon gar nicht atmosphärisch -, aber er überzeugt durch eine gut durchdachte Geschichte, gepaart mit guten Darstellungen. Man weiß es nicht sicher, aber ich persönlich vermute, dass die Macher sowie die Schauspieler besonderen Spaß an diesem Film hatten, durften sie doch den Produzenten, die ihr Schicksal in der Regel in Händen halten, mit den Mitteln Hollywoods den Garaus machen…

 

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Ich hab Dr. Loomis Worte in den Mund gelegt

Ich hab früher gelegentlich Comics übersetzt. Das kam zustande, weil ich für das Fachmagazin HIT-COMICS tätig war und darüber erfuhr, dass man bei MG Publishing – das war der Verlagsarm des mittlerweile in die Binsen gegangenen Vertriebs Modern Graphics – nach einem Übersetzer suchte. Eins führte zum anderen und so saß ich im Frühjahr 2000 an der Übersetzung des 600-Seiten-Mangas DRAKUUN, der mitten in der Handlung abbricht, weil der japanische Autor keinen Bock hatte, die Story abzuschließen. Damals wurden Mangas noch häufig aus dem Englischen übersetzt. Keine optimale Ausgangslage, aber es dauerte, bis die Verlage genügend Japanisch-Übersetzer hatten, um die Flut an Mangas bewältigen zu können.

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Nach diesem ersten Auftrag kamen immer wieder andere daher. Mit dem damaligen Redakteur Frank Tuppi konnte ich auch ganz gut. Man laberte – auch und gerade auf Messen – über Gott und die Welt. Das hat Spaß gemacht. Das war zu einer Zeit, als ich in der Comic-Szene noch recht aktiv war und Messen wie Erlangen so etwas wie große Familientreffen waren, bei denen man all die Leute wiedersah, mit denen man ansonsten nur per Mail oder Telefon verkehrte. Ein paar Jahre später zog ich mich aus persönlichen Gründen stark aus der Szene zurück. Ich hab damals aber verschiedene MG-Titel wie RESIDENT EVIL, WWF COMIX und ALIENS VS. PREDATOR übersetzt, wahre Passion konnte ich jedoch in HALLOWEEN einfließen lassen.

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Im Jahr 2000 hatte der amerikanische Verlag Chaos Comics – mittlerweile ebenfalls mit dem Bauch nach oben schwimmend – einen ersten One-Shot produziert, der vom renommierten Autor Philip Nutman geschrieben worden ist. Das Teil war damals derart neu, dass es praktisch zeitgleich in den USA und Deutschland erschien. Darum konnte ich auch nicht mit dem fertigen Comic arbeiten, sondern hatte für die Übersetzung nur das Skript vorliegen. Das war insofern faszinierend, weil sich daran sehr schön sehen ließ, wie Nutman Comic-Seiten beschreibt.

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Das Interessante an diesem ersten Heft war, dass der sechste Film fortgesetzt wurde und man zugleich einen Rückblick erhielt, nämlich auf die Zeit, in der Dr. Loomis mit dem jungen Michael Myers gearbeitet hat. Sehr schön war auch, dass die ersten Seiten den Mord an Judith Meyers noch einmal erzählen. Ich habe mich damals bemüht, die exakten Dialoge des Films zu übernehmen, da dies auch Nutman getan hatte. Allerdings war eine Sprechblase derart klein, dass ich hier zu einer Verkürzung greifen musste.

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Dieses erste Heft erschien sowohl im normalen Comic-Format mit 32 Seiten als auch als großformatiges MOVIE MANIAX-Special mit doppeltem Umfang, wobei die zweite Hälfte des Heftes mit Artikeln rund um die Filmserie bestritten wurde. Die unter dem Signet “Chaos Special” geführte Serie debütierte – sehr passend – im Oktober 2000. Das zweite und dritte Heft folgten bis zum Dezember 2001, danach war Schluss. Das lag hauptsächlich daran, dass der US-Verlag unterging. Und das war schade, denn man hatte dort geplant, nicht nur weitere HALLOWEEN-Comics zu produzieren, sondern sich auch anderer Horrorserien wie FREITAG, DER 13. anzunehmen.

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Seit jener Zeit hat sich auch der deutsche Comic-Markt stark gewandelt. Einige Verlage sind eingegangen, andere haben praktisch im Verlauf der Turbulenzen Monopolstellung in verschiedenen Marktsegmenten erreicht. Die einstmals so beliebten Hefte gibt es fast gar nicht mehr. Sie sind Tradepaperbacks gewichen. Amüsanterweise ist der Ausstoss an Material heute aber wohl sogar umfang- und abwechslungsreicher, als er es in der Goldgräberzeit um die Jahrtausendwende herum gewesen ist.

Die Marionettenspieler: The Brain Eaters

THE BRAIN EATERS wurde 1958 von AIP in die Kinos gebracht. Der 61 Minuten lange Film war eine inoffizielle Produktion von Roger Corman. Der hatte das Budget von 26.000 Dollar aufgebracht, das Schauspieler Edwin Nelson als Produzent brauchte, um den Film unter Dach und Fach bringen zu können. Corman mochte das Skript und unterstützte die Produktion. Für die Regie holte Nelson seinen Kumpel Bruno Ve Sota, für den dies die zweite Regiearbeit war. Denn in erster Linie war auch er ein Schauspieler und später in einigen Corman-Filmen wie THE WASP WOMAN zu sehen.

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Die Story: In Riverdale, Illinois, wird eine große vermutlich außerirdische Struktur gefunden, die aus der Erde herausragt. Senator Walter Powers und Wissenschaftler Dr. Paul Kettering untersuchen das Gebilde und müssen schon bald feststellen, dass aus diesem kleine haarige Parasiten kommen, die sich am Genick ihrer Opfer festsaugen und Menschen so willenlos werden lassen. Diese uralten Wesen aus der Frühzeit der Erde wollen sich den Planeten nun Untertan machen.

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Als Anführer der Wesen, der veränderte Professor Cole, agiert übrigens Leonard Nimoy (in den Stabsangaben als Leonard Nemoy geführt). Seine Rolle ist klein. Er hat gerade mal etwa zwei Minuten Screentime, wobei er Dank des Make-ups, des Nebels und des Rauschebarts auch nicht zu erkennen ist. Seine Stimme ist jedoch unverkennbar. Amüsant ist Nimoys Mitwirken in diesem Film vor allem, weil er knapp 20 Jahre später mit Philip Kaufmans INVASION OF THE BODY SNATCHERS (DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN) in einem ähnlichen SF-Stoff mit dabei war.

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Als der Film in die Kinos kam, erwartete Corman eine unangenehme Überraschung. Der Schriftsteller Robert A. Heinlein wollte eine Klage über 150.000 Dollar wegen des geistigen Diebstahls seiner Geschichte THE PUPPET MASTERS (DIE MARIONETTENSPIELER) anstrengen. Corman erinnert sich:

“Sie haben die Story gestohlen. Daran besteht kein Zweifel. Bruno brachte mir das Skript und ich mochte es, weswegen ich Geld für die Produktion zur Verfügung stellte. Und dann kam der Brief von Heinleins Anwalt. Ich rief Bruno an, der mir sagte, dass das alles Schwachsinn sei. Also ließ ich meine Sekretärin eine Ausgabe von THE PUPPET MASTERS besorgen und las den Roman. Heinlein ist einer der bekanntesten und renommiertesten SF-Schriftsteller der Welt. Und Ve Sota und Nelson leugneten, dass sie die Story gestohlen hatten. Sie haben ein paar Elemente verändert, aber es ist ziemlich klar, dass sie Heinleins Geschichte als Grundmuster benutzt haben. Ich hatte also ein Meeting mit Heinlein und seinem Anwalt und erklärte ihnen, was passiert war. Ich sagte, dass wir vor Gericht wahrscheinlich beweisen könnten, dass genügend geändert worden sei, aber dass ich wisse, dass die Story gestohlen ist. Wir einigten uns also auf eine Zahlung von 5.000 Dollar, weil es sich bei THE BRAIN EATERS um einen Low-Budget-Film handelte. Heinlein war ein guter Mann. Wir sprachen dann sogar darüber, mal gemeinsam einen Film zu machen. Er hatte einen Roman geschrieben, der mich interessierte, aber die Verfilmung desselbigen war letzten Endes für mich zu teuer.”

So ist THE BRAIN EATERS die erste (inoffizielle) Verfilmung von Heinleins Roman – und überdies um Welten unterhaltsamer als THE PUPPET MASTERS, der in den 90er Jahren mit Donald Sutherland verwirklicht worden ist.

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Auch aufgrund der Laufzeit kommt hier kein Leerlauf zustande. Man merkt allerdings auch, dass der Film einerseits ein recht löchriges Skript hatte, andererseits der Regissseur alles andere als ein Profi war. Da viele Szenen völlig zusammenhanglos aneinandergereiht sind, war es darum auch nötig, einen Voice Over der Hauptfigur zu benutzen, der dem Zuschauer erklärt, was gerade vor sich geht.

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Die Schauspieler sind für einen Low-Budget-Film, der innerhalb von sechs Tagen abgedreht wurde, passabel, d.h. sie sind schlecht, aber gut schlecht, lustig schlecht, eben passend für einen filmischen Krampf wie diesen. Die Parasitenmonster, die Nelson selbst hergestellt hatte, gehen auch in Ordnung, was aber hauptsächlich daran liegt, dass sie zumeist im Nebel gezeigt werden, man die Unzulänglichkeiten also nicht ganz so gut sehen kann. Eines ist klar: THE BRAIN EATERS ist nach keinen Standards gut, aber als etwas doofer Sci-Fi-Streifen der 50er Jahre kann er zumindest Leuten, die ein Faible für Trash haben, eine vergnügliche Stunde bereiten.

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Der Film erschien in England als Teil der THE ARKOFF FILM LIBRARY auf DVD und verfügt auch über deutsche und holländische Untertitel. An Bonus gibt es ein Audiointerview mit Sam Arkoff und die Trailer zu den zehn Filmen der Reihe, die da wären: THE SHE-CREATURE, WAR OF THE COLOSSAL BEAST, BLOOD OF DRACULA, HOW TO MAKE A MONSTER, REFORM SCHOOL GIRL, THE SPIDER, THE UNDEAD, VOODOO WOMAN, DAY THE WORLD ENDED und natürlich THE BRAIN EATERS.

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