
Während die Filme des traditionsreichen Studios Hammer Films doch sehr bekannt sind, ist dieser kleine Fernsehpilotfilm, der nur eine knappe halbe Stunde geht und eine eigene Frankenstein-Serie einleiten sollte, doch eher unbekannt. Und das gilt natürlich auch für deutsche Gefilde, wurde der Film doch nie synchronisiert. Diese Folge trägt den Titel „The Face in the Tombstone Mirror“.

Es gibt TALES OF FRANKENSTEIN sowohl als relativ teure DVD von Image, als auch von Alpha Video, einem Label, das hauptsächlich Public-Domain-Titel vertreibt. Das Ergebnis ist durchaus ansehnlich. An Extras gibt es nichts (wenn man von dem Public-Domain-Film THE TERROR mit Boris Karloff und Jack Nicholson absieht), doch das ist angesichts dieser Rarität auch gar nicht nötig.

Der von Curt Siodmak inszenierte Film erzählt flott die Geschichte von Baron Frankenstein, der sein Monster erschafft, als sich ihm endlich das richtige Rohmaterial bietet – ein todkranker Mann, der um seine Hilfe bittet, um wieder leben zu können. Natürlich verläuft die Handlung sehr schnell und ist besonders auch für heutige Sehverhältnisse doch etwas albern, aber interessant ist dieses Relikt einer anderen Zeit ohne Frage, denn hier vermischen sich die gängigen Frankenstein-Elemente von Universal und Hammer, so dass so etwas wie der Missing Link zwischen den Werken beider Firmen entsteht. Da passt es auch, dass am Anfang Stock-Footage aus DRACULA (1931) zu sehen ist.

Der Baron wird von Anton Diffring in einem seiner wenigen Hammer-Einsätze gespielt. Die übrige Besetzung ist weitestgehend unbekannt. Storylines für die weiteren Episode der Serie standen bereits. Doch dann wurde das Projekt gestoppt. TALES OF FRANKENSTEIN war über Jahrzehnte ein Kurzfilm, von dem man zwar immer wieder mal hörte und ein paar Bilder in Berichten sah, der Film war jedoch lange Zeit kaum aufzutreiben. Das DVD-Zeitalter hat dies geändert.
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