Der rote Blitz

Auf eine hiesige DVD-Veröffentlichung der Superheldenserie THE FLASH – DER ROTE BLITZ wartet man hier zu Lande seit Jahren vergeblich. In den USA, Großbritannien und anderen Märkten gibt es das DVD-Set mit der ersten und einzigen Season längst. Erfreulicherweise gibt es dieses auch in Australien, wo Warner die Box inklusive der deutschen Synchronisation auf den Markt gebracht hat. Über einschlägige Shops ist dieses Set erhältlich, kann aber auch bequem über den Amazon Marketplace erworben werden.

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Auf vier doppelseitigen DVDs sind alle 22 Folgen der Serie enthalten. Extras gibt es keine, aber die Bild- und Tonqualität kann sich sehen lassen. Für eine fast 20 Jahre alte Serie werden gute Farben und eine ordentliche Schärfe geboten. Der Ton verläuft störungsfrei.

Die Serie, die in Deutschland 1993 bei RTL debütierte, entstand 1990 für das US-Fernsehen, wobei Danny Bilson und Paul De Meo im Zuge der durch BATMAN ausgelösten Comic-Film-Welle eine recht vorlagengetreue Adaption erschufen – zumindest, was die Hauptfigur betrifft. Der Flash ist der Polizeilabortechniker Barry Allen, der durch einen Unfall seine Kräfte erhält und zum schnellsten Menschen auf Erden wird. Während man bei der Hauptfigur auf die erfolgreichen Comics setzte, wurde das restliche Ensemble exklusiv für die Serie entwickelt, so dass Barry nun mit Tina McGee liiert ist.

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Der bemerkenswerte gute Anzug des Flashs, der bis heute eines der besten Superheldenkostüme ist, welche je für Film und Fernsehen entwickelt wurden, stammt aus der Schmiede des verstorbenen Künstlers Stan Winston. Die Titelmusik der Serie wurde von keinem Geringeren als Danny Elfman produziert und bei den Speed-Effekten scheute man auch keine Kosten und Mühen.

Die Besetzung setzte sich aus Newcomern zusammen. John Wesley Shipp, der den Flash spielt, war zuvor kaum bekannt und erlebte seinen zweiten Frühling als Vater von Dawson Leery in DAWSON’S CREEK, Amanda Pays hatte immerhin schon in der Kultserie MAX HEADROOM mitgespielt und Sidekick Alex Desert war später mit der Sitcom BECKER erfolgreich.

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Interessant ist der Wandel innerhalb der Serie. Während die erste Hälfte so ausgelegt ist, dass es der Flash mit ganz normalen Verbrechern, aber auch der Mafia zu tun bekommt, ließ man in der zweiten Hälfte verstärkt Superschurken agieren. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil die Quoten nicht befriedigend waren. So traf der Flash auf den von Mark Hamill gespielten Trickster, auf Captain Cold und den Mirror Master. Im Vergleich zu den Comic-Vorlagen nahmen sich die Serienmacher hier jedoch allerhand Freiheiten. Auf einen ehemaligen Helden aus den 50er Jahren traf der Flash mit dem Nightshade, der keine DC-Vorlage hat, aber durchaus Ähnlichkeiten mit Dr. Midnite besitzt.

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Die größte Chance und leider auch Enttäuschung ergab sich mit Pollux. Bei ihm handelt es sich um einen Klon des Flashs, der mit einem blauen Kostüm unterwegs ist. Leider ist der Klon auf dem Stand eines kleinen Kindes, was etwas albern umgesetzt ist. Das ist umso bedauerlicher, da die Inspiration für Pollux durchaus der Reverse-Flash, im Deutschen auch als Negativ-Blitz bekannt, sein könnte, der innerhalb der bunten Rogues Gallery des Flashs der fomidabelste Gegner des schnellsten Mannes auf Erden ist. 

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Man kann nur darüber spekulieren, wie sich die Serie entwickelt hätte, aber man kann es wohl als sicher ansehen, dass im Laufe weiterer Staffeln weitere DC-Figuren in die Show Einzug gehalten hätten. Gegner hätte es noch genug gegeben. Und auch Verbündete. Das Ergebnis hätte eine langlebige Serie sein können, die das DC-Universum so vielseitig erfasst wie es heutzutage nur SMALLVILLE tut (und auch dort verändert man fast jede Figur deutlich zur Vorlage, womit ein eigenes Universum erschaffen wird, das sich nicht einfach in die Welt der Comics eingliedern lässt, aber von diesen inspiriert ist). Eine Rückkehr von Pollux hätte es aber wohl nicht gegeben, da diese Figur in seiner einzigen Folge den Tod findet. Dabei war er der perfekte Kandidat für einen Erfzeind des Flashs. Vielleicht hätte man ihn in einer späteren Staffel wiederbelebt, vielleicht auch nicht, letzten Endes hat es ohnehin nicht sollen sein.

Die deutsche Fassung ist übrigens sehr ansprechend ausgefallen. Nach David Banner in DER UNGLAUBLICHE HULK spricht Ekkehardt Belle hier Barry Allen. Zu hören sind in den Gastrollen auch einige namhafte Synchronsprecher, die Anfang der 90er in Film und Fernsehen aktiv gewesen sind.

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1991 publizierte DC den Comic THE FLASH TV SPECIAL, das auf 76 Seiten zwei Comic-Stories und verschiedene Artikel über die Fernsehserie enthielt. Die Geschichten wurden von John Byrne und Mark Waid geschrieben. Letzterer stellte in seiner Geschichte Kid Flash vor.

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