Eine der Kuriositäten des BUFFY-Universums ist das Demonstration Reel, das noch vor Serienstart angefertigt wroden ist. Für die Geldgeber wird ein Kurzfilm produziert, der ihnen zeigen soll, wie die spätere Serie aussehen wird. Besonders wichtig ist dies, wenn – wie seinerzeit im Fall von BUFFY – das Network, das die Serie ausstrahlen soll, nicht so richtig davon überzeugt ist, dass sich die Investition auch wirklich lohnt. Dies gilt umso mehr bei einem Thema wie BUFFY, das besonders durch den an den Kinokassen untergegangen Kinofilm das Stigma des Versagens trug. Natürlich sollte die Serie ganz anders werden und alle Fehler des Films vermeiden, doch wirklich sicher waren sich die Finanziers dabei nicht.
Darum produzierte Joss Whedon mit kleinem Geld ein ca. 25-minütiges Demonstration Reel, das in vereinfachter Form die Geschichte des Pilotfilms vorwegnimmt und aufzeigt, wie die Serie aussehen soll.
Die Geschichte beginnt wie im Pilotfilm: Darla lockt einen jungen Mann in die Schule. Während noch alles so aussieht, als wäre sie es, die sich in Gefahr befindet, verwandelt sie sich in einen Vampir und macht ihrem Begleiter den Garaus. Das Vampir-Make-up hat übrigens schon Ähnlichkeit mit dem später in der Serie verwendeten, wirkt aber noch ein gutes Stück kruder und ist weit weniger detailliert gearbeitet.
Am nächsten Tag kommt Buffy in die Sunnydale High. Ihr erster Schultag führt sie zu Direktor Flutie (hier noch nicht von Ken Lerner dargestellt), der sie ständig mit anderem Namen anspricht und ihr die Predigt hält, die man auch im späteren Pilotfilm sehen kann. Als nächstes werden Willow und Xander vorgestellt.
Hier wird Willow Rosenberg jedoch noch nicht von Alyson Hannigan, sondern von der relativ unbekannten Riff Regan dargestellt. Genau das macht dieses Demonstration Reel auch so interessant, da es bestens illustriert, welch absolut passende Chemie zwischen den Schauspielern besteht. Dies, eine Stärke der Serie, fehlt hier völlig, da Regan fehl am Platz ist und ihre Rolle nicht mit Leben erfüllen kann.
Nachdem sich die drei Freunde endlich kennen gelernt haben und Buffy ihrem Wächter Giles verkünden konnte, dass sie sich als Jägerin in den Ruhestand zurückgezogen hat, geht es auf in Richtung Bronze. Dort wird Buffy natürlich wieder gefordert, da Willow mit einem zwielichtigem Gesellen verschwunden ist.
Was nun folgt, ist das Aufspüren der Vampire und ein Kampf in Pappkulissen, bei dem die Jägerin natürlich erfolgreich ist und die Blutsauger zerstäubt werden. Dies geschieht übrigens als recht kostengünstiger Effekt mit Überblendungen bis aus einem Vampirkörper ein Häufchen Staub geworden ist. Am Ende nimmt Buffy ihr Schicksal an, ein letztes Gespräch mit Giles und ihren Freunden folgt und die Jägerin wirft einen Pflock in Richtung eines Plakats, das für den Stummfilm NOSFERATU wirbt. Direkt ins Schwarze natürlich.
Das größte Verdient des Demonstration Reels ist wohl, dass Joss Whedon seine Schauspieler in Interaktion erleben konnte und erkannte, dass er für Willow eine andere Besetzung brauchte. Die vollschlanke Schauspielerin, die hier den Part übernimmt, ist ihm zu keiner Sekunde gewachsen, wirkt plump und deplaziert. Dass sie als Willow überhaupt in Betracht gezogen wurde, grenzt schon an ein kleines Wunder. Man kann nur den Fernsehgöttern nur danken, dass sie kein Teil der Serie wurde, die dadurch unter Garantie vollkommen anders gewirkt und möglicherweise auch versagt hätte.
Da das Demonstration Reel einige Zeit vor dem Pilotfilm gedreht wurde, haben die Schauspieler noch völlig andere Frisuren. Erstaunlich ist, dass hier bereits Danny Strong in einem Miniauftritt als Jonathan zu sehen ist. Des weiteren darf Mercedes McNab schon Cordelias hochnäsige Freundin spielen und Julie Benz stellt die Vampirin Darla da. Anders als im Pilotfilm wird Darla allerdings am Ende das Licht ausgeblasen – und das ausgerechnet von Willow.
Das Demonstration Reel ist sicherlich kein Meisterwerk, aber doch ein süßes Kleinod für alle Fans der Serie, die die Wurzeln des Erfolgs gerne kennen lernen möchten. Bei Youtube kann man es sich komplett in recht mauer Qualität ansehen.
Über Teil 1 kommt man auch zu den Teilen 2 und 3.